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Hass1
Hass (jüdisch)

INDIA KASHMIR PROTEST
Hass (muslimisch)

Seit jeher ist palästinensischen Propagandisten kein Argument zu dämlich, um Geschichte in ihrem Sinne zurechtzubiegen – also die historische jüdische Verbindung zu Eretz Israel zu leugnen. Besonders peinlich wird’s, wenn ausgerechnet ein Historiker einen Mumpitz von sich gibt, dass es die Sau graust. Nach dieser Logik müssten jüdische Fälscher den Titusbogen in Rom gebaut haben, der an den Sieg über ein Volk und die Zerstörung und Plünderung seines Tempels erinnert, u.a. mit einem Relief, das den Raub eines siebenarmigen Leuchters zeigt, der unzweifelhaft kein „palästinensisches“ Symbol ist. Nach dieser Logik lässt sich auch fragen, was die Aufschrift „Iudaea capta“ auf antiken römischen Münzen zu bedeuten hat und ob Simon bar Giora und Bar Kochba vielleicht palästinensische Widerstandskämpfer waren.

Lügen in Zeiten des Waffenstillstands, aber auch gern davor und danach. Selbst die Außenminister Syriens und des Iran entblöden sich nicht, die Existenz von Waffen an Bord der aufgebrachten „Francop“ zu leugnen, während die Israelis containerweise Raketen, Mörser und Munition auspacken. Viele weitere Beispiele wurden auch auf diesem Blog immer wieder dokumentiert. „Was ist Wahrheit?“, die berühmte Frage des Pontius Pilatus, lässt sich im Orient ganz einfach beantworten: Im Zweifel immer das Gegenteil von dem, was die arabische Seite behauptet. Kein Wunder, dass man mit dem Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen“ im Nahen und Mittleren Osten grandios gescheitert wäre. Zwischen Tripolis und Teheran würde jeder Lügendetektor unweigerlich durchschmoren, es wird gelogen, dass sich die Balken biegen, und wäre die Region überdacht, so wölbte sich längst eine riesige Kuppel darüber.

Aber wie schrieb ein SZ-Leser gestern noch in einem Kommentar zur Schmuggel-Affäre? „Ich glaube den Israeli kein Wort mehr.“ Na denn.

Ex oriente lux?

Das muss die Relativität der Zeit sein: In Kabul greift das Mittelalter die Jetztzeit an.

twitterte der großartige Dieter Nuhr vor nicht allzu langer Zeit. Man muss leider ergänzen: Nicht nur dort.

Luftschacht
Luftschacht
Schuft lacht
Schuft lacht

Unter Juden

Einen Monat lang war Günter Wallraff immer wieder als Araber in Israel unterwegs: bei einem Fußballspiel in Jerusalem, auf Wohnungssuche in Kiriat-Arba, vor einer Tel Aviver Disco. Heraus kam ein erschütternder Erfahrungsbericht. Spirit of Entebbe dokumentiert Auszüge.

Mit gefärbten Haaren und Schnurrbart investigativ unterwegs – das war ich vor vielen Jahren schon, als „Ali“. Insofern keine neue Erfahrung für mich. Nur dass ich diesmal nicht in Deutschland recherchiere. Als Achmed al-Jihad will ich erfahren, wie es sich als Palästinenser in Israel lebt, wohl wissend, dass das Unternehmen nicht ohne Risiken ist. Dazu habe ich zu oft „heute-journal“ gesehen.

(…)

Vor dem Teddy-Stadion hat sich eine grölende Menge eingefunden. Die Fans des hiesigen Fußballclubs Bejtar Jerusalem sind berüchtigt für ihre rechtsradikale und natürlich araberfeindliche Einstellung. Ich bin mir des Risikos bewusst, schon weil ich heute Morgen meine Garderobe in leicht provokanter Stimmung ausgewählt habe: ein „Free Palestine – From The River To The Sea“-Shirt. „Long live Balestine!“ rufe ich den entgeistert dreinblickenden Hooligans zu, dann nehme ich die Beine in die Hand. Erst an der übernächsten Straßenecke halte ich schnaufend inne. Erst jetzt wird mir klar, dass ich gerade noch so mit dem Leben davongekommen bin.

(…)

Am Abend begebe ich mich zum „Goocha“, einem angesagten Fischrestaurant an der belebten Dizengoff Street. Es ist rappelvoll. Ich beschließe, durch eine prägnante Ausdrucksweise keinen Zweifel an meiner arabischen Herkunft aufkommen zu lassen. „Blease“, sage ich zur Kellnerin, „is it bossible to dine here tonight“? – „Sorry“, wimmelt mich die junge Frau mit einem arroganten Ausdruck im zugegebenermaßen bildhübschen Gesicht ab, „but you see, it’s already crowded.“ Das hätte ich mir gleich denken können. Ich bin sicher: Sie hätte mir auch keinen Tisch zugewiesen, wenn einer frei gewesen wäre. Der alltägliche Rassismus hat viele Gesichter.

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Die Gegend um die Central Bus Station ist traditionell übel beleumundet, hier treiben sich allerlei Galgenvögel und Bordsteinschwalben herum, auch viele ausländische Arbeitnehmer aus Rumänien, Thailand, Schwarzafrika. Eine junge Dame aus dem horizontalen Gewerbe spricht mich an: „Na, Motek, wie heißt du denn?“ – „Wall- äh, Walid!“ stottere ich. In der Aufregung (Natascha ist spärlichst bekleidet) hätte ich um ein Haar meine wahre Identität preisgegeben. Schließlich dürfte mein Name weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt sein. Mein Experiment wäre damit vorzeitig beendet gewesen. So aber geht noch mal alles glatt. Zu Recherchezwecken folge ich Natascha auf ein schäbiges Zimmer. Hinterher knöpft sie mir dann aber doch deutlich zu viele Shekel ab, wie mir scheint. Das habe ich nun von meinem „Walid“. Im Nachhinein bedaure ich es, nicht ausnahmsweise mal den tumben deutschen Touristen gemimt zu haben.

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Ungewohnt fühlt er sich an, dieser Sprengstoffgürtel, den ich mir im Internet bestellt habe. Obwohl ich ihn nur mit einigen Packungen Tempo-Taschentüchern ausgestopft habe, kann ich ein mulmiges Gefühl nicht leugnen. Jetzt noch eine Kefiya, das traditionelle arabische Tuch um den Hals geschlungen, und los geht es. Ich mische mich unter das Jungvolk, das vor einer Discothek auf Einlass wartet. Es ist fast elf und schwülwarm, ich schwitze unter dem Mantel, den ich so über den Gürtel gestreift habe, dass er ansatzweise zu erkennen ist. Das Palituch ist auch nicht ohne, aber was tut man nicht alles, wenn man undercover recherchiert. Mein Aufzug verfehlt seine Wirkung nicht, ich spüre die unverhohlen misstrauischen Blicke. Laut rufe ich „Allahu akbar!“, und sofort stürzt sich ein Wachmann mit Bulldoggengesicht wie ein Berserker auf mich, schlägt mich fast bewusstlos. Mit diesem Gewaltausbruch habe ich nicht gerechnet, schützend halte ich meine Hände vors Gesicht. So also ergeht es einem Araber in Israel. Die Erfahrung erschüttert mich zutiefst. Noch einmal schlägt der Security-Mann zu, dann verliere ich das Bewusstsein.

Ich erwache im Ichilov-Hospital. Eine Schwester, offensichtlich eine Russin, tupft vorsichtig meine Wunden ab. Mein Kopf schmerzt, und ich scheine überall blaue Flecken zu haben. Schemenhaft kann ich einen Arzt erkennen, er trägt eine Kippa, sieht eigentlich nicht unsympathisch aus. Er schüttelt den Kopf. „Are you crazy?“ fragt er. Auch hier wieder: die blanke Fremdenfeindlichkeit. Wahrscheinlich ist es mein Schnurrbart, der mich in seinen Augen zum Untermenschen macht. Natürlich behandelt er auch Araber, aber er tut es nicht gern, das sieht man ihm an. Er deutet fragend auf meine Kleider, die jemand achtlos über den Stuhl geworfen hat. Ich aber beiße die Zähne zusammen und beschließe, mich nicht auf Diskussionen einzulassen. Noch ahne ich nicht, dass der Shin-Bet, Israels berüchtigter Geheimdienst, bereits ein Auge auf mich geworfen hat. Ist es jetzt schon verboten, „Gott ist groß!“ zu rufen?! Wohl nur, wenn es ein Muslim macht. Ich kann gar nicht sagen, wie abstoßend ich diese Intoleranz finde. Mein Zimmernachbar ist ein Jude aus Netanya. Ich versuche ihn in ein Gespräch zu verwickeln, aber er dreht sich nur wortlos zur Seite. Später bekommt er Besuch von einer jungen Frau, die beiden verständigen sich durch Gebärdensprache. Na gut. Aber dass er taubstumm ist, bedeutet ja noch lange nicht, dass er mit mir geredet hätte, wenn er es könnte. Nach meinen Erfahrungen hier können durchaus auch Behinderte Rassisten sein.

(…)

Es kommt zwar vor, dass mich Menschen hier vordergründig freundlich behandeln, mir zulächeln, den Weg erklären und „You’re welcome“ sagen, aber das wirkt irgendwie herablassend, so als wollten sie sagen: „Ich (als Angehöriger des auserwählten Volkes) kenne den Weg, du (Araber) kennst ihn nicht, und ohne mich wärst du völlig hilflos.“

So ergeht es mir überall im Land, ob ich mit meinem Marwan-Barghouti-Shirt bei den „Victims of Arab Terror“ um eine Spende bitte, mich in Kiriat-Arba um eine Wohnung bewerbe oder versuche, auf die Rednerliste beim Yisrael-Bejtenu-Parteitag zu kommen. Auch ins Büro des Ministerpräsidenten lässt man mich nicht hinein, obwohl ich Benjamin „Bibi“ Netanjahu nur mal guten Tag sagen möchte. Der Rassismus reicht hier also bis in die höchsten Staatsämter.

(…)

Die demütigende Personenkontrolle am Airport in Tel Aviv ist die vorerst letzte schlimme Erfahrung, die ich in diesem Apartheidstaat mache. Auf dem Rückflug nach Deutschland denke ich noch lange über meine erschütternden Erlebnisse nach. Ich habe den falschen Oberlippenbart wieder abgenommen, meine Brille wieder aufgesetzt, trage jetzt ein ganz normales Che-Guevara-Shirt. Fast bin ich mir ein wenig fremd geworden. Aber was ist das im Vergleich zum Schicksal der Palästinenser, die täglich als Bürger dritter Klasse diskriminiert werden.
Mein einziger Trost ist, dass sich mein Buch verkaufen wird wie Schnittbrot.

reis
Reis
Raïs
Raïs

Welzers Wälzer

Wie DIE ZEIT einem frechen Judenlümmel die Leviten liest

Kein gutes Haar lässt ZEIT-Rezensent Harald Welzer an „Schlimmer als Krieg“, Daniel Goldhagens neuem Buch über Völkermorde. Es sei „weder originell noch produktiv“, „theoretisch ein Totalausfall“, es leide „an mangelnder argumentativer Stringenz“ und sei „schon überbewertet, wenn man auf seine immanenten Widersprüche eingeht“. „Sachhaltiges kommt kaum vor“, meint Welzer, das Buch „ist nicht nur uninformiert, es ist absurd“, „wissenschaftlich untauglich“ und „Informationen liefert es keine. Man kann es also einfach vergessen.“

Nun räume ich ein: Die 685 Seiten habe ich noch nicht gelesen, dafür aber den Eindruck, dass der deutsche Scharfrichter offensichtlich ein politisches Problem mit Goldhagen hat. So zitiert er den Autor wie folgt:

„Solange der Krieg gegen die Menschheit andauert, ist das Töten der Täter ein defensiver Akt, der den Teil der Menschheit beschützt und bewahrt, der angegriffen und unmittelbar gefährdet wird.“

Und was hat Welzer dazu zu sagen?

Das ist ein ungeheuerlicher Satz.

Täter töten, Massenmördern in den Arm fallen – so weit kommt’s noch! Was für eine ungeheuerliche Vorstellung. Unschuldige Opfer sind bestenfalls nach vollbrachter Tat zu bedauern, nicht jedoch vor selbiger zu schützen.
Aber es kommt noch dicker:

Wenn man noch erfährt, dass es die „Völker“ sind und nicht die Staaten, denen Goldhagen Souveränität zuspricht, und liest, dass „mehr als die Hälfte der UN-Mitgliedstaaten Tyranneien (sind), die erhebliche oder ungeheure Verbrechen oder Menschenrechtsverletzungen an ihren eigenen Völkern verüben“, dann liest man in der Tat kein ernst zu nehmendes Buch.

Das heißt im Umkehrschluss: Welzer hält die Mehrheit der Staaten für Bollwerke der Demokratie und der Menschenrechte. Und: Nicht die Völker sollten Souveränität genießen sondern weiterhin die Staaten, also de fuckto auch jede Militärjunta und jeder schmutzige Diktator – was dann darauf hinausläuft, dass ein Charles Taylor in Liberia seine Feinde den Krokodilen zum Fraß vorwerfen, ein Saddam Hussein Tausende Kurden vergasen und ein Ahmadinedschad demonstrierende Bürger in die Kerker werfen lassen darf, denn alles andere ist eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates. Treibt es ein Diktator oder auch ein gewählter Regierungschef gar zu arg und/oder können sich einige Staaten darauf einigen, einen anderen fertig zu machen, reicht es ja vollkommen aus, dass „seit 2002 ein Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag existiert, der sich mit völkermörderischen Handlungen befasst.“

Die Zeche für unsere weiße Weste zahlen derweil Millionen Menschen in Ruanda, im Kongo, im Sudan und anderswo, denn den Eliminationismus zu beseitigen („fast hätte ich geschrieben: ausgemerzt“), das kann nur einem unseriösen jüdischen sogenannten Historiker wie Daniel Jonah Goldhagen einfallen, nicht aber einem feinen Soziologen deutscher Provenienz, der darauf achtet, dass hübsch alles seine Ordnung hat, auch wenn lauwarme Protestnoten und betretenes Wegschauen noch keinen einzigen Völkermord verhindert haben.

Könnte es sein, dass an Goldhagens Analyse was dran ist, gerade weil Buch und Autor in Bausch und Bogen abqualifiziert werden? Mich hat Welzers Verriss jedenfalls neugierig auf die Lektüre gemacht. Danke, ZEIT.

Erstaunlich eigentlich, dass unsere antizionistischen Trommler in ihrer täglichen Aufzählung jüdischer Missetaten ein ganz spezielles Verbrechen gegen die Menschheit schlicht vergessen: Die Juden haben den Palästinensern nicht nur ihr Land geraubt, sondern auch noch ihre Nationalspeise!

Gleichwohl wurde diese Schmach jetzt getilgt. Was jahrzehntelang weder stahlbehelmten noch kefiyahumwickelten Kämpfern gelang, hat eine kleine Schar unerschrockener Kochmützenträger geschafft.

Ist die Behauptung zu gewagt, dass dies der Hummous ist, auf dem der erfolgreiche Widerstand der Ablehnungsfront gedeihen könnte? Wie auch immer: Sympathischer als die islamistischen Randalierer in Jerusalem sind die Köche allemal. Man muss auch jönne könne.
Glückwunsch nach Beirut.

…wäre eine (fast) verlorene Woche, gäbe es nicht achgut, Lizas Welt, Yaacov Lozowick, die Zeitung für Schland, NbfS, Letters from Rungholt, den Fuchsbau und etliche andere vorzügliche Vertreter der Blogosphäre, an denen man sich immer wieder gut und gern laben kann.

Aus Zeitgründen konnten wir uns zuletzt mit einigen Auswüchsen des alt-neuen Antisemitismus vom Goldstone-Bericht und seiner Adaption bis zur türkischen „Israelis-sind-Kindermörder“-TV-Serie an dieser Stelle leiderleider nicht beschäftigen; glücklicherweise nehmen sich aber o.g. Blogs zuverlässig solcher Themen an. So werden Freunde von SoE es verschmerzen können, wenn wir eine sieben- bis neuntägige Schreibpause einlegen.

Bleiben Sie uns gewogen.

5 Gründe, warum ein „Micky-Maus-Staat“ besser für die Palästinenser wäre als Salam Fayad denkt.

1. Zwischen Jenin und Khan Younis ist es seit jeher Sitte, Hunde mit Steinwürfen zu verjagen. Weil Pluto ein Sympathieträger ist, könnte dies langfristig einen respektvolleren Umgang mit den Vierbeinern bewirken.

2. Minni Maus ist temperamentvoll und emanzipiert. Sie könnte als role model für die eher traditionell agierenden Frauen Palästinas dienen.

3. Dagobert Duck würde mit einer Finanzspritze von einigen Phantastilliarden den Gazastreifen zum Singapur des Nahen Ostens machen.

4. Niemand wäre geeigneter, die nächste israelische Militäroperation zu stören als die Panzerknacker.

5. Entenhausen wird von sympathischeren Charakteren bevölkert als sich das vom Gazastreifen behaupten lässt.

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