Zur Feier des Tages
Mai 7, 2008 von Claudio Casula
Zum Gedenktag der Gefallenen der Kriege und der Terroropfer, und das auch noch am Vorabend des 60. Jahrestages der Gründung des Staates Israel, wäre einiges anzumerken, allein: Zurzeit brennt dieser Blog aufgrund beruflicher Überbeanspruchung nur auf Sparflamme – bis auf weiteres. Niemanden bekümmert das mehr als den Chronisten selbst.
Und doch kommen wir um eine Notiz nicht herum.
Wie Nadav Shragai in Ha’aretz berichtet, wird am heutigen Gedenktag auch der Name des Rabbiners Avraham Shlomo Zalman Tzoref verlesen, gemeinsam mit den Namen von mehr als 3000 anderen jüdischen Opfern arabischer Gewalt.
Tzoref wurde 1851 in Jerusalem ermordet – zu einer Zeit also, als die Ausrufung der staatlichen Unabhängigkeit noch jenseits der Vorstellungskraft der Juden in Israel lag. Dem Enkel Yoel Moshe Salomons, eines der Gründer von Petach Tikva, war es, so Shragai, gelungen, vom ägyptischen Herrscher Muhammad Ali und später dann von den türkischen Behörden die Erlaubnis zum Wiederaufbau der Hurva-Synagoge in der Jerusalemer Altstadt zu erhalten. Diese war von Muslimen im Jahr 1721 niedergebrannt worden.
(Einschub: 1948 wurde sie wieder zerstört – gesprengt von der jordanischen Armee, die das ganze jüdische Viertel dem Erdboden gleichmachte. Der Kommandeur der Operation kommentierte seinen Sieg wie folgt: “Zum ersten mal seit 1000 Jahren verbleibt kein einziger Jude im Jüdischen Viertel. Kein einziges Gebäude verbleibt intakt. Das macht eine Rückkehr der Juden unmöglich.” Was ein bezeichnendes Licht nicht nur auf die Religionsfreiheit wirft, mit der es bei einer “Rückgabe” der Altstadt an die Palästinenser todsicher vorbei wäre, sondern auch einen beunruhigenden Umstand veranschaulicht: dass nämlich dort, wo Araber im Land die Macht ausüben, die Vertreibung aller Juden – also der klassische Fall einer ethnischen Säuberung, die man sonst vollmundig Israel vorzuwerfen pflegt – selbstverständlich ist. Nur so konnte, nebenbei, der Mythos von der “rein arabischen Altstadt” entstehen. Einschub Ende.)
Zurück zu Rabbi Tzoref. Schlichte Gemüter dürfte dieser Mord in mehrfacher Hinsicht verwirren: Das Opfer ein Jude? Kamen die nicht alle erst nach dem Zweiten Weltkrieg ins Land, um die indigene Bevölkerung zu vertreiben? Wie konnten die Täter ausgerechnet der Religion des Friedens und der Toleranz angehören? Und: Welches Motiv gab es für diesen Terrorakt, fast 100 Jahre bevor David Ben-Gurion die Unabhängigkeit ausrief, weit mehr als 100 Jahre bevor die IDF Westbank und Gaza besetzte, bevor die erste Siedlung in den Gebieten (neu-)gegründet wurde und bevor ein Soldat einen Araber an einem Checkpoint schikanieren konnte?
Die Apologeten des palästinensischen Terrors dürfte dieser Mordfall, ebenso wie beispielsweise das Massaker von Hebron 1929, in arge Erklärungsnöte bringen. Dürfte – denn Gedanken wird sich von denen, die es am nötigsten hätten, kein Schwanz machen. Dabei ist es so einfach: Araber ermorden Juden, weil sie keine Juden in Israel / Palästina dulden wollen. Nur weil Intoleranz und Hass keine wirklich hehren Motive abgeben, müssen die Terrorversteher rund um den Globus immerfort irgendwas an den Haaren herbeizerren, was einen Terrorakt wenn schon nicht entschuldigt, so doch “erklärt” – was letztlich aufs Gleiche hinausläuft. Kein Wunder, dass sie sich über die doch zumindest subjektiv empfundene Einsamkeit beschweren. Argumentativ reist diese Bande mit extrem leichtem Gepäck in der Weltgeschichte herum; ein Glück, dass einem erspart bleibt, sich für Leute in die Bresche werfen zu müssen, die einem die Verteidigung derart schwer machen.
Wir aber, die wir reinen Herzens sind, trauern mit Israel um alle, die bei der Verteidigung Israels starben, oder auch nur, zur falschen Zeit am falschen Ort, zufällig einem Mord zum Opfer fielen – weil sie Juden waren.
Und weil Leid und Freud im Leben oft dicht beieinander liegen, freuen wir uns heute Abend mit Israel über das Wunder der Rückkehr in die alte Heimat des jüdischen Volkes und über das, was dieses Land in den vergangenen 60 Jahren geleistet hat. Es gibt wahrlich mehr als genügend Gründe, auf den Staat Israel stolz zu sein und ebenso viele, um ihm zur Seite zu stehen.
Das wollten wir nur mal gesagt haben.
Demnächst hier auf diesem Blog: Rowlf the Dog berichtet in Wort und Bild über die Feierlichkeiten. Bleiben Sie uns gewogen.
Ephraim Kishon zum 25. Geburtstag Israels
Israel ist ein so kleines Land, dass man auf den meisten Landkarten und Globen seinen Namen nicht einmal voll ausschreibt. Fast immer heißt es »Isr.« und schon aus diesem Grund fällt es uns so schrecklich schwer, die im Sechstagekrieg besetzten Gebiete aufzugeben. Sie würden endlich Platz für das bisher fehlende »-ael« schaffen.
Israel wird als einziges Land der Welt von Steuerzahlern finanziert, die außerhalb seiner Grenzen leben.
Es ist im wahrsten Sinn des Wortes ein grenzenloses Land.
Es ist ein Land, in dem die Mütter von ihren Kindern die Muttersprache lernen.
Die Einwohner dieses Landes schreiben hebräisch, lesen englisch und sprechen jiddisch.
Es ist ein Land, in dem die Väter saure Trauben gegessen haben, damit die Kinder gesunde Zähne bekommen.
Jeder Bewohner dieses Landes hat das gesetzlich verbriefte Recht, frei auszusprechen, was er denkt. Aber es gibt kein Gesetz, das irgendeinen anderen Bewohner verpflichten wurde, ihm zuzuhören.
Israel ist, nicht zuletzt dank der freundlichen Mithilfe der arabischen Welt, das aufgeklärteste, fortschrittlichste und modernste Land der ganzen Gegend.
Wir haben in diesem Land sehr häufig Wahlen, aber nur selten eine Wahl.
Der Staat Israel ist ein organischer Bestandteil seiner Gewerkschaften.
Israel ist ein Land, das beträchtlich weniger produziert, als es zum Leben braucht, und in dem trotzdem noch niemand Hungers gestorben ist.
Es ist ein Land, in dem niemand Wunder erwartet und jeder es als selbstverständlich hinnimmt, dass sie geschehen.
Es ist ein Land, dessen Einwohner in ständiger Lebensgefahr schweben, was sie aber weniger aufregt als das Radio, das in der Nachbarwohnung zu laut angedreht ist.
Es ist ein Land, dessen Soldaten nicht grüßen und nicht Habacht stehen können. Aber sie können kämpfen.
Es ist ein Land, in dem jeder Mensch ein Soldat und jeder Soldat ein Mensch ist.
Es ist das einzige Land, in dem ich leben kann. Es ist mein Land.
Hallo,
vielen Dank für die vielen guten Beiträge!
Könnt Ihr mir eine Quelle für das im Artikel genannte Zitat geben:
“Zum ersten mal seit 1000 Jahren verbleibt kein einziger Jude im Jüdischen Viertel. Kein einziges Gebäude verbleibt intakt. Das macht eine Rückkehr der Juden unmöglich”
Danke + Grüße, Sabine
Auf jeden Fall, das mit dem gewogen bleiben.
Lieber S.O.E.,
einen schönen Gruß von dieser Stelle und ein dreifaches Am Israel chai aus der gleichen Hansestadt.
Und ich kann die verdammte Fahne nicht finden, schon das ganze Haus auf den Kopf gestellt.
Na, vielleicht morgen!
Grüße von Frau Antje