Richtigstellung
April 30, 2008 von Claudio Casula
Olaf61 behauptet in seinem Kommentar auf “Nuts” folgendes:
“Buxtehude ist da, wo der Hund mit dem Schwanz wedelt.
Mit Hase und Igel hat das nichts zu tun.”
Mit Verlaub – beides ist falsch.
Zum einen ist die Geschichte vom Hasen und dem Igel tatsächlich in Buxtehude angesiedelt. Auf Wikipedia heißt es: “Das Märchen vom Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel von Dr. Wilhelm Schröder (später nacherzählt von den Brüdern Grimm) spielt in Buxtehude (obwohl Schröder es ursprünglich in dem ähnlich klingenden Ort Bexhövede hörte)”.
In der Estetal-Kaserne, wo ich mich im Rahmen meiner Wehrdienstzeit aufhielt, schmückte sogar eine großflächige Darstellung der Episode (deren Wahrheitsgehalt ungefähr dem eines durchschnittlichen deutschen Nahost-Berichts entsprechen dürfte) eine Wand.
Ad 2: Der sprichwörtliche Hund “wedelt” nicht mit dem Schwanz, sondern er “bellt”. Noch einmal Wikipedia:
“Bemerkenswert ist, dass in Buxtehude der Redensart zufolge die „Hunde mit dem Schwanz bellen“. Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen aus dem Niederländischen stammenden Ausspruch: „De Hunten bellen“, was soviel besagt wie „Die Glocken läuten“. „Hunte“ (niederdeutsch: „Steert“) ist eine Bezeichnung für den Klöppel der Glocke, „bellen“ heißt soviel wie Klingeln, Schellen, Läuten.”
Exakt diese Geschichte erzählte uns damals der Bürgermeister der Stadt. Er fragte allerdings wie folgt: “Sie haben doch sicher alle schon mal davon gehört: Buxtehude, das ist die Stadt, wo der Hund… na??”
“…begraben liegt”, ergänzte ich, was zwar in den Reihen der angetretenen Rekruten Heiterkeit auslöste, beim Bürgermeister aber nicht.
Obwohl ich, wie mein 15-monatiger Aufenthalt in B. zeigen sollte, durchaus richtig lag.
Übrigens: Im “Räuber Hotzenplotz” reist der Zauberer Petrosilius Zwackelmann “zu einem Kollegen nach Buxtehude”, während der Seppel in der Küche bergeweise Kartoffeln schälen muss. Daher hielt ich als kleiner Junge Buxtehude noch für einen Phantasienamen. Eine Stadt dieses Namens, so dachte ich, könne es einfach nicht geben.
Ein folgenschwerer Irrtum, fürwahr.
Nicht zu verwechseln mit Dieterich Buxtehude, dessen 300. Todesjahr 2007 mit großer Aufmerksamkeit von Orgelfreunden aus aller Welt bedacht wurde.
Gesucht und gefunden: es gab mal ein Bilderbuch mit Namen “Hein Schlotterbüx aus Buxtehude, wo die Hunde mit dem Schwanz bellen”.
http://www.bartos-hoeppner.de/buecher_bilder.htm
Danke für die Erinnerung. Das muß ich mal bei Freunden gelesen haben, irgendwann in den frühen 70ern…
Ich bin schwer beindruckt. Das mit Buxtehude erzählte mir mein Grossvater wieder und wieder und ich glaubte ihm. Wieder was dazu gelernt. Danke.
„De Hunten bellen“
Auch ich danke sehr für die Erklärung. Wir haben als Schülerinnen immer gelacht, weil wir den Witz so verstanden: wieso sollte der Hund seinen Schwanz beim Bellen ablegen und ohne ihn die Schnauze aufreißen …