Karsamstagslektüre
März 22, 2008 von Rowlf, the Dog
SoE-Leser Ostap Bender machte uns dankenswerter Weise auf diesen Artikel von Theo Sommer aus dem Jahre 1971 aufmerksam:
Sommer ist, milde ausgedrückt, kein Israelfreund, und trotzdem beschreibt er eine Situation aus dem Jahre 1971, die genau das Gegenteil von “Völkermord, Apartheid, Besatzungsmacht” ist. Die Einwohnerzahl von Gaza damals und heute ist auch bemerkenswert. Übrigens taucht das Wort “Palästinenser” gar nicht auf, dafür aber
Judäa und Samaria. Hier ist die interessanteste Passage des Textes:Die aufgeklärte Besatzungspolitik läßt sich nicht leugnen. In dreierlei Hinsicht ist sie bemerkenswert.
Erstens: Das israelische Militär tritt sowenig wie möglich in Erscheinung. Die 360 000 Bewohner des unruhigen Gaza-Streifens werden nur von knapp 500 israelischen Soldaten überwacht. Auf dem Westufer des Jordans, in Judäa und Samaria, gibt es nur wenige Armeeposten. Die Regel ist: strategisch wichtige Punkte halten, von denen aus sich das Gebiet kontrollieren läßt, aber sich nicht ins Leben der Bevölkerung einmischen.
Zweitens: Israel tut etwas für die besetzten Gebiete. Im Gaza-Streifen ist dies mehr, als die ägyptische Verwaltung jemals für die unglücklichen Menschen getan hat, die hier in wenigen Städten und vielen Flüchtlingslagern zusammengepfercht sind. Die Sozial- und Gesundheitsfürsorge, der Ausbau der Infrastruktur und die Modernisierung der Landwirtschaft können sich sehen lassen.
Drittens: Die Israelis haben sich einer Politik der „offenen Brücken” verschrieben. Nicht nur für Waren wurden die Grenzen geöffnet, sondern auch für Menschen. Zehntausende von Arabern kommen von draußen, Zehntausende reisen aus. Die Einwohner des Gaza-Streifens haben heute mehr Bewegungsfreiheit als früher unter den Ägyptern.