Eine dieser Karikaturen, die man nie in einer deutschsprachigen Zeitung sieht.
BTW, ist es nicht langsam an der Zeit, mal die gute Seite wieder zu kommentieren? So wie das aussieht, sind die selbstgebastelten Tavors zum ersten mal groß in action, und manche selbstgebastelte Merkavas haben die neuen selbstgebastelten anti-tank Abwehrsysteme drauf.
Beim ersten Hinsehen ist mir der Titel gar nicht uafgefallen.
Ja, das passt.
————–
btw: interessant übrigens, dass man im Westjordanland mucksmäuschenstill ist.
Ich bin mir sicher, dass die auf die völlige Aufreibung der Hamas hoffen.
Danach müsste allerdings die Auflösung der al-Aksa-Märtyrer-Brigaden (jetzt Yassir-Arafat-Märtyrer-Brigaden) folgen, wenn es irgendwie vernünftig weitergehen sollte.
Großmäulige Phrasen und andauernder Terror gegen alles, was jüdisch/israelisch ist.
2.
Phase:“Pallywood“
Israelische Gegenwehr trifft auf Frauen und Kinder. Die großmäuligen Terrorführer verstecken sich in Bunkern.
3.
Phase:“Waffenstillstandsangebot – blame the Jews“
Die Terrorführer ähh.. Palästinenservertreter tauchen wieder auf und bieten eine Waffenruhe an. Scheitert diese Waffenruhe an unzumutbaren Forderungen der Palästinenservertreter, ist natürlich das „aggressive“ Israel schuld.
Kommt die Waffenruhe zustande, wird fleißig wieder aufgerüstet, bis zur nächsten Runde…
ich bleibe Ihnen kritisch verbunden nicht, nicht nur weil ich glaube, so zu verhindern, daß aus ihrem Blog ein politischer Stammtisch wird, auch wenn ich Ihnen neben allen anderem, nun auch noch Humor unterstellen muß (mit Krippe im Bett = ein Tässchen Tee für Joseph; Sie kennen Wiglaf Droste)
Da ich nie aus, aber jeden Tag neu dazu lerne (ich weiß, nicht, wie ihre Bilanz da aussieht) habe ich mich auch intensiver mit der Hamas beschäftigt.
Vieles war mir schon bekannt. Das sie aber auch noch die “WELTHERRSCHAFT” beansprucht, war mir wirklich neu.
Ich habe nicht nur an preussischem Militarismus und Junkertum denken müssen, sondern zu erst mal:
AUH WEIA und an “Pinky & Brain”.
Eigentlich müßten alle Staffeln in den Kinos von Gaza laufen, wenn die Hamas nicht alle geschlossen hätte und ich nicht weiß, ob die nach den letzten Tagen, nicht sowieso nur noch Schutt und Asche sind.
Auch die Amerikaner haben sich in Teilen Deutschlands nach dem 2.Weltkrieg Gedanken gemacht und umgesetzt.
Nicht erfolglos, wie Sie mir zustimmen werden.
Gibt es solche Gedanken auch auf israelischer Seite, selbst wenn ich nur in der Analogie von Sieger/Besiegte und Verantwortung bleibe?
Braucht es für den Frieden nicht eben doch mehr, als die Feuerkraft einer Armee?
Wäre schon, wenn nicht nur (wie Sie sagen: “Pipi-Kaka-Pupsi”) kommt, weil ich meine Zeit auch und unter anderem für z.B. Leserbriefe an die “Junge Welt” brauche.
Der mußte ich gestern schreiben, ob sich der Autor des Artikels “Israel braucht Hamas” vielleicht von den sogenannten “Weisen von Zion” inspirieren hat lassen oder am Ende glaubt, daß Israel selbst die Raketen an die Hamas geliefert hat. (AUH WEIA!)
Dummheit und Ignoranz sind leider kein etnisches oder regionales Problem, sondern wie Terrorismus und Krieg, weltweit verbreitet.
sehr schöne Zusammenfassung. Und das mit den Leserbriefen an die Junge Welt ist zwar löblich, aber da ich mir die heutige Ausgabe angetan habe (teilweise auch online lesbar) bezweifele ich doch sehr stark, ob sie bei diesen Rotfaschisten wirklich etwas erreichen können…
Ich habe heute etwas über die mangelnde Selbstkritikfähigkeit der Palästinenser in meinem Blog geschrieben. Dazu passt auch sehr schön der Kommentar von Apokryphe, denn es ist schon ab zu sehen, wie das Ganze weiter geht.
Wer die charta der hamas liest, sieht, dass sie sehr wohl die Weltherrschaft anstrebt. http://www.mideastweb.org/hamas.htm
Und zwar mit allen Mitteln. (Kinderkriegen was das Zeug hält ist nur eines davon, und nicht das Sinnloseste…)
Der Kriegsverbrecher und Ausslöser ist die Hamas.
Genausowenig, daß Israel nie unschuldige Zivilisten töten wollte und ehrlich bedauert.
Aber reicht das als Rechtfertigung und ging es nur so?
[...] Among Mosques And Schools Karikatur auf Spirit of Entebbe, 16.01.09, die wahre Bedeutung der Abkürzung für “Hamas” auf Deutsch: Versteckt sich unter (zwischen) [...]
super abkuerzung, gleich weiterverbreitet
an meinen vorredner (alex?)
da die israelis ja Frieden wollen, aber nicht bekommen, weil die andere seite die juden alle tot sehen moechte, bleibt ihnen nur eins: Ruhe schaffen, und sehen wie es weitergeht.
die Offensive jetzt abzubrechen, so kurz vorm ziel, halte ich fuer bedauerlich.
andererseits wurde von anfang an (leider nicht laut genug) gesagt, dass das ziel nicht ist, die hamas zu eliminieren, sondern nur den teil von ihr der der Israelis toetet.
im strip muessen die jungs selber sehn wer sie regiert.
@ Lesekundig Wer die charta der hamas liest, sieht, dass sie sehr wohl die Weltherrschaft anstrebt.
Nein, die Hamas selbst strebt nicht die Weltherrschaft an, sondern, wie ich gerade las, kämpft für den weltweiten Sieg des Islams:
Erklärtes politisches Nahziel der Hamas ist die Vernichtung Israels: „Israel wird so lange existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat“, heißt es zu Beginn der 1988 veröffentlichten, jedermann zugänglichen Charta der Hamas (www.mideastweb.org/hamas.htm) unter Berufung auf einen „Märtyrer des wahren Glaubens“, den Imam Hassan al-Banna, „möge Allah ihn segnen“. Die Hamas leitet alle ihre politischen Ziele aus Koranstellen und anderen islamisch-religiösen Quellen her. Die Charta der Hamas ist ein bemerkenswertes Dokument der Offenheit in unseren Tagen geschickter Verschleierung der Ziele des islamischen Dschihad.
Über die Vernichtung Israels hinaus bemüht sich die Hamas um die weltweite Verfolgung von Juden und Christen, da diese dem Propheten nicht geglaubt und damit ihren Schutz durch Allah verwirkt hätten: „Unterwerfung ist ihr Los … Sie haben Allahs Zorn auf sich geladen und wurden verworfen, weil sie Allahs Zeichen leugneten, zu Unrecht die Propheten töteten, den Gehorsam verweigerten und sündigten“ (Koran, Sure 3, Vers 110 ff.). Mit Juden und Christen könne es daher grundsätzlich kein Einverständnis geben (Sure 2, Vers 120).
Das biblische Land ist für die Hamas ein islamisches Erbgut, ein unveräußerliches „Gut der toten Hand“ (wakf), von dem keine Handbreit an „Ungläubige“ abgetreten werden darf. „In dieser Hinsicht ist es wie jedes Land, das die Muslime mit Gewalt erobert haben, weil die Muslime es durch diese Eroberung heiligten“ (Charta der Hamas, Artikel 11). Da heute Teile dieses Landes von „Ungläubigen“ bewohnt werden, ist „der Befreiungskampf die persönliche Pflicht eines jeden Muslims“ (Artikel 14). Wer sich dieser Pflicht entzieht und nicht bereit ist zu kämpfen, wird von Allah bestraft, wozu Artikel 13 einen Hadith-Spruch zitiert: „Die Heuchler … treffe Leid und Verzweiflung.“ http://www.merkur.de/2009_03_Raketen_im_Namen.32156.0.html?&no_cache=1
Da fragt man sich, kann es mit der Hamas Frieden geben? Als Optimist sage ich nein.
Ich denke, es war ein großer Fehler nicht immer wieder die BEREITSCHAFT zum Gespräch zu zeigen. Schon lange vorher. Wie die augesehen hätten, weiß niemand, weil es nicht gemacht wurde.
Israel muß es aber tun, weil es kein Mopp, sondern eine Zivilgesellschaft ist. Auch in Verantwortung der Menschen, die die Hamas benutzt.
So hat sich Israel genau genommen auf die “Spielregeln” der Hamas eingelassen, ebend: völlige Ablehnung.
Die Möglichkeit des Angebotes (für die Einhaltung der letzten Feuerpause und der Verlängerung) das Embargo zu lockern, wäre ein ein möglicher Schritt gewesen und in meinen Augen sogar Pflicht.
So hat man einfach nur gewartet was passiert und ist damit auch mitverantwortlich, für alles was in den letzten Wochen geschehen ist!
Wenn du den Ursprung von Purim kennst, wirst du wissen, wie der neue Haman heißt.
Dem gießt man so das Bei. In Hass und Geifer.
Die Möglichkeit des Angebotes (für die Einhaltung der letzten Feuerpause und der Verlängerung) das Embargo zu lockern, wäre ein ein möglicher Schritt gewesen und in meinen Augen sogar Pflicht.
So hat man einfach nur gewartet was passiert und ist damit auch mitverantwortlich, für alles was in den letzten Wochen geschehen ist!
Wenn du den Ursprung von Purim kennst, wirst du wissen, wie der neue Haman heißt.
Dem gießt man so das Blei. In Hass und Geifer.
ja, ich wusste, dass ihr schonmal was ueber den hattet.
in letzter zeit ist er allerdings zu einer neuen hoechstform aufgelaufen.
ich finde diesen typen insofern gefaehrlich, als er – und das tut er gar nicht schlecht – sich objektiv gibt und aber es nicht ist.
fakten wissen, insb wenn es um islamische geschichte geht gleich null.
salafiya haelt er eher fuer eine chumus sorte als fuer ein denkweise.
ich finde solche typen am gefaehrlichsten. er gibt sich moderat und hetzt doch nur gegen israel und die westliche welt.
Falls es immer noch nicht eindeutig genug ist: für seinen Hass und seinen Geifer.
Und der ist der schlimmste und gefährlichste von allen.
Gruppen, die die benutzen für die sie angeblich eintreten und ihren Tod kalkulieren, wie die Hamas, sind für mich auch keine “Freiheitskämpfer”.
Das Embargo zu Lockern ist die Pflicht der AEGYPTER, waehrend die Israelis die Pflicht haben, Ihre eigenen Buerger zu schuetzen.
sprich: keine leute mit C4guerteln und naegeln in den taschen aus Gaza rauslassen, auf dass in Telaviv die naechste pizzeria “befreit” wird
Die Hamas steckt in der Klemme. Entweder hat sie vorzeigbare Erfolge im Terror gegen Israel (z.B. durch das Erzwingen der Öffnung der Grenzen um die Selbstmordanschläge durchführen zu können), oder ist sie bald eine Splitterterrorgruppe.Eine unter vielen. Wer glaubt, dass sich die Gaza-Bevölkerung durch die Israeloffensive weiter in die Arme von der Hamas treiben läßt, der halluziniert. Nicht alle Palästinenser sind fanatische Jihad Krieger. Nicht alle sind HAMASS Anhänger. Viele wollen nur in Ruhe in Gaza leben und nur annähernd solchen Lebenstandard und Freiheiten haben wie die Israelis. Das sind die Wünschen von Araber in Gazastreifen. Und sie erkennen, dass mit HAMASS sind diese Ziele nicht zu erreichen. Da können sie zu Tausenden sterben, aber dadurch ändert sich ihre Lage nicht in geringsten. Die Gazaner müssen erkennen, dass die HAMASS keine Lösung ihrer Probleme ist, sonder ein Kern ihres Problems.
Wer 50 Minuten Zeit hat, kann sich genauer über Hamas informieren. Wie sagen die Bildjournalisten?
Ein Bild sagt mehr als 100 Wörter:
Was will die Hamas?
Von Helga Baumgarten, Jerusalem
Das Ziel der palästinensischen Muslimbrüder sei es, Furcht und Gewalt zu verbreiten, sagt Israel. So einfach ist das nicht. Die Hamas wäre bereit, politische Verantwortung zu übernehmen – wenn man sie liesse.
Welche Ziele verfolgt die Hamas mit dem Abschuss ihrer Kassamraketen? Sind sie politischer Natur, oder geht es um eine rein militärische Strategie? Oder will die Hamas, wie Israel behauptet, einzig und alleine Terror verbreiten?
Kurzfristig – und vor dem Hintergrund der dramatischen Lage für die Bevölkerung – geht es der Hamas vor allem um eines: Sie will die Abriegelung des Gazastreifens beenden und eine dauerhafte Öffnung der Grenzübergänge erreichen. Dies war für die Hamas im Juni 2008 die entscheidende Bedingung, um einer Waffenruhe zuzustimmen.
Die Menschen im Gazastreifen leben seit dem Wahlsieg der Hamas vom Januar 2006 unter einem sich stetig verschärfenden Boykott seitens des Westens. Dieser wird flankiert von mehreren arabischen Staaten, allen voran von Ägypten und seit Beginn des innerpalästinensischen Konflikts zwischen der Fatah und der Hamas im Juni 2007 sogar vom Fatah-Regime von Präsident Mahmud Abbas in Ramallah. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über fünfzig Prozent, die Stromversorgung ist weitgehend zusammengebrochen, und es mangelt selbst an der rudimentärsten medizinischen Versorgung. Die Liste liesse sich beinahe unendlich verlängern. Schon vor dem Beginn des Krieges stand die Bevölkerung im Gazastreifen kurz vor dem Abgrund.
Die Eingeständnisse der Hamas
Die Hamas hatte seit ihrer Regierungsübernahme im März 2006 mit allen politischen und diplomatischen Mitteln versucht, den Boykott zu beenden. Zuletzt mit einer Regierung der nationalen Einheit im Anschluss an das Mekka-Abkommen vom März 2007, das Saudi-Arabien gemeinsam mit der Hamas und der Fatah ausgehandelt hatte. Nach dem Zusammenbruch dieser Regierung hat sich die Hamas zusehends in Richtung Widerstand bewegt, da ihr eine aktive und relevante Rolle in Politik und Diplomatie verwehrt wurde – von der Fatah, von der israelischen Besatzungsmacht, von den regionalen Nachbarn sowie von der internationalen Gemeinschaft. Nur Widerstand, so die Argumentation der Hamas, kann nun aus dieser Sackgasse führen. Und dieser ist vor dem Hintergrund der gescheiterten Politik klar militärisch definiert.
Gleichzeitig war die Hamas jedoch immer wieder bereit, das Experiment einer Waffenruhe einzugehen – im Interesse der Grenzöffnung, der Menschen in Gaza und in der Hoffnung, doch noch politisch anerkannt zu werden. Die letzte Ruhepause endete im Dezember – wieder ohne die Grenzöffnung oder andere Zugeständnisse von Israel erreicht zu haben.
Was kann eine Widerstandsorganisation im verelendeten Gazastreifen gegen die grösste Militärmacht im Nahen Osten erreichen? Ist es nicht selbstmörderisch, es mit einer regionalen Grossmacht aufzunehmen? Sollte eine Widerstandsbewegung die Besatzungsmacht nicht eher an deren Schwachstellen angreifen, etwa durch gewaltlose Massenmobilisierung und Massenwiderstand?
Das Vorbild der Hisbollah
Die Hamas antwortet mit dem Beispiel der Hisbollah im Libanon. Dort, so die Hamas, hat die Hisbollah die israelische Besatzungsarmee durch ihren Guerillakampf in die Knie gezwungen, sodass dieser nichts mehr anderes übrig blieb, als bei Nacht und Nebel abzuziehen. Seitdem habe die Hisbollah versucht, eine Art Gleichgewicht des Schreckens aufrechtzuerhalten. Ein Gleichgewicht des Schreckens bedeutet, dass sich Israel bewusst ist, dass die Angriffe der Hisbollah «wehtun» können, ebenso wie Israel der Hisbollah «wehtun» kann. Dies hat bis 2006 funktioniert, als, so die Deutung von Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah, die israelische Seite die Spielregeln brach und auf einen lokal beschränkten Hisbollah-Angriff gegen eine israelische Patrouille mit einem Krieg gegen den Libanon antwortete.
Was also will die Hamas mit ihren Kassamgeschossen erreichen? Offensichtlich will sie Israel deutlich machen, dass sie Israel «wehtun» kann, und zwar dort, wo Israel am empfindlichsten ist, nämlich im Innern des Landes – im freien Feld, am Rande einer Stadt oder eines Dorfes bis hin zu den südisraelischen Grossstädten Aschdod, Aschkelon und zuletzt auch Beer Scheva (dem ehemals palästinensischen Bir as-Saba).
Die gescheiterte Politik soll also durch militärischen Druck ersetzt werden, um politische Ziele zu erreichen. Das Ziel bleibt dasselbe, wie die Hamas in immer neuen Verlautbarungen verkündet (zuletzt vom Chef des Politbüros Chaled Maschal am Tag vor der Aufnahme des Bodenkrieges durch die israelische Armee): eine Waffenruhe und die permanente Öffnung des Gazastreifens.
In der Theorie klingt das alles sehr schön. Doch zeigt nicht gerade der aktuelle Krieg, in dem die israelische Armee den Gazastreifen regelrecht in Schutt und Asche bombt und gnadenlos Männer, Frauen und immer wieder Kinder massakriert, dass die Hamas hier eine völlig verfehlte Strategie verfolgt?
Albtraum Friedensprozess
Die Antwort der Hamas ist Nein. Sie argumentiert, dass ihr die israelische Besatzung keine Alternative lässt und verweist zudem auf die Verhandlungsstrategie von Abbas’ Regierung in Ramallah. Israel hat Abbas bis heute nicht die geringsten politischen Zugeständnisse gemacht. Die Siedlungen im Westjordanland werden ausgebaut, die Mauer reicht tief ins palästinensische Westjordanland, beraubt die PalästinenserInnen um Hunderte von Quadratkilometern und schliesst gleichzeitig zahllose Dörfer an der Grenze von ihrer Umgebung ab und verwandelt sie in «Gefängnisgemeinden». In Ostjerusalem werden die jüdischen Enklaven mitten in palästinensischen Wohngebieten ausgeweitet und PalästinenserInnen aus ihren Häusern vertrieben. Und auch hier kann die Liste beinahe endlos erweitert werden. Eine politische Lösung ist nirgends in Sicht.
Damit ist der Osloer Friedensverhandlungsprozess für die PalästinenserInnen zu einem regelrechten Albtraum geworden – und ganz sicher nicht zum Ausgangspunkt für den Aufbau eines unabhängigen palästinensischen Staates.
Auf die Forderung nach einem gewaltlosen Massenwiderstand verweist die Hamas auf die erste Intifada Ende der achtziger Jahre, in der sie zusammen mit der Fatah und allen anderen PLO-Organisationen einen gewaltlosen Aufstand gegen die Besatzung angeführt hatte, der unter der Führung von Jitzhak Rabin von der israelischen Armee brutal niedergeschlagen wurde.
Es gibt nur eine Option
Wie kann also die israelische Besatzung beendet werden, die letztendlich die Ursache für die Gewalt und für das Elend in Gaza ist? Für die Hamas ist klar: Der Widerstand muss ausgebaut werden, um der von Israel ausgeübten Gewalt entgegenzutreten. Die Vergangenheit seit der ersten Intifada hat gezeigt, dass das palästinensische Gewaltpotenzial grösser geworden ist und dass die palästinensischen Guerillakämpfer «professioneller» geworden sind. Dies ist eine Konsequenz der Tatsache, dass ihr die politischen Optionen seit je verwehrt wurden.
Doch wie kann nun diese Gewaltspirale durchbrochen werden, und was kann die Hamas dazu beitragen? Trotz allen Beharrens auf dem Recht und der Notwendigkeit auf Widerstand hält die Hamas-Führung – sowohl in Gaza als auch in der Diaspora – an der Option der Politik fest. Ihre Umsetzung setzt jedoch voraus, dass die Hamas von der israelischen Besatzungsmacht wie auch von den regionalen Mächten und den Mitgliedern des Nahostquartetts (Uno, USA, EU und Russland) als politische Kraft ernst genommen und anerkannt wird. Und zwar als gleichberechtigte Verhandlungspartnerin, die ein Mandat hat, das ihr durch eine freie und demokratische Wahl erteilt wurde.
Der Krieg, der seit dem 27. Dezember den Gazastreifen mit immer schrecklicherer Gewalt überzieht, droht diese politische Option zunichte zu machen. Nur ein Waffenstillstand mit der gleichzeitigen permanenten Öffnung des Gazastreifens kann der politischen Option eine letzte Chance geben. Am Ende dieses neuen politischen Prozesses muss jedoch das Ende der israelischen Besatzung stehen. Und an diesem Prozess müssen alle palästinensischen politischen Kräfte beteiligt sein, von der Fatah bis hin zur Hamas. Die Alternative wäre eine endlose Spirale von Gewalt, die sich bald nicht mehr auf die besetzten palästinensischen Gebiete begrenzen liesse.
Helga Baumgarten lebt in Ostjerusalem und lehrt Politologie an der palästinensischen Universität Bir Seit. Zuletzt erschien von ihr das Buch «Hamas. Der politische Islam in Palästina». Diederichs Verlag. München 2006.
Warum endete die Waffenruhe?
Die Frist der Tahdia, der Waffenruhe zwischen dem Staat Israel und der «entlassenen» Hamas-Regierung im Gazastreifen, lief nach sechsmonatiger Dauer rein formal im Dezember ab. Noch in den letzten Wochen der relativen Ruhe hatte die Hamas deutlich gemacht, dass man die Waffenruhe nicht erneuern wolle. Der Grund dafür war einfach: Israel hatte seinen Teil der Verpflichtungen nicht eingehalten und die Abriegelung des Gazastreifens nicht aufgehoben.
Und nicht nur das: Bereits Anfang November hatte Israel die schwerste Verletzung der Waffenruhe begangen, als seine Armee eine militärische Operation bei Deir al-Balah im Gazastreifen unternahm und dabei sechs Hamas-Militante tötete und ein Haus zerstörte. Die Hamas antwortete mit einem regelrechten Hagel ihrer selbst gebastelten Kassamraketen auf die israelischen Gebiete westlich und nördlich von Gaza – genau auf jene Gegend, aus der die meisten der heutigen BewohnerInnen Gazas zwischen 1948 und 1950 vertrieben worden waren. Seit diesen Angriffen ist der Gazastreifen hermetisch abgeriegelt. Am 27. Dezember begann schliesslich der israelische Krieg gegen Gaza und seine eineinhalb Millionen BewohnerInnen.
Eine dieser Karikaturen, die man nie in einer deutschsprachigen Zeitung sieht.
BTW, ist es nicht langsam an der Zeit, mal die gute Seite wieder zu kommentieren? So wie das aussieht, sind die selbstgebastelten Tavors zum ersten mal groß in action, und manche selbstgebastelte Merkavas haben die neuen selbstgebastelten anti-tank Abwehrsysteme drauf.
[...] Wofür HAMAS wirklich steht Copyright: Steve Breen/San Diego Union Tribune [...]
Beim ersten Hinsehen ist mir der Titel gar nicht uafgefallen.
Ja, das passt.
————–
btw: interessant übrigens, dass man im Westjordanland mucksmäuschenstill ist.
Ich bin mir sicher, dass die auf die völlige Aufreibung der Hamas hoffen.
Danach müsste allerdings die Auflösung der al-Aksa-Märtyrer-Brigaden (jetzt Yassir-Arafat-Märtyrer-Brigaden) folgen, wenn es irgendwie vernünftig weitergehen sollte.
Drei Phasen eines typischen Nahostkonflikts
1.
Phase: „tötet die Juden – Death to all Juice“
Großmäulige Phrasen und andauernder Terror gegen alles, was jüdisch/israelisch ist.
2.
Phase:“Pallywood“
Israelische Gegenwehr trifft auf Frauen und Kinder. Die großmäuligen Terrorführer verstecken sich in Bunkern.
3.
Phase:“Waffenstillstandsangebot – blame the Jews“
Die Terrorführer ähh.. Palästinenservertreter tauchen wieder auf und bieten eine Waffenruhe an. Scheitert diese Waffenruhe an unzumutbaren Forderungen der Palästinenservertreter, ist natürlich das „aggressive“ Israel schuld.
Kommt die Waffenruhe zustande, wird fleißig wieder aufgerüstet, bis zur nächsten Runde…
Herr Casula,
ich bleibe Ihnen kritisch verbunden nicht, nicht nur weil ich glaube, so zu verhindern, daß aus ihrem Blog ein politischer Stammtisch wird, auch wenn ich Ihnen neben allen anderem, nun auch noch Humor unterstellen muß (mit Krippe im Bett = ein Tässchen Tee für Joseph; Sie kennen Wiglaf Droste)
Da ich nie aus, aber jeden Tag neu dazu lerne (ich weiß, nicht, wie ihre Bilanz da aussieht) habe ich mich auch intensiver mit der Hamas beschäftigt.
Vieles war mir schon bekannt. Das sie aber auch noch die “WELTHERRSCHAFT” beansprucht, war mir wirklich neu.
Ich habe nicht nur an preussischem Militarismus und Junkertum denken müssen, sondern zu erst mal:
AUH WEIA und an “Pinky & Brain”.
Eigentlich müßten alle Staffeln in den Kinos von Gaza laufen, wenn die Hamas nicht alle geschlossen hätte und ich nicht weiß, ob die nach den letzten Tagen, nicht sowieso nur noch Schutt und Asche sind.
Auch die Amerikaner haben sich in Teilen Deutschlands nach dem 2.Weltkrieg Gedanken gemacht und umgesetzt.
Nicht erfolglos, wie Sie mir zustimmen werden.
Gibt es solche Gedanken auch auf israelischer Seite, selbst wenn ich nur in der Analogie von Sieger/Besiegte und Verantwortung bleibe?
Braucht es für den Frieden nicht eben doch mehr, als die Feuerkraft einer Armee?
Wäre schon, wenn nicht nur (wie Sie sagen: “Pipi-Kaka-Pupsi”) kommt, weil ich meine Zeit auch und unter anderem für z.B. Leserbriefe an die “Junge Welt” brauche.
Der mußte ich gestern schreiben, ob sich der Autor des Artikels “Israel braucht Hamas” vielleicht von den sogenannten “Weisen von Zion” inspirieren hat lassen oder am Ende glaubt, daß Israel selbst die Raketen an die Hamas geliefert hat. (AUH WEIA!)
Dummheit und Ignoranz sind leider kein etnisches oder regionales Problem, sondern wie Terrorismus und Krieg, weltweit verbreitet.
Nabend. Hab da auch einen. Haben Sie Ihren auch von townhall.com? Der hier ist auch nicht schlecht!
wie treffend
@alex:
Interessante Informationen zur Hamas finden sie z.B. hier:
http://www.merkur.de/2009_03_Raketen_im_Namen.32156.0.html?&no_cache=1
sehr schöne Zusammenfassung. Und das mit den Leserbriefen an die Junge Welt ist zwar löblich, aber da ich mir die heutige Ausgabe angetan habe (teilweise auch online lesbar) bezweifele ich doch sehr stark, ob sie bei diesen Rotfaschisten wirklich etwas erreichen können…
Ich habe heute etwas über die mangelnde Selbstkritikfähigkeit der Palästinenser in meinem Blog geschrieben. Dazu passt auch sehr schön der Kommentar von Apokryphe, denn es ist schon ab zu sehen, wie das Ganze weiter geht.
http://paradiesstaub.wordpress.com/2009/01/17/mangel-an-selbstkritik/
Wer die charta der hamas liest, sieht, dass sie sehr wohl die Weltherrschaft anstrebt. http://www.mideastweb.org/hamas.htm
Und zwar mit allen Mitteln. (Kinderkriegen was das Zeug hält ist nur eines davon, und nicht das Sinnloseste…)
Die Darstellung trifft ohne jede Frage zu. Das bestreitet die Hamas nicht mal selbst, sondern ist “stolz” darauf.
http://www.pi-news.net/2009/01/frauen-und-kinder-schutzschilder-der-hamas/
Der Kriegsverbrecher und Ausslöser ist die Hamas.
Genausowenig, daß Israel nie unschuldige Zivilisten töten wollte und ehrlich bedauert.
Aber reicht das als Rechtfertigung und ging es nur so?
[...] Among Mosques And Schools Karikatur auf Spirit of Entebbe, 16.01.09, die wahre Bedeutung der Abkürzung für “Hamas” auf Deutsch: Versteckt sich unter (zwischen) [...]
[...] (Via Heplev gefunden bei Spirit of Entebbe) [...]
super abkuerzung, gleich weiterverbreitet
an meinen vorredner (alex?)
da die israelis ja Frieden wollen, aber nicht bekommen, weil die andere seite die juden alle tot sehen moechte, bleibt ihnen nur eins: Ruhe schaffen, und sehen wie es weitergeht.
die Offensive jetzt abzubrechen, so kurz vorm ziel, halte ich fuer bedauerlich.
andererseits wurde von anfang an (leider nicht laut genug) gesagt, dass das ziel nicht ist, die hamas zu eliminieren, sondern nur den teil von ihr der der Israelis toetet.
im strip muessen die jungs selber sehn wer sie regiert.
@ Lesekundig
Wer die charta der hamas liest, sieht, dass sie sehr wohl die Weltherrschaft anstrebt.
Nein, die Hamas selbst strebt nicht die Weltherrschaft an, sondern, wie ich gerade las, kämpft für den weltweiten Sieg des Islams:
Erklärtes politisches Nahziel der Hamas ist die Vernichtung Israels: „Israel wird so lange existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat“, heißt es zu Beginn der 1988 veröffentlichten, jedermann zugänglichen Charta der Hamas (www.mideastweb.org/hamas.htm) unter Berufung auf einen „Märtyrer des wahren Glaubens“, den Imam Hassan al-Banna, „möge Allah ihn segnen“. Die Hamas leitet alle ihre politischen Ziele aus Koranstellen und anderen islamisch-religiösen Quellen her. Die Charta der Hamas ist ein bemerkenswertes Dokument der Offenheit in unseren Tagen geschickter Verschleierung der Ziele des islamischen Dschihad.
Über die Vernichtung Israels hinaus bemüht sich die Hamas um die weltweite Verfolgung von Juden und Christen, da diese dem Propheten nicht geglaubt und damit ihren Schutz durch Allah verwirkt hätten: „Unterwerfung ist ihr Los … Sie haben Allahs Zorn auf sich geladen und wurden verworfen, weil sie Allahs Zeichen leugneten, zu Unrecht die Propheten töteten, den Gehorsam verweigerten und sündigten“ (Koran, Sure 3, Vers 110 ff.). Mit Juden und Christen könne es daher grundsätzlich kein Einverständnis geben (Sure 2, Vers 120).
Das biblische Land ist für die Hamas ein islamisches Erbgut, ein unveräußerliches „Gut der toten Hand“ (wakf), von dem keine Handbreit an „Ungläubige“ abgetreten werden darf. „In dieser Hinsicht ist es wie jedes Land, das die Muslime mit Gewalt erobert haben, weil die Muslime es durch diese Eroberung heiligten“ (Charta der Hamas, Artikel 11). Da heute Teile dieses Landes von „Ungläubigen“ bewohnt werden, ist „der Befreiungskampf die persönliche Pflicht eines jeden Muslims“ (Artikel 14). Wer sich dieser Pflicht entzieht und nicht bereit ist zu kämpfen, wird von Allah bestraft, wozu Artikel 13 einen Hadith-Spruch zitiert: „Die Heuchler … treffe Leid und Verzweiflung.“
http://www.merkur.de/2009_03_Raketen_im_Namen.32156.0.html?&no_cache=1
Da fragt man sich, kann es mit der Hamas Frieden geben? Als Optimist sage ich nein.
@ willow
Danke für den Link!
@ willow
Danke für den Link
@ NEB
Ich denke, es war ein großer Fehler nicht immer wieder die BEREITSCHAFT zum Gespräch zu zeigen. Schon lange vorher. Wie die augesehen hätten, weiß niemand, weil es nicht gemacht wurde.
Israel muß es aber tun, weil es kein Mopp, sondern eine Zivilgesellschaft ist. Auch in Verantwortung der Menschen, die die Hamas benutzt.
So hat sich Israel genau genommen auf die “Spielregeln” der Hamas eingelassen, ebend: völlige Ablehnung.
@ NEB
Als Nachtrag zu meinem letzten Kommenter:
Die Möglichkeit des Angebotes (für die Einhaltung der letzten Feuerpause und der Verlängerung) das Embargo zu lockern, wäre ein ein möglicher Schritt gewesen und in meinen Augen sogar Pflicht.
So hat man einfach nur gewartet was passiert und ist damit auch mitverantwortlich, für alles was in den letzten Wochen geschehen ist!
Wenn du den Ursprung von Purim kennst, wirst du wissen, wie der neue Haman heißt.
Dem gießt man so das Bei. In Hass und Geifer.
@ NEB
Als Nachtrag zu meinem letzten Kommenter:
Die Möglichkeit des Angebotes (für die Einhaltung der letzten Feuerpause und der Verlängerung) das Embargo zu lockern, wäre ein ein möglicher Schritt gewesen und in meinen Augen sogar Pflicht.
So hat man einfach nur gewartet was passiert und ist damit auch mitverantwortlich, für alles was in den letzten Wochen geschehen ist!
Wenn du den Ursprung von Purim kennst, wirst du wissen, wie der neue Haman heißt.
Dem gießt man so das Blei. In Hass und Geifer.
waere schoen, mal auf diesen giftspritzer aufmerksam zu machen, vllt führt das zu ein bisschen gegenwind:
andremarty.com/
nb: das ist der nahostkorrespondent des schweizer fernsehen, der in seiner freizeit gegen israel bloggt.
@eyn shem
http://spiritofentebbe.wordpress.com/2008/02/05/der-korrespondentenflusterer/
http://spiritofentebbe.wordpress.com/2008/02/25/die-ohne-maulkorb-reden/
@ namenloser
Antworte oder fahr weiter Rhetorik(kinder)karusell.
Immer schon im Kreis.
ja, ich wusste, dass ihr schonmal was ueber den hattet.
in letzter zeit ist er allerdings zu einer neuen hoechstform aufgelaufen.
ich finde diesen typen insofern gefaehrlich, als er – und das tut er gar nicht schlecht – sich objektiv gibt und aber es nicht ist.
fakten wissen, insb wenn es um islamische geschichte geht gleich null.
salafiya haelt er eher fuer eine chumus sorte als fuer ein denkweise.
ich finde solche typen am gefaehrlichsten. er gibt sich moderat und hetzt doch nur gegen israel und die westliche welt.
Wirklich gut diese Karikatur! Besser hätte man es nicht formulieren können. Kol haKawod!
@alex
meinst du mich?
worauf antworten?
Das Blei gießen: FÜR Hass und Geifer.
War vielleicht mißverständlich ausgedrückt.
Alles andere meinte ich genauso, wie es da steht.
Und nicht anders.
Falls es immer noch nicht eindeutig genug ist: für seinen Hass und seinen Geifer.
Und der ist der schlimmste und gefährlichste von allen.
Gruppen, die die benutzen für die sie angeblich eintreten und ihren Tod kalkulieren, wie die Hamas, sind für mich auch keine “Freiheitskämpfer”.
Das Embargo zu Lockern ist die Pflicht der AEGYPTER, waehrend die Israelis die Pflicht haben, Ihre eigenen Buerger zu schuetzen.
sprich: keine leute mit C4guerteln und naegeln in den taschen aus Gaza rauslassen, auf dass in Telaviv die naechste pizzeria “befreit” wird
Die Hamas steckt in der Klemme. Entweder hat sie vorzeigbare Erfolge im Terror gegen Israel (z.B. durch das Erzwingen der Öffnung der Grenzen um die Selbstmordanschläge durchführen zu können), oder ist sie bald eine Splitterterrorgruppe.Eine unter vielen. Wer glaubt, dass sich die Gaza-Bevölkerung durch die Israeloffensive weiter in die Arme von der Hamas treiben läßt, der halluziniert. Nicht alle Palästinenser sind fanatische Jihad Krieger. Nicht alle sind HAMASS Anhänger. Viele wollen nur in Ruhe in Gaza leben und nur annähernd solchen Lebenstandard und Freiheiten haben wie die Israelis. Das sind die Wünschen von Araber in Gazastreifen. Und sie erkennen, dass mit HAMASS sind diese Ziele nicht zu erreichen. Da können sie zu Tausenden sterben, aber dadurch ändert sich ihre Lage nicht in geringsten. Die Gazaner müssen erkennen, dass die HAMASS keine Lösung ihrer Probleme ist, sonder ein Kern ihres Problems.
Wer 50 Minuten Zeit hat, kann sich genauer über Hamas informieren. Wie sagen die Bildjournalisten?
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http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2411828,scheduleId=2374086.html
wie wär’s mal mit etwas Sachlichkeit ?
Was will die Hamas?
Von Helga Baumgarten, Jerusalem
Das Ziel der palästinensischen Muslimbrüder sei es, Furcht und Gewalt zu verbreiten, sagt Israel. So einfach ist das nicht. Die Hamas wäre bereit, politische Verantwortung zu übernehmen – wenn man sie liesse.
Welche Ziele verfolgt die Hamas mit dem Abschuss ihrer Kassamraketen? Sind sie politischer Natur, oder geht es um eine rein militärische Strategie? Oder will die Hamas, wie Israel behauptet, einzig und alleine Terror verbreiten?
Kurzfristig – und vor dem Hintergrund der dramatischen Lage für die Bevölkerung – geht es der Hamas vor allem um eines: Sie will die Abriegelung des Gazastreifens beenden und eine dauerhafte Öffnung der Grenzübergänge erreichen. Dies war für die Hamas im Juni 2008 die entscheidende Bedingung, um einer Waffenruhe zuzustimmen.
Die Menschen im Gazastreifen leben seit dem Wahlsieg der Hamas vom Januar 2006 unter einem sich stetig verschärfenden Boykott seitens des Westens. Dieser wird flankiert von mehreren arabischen Staaten, allen voran von Ägypten und seit Beginn des innerpalästinensischen Konflikts zwischen der Fatah und der Hamas im Juni 2007 sogar vom Fatah-Regime von Präsident Mahmud Abbas in Ramallah. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über fünfzig Prozent, die Stromversorgung ist weitgehend zusammengebrochen, und es mangelt selbst an der rudimentärsten medizinischen Versorgung. Die Liste liesse sich beinahe unendlich verlängern. Schon vor dem Beginn des Krieges stand die Bevölkerung im Gazastreifen kurz vor dem Abgrund.
Die Eingeständnisse der Hamas
Die Hamas hatte seit ihrer Regierungsübernahme im März 2006 mit allen politischen und diplomatischen Mitteln versucht, den Boykott zu beenden. Zuletzt mit einer Regierung der nationalen Einheit im Anschluss an das Mekka-Abkommen vom März 2007, das Saudi-Arabien gemeinsam mit der Hamas und der Fatah ausgehandelt hatte. Nach dem Zusammenbruch dieser Regierung hat sich die Hamas zusehends in Richtung Widerstand bewegt, da ihr eine aktive und relevante Rolle in Politik und Diplomatie verwehrt wurde – von der Fatah, von der israelischen Besatzungsmacht, von den regionalen Nachbarn sowie von der internationalen Gemeinschaft. Nur Widerstand, so die Argumentation der Hamas, kann nun aus dieser Sackgasse führen. Und dieser ist vor dem Hintergrund der gescheiterten Politik klar militärisch definiert.
Gleichzeitig war die Hamas jedoch immer wieder bereit, das Experiment einer Waffenruhe einzugehen – im Interesse der Grenzöffnung, der Menschen in Gaza und in der Hoffnung, doch noch politisch anerkannt zu werden. Die letzte Ruhepause endete im Dezember – wieder ohne die Grenzöffnung oder andere Zugeständnisse von Israel erreicht zu haben.
Was kann eine Widerstandsorganisation im verelendeten Gazastreifen gegen die grösste Militärmacht im Nahen Osten erreichen? Ist es nicht selbstmörderisch, es mit einer regionalen Grossmacht aufzunehmen? Sollte eine Widerstandsbewegung die Besatzungsmacht nicht eher an deren Schwachstellen angreifen, etwa durch gewaltlose Massenmobilisierung und Massenwiderstand?
Das Vorbild der Hisbollah
Die Hamas antwortet mit dem Beispiel der Hisbollah im Libanon. Dort, so die Hamas, hat die Hisbollah die israelische Besatzungsarmee durch ihren Guerillakampf in die Knie gezwungen, sodass dieser nichts mehr anderes übrig blieb, als bei Nacht und Nebel abzuziehen. Seitdem habe die Hisbollah versucht, eine Art Gleichgewicht des Schreckens aufrechtzuerhalten. Ein Gleichgewicht des Schreckens bedeutet, dass sich Israel bewusst ist, dass die Angriffe der Hisbollah «wehtun» können, ebenso wie Israel der Hisbollah «wehtun» kann. Dies hat bis 2006 funktioniert, als, so die Deutung von Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah, die israelische Seite die Spielregeln brach und auf einen lokal beschränkten Hisbollah-Angriff gegen eine israelische Patrouille mit einem Krieg gegen den Libanon antwortete.
Was also will die Hamas mit ihren Kassamgeschossen erreichen? Offensichtlich will sie Israel deutlich machen, dass sie Israel «wehtun» kann, und zwar dort, wo Israel am empfindlichsten ist, nämlich im Innern des Landes – im freien Feld, am Rande einer Stadt oder eines Dorfes bis hin zu den südisraelischen Grossstädten Aschdod, Aschkelon und zuletzt auch Beer Scheva (dem ehemals palästinensischen Bir as-Saba).
Die gescheiterte Politik soll also durch militärischen Druck ersetzt werden, um politische Ziele zu erreichen. Das Ziel bleibt dasselbe, wie die Hamas in immer neuen Verlautbarungen verkündet (zuletzt vom Chef des Politbüros Chaled Maschal am Tag vor der Aufnahme des Bodenkrieges durch die israelische Armee): eine Waffenruhe und die permanente Öffnung des Gazastreifens.
In der Theorie klingt das alles sehr schön. Doch zeigt nicht gerade der aktuelle Krieg, in dem die israelische Armee den Gazastreifen regelrecht in Schutt und Asche bombt und gnadenlos Männer, Frauen und immer wieder Kinder massakriert, dass die Hamas hier eine völlig verfehlte Strategie verfolgt?
Albtraum Friedensprozess
Die Antwort der Hamas ist Nein. Sie argumentiert, dass ihr die israelische Besatzung keine Alternative lässt und verweist zudem auf die Verhandlungsstrategie von Abbas’ Regierung in Ramallah. Israel hat Abbas bis heute nicht die geringsten politischen Zugeständnisse gemacht. Die Siedlungen im Westjordanland werden ausgebaut, die Mauer reicht tief ins palästinensische Westjordanland, beraubt die PalästinenserInnen um Hunderte von Quadratkilometern und schliesst gleichzeitig zahllose Dörfer an der Grenze von ihrer Umgebung ab und verwandelt sie in «Gefängnisgemeinden». In Ostjerusalem werden die jüdischen Enklaven mitten in palästinensischen Wohngebieten ausgeweitet und PalästinenserInnen aus ihren Häusern vertrieben. Und auch hier kann die Liste beinahe endlos erweitert werden. Eine politische Lösung ist nirgends in Sicht.
Damit ist der Osloer Friedensverhandlungsprozess für die PalästinenserInnen zu einem regelrechten Albtraum geworden – und ganz sicher nicht zum Ausgangspunkt für den Aufbau eines unabhängigen palästinensischen Staates.
Auf die Forderung nach einem gewaltlosen Massenwiderstand verweist die Hamas auf die erste Intifada Ende der achtziger Jahre, in der sie zusammen mit der Fatah und allen anderen PLO-Organisationen einen gewaltlosen Aufstand gegen die Besatzung angeführt hatte, der unter der Führung von Jitzhak Rabin von der israelischen Armee brutal niedergeschlagen wurde.
Es gibt nur eine Option
Wie kann also die israelische Besatzung beendet werden, die letztendlich die Ursache für die Gewalt und für das Elend in Gaza ist? Für die Hamas ist klar: Der Widerstand muss ausgebaut werden, um der von Israel ausgeübten Gewalt entgegenzutreten. Die Vergangenheit seit der ersten Intifada hat gezeigt, dass das palästinensische Gewaltpotenzial grösser geworden ist und dass die palästinensischen Guerillakämpfer «professioneller» geworden sind. Dies ist eine Konsequenz der Tatsache, dass ihr die politischen Optionen seit je verwehrt wurden.
Doch wie kann nun diese Gewaltspirale durchbrochen werden, und was kann die Hamas dazu beitragen? Trotz allen Beharrens auf dem Recht und der Notwendigkeit auf Widerstand hält die Hamas-Führung – sowohl in Gaza als auch in der Diaspora – an der Option der Politik fest. Ihre Umsetzung setzt jedoch voraus, dass die Hamas von der israelischen Besatzungsmacht wie auch von den regionalen Mächten und den Mitgliedern des Nahostquartetts (Uno, USA, EU und Russland) als politische Kraft ernst genommen und anerkannt wird. Und zwar als gleichberechtigte Verhandlungspartnerin, die ein Mandat hat, das ihr durch eine freie und demokratische Wahl erteilt wurde.
Der Krieg, der seit dem 27. Dezember den Gazastreifen mit immer schrecklicherer Gewalt überzieht, droht diese politische Option zunichte zu machen. Nur ein Waffenstillstand mit der gleichzeitigen permanenten Öffnung des Gazastreifens kann der politischen Option eine letzte Chance geben. Am Ende dieses neuen politischen Prozesses muss jedoch das Ende der israelischen Besatzung stehen. Und an diesem Prozess müssen alle palästinensischen politischen Kräfte beteiligt sein, von der Fatah bis hin zur Hamas. Die Alternative wäre eine endlose Spirale von Gewalt, die sich bald nicht mehr auf die besetzten palästinensischen Gebiete begrenzen liesse.
Helga Baumgarten lebt in Ostjerusalem und lehrt Politologie an der palästinensischen Universität Bir Seit. Zuletzt erschien von ihr das Buch «Hamas. Der politische Islam in Palästina». Diederichs Verlag. München 2006.
Warum endete die Waffenruhe?
Die Frist der Tahdia, der Waffenruhe zwischen dem Staat Israel und der «entlassenen» Hamas-Regierung im Gazastreifen, lief nach sechsmonatiger Dauer rein formal im Dezember ab. Noch in den letzten Wochen der relativen Ruhe hatte die Hamas deutlich gemacht, dass man die Waffenruhe nicht erneuern wolle. Der Grund dafür war einfach: Israel hatte seinen Teil der Verpflichtungen nicht eingehalten und die Abriegelung des Gazastreifens nicht aufgehoben.
Und nicht nur das: Bereits Anfang November hatte Israel die schwerste Verletzung der Waffenruhe begangen, als seine Armee eine militärische Operation bei Deir al-Balah im Gazastreifen unternahm und dabei sechs Hamas-Militante tötete und ein Haus zerstörte. Die Hamas antwortete mit einem regelrechten Hagel ihrer selbst gebastelten Kassamraketen auf die israelischen Gebiete westlich und nördlich von Gaza – genau auf jene Gegend, aus der die meisten der heutigen BewohnerInnen Gazas zwischen 1948 und 1950 vertrieben worden waren. Seit diesen Angriffen ist der Gazastreifen hermetisch abgeriegelt. Am 27. Dezember begann schliesslich der israelische Krieg gegen Gaza und seine eineinhalb Millionen BewohnerInnen.
WOZ vom 08.01.2009