Zum Gedenken an Yassir Arafat (1929-2004)
Vor vier Jahren verstarb der Erzterrorist Yassir Arafat im französischen Paris. An seine Person und an sein Wirken möchte Spirit of Entebbe heute erinnern.
Yassir Arafat (Abu Ammar), Symbol des palästinensischen Volkes, verkörperte nicht nur das Leid eines jeden israelischen Terroropfers und seiner Hinterbliebenen, sondern er verkörperte auch die Irrationalität, die Brutalität, die Kompromisslosigkeit und den Hass seines „Volkes”. Yassir Arafat war München, er war Beirut, er war Entebbe, er war Ma’alot, aber er war auch ein Widerling und ein falscher Fuffziger, der umso bereitwilliger die Wurstfinger zum Siegeszeichen spreizte, je erfolgloser er in seinem „Widerstand” war. Dennoch verstand er es, besonders naive Reporterflaschen um den Finger zu wickeln wie Marilyn Monroe.
In dieser Position kämpfte er für den Jihad, für den Wohlstand seiner Frau und seiner Tunis-Clique und für die Vernichtung des Staates Israel. So stand er über Generationen hinweg an der Spitze des langen und bis heute andauernden sinnlosen Kampfes des palästinensischen Volkes um einen eigenen Staat anstelle, nicht neben dem jüdischen. Gerade an dieser Friedensunfähigkeit lässt sich der niederträchtige Charakter des verstorbenen Vorsitzenden der Autonomiebehörde festmachen. Seiner Heimtücke, seiner fortwährenden antiisraelischen Propaganda und seinem Festhalten am Terror ist es zu verdanken, dass das palästinensische Volk bis heute keinen eigenen Staat hat.
Der Träger des, wie man heute weiß, voreilig verliehenen Friedensnobelpreises liebte die Macht und pfiff auf das von ihm verursachte Leiden seiner Leute, und er empfand tiefe Zuneigung zum eigenen Geschlecht, war dabei nicht wählerisch, was wohl auch zu seiner tragischen Erkrankung führte. Er war der Versorger für seine Schergen, denen er die veruntreuten Hilfsgelder des Westens in die Taschen schob, und er war eine abgrundtiefe Enttäuschung für alle, die sich abenteuerlicherweise ausgerechnet von ihm einen ehrlichen Weg zu Frieden und Verständigung erhofften.
Doch heute möchten wir nicht nur an die gewalttätige und hinterfotzige Person Yassir Arafat erinnern, denn Yassir Arafat war auch ein Mensch mit einfachen Leidenschaften. So wie sich Adolf Hitler im Bunker noch tonnenweise Kuchen reinschaufeln ließ, liebte Arafat das Süße und trank mit Genuss seinen Tee. Dazu aß er gerne ein Stück nabulsische Knafah. Freunde erinnern sich, wie er liebevoll die klebrige Süßigkeit vom Tablett nahm, es in kleine Stücke teilte und jedem gerade Anwesenden die Leckerei übergab. Nehmet und esset alle davon! Wenn seine Zeit es erlaubte, schaute er sich gerne Hinrichtungsfilme an. Über die Erschießung von Kollaborateuren konnte er schallend lachen, erzählten seine engsten Freunde. Yassir Arafat liebte auch Kaufhauskunst mit röhrenden Kamelen und genoss die Lieder von Umm Kalthoum und die Filme von Adel Imam, Veit Harlan und Leni Riefenstahl.
Trotz zeitweiser Ausgeglichenheit unter Drogen war Abu Ammar ein unruhiger Mensch. Insbesondere als er seine langjährigen Wegbegleiter Abu Iyad und Abu Jihad verlor. „Wenn diese beiden Männer an meiner Seite waren, schlief ich ruhig auf meinem Kissen. Meistens zwischen ihnen”, erzählte er einst. Oft erinnerte er sich kichernd an die Unterzeichnung des Oslo-Abkommens und an „Rabin und Peres, diese Idioten, die sich und ihrem Volk ihr eigenes Grab schaufeln”.
Die Liste seiner Fehleinschätzungen und Niederlagen ist lang. Er legte sich mit Jordaniens König Hussein an und wurde verjagt. Er plusterte sich im Libanon auf und wurde verjagt. Er stellte sich im Kalten Krieg auf die Seite der Sowjetunion und der DDR, und im Golfkrieg auf die Seite Saddam Husseins. Er ließ sich beim Waffenschmuggel erwischen und bei Brandreden trotz „Friedensabkommens”, beim Lügen und Betrügen, bei der Unterschlagung von Millionenhilfen, die er seiner Alibi-Frau in Paris überwies, und bei der Finanzierung von Terrorgruppen, beim Aufruf zum Jihad und bei Elogen auf Selbstmordattentäter, beim Entlassen von verurteilten Terroristen und beim Herzen des Hamas-Führers.
Yassir Arafat starb, bevor der Traum von der Vernichtung des jüdischen Staates Realität wurde. Er hinterließ ein Volk, das sich durch den Terror selbst die Chance auf einen eigenen Staat nahm und das seine Autonomie grandios in den Sand setzte. In diesem Sinne wird er auch über seinen Tod hinaus ein Schandfleck der Geschichte und ein Ärgernis erster Güte bleiben.