Narri-Narro!
Januar 24, 2008 von Claudio Casula
Im Frühjahr 1991 litt Deutschland mit Saddam Husseins Regime, das von der Operation „Desert Storm“ hinweggefegt zu werden drohte. Selbst die Jecken waren erschüttert ob der Niedertracht der Alliierten und sagten ihre geliebten Karnevalsumzüge ab. Nach Feiern war ihnen nicht zumute.
Anders sieht das Ganze schon aus, wenn es um die Shoah geht. Der millionenfache Massenmord an den Juden stürzt die Deutschen – von den Sonntagsrednern mal abgesehen – nicht unbedingt in Trauer und Verzweiflung. Weshalb die Münchner Narren auch kein Problem damit haben, am kommenden Sonntag, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, mit den „Damischen Rittern“ fröhlich durch die ehemalige Hauptstadt der Bewegung zu ziehen. Immerhin sind es nicht die rheinischen Karnevalisten, die man der Unsensibilität zeihen muss — ihr Schlachtruf „De Zoch kütt!“ wäre am Holocaust-Gedenktag denn doch arg deplatziert.
Sollte es dereinst ausgerechnet zur Fünften Jahreszeit einmal zum Showdown mit Iran kommen, darf man gespannt sein, ob sich die Faschingsten dann wieder den Spaß verderben lassen.
Dass die Beteiligten ausreichend verbohrt sind, hat ja gerade die große Bestürzung und Betroffenheit über den großen amerikanischen Feind ‘91 gezeigt. Und daran hatte man sich auch fast schon gewöhnt.
Aber dass Deiner der erste ablehnende Kommentar zur diesjährigen Entscheidung ist, den ich bisher zu lesen bekommen habe, lässt mich grübeln.
Die waren noch nie zimperlich, diese Faschi(ng)sten:
Cheers,
Mac
Die waren noch nie zimperlich, diese Faschi(ng)sten:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/;art141,2463044
Cheers,
Mac