Kaum macht man sich den Spaß, die palästinensische Leugnung der jüdischen Geschichte Jerusalems aufs Korn zu nehmen (siehe Fotostory), wirft sich wieder einer das Narrengewand über. Diesmal ist es Sheik Tayseer Rajab Tamimi, oberster islamischer Richter der PA, der ernsthaft meint, weder hätten Juden je in Jerusalem gelebt noch habe irgendwann ein Tempel dort gestanden.
Jerusalem is an Arab and Islamic city and it always has been so.
meint die höchste religiöse Autorität der Autonomiebehörde, dergestalt die mindestens 3000 Jahre alte Geschichte der Stadt auf knappe 1300 verkürzend. Eine, gelinde gesagt, waghalsige Behauptung, pikant vor allem wenn man bedenkt, dass Jerusalem im Koran nicht ein einziges Mal erwähnt wird.
Vor zehn Tagen besuchte ich die alte Zitadelle am Jaffator. Sie steht ungefähr dort, wo sich vor 2000 Jahren der Palast des Herodes erhob. Im Museum zur Stadtgeschichte sah ich nicht zum ersten Mal, wie der Beitrag aller Herrscher über Jerusalem gewürdigt wurde, auch der Mameluken, der Fatimiden, der Ayyubiden, der Osmanen. Juden drückten der Stadt ihren Stempel auf, aber auch Byzantiner, diverse muslimische Regenten, schließlich die Briten. Für Tamimi jedoch, einen Clown aus den Palästinensergebieten (aber einer in Amt und Würden), gilt das alles nichts, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. So hält man es immer wieder in jenen Kreisen: Lügen, ohne rot zu werden. Demnächst werden sie behaupten, die Palästinenser hießen so, weil sie früher in Palästen gewohnt hätten. Man wundere sich über nichts mehr.
Nun ja, das ist nur konsequent: Schliesslich hat der Islam die juedische Geschichte fuer sich gekapert und sieht z.B. Abraham als Moslem an.
Die Christen waren da, das muss man eingestehen, nicht besser: Mit der Erloesung Abrahams & Co aus dem “Limbus der Patriarchen” und der Umdeklarierung aller weiter bekenennder Juden als “Soehne des Teufels” haben sie ebenefalls die Juden theologisch um ihre Geschichte enteignet. Meines Wissens haben erst protestantische Theologen damit Schluss gemacht (immerhin!), bei den Katholiken ist es heute noch herrschende Lehre.
PS: Hiesige Israelkritiker preisen doch andauernd einen “sekulaeren palaestinensischen Staat”. Wie vertraegt sich das mit einem obersten islamischen Richter der PA?
“Lügen, ohne rot zu werden.”
Und das Schlimme an diesen Lügen hat Mark Twain trefflich formuliert:
“Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.”
Shalom
Avram
Mir bleibt irgendwo die Luft weg- obwohl ich schon seit Jahren dieses Phänomen beobachte und kenne. Dass Avraham der erste Moslem ist haut mich mittlerweile nicht mehr um; auch nicht dass Mirjam, Moshes Schwester, die Mutter von Issa (Jesus) sein soll. Aber Aussagen dieser Art -es gab niemals einen Tempel in Jerushalajim- zum kotzen. Dabei hat der Waqf im Jahre 1930 eine Broschüre herausgegeben, dass der Felsendom und die Al Aqsa Moschee auf den Ruinen zweier jüdischer Tempel erbaut wurde. Clown aus den Palästinensergebieten ist der richtige Ausdruck.
Man man man. Manchmal könnte man den Eindruck bekommen, als hätte es eine Aufklärung nicht gegeben. Was spielt es eine Rolle, ob Abraham nun gelebt hat oder nicht? In meinen Augen ist ein Gottesknecht, der bereit ist, seine Hand an seinen Sohn anzulegen, weil irgendein externes Prinzip ihn in seiner Gottesfrömmigkeit prüfen will, damit auch der erste Kreuzritter oder Taliban. Und was spielt es schon eine Rolle, ob es nun einen oder zwei Tempel in Jerusalem tatsächlich gegeben hat? Der salomonische Tempel lässt sich eh in meinen Augen eher gleichnishaft deuten. Und meine Güte: Dass Moses’ Schwester die Mutter von Jesu sein soll (sofern all diese Schwestern und Brüder überhaupt existiert haben sollen), finde ich zumindest überzeugender, als dass eine Maria vom Heiligen Geist – im wahrsten Sinne des Wortes – gevögelt sein sollte.
@ A. Leverkühn
Jemand, der seine Seele an den Teufel verkauft hat, muß wahrscheinlich “von Amts wegen” so reden!
Wenn Moses’ Schwester die Mutter von Jesus gewesen sein soll, dann muß göttliche Hilfe dabei gewesen sein, weil zum Zeitpunkt von Jesus Geburt, die liebe Schwester etwa 10 Mal so alt wie Methusalem hätte sein müssen und wir wollen doch wohl den armen Josef nicht der Leichenschändung bezichtigen!
Frömmigkeit und der Glaube an G’tt muß von einem Menschen persönlich erlebt werden, bevor er sich anmaßt, darüber ein Urteil zu fällen. Wenn Sie keinen Glauben haben, so ist das Ihr gutes Recht. Aber ich finde es nicht gut, wenn Sie Ihren Unglauben dazu verwenden, um den Glauben anderer Menschen zu verspotten.
Als Jude akzeptiere ich es, wenn andere Menschen nicht an G’tt glauben und als säkularer Jude akzeptiere ich es, wenn fromme Juden ihr Leben streng nach den jüdischen Regeln ausrichten. Allerdings ächte ich auch jegliche Exzesse, die zu Lasten anders Denkender gehen!
Ich dachte, eine der Lehren der Aufklärung sei die Toleranz gewesen …
Shalom
Avram
Hallo Avram,
die Diskussion spielt sich zusammengefasst auf zwei Ebenen ab, auf einer theologischen & auf einer politischen.
1) Auf der theologischen Ebene übernehme ich nun mal die Rolle der SCHLANGE (Lilith, Yesod), das Aufbegehren gegen das altväterliche YHVH- Prinzip. In dem Sinne steht die Prüfung des Hiob auch im Einverständnis mit Jehovah. Und im Alten Bund gibt es doch Leute mit methusalemischen Alter. Da wäre auch die Vermählung mit Myriam wahrscheinlich.
“Frömmigkeit und der Glaube an G’tt muß von einem Menschen persönlich erlebt werden, bevor er sich anmaßt, darüber ein Urteil zu fällen.”
“Ich bin der ich bin” – In jeder Handlung kann man das namenlose Prinzip dessen erkennen, von dem wir ein Teil sind & was auch ein Teil von uns ist.
“Aber ich finde es nicht gut, wenn Sie Ihren Unglauben dazu verwenden, um den Glauben anderer Menschen zu verspotten. ”
Weswegen unterstellen Sie mir Unglauben? Weil ich die Schrift (das Alte oder Neue Testament, der Koran) nicht als Richtschnur meiner spirituellen Verbindlichkeit ansehe? Und selbst wenn ich Ihren Glauben verspotten würde – worin sollte die Intoleranz darin bestehen, wenn ich an der Schrift als Grundlage des Glaubens meine Zweifel hege? Wahre Spiritualität beginnt da, wo die menschlichen Worte aufhören.
“Ich dachte, eine der Lehren der Aufklärung sei die Toleranz gewesen …”
Tolerant bin ich in der Hinsicht, als dass ich notfalls meinen Arsch dafür riskieren würde, dass Sie Ihren Glauben leben können; dies schließt aber nicht ein, wie ich zu Ihrem Glauben stehe und dass ich mich auch dementsprechend mir das Recht heraus nehme, mir ein entsprechendes Urteil darüber zu fällen.
universalbrüderlich,
AL
@ AL
“die Diskussion spielt sich zusammengefasst auf zwei Ebenen ab, auf einer theologischen & auf einer politischen.”
Ihre vielleicht, meine nicht! Ich bezog in meine Überlegungen nur die Bereiche Religion und Historie ein. Politik spielt für mich in diesem Kontext keine Rolle.
Es gibt mittlerweile eine ganze Menge an Bestätigungen für etliche Personen und Ereignisse des Pentateuch. Zu den als sicher geltenden Fakten gehört auch der Auszug der Juden aus Ägypten und die Person des Moses. Dieses Ereignis wird auf die Zeit von Pharao Ramses II. datiert, als in etwa um 1300 v.d.Z. … worauf ich damit hinaus wollte ist, daß Miriam über 1000 Jahre vor Jesus gelebt hat und damit unmöglich seine Mutter hat sein können.
Die Geschichten aus dem Pentateuch sind Überlieferungen, die zuerst mündlich von Generation zu Generation weitergegeben und dann schließlich niedergeschrieben wurden. Daß nicht alles historisch korrekt wiedergegeben wurde, daß manche Ereignisse durch die Phantasie des einen oder anderen Überliefernden ausgeschmückt wurde, daran besteht eigentlich kein Zweifel. Jedoch sind die Erzählungen nach meinem Dafürhalten bis zu einem gewissen Grad authentisch.
“In jeder Handlung kann man das namenlose Prinzip dessen erkennen, von dem wir ein Teil sind & was auch ein Teil von uns ist.”
Es freut mich für Sie, daß Sie das Göttliche in sich entdeckt haben. Das ist insoweit kein Widerspruch zur jüdischen Anschauung. Ob Sie es nun “G’tt”, “namenloses Prinzip” oder “kosmische Energie” nennen, bleibt sich m.E. gleich.
“Weswegen unterstellen Sie mir Unglauben?”
Seien Sie doch so gut und nehmen Sie nicht meine Sätze aus dem Kontext heraus und verdrehen damit deren Sinn. Ich habe Sie nicht als ungläubig bezeichnet. Das tun tagtäglich Millionen anderer und wünschen Ihnen dabei auch noch den Tod. Das ist nicht mein Anliegen.
Und wer behauptet, daß “die Schrift … Richtschnur [Ihrer] spirituellen Verbindlichkeit” sei?
Sie scheinen entweder nicht viel über das Judentum zu wissen oder das, was Sie zu wissen glauben, falsch verstanden zu haben. Der elementare Grundsatz, den man dem Pentateuch entnehmen kann, hat Tevje in einem Wort erklärt: Tradition!
Es geht schlicht und einfach um die Erhaltung von Traditionen und die Weitergabe von Wissen an die Nachwelt. So einfach ist es! Das Wissen und die Lehren, die das Pentateuch enthält, sind in den einzelnen Geschichten verschlüsselt. Deswegen gibt es auch unterschiedliche Ansichten zur Deutung der Ansichten, da jeder die Botschaften ein wenig anders entschlüsselt oder interpretiert.
Doch kommen wir nun zu dem Punkt Ihres Kommentars, der mich am meisten irritiert hat:
Wenn alle Menschen glauben und sagen “Der Himmel ist blau”, aber ein Mensch glaubt “Der Himmel ist gelb”, dann besteht Toleranz darin, daß ich mir denke, der Mensch glaubt also an eine andere Farbe des Himmels und auch wenn ich seinen Glauben nicht teile, so sei es ihm gegönnt an seiner Himmelsfarbe zu glauben. Es ist keine Toleranz, sich dabei zu denken, daß er eine an der Waffel hat! Ich kann nämlich nicht völlig die Möglichkeit ausschließen, daß er mit seiner Wahrnehmung recht hat und alle anderen – ich inbegriffen – falsch liegen.
Und außerdem glaube ich nicht, daß Voltaire es so gesehen hat. Wenn Sie sich schon seine Überzeugungen zu eigen machen, dann bitte ganz und nicht nur den Abklatsch davon.
Ich kann in diesem Zusammenhang nur für mich reden, aber bemühen Sie sich bitte nicht, meinen Glauben mit Ihrem Hinterteil zu verteidigen. Das schaffe ich schon ganz alleine! Verbindlichsten Dank!
Shalom
Avram
Vielleicht spielt es für Sie keine Rolle, für andere hingegen schon. Meine Güte!
Genau darin besteht nun mal das Problem, dass 2) theologische Fragen für politische Entscheidungen herhalten müssen. Darauf sollte man nicht erst eingehen. Wenn die Legitimität von Staaten sich aus religiösen Schriften herleiten lässt, dann erinnert dies an das Gottesgnadentum im Heiligen Römischen Reich.
Fakt ist nun mal, dass es zu viele “politische Mythen” gibt. Man denke nur an diesen geistigen Reflex bei einem Großteil meiner Landsleute, dass die Gründung des Staates Israel in einer Kausalität mit der Vertreibung der Palästinenser stehe oder dieses ewige Gejammer, dass die Besiedlung von unbewohntem Land doch Terrorschläge provoziere. Solche Märchen finde ich viel schlimmer als theologische Debatten.
Gut, dass ich das jetzt auch endlich weiß. ;D
@Adrian Leverkühn
Und was spielt es schon eine Rolle, ob die Pyramiden von den ollen Ägytern erbaut wurden oder von tüchtigen Muslimen.. die ja auch das Auto erfunden und Deutschland nach dem Krieg wiederaufgebaut haben.
Man kann Geschichte ja kritisch sehen, historische Legenden hinterfragen… aber Geschichte umlügen!? Das hat bisher nichts Gutes gebracht und wird es auch weiterhin nicht…
willow, wenn man sich auf Debatten einlässt, was vor 2000 Jahren gewesen sein soll, könnte man auch darüber weiterspinnen, auf welche Gebiete des Teutoburger Walds nun die Italiener Anspruch haben (den Gedanken könnte man übrigens weiterspinnen). Wenn man sich auf religiöse Debatten einlässt, erkennt man auch das Religiöse an.
Es geht doch aber um eine politische Handlung. Der Staat Israel ist der einzige Staat, der all denen Leuten Zuflucht gewährt, die in anderen Staaten dem Antisemitismus ausgesetzt sind. (Und deswegen lässt sich auch an dem Existenzrechts dieser einzigen funktionierenden Demokratie im Nahen Osten absolut nichts aussetzen!)
PS: Oder ist es positiv, wenn in österreichischen Schulbüchern nicht mehr über die türkische Eroberung des Balkan berichtet werden darf – oder nach dem Willen bestimmter Funktionäre in deutschen Schulbüchern nicht mehr über den Genozid an den Armeniern!?
Das Auto hat doch Obama erfunden, kurz bevor er Buchenwald befreit hat.
@Friedrich
Fast richtig. Aber DIE Wahrheit haben jedoch selbsternannte und von diversen großen deutschen Zeitungen bezahlte Nahostexperten für sich gepachtet, die rührseelige Geschichten verbreiten. Jeden Tag neu. Schlimmer gehts immer…
Onkel Tamimi ist nicht der einzige Märchenerzähler in dieser verlogenen “Nation”.
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1251145154805&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull
Die deutschen Hamas-Freunde werden bestimmt für diese Kriminellen Verständnis zeigen.
In D. geht man wegen Holocaustleugung in den Knast (sogar dann, wenn man ein Psychot ist wie der meschugge Horst M.).
Hamas wird aber dafür von den deutschen Kommunisten und Faschisten gelobt und als demokratisch gewählter (also leigtimer) Vertreter der PaliAraber gejubelt. Pack gesellt sich zum Pack. Und der Bundnis von Despoten, Manjaks und Clowns (sog. UNO) macht brav mit.