Ein Diplomat ist ja nach einem Bonmot des israelischen UN-Botschafters a.D. Danny Gillerman jemand, der einem anderen sagen kann, er solle zur Hölle fahren, dies aber so tut, dass der andere sich auf die Reise freut.
Das ist nicht ohne Charme, doch wünscht man sich gelegentlich jemanden herbei, der einfach mal die ungeschminkte Wahrheit verkündet – auf die Gefahr hin, bei den Kollegen (Lieblingsfarbe: kariert) ob der ungewöhnlich deutlichen Ausdrucksweise anzuecken.
Hut ab also vor Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner. Der nämlich stellte nach Achmachmirdendschihads antisemitischen Ausfällen vor der UN-Vollversammlung erfrischend unmissverständlich klar:
Wir sind es müde, die Reden des iranischen Präsidenten zu verurteilen. Ich bedauere, beklage und verurteile die Dinge, die Ahmadinejad in seiner Rede gesagt hat, auf das Schärfste, insbesondere die antisemitischen Äußerungen.
Wir können das nicht mehr lediglich verurteilen. Ahmadinejads Worte verdeutlichen, dass wir uns um die iranische Atomfrage kümmern müssen; wir müssen reagieren, denn die Situation ist extrem ernst und gefährlich.