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Zum Gedenktag der Gefallenen der Kriege und der Terroropfer, und das auch noch am Vorabend des 60. Jahrestages der Gründung des Staates Israel, wäre einiges anzumerken, allein: Zurzeit brennt dieser Blog aufgrund beruflicher Überbeanspruchung nur auf Sparflamme – bis auf weiteres. Niemanden bekümmert das mehr als den Chronisten selbst.

Und doch kommen wir um eine Notiz nicht herum.

Wie Nadav Shragai in Ha’aretz berichtet, wird am heutigen Gedenktag auch der Name des Rabbiners Avraham Shlomo Zalman Tzoref verlesen, gemeinsam mit den Namen von mehr als 3000 anderen jüdischen Opfern arabischer Gewalt.

Tzoref wurde 1851 in Jerusalem ermordet – zu einer Zeit also, als die Ausrufung der staatlichen Unabhängigkeit noch jenseits der Vorstellungskraft der Juden in Israel lag. Dem Enkel Yoel Moshe Salomons, eines der Gründer von Petach Tikva, war es, so Shragai, gelungen, vom ägyptischen Herrscher Muhammad Ali und später dann von den türkischen Behörden die Erlaubnis zum Wiederaufbau der Hurva-Synagoge in der Jerusalemer Altstadt zu erhalten. Diese war von Muslimen im Jahr 1721 niedergebrannt worden.

(Einschub: 1948 wurde sie wieder zerstört – gesprengt von der jordanischen Armee, die das ganze jüdische Viertel dem Erdboden gleichmachte. Der Kommandeur der Operation kommentierte seinen Sieg wie folgt: “Zum ersten mal seit 1000 Jahren verbleibt kein einziger Jude im Jüdischen Viertel. Kein einziges Gebäude verbleibt intakt. Das macht eine Rückkehr der Juden unmöglich.” Was ein bezeichnendes Licht nicht nur auf die Religionsfreiheit wirft, mit der es bei einer “Rückgabe” der Altstadt an die Palästinenser todsicher vorbei wäre, sondern auch einen beunruhigenden Umstand veranschaulicht: dass nämlich dort, wo Araber im Land die Macht ausüben, die Vertreibung aller Juden – also der klassische Fall einer ethnischen Säuberung, die man sonst vollmundig Israel vorzuwerfen pflegt – selbstverständlich ist. Nur so konnte, nebenbei, der Mythos von der “rein arabischen Altstadt” entstehen. Einschub Ende.)

Zurück zu Rabbi Tzoref. Schlichte Gemüter dürfte dieser Mord in mehrfacher Hinsicht verwirren: Das Opfer ein Jude? Kamen die nicht alle erst nach dem Zweiten Weltkrieg ins Land, um die indigene Bevölkerung zu vertreiben? Wie konnten die Täter ausgerechnet der Religion des Friedens und der Toleranz angehören? Und: Welches Motiv gab es für diesen Terrorakt, fast 100 Jahre bevor David Ben-Gurion die Unabhängigkeit ausrief, weit mehr als 100 Jahre bevor die IDF Westbank und Gaza besetzte, bevor die erste Siedlung in den Gebieten (neu-)gegründet wurde und bevor ein Soldat einen Araber an einem Checkpoint schikanieren konnte?

Die Apologeten des palästinensischen Terrors dürfte dieser Mordfall, ebenso wie beispielsweise das Massaker von Hebron 1929, in arge Erklärungsnöte bringen. Dürfte – denn Gedanken wird sich von denen, die es am nötigsten hätten, kein Schwanz machen. Dabei ist es so einfach: Araber ermorden Juden, weil sie keine Juden in Israel / Palästina dulden wollen. Nur weil Intoleranz und Hass keine wirklich hehren Motive abgeben, müssen die Terrorversteher rund um den Globus immerfort irgendwas an den Haaren herbeizerren, was einen Terrorakt wenn schon nicht entschuldigt, so doch “erklärt” – was letztlich aufs Gleiche hinausläuft. Kein Wunder, dass sie sich über die doch zumindest subjektiv empfundene Einsamkeit beschweren. Argumentativ reist diese Bande mit extrem leichtem Gepäck in der Weltgeschichte herum; ein Glück, dass einem erspart bleibt, sich für Leute in die Bresche werfen zu müssen, die einem die Verteidigung derart schwer machen.

Wir aber, die wir reinen Herzens sind, trauern mit Israel um alle, die bei der Verteidigung Israels starben, oder auch nur, zur falschen Zeit am falschen Ort, zufällig einem Mord zum Opfer fielen – weil sie Juden waren.

Und weil Leid und Freud im Leben oft dicht beieinander liegen, freuen wir uns heute Abend mit Israel über das Wunder der Rückkehr in die alte Heimat des jüdischen Volkes und über das, was dieses Land in den vergangenen 60 Jahren geleistet hat. Es gibt wahrlich mehr als genügend Gründe, auf den Staat Israel stolz zu sein und ebenso viele, um ihm zur Seite zu stehen.

Das wollten wir nur mal gesagt haben.

Demnächst hier auf diesem Blog: Rowlf the Dog berichtet in Wort und Bild über die Feierlichkeiten. Bleiben Sie uns gewogen.

Richtigstellung

Olaf61 behauptet in seinem Kommentar auf “Nuts” folgendes:

“Buxtehude ist da, wo der Hund mit dem Schwanz wedelt.
Mit Hase und Igel hat das nichts zu tun.”

Mit Verlaub – beides ist falsch.

Zum einen ist die Geschichte vom Hasen und dem Igel tatsächlich in Buxtehude angesiedelt. Auf Wikipedia heißt es: “Das Märchen vom Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel von Dr. Wilhelm Schröder (später nacherzählt von den Brüdern Grimm) spielt in Buxtehude (obwohl Schröder es ursprünglich in dem ähnlich klingenden Ort Bexhövede hörte)”.

In der Estetal-Kaserne, wo ich mich im Rahmen meiner Wehrdienstzeit aufhielt, schmückte sogar eine großflächige Darstellung der Episode (deren Wahrheitsgehalt ungefähr dem eines durchschnittlichen deutschen Nahost-Berichts entsprechen dürfte) eine Wand.

Ad 2: Der sprichwörtliche Hund “wedelt” nicht mit dem Schwanz, sondern er “bellt”. Noch einmal Wikipedia:

“Bemerkenswert ist, dass in Buxtehude der Redensart zufolge die „Hunde mit dem Schwanz bellen“. Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen aus dem Niederländischen stammenden Ausspruch: „De Hunten bellen“, was soviel besagt wie „Die Glocken läuten“. „Hunte“ (niederdeutsch: „Steert“) ist eine Bezeichnung für den Klöppel der Glocke, „bellen“ heißt soviel wie Klingeln, Schellen, Läuten.”

Exakt diese Geschichte erzählte uns damals der Bürgermeister der Stadt. Er fragte allerdings wie folgt: “Sie haben doch sicher alle schon mal davon gehört: Buxtehude, das ist die Stadt, wo der Hund… na??”

“…begraben liegt”, ergänzte ich, was zwar in den Reihen der angetretenen Rekruten Heiterkeit auslöste, beim Bürgermeister aber nicht.

Obwohl ich, wie mein 15-monatiger Aufenthalt in B. zeigen sollte, durchaus richtig lag.

Übrigens: Im “Räuber Hotzenplotz” reist der Zauberer Petrosilius Zwackelmann “zu einem Kollegen nach Buxtehude”, während der Seppel in der Küche bergeweise Kartoffeln schälen muss. Daher hielt ich als kleiner Junge Buxtehude noch für einen Phantasienamen. Eine Stadt dieses Namens, so dachte ich, könne es einfach nicht geben.

Ein folgenschwerer Irrtum, fürwahr.

The Wall

Abgesehen vom Matzen-Terror hat Pessach in Jerusalem auch seine angenehmen Seiten. So wurden etwa diese Woche in einer aufwändigen Lichtshow Szenen aus der Geschichte der Stadt auf die Altstadtmauern geworfen. Am beeindruckendsten waren dabei die Aufnahmen der israelischer Fallschirmjäger in der Altstadt am 7. Juni 1967.

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Operation Orchard

Die Washington Post präsentiert das CIA-Video mit Informationen über das Ziel des wichtigsten Angriffs der israelischen Luftwaffe seit Mivza Opera.

Nuts

Irgendwie ist das mit den periodisch wiederkehrenden Gerüchten um eine ideologische 180-Grad-Kehrtwende der Hamas wie mit der Geschichte vom Hasen und dem Igel in Buxtehude: Noch während der Überbringer der Botschaft durch die Weltgeschichte läuft und „Peace in our time!“ ruft, grinst ihm am Ende der Wegstrecke bereits ein führender Kopf der Islamistischen Terrororganisation entgegen. Ätsch, war wohl wieder nichts.

Warum nur findet sich immer wieder ein „Vermittler“, der sich derart zum Narren halten lässt? Reicht es nicht, als Präsident im Weißen Haus eine eher unrühmliche Figur abgegeben zu haben, muss man auch noch als gewesenes Staatsoberhaupt der Weltmacht USA einer Judenmörderbande in den Allahwertesten kriechen, indem man ausgerechnet sie wider besseres Wissen und in grotesker Verkehrung der Verhältnisse zu einem vermeintlichen Partner für den Frieden schönredet? Beinahe ist der staunende Beobachter dieses durchaus entwürdigenden Schauspiels geneigt, das an den risus sardonicus gemahnende ewige Grinsen im Gesicht Jimmy Carters als offensichtliche Verhöhnung seines Publikums zu interpretieren. Oder sollte der Mann am Ende wirklich selbst glauben, was er da verbreitet, unabhängig davon, was sich seine neuen Freunde schon vor 20 Jahren als Programm vorgenommen haben, als ihren Urdaseinszweck betrachten und in Wort und Tat noch heute täglich umzusetzen versuchen? Vielleicht ist er auch einfach nur naiv, hält die „Gotteskrieger“ nach seinen positiven Erfahrungen, die er vor 30 Jahren mit Präsident Sadat machte, für resozialisierbar und hat keinen Schimmer vom feinen Unterschied, den die cleveren Burschen der Hamas zwischen einem Frieden und einer „Waffenruhe“ auf unbestimmte Zeit machen, die unter günstigeren Bedingungen zu einem beliebigen Zeitpunkt (Mesha’al kann sich „zehn Jahre“ vorstellen) und ohne jedes schlechte Gewissen gebrochen werden darf? Egal was auf Carter zutrifft: Es wäre allen gedient, wenn er, wie andere Pensionäre, seinen Ruhestand in Strickjacke bei einem schönen Gläschen Wein genösse oder hin und wieder zum Golfen an die frische Luft ginge statt sich durch Auftritte wie die jüngsten komplett lächerlich zu machen. Dem Frieden dienen Luftnummern wie der von Carter propagierte Wandel durch Anbiederung nämlich nicht, allenfalls kommt unterm Strich ein unverdienter Prestigegewinn der Busbomberpartei heraus, die sich über jeden nützlichen Idioten mit Renommee freut. Und was letzteren betrifft, so bestätigt sein Verhalten nur eine alte Weisheit: Gefährlich wird’s, wenn die Dummen fleißig werden.

Creating the News

Schockierendes berichtete in der vergangenen Woche der Rechtsausschuss des deutschen Bundestages über den Gefährder des Weltfriedens #1:

Eine Delegation des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages, bestehend aus dem Vorsitzenden Andreas Schmidt (CDU/CSU) sowie den Abgeordneten Daniela Raab (CDU/CSU), Marianne Schieder (SPD), Dr. Matthias Miersch (SPD), Mechthild Dyckmans (FDP), Wolfgang Nesković (DIE LINKE.) und Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), besuchte am 16. April 2008 im Rahmen einer Reise nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete die israelisch kontrollierte Altstadt von Hebron im Westjordanland. Gleich von Beginn an und während der Besichtigung wurde die Delegation von jüdischen Siedlern beschimpft, beleidigt und ihr Gewalt angedroht. Wegen dieser Belästigungen und Behinderungen entschloss sich die Delegation zum Abbruch der Besichtigung. Ausschlaggebend war, dass die israelischen Sicherheitskräfte gegenüber der besonnen und vermittelnd auftretenden Mitarbeiterin des deutschen Vertretungsbüros, die die Delegation begleitete, äußerten, nicht für die Sicherheit der Gruppe garantieren zu können.

Natürlich schloss man die Pressemitteilung mit einem dringenden Appell - ebenso selbstverständlich “unter Freunden”:

Um dem Friedensprozess eine Chance zu geben, appellieren die Mitglieder des Rechtsausschusses als Freunde Israels an die Verantwortlichen in Israel, dem Fanatismus jüdischer Siedler Einhalt zu gebieten.

Das Auswärtige Amt legte später noch einen drauf und sandte eine offizielle Protestnote gen Israel. Da hatte sich Yoram Ben-Zeev, Israels Botschafter in Deutschland, längst für den Vorfall entschuldigt.

Was in Israel jedem klar war, hat nun dankenswerter Weise Ulrich Sahm auch dem deutschen Publikum zur Kenntnis gebracht: Der “diplomatische Zwischenfall” war offenbar bewusst in Kauf genommen wenn nicht gar geplant worden - denn die Abgeordnetendelegation ließ man ausgerechnet von einem abtrünnigen Siedler aus Hebron dem ehemaligen IDF-Kommandeur in Hebron führen, der seit Jahren einer von Israels bekanntesten anti-Siedlungs-Aktivisten ist und dem Siedler von Hebron mehrfach gedroht haben, sie würden ihn “zu Hackfleisch machen”.

Nach Angaben des Siedlersprechers David Wilder habe Jehuda Schaul die Delegation geführt, was auch andere Stellen auf Anfrage bestätigten. Es wäre nicht das erste Mal, dass das Vertretungsbüro in Ramallah deutsche Besucher ausgerechnet von diesem israelischen anti-Siedler-Aktivisten durch das Siedlerviertel in Hebron führen lässt. (…) Die Führung der deutschen Abgeordneten durch den bekannten anti-Siedler-Aktivist war eine bewusste Provokation.

Und das ist der eigentlich Skandal. Auf eine Entschuldigung von Jörg Ranau werden die Israelis wohl lange warten können.

…wenn einen der Sherut-Fahrer ausgiebig und leidenschaftlich anschreit - weil er sich 50 Minuten verspätet hat.

Es ist soweit

Aus aktuellem Anlass erinnern wir heute an einen Beitrag aus dem SoE-Archiv: Blinder Fleck.

Dass offenbar noch in 100 m Entfernung Kinder durch das israelische Geschoss verletzt wurden, erklärt sich anscheinend durch die verwendete Munition. Offen bleibt jedoch, warum Schatten ein beträchtliches Stück wandern, bevor den Kindern erste Hilfe geleistet wird.

Generell gilt: Nicht nur für einen Panzerkommandeur ist ein Kameramann mit geschulterter Kamera nicht von einem Terroristen mit Panzerfaust zu unterscheiden. Schon gar nicht in der frontalen Ansicht, die sich offenbar den israelischen Soldaten bot.

Update am 20.04.2008

Entweder es stimmt nicht, dass Israels Armee seit Jahren mit Vorsatz Journalisten ins Visier nimmt - oder Zahal ist heillos inkompetent:

Shana, a 23-year-old cameraman for the Reuters news agency, was the first Gaza journalist to be killed in the territory in the past eight years of Israeli-Palestinian fighting.

Eight other journalists have been killed covering the West Bank and Gaza Strip since 1992, according to the New York-based Committee to Protect Journalists.

No Berlin stop for Shoa train because Germany’s railways must run on time

(Jerusalem Post-Printausgabe)

Herr Olmert und Herr Assad scheinen einander nicht wirklich gut zu verstehen.

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