Mit Vergleichen ist das immer so eine Sache. In der ZEIT ist schon mal von den “bin Ladens und Netanjahus dieser Welt” die Rede, in antizionistischen Kreisen vergleicht man Gaza gern mal mit dem Warschauer Ghetto (natürlich ohne gleichzusetzen) und SPIEGEL ONLINE fühlt sich angesichts der diplomatischen Verstimmung zwischen Schweden und Israel an den Karikaturenstreit erinnert.
An der Illustration lässt sich sehr deutlich erkennen, was an diesem Vergleich dran ist. Hasserfüllte Demonstrantenfratzen? Aufrufe zum Heiligen Krieg? Verbrannte schwedische Flaggen? Fehlanzeige, natürlich. Aber wer ohne jeden Beweis ernsthaft glaubt, Israelis entnähmen mal eben so Organe von getöteten Palästinensern, obwohl selbst die Familie des angeblichen Opfers bestreitet, so etwas jemals behauptet zu haben (wenngleich sie es jetzt, der Logik der antijüdischen Hetze folgend, für möglich hält), der glaubt auch an eine karikaturenstreitähnliche Reaktion auf eine Schweinerei wie die im Aftonbladet, auch wenn die Israelis vernünftigerweise cool bleiben: Schließlich würde die ekelhafte Lüge sonst nur zum diskussionswürdigen Thema aufgewertet.
Genießen wir stattdessen das Dokument des Hasses:

Die Reaktionen fallen wieder sehr brutal aus von Seiten der israelischen Demonstranten.
Ap. Seite…die Dame in der linken Seite ist ja ganz nett. Da möchten man glatt an der blutrünstigen Demonstration gleich mitmachen.
Auch der Demonstrant am rechten Rand geifert förmlich vor Hass und Wut. Gleich überfällt er wieder einen Palästinenser und reißt ihm das Herz raus…Pfff, so ein Blödsinn. Und überhaupt kein Vergleich zu den marodierenden Massen, die wegen einiger vollkommen harmloser Karikaturen Flaggen verbrennend und “Tod den Ungläubigen” skandierend durch die Straßen zogen. Wie gesagt, die Karikaturen waren harmlos, der Aftonbladet-Artikel dagegen ekelhafteste antisemitische Hetze. Dennoch ist Liebermann eindeutig zu weit gegangen, was der israelischen Sache wenig dienlich ist (andererseits mag sowieso fast niemand die Israelis, und die scheißen dann auch gepflegt, und völlig zurecht, auf das, was der Rest der Welt von ihnen denkt).
Unerträglich auch, wie leichtfertig der ansonsten meist gut und sorgfältig schreibende Malte Lehming im Tagesspiegel sich dem Thema genähert hatte. Der zweite gigantische Aussetzer seit seinem dämlichen Beitrag zu “Gegossenes Blei”:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/auf-den-punkt/Israel;art15890,2881829
Wenigstens wurde ihm in den Kommentaren richtig die Meinung gesagt.
ja unerträglich. Malte Lehming hat nicht verstanden, dass der schwedische Artikel die antisemitische Geschichte des alten “Ritualmords” in neuem Gewand (Organentnahme) zeigt.
Es ist mir ein Rätsel, wie er diesen Artikel mit den Karikaturen über den Terror, den es ja gibt, vergleichen kann.
Mankel, “After”Bladet, Boykott Israels Sportler….
alles in der besten schwedischen Tradition.
Ich will nicht pauschalieren,und die Volksverhetzung ist nicht meine Absicht, aber was ist von so einem “Verhalten” zu halten?
http://www.hagalil.com/archiv/2005/06/schweden.htm
Wie meinte schon der Gagasemit Jostein Gaarder (Sophies Welt) vor einigen Jahren: “Über 2000 Jahre haben wir die Lektionen des Humanismus gepaukt. Aber Israel hört nicht darauf.”
Außerdem fürchtet niemand in Europa israelische Demokraten ohne Erdöl.