Als ich heute Morgen im FAZ-Feuilleton Evelyn Hecht-Galinskis Rechtfertigungsstück „Antisemitismus ist nicht gleich Antizionismus“ las, kam mir gleich die Frage in den Sinn, die einem siebenjährigen Waldorf-Schüler gestellt wird:
„Und – kannst du schon deinen Namen tanzen?“
Gut, Schreiben hat „Die Tochter“ irgendwann gelernt – insofern man darunter die Fähigkeit versteht, Worte aneinander zu reihen, wenn auch, wie in ihrem Fall, nicht immer in der richtigen Reihenfolge. Das eigentliche Problem der Dame ist aber ein ganz anderes: Sie blickt einfach nicht, dass ihre maßlosen Attacken ausgerechnet auf den jüdischen Staat (denn zu weit größerem Unrecht anderswo, vor allem dem von Palästinensern begangenen, schweigt sie) mit Kritik nichts zu tun haben. Die haben andere längst vor ihr geübt und das, nebenbei, auch eloquenter und in der Sache substanziell, was man von Hecht-Galinski nicht behaupten kann.
Mit anderen Worten: Jeder, der sachlich begründete Kritik an israelischer Politik übt, rennt in Israel offene Türen ein; wer jedoch, wie Hecht-Galinski, mit dem Wort Antizionismus kein Problem hat, wird als „Kritiker“ zu Recht nicht ernst genommen. Was heißt denn Antizionismus? Ein Antizionist ist per definitionem jemand, der gegen einen Staat der Juden in ihrer historischen Heimat ist, also die Daseinsberechtigung Israels negiert. Was soll das mit Kritik an politischen Entscheidungen hier und dort zu tun haben? Der Antizionist lässt grundsätzlich nichts gelten, für ihn ist das Vorhandensein Israels illegal, ganz gleich, was der eine Ministerpräsident macht oder der andere unterlässt. Man muss sich nur einmal anschauen, was auf den Webseiten von Antizionisten verbreitet wird. Da wird mitunter nicht nur die historische Präsenz der Juden in Erez Israel geleugnet, sondern neuerdings auch, dass es so etwas wie ein jüdisches Volk überhaupt gibt (während natürlich – ausgerechnet! – die palästinensischen Araber eine eigene Nation sein sollen).
Keiner, der noch bei Verstand ist, wird bestreiten, dass es sowohl islamistische Terrororganisationen als auch ganze Staaten gibt, die das Existenzrecht Israels bestreiten. Im Norden ist es die libanesische Hisbollah, im Süden die Hamas, im Osten, wenn wir Fatah und Islamischen Jihad mal gnädig ausschließen, etwas weiter weg der Iran. Dennoch meint Hecht-Galinski:
„Israel ist heute keinesfalls das arme kleine, von Feinden umzingelte Land“
Und wer solchen Stuss von sich gibt, wird als Kritiker ernst genommen und bekommt sogar in der FAZ ein wenig Platz zur Verfügung gestellt, um zum werweißwievielten Male den bedauernswerten Vater zu bemühen, den bösen Zentralrat und die vermeintlichen Antisemitismuskeulenschwinger. Dabei kann sie noch nicht mal den Namen Michel Friedman korrekt buchstabieren. Ist es schon zweifelhaft, ob hinter der FAZ „immer ein kluger Kopf“ steckt, so beweist dieser Artikel, dass der Kopf darin auch mal durchaus hohl sein kann.
Wikipedia stellt in der Definition des Antizionismus fest:
Antizionismus ist nicht gleichzusetzen mit Antisemitismus, kann aber antisemitisch motiviert sein. Umgekehrt dagegen sind Antisemiten in der Regel auch antizionistisch eingestellt.
Und damit hat Evelyn Hecht-Galinski, die Tochter eines Holocaust-Überlebenden, kein Problem – obwohl das Online-Lexikon sich noch rechtschaffen vorsichtig und milde ausdrückt.
Mit ihrem Lieschen-Müller-Verständnis von Antizionismus sieht sich „Die Tochter“ u.a. von Tom Segev und Avi Primor unterstützt. Was sie nicht ahnt: Ihre beiden unfreiwilligen Kronzeugen würden das, was Hecht-Galinski von sich gibt, nicht nur als unter ihrem Niveau empfinden, sie bekämen tatsächlich Zweifel, was diese Frau eigentlich antreibt.
Wenn wir mal alle ganz leise sind, können wir die Rotationsgeräusche aus Heinz Galinskis Grab hören.
Kannst Du schon Deinen Namen tanzen… Kommt das berühmte DAF Tanz den Musssolini daher?
Ansonsten könnte der jüdisch intellektuelle Antizionismus
(Chomskyismus) logischerweise eine Form des rabbinischen Antizionismus sein: Israel muß für die Wiederkunft des Messias aus dem Weg geräumt werden. Daher auch der unversöhnliche Haß Finkelsteins und Chomskys auf die USA. Die haben Hitlers Judenvernichtung durchkreuzt und mit der Apokalypse die Erlösung des Judentums verhindert?
Jedenfalls wenn Chomsky et alii nicht schlicht Irre sind.
LoL, Hofjuden
[...] die F.A.Z. Tanja Krienens Vorwurf der Mißachtung der Gegener Broders eindrucksvoll Lügen. Da Claudio Casula sich bereits mit Hecht-Galinskis Text auseinander gesetzt hat, seien hier zunächst nur die Leserbriefe von Alfred Grosser, Abraham Melzer und Gebhard Braun [...]
Als ich heute morgen diesen Beitrag gelesen habe, ist mir sofort “His Maters Voice” eingefallen. Da wird auch ein Kopf gezeigt.
“Ein Antizionist ist per definitionem jemand, der gegen einen Staat der Juden in ihrer historischen Heimat ist, also die Daseinsberechtigung Israels negiert.”
Das trifft es. Und auf _dieser_ (und weniger der persönlichen) Ebene sollte die Diskussion geführt werden.
@ EJ
Es ist ja nun weiß Gott nicht so, dass man keine Argumente hätte – und sie werden ja nun auch immer wieder vorgebracht. Wenn jemand argumentative Probleme hat, dann die antizionistische Kamarilla. Aber man kann ja nun auch nicht auf jeden Unfug von Hecht-Galinski und ihresgleichen die Geschichte des Nahen Ostens wiederkäuen – zumal das sinnlos ist, denn diese Personen verfahren sämtlich nach dem Prinzip “I´ve already made up my mind, don’t confuse me with facts”. Es reicht, einen x-beliebigen Artikel zum Thema aufzurufen, und man sieht in der Kommentarspalte schon nach zwei Sekunden, auf welchem Niveau die “Diskussion” abläuft.
In diesem Sinne hat das Motto “Warum sachlich, wenn’s auch persönlich geht” durchaus seine Berechtigung.
[...] Este es un comentario que encontré en el Blog. Spirit of Entebbe [...]
[...] schreibt Claudio Casula über Evelyn Hecht-Galinskis als “Antwort auf Arno Lustiger” deklarierte Behauptung [...]
Apropos Waldorfschule: Die Tochter ist eine Alumna und hat auch dieser fiesen Sekte schon vor langer Zeit ihren ureigenen Koscherstempel verliehen. Kann man googeln: “Waldorfschule” und “Galinski”.
Hoch schwingt die Antisemitismuskeule…
…bereit, auf alle niederzugehen, welche sich erdreisten, den Zionismus in seiner Menschenfeindlichkeit zu hinterfragen oder gar zu kritisieren.
Ach Gojim, vielleicht solltest du dich erst einmal informieren, was Zionismus eigentlich bedeutet – da ist viel Unfug im Umlauf. Beispielsweise ist “Zionismus” weder menschenfeindlich noch rassistisch und schon garnicht rechtsextrem – im Gegenteil, in der Idee vom Zionismus steckt ziemlich viel Sozialismus… aber warum sich informieren, wenn man auch mit einer Keule zuschlagen kann.
“Ein Antizionist ist per definitionem jemand, der gegen einen Staat der Juden in ihrer historischen Heimat ist, also die Daseinsberechtigung Israels negiert.”
Nein, der Antizionist ist gegen jede Form eines Judenstaates, egal wo und wie!
PS: Was genau ist eigentlich eine “Antisemitismuskeule” ?
Und vor allem: was spricht dagegen, bekennende Judenhasser auch als solche zu benennen!?