Israel wird wieder mit Kassam-Raketen beschossen. In bemerkenswerter Klarheit äußert sich zu diesem Thema der ehemalige Bundeswehrsoldat Marc Lindemann in seinem Buch “Unter Beschuss”:
Die Raketenangriffe stellen nicht nur operativ, sondern auch psychisch eine extreme Belastung dar. (…) Über siebzig Raketen waren es 2008. Man mag es zugeben oder nicht, aber nach einer gewissen Zeit setzen bei jedem Soldaten eine Form der Zermürbung und der dringende Wunsch ein, sich endlich wehren zu können.
Am 27. Dezember desselben Jahres taten Soldaten an einem anderen Ort in einem anderen Krieg genau dies – sie wehrten sich. Wir in Kunduz verfolgten sehr genau, wie die Streitkräfte Israels an jenem Tag zu einem Schlag gegen die im Gaza-Streifen sitzenden Terroristen der Hamas und verschiedener anderer Organisationen ansetzten. Auslöser der Operation “Gegossenes Blei” war genau jener Raketenterror, den auch wir in Afghanistan täglich spürten. Nur im Unterschied zu uns wurden die in den Städten Sderot, Aschkelon und Aschdod beheimateten Israelis im Laufe des Jahres 2008 nicht mit zweiundsiebzig BM-1-Raketen, sondern mit 1730 teilweise doppelt so starken Qassam-Raketen angegriffen – zudem noch mit 1528 Mörsergranaten.
Den Terror, den die Zivilbevölkerung in der Grenzregion zum Gaza-Streifen bis heute erleidet, kann man sich als deutscher Soldat in Afghanistan zumindest ungefähr vorstellen, nachdem man eine ähnliche Bedrohung über fünf Monate am eigenen Leib gespürt hat. Denjenigen, die Israel sofort nach dem Angriff auf die Stellungen der Terroristen der “Unverhältnismäßigkeit” in der Wahl der Mittel bezichtigten, möchte ich dringend empfehlen, sich nur eine Woche dieser permanenten psychischen Belastung und Bedrohung des eigenen Lebens auszusetzen. Vielleicht würden sie danach ihre stereotypen anti-israelischen Ausfälle unterlassen. (Seite 52f.)
Lindemanns Buch ist insgesamt wärmstens zur Lektüre empfohlen. Zweifellos das beste Buch eines deutschen Soldaten, der in Afghanistan gedient hat.
Ein Buch das in den etablierten Medien wohl leider keine Resonanz erfahren wird.
Man darf auch gespannt sein, wie die politische Hinrichtung der deutschen Offiziere zur Bombardierung der Tanklaster abläuft.
Ich bleibe bei meinen Forderungen:
- Austritt aus der UNO
- Beenden der Annahme der Hilfszahlungen von den USA
- Schliessung aller Botschaften die sich nicht in der Hauptstadt JERUSALEM befinden
- Empfang und Unterbringung von Staatsgästen, NGO-Vertretern, Journalisten, wie auch Terroristen in Sderot bzw. anderen gefährdeten Gebieten
Danach: Sehen wir weiter.
Ich habe diese Woche gerade gegen das elfte Gebot verstoßen: Du sollst nicht für Israel reden wider deinen Nächsten. (Das ist N° 11. N° 12 lautet: Du sollst niemals legen Ananasscheiben auf Pizza)
Ehrlich, jetzt weiß ich auch wieder, warum ich Diskussionen über den Nahostkonflikt meide wie der Teufel das Weihwasser.
Was mich immer wieder erschüttert ist, wie schnell es geht, bis der blanke antisemitische Hass zum Vorschein kommt.
(3-5 Minuten). Und auf wie wenig Hintergundwissen die meisten Mitmenschen im allgemeinen zurückgreifen können. Eigentlich auf gar keines – wenn man dann aber mit harten Fakten kommt, will sie natürlich keiner hören. Es könnte einem ja die schöne Weltanschauung ramponiert werden!
Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass Aufklärungsarbeit doch hier und da was bringt – deshalb nur weiter so, SOE!
..sehr gut der Vergleich Kunduz- Gaza..
Israel MUSS sich immer wehren, und zwar “unverhältnissmässig (igitt, das wort), und unbeirrbar und ständig.. Welches Schicksal, nur Araber um sich zu haben…
Immer wieder dieses “unverhältnismäßig”. Da frage ich mich doch, was denn “verhältnismäßig” gewesen wäre.
Nach deutschen Medien zu urteilen, wäre “verhältnismäßig”, die Israelis lassen sich einfach weiter beschießen?
Ähnliches kam ja schon von deutschen “Friedensfreunden”, Israel solle sich nicht wehren, damit die Situation nicht eskaliert.
Irrer geht es nur noch bei einer Untersuchung (ich meine, es war eine Frau einer israelischen Uni), bei der es darum ging, ob IDF-Soldaten paläst. Frauen vergewaltigen. Das Ergebnis, sie tun es nicht, es gab nicht einen Fall. Daraufhin wurde den Soldaten Rassismus unterstellt, gerade weil sie es nicht tun.
@ Medea
In der Theorie wird Israel das Recht auf Selbstverteidigung ja mitunter zugebilligt, in der Praxis jedoch wird jede Maßnahme als “unverhältnismäßig” kritisiert. Selbst die gezielte Tötung eines Terroristen, bei der keine Unschuldigen zu Schaden kommen, wird dann als “außergerichtliche Tötung” oder gar “Mord” verurteilt. Das ist in der Tat absurd.
Die Volksrepublik China hat übrigens den Wohnungsbau für Juden in (Nord-Ost-)Jerusalem als völkerrechtswidrig verurteilt. Das bittere Gelächter aus Tibet schallt bis hierher.
@Claudio Casula
Generell wird nur negativ über Israel berichtet. Dass Israel z. B. sofort und umfassend in Haiti half, wurde nur im “Kleingedruckten” mal erwähnt, wenn überhaupt. Und wurde es mal größer erwähnt, kam der Zusatz, sie wollten in Haiti nur den Leuten Organe entnehmen.
Durchweg wird in der EU, in deutschen Medien, Negatives über Israel berichtet, von Obamas Hinwendung an die Moslems gar nicht zu reden.
Das alles führt zu einer schleichenden Delegitimierung Israels. Das sehe ich wie Richard Herzinger in seinem guten Artikel in der “Welt”.
Wenn den Arabern Israel so sehr ein Dorn im Auge ist, warum treiben sie es dann nicht ins Meer?
@Gehirnschnecke
Wenn ich daran denke, wieviel Juden damals in Rußland tatsächlich ins Meer getrieben wurden, finde ich deinen Satz nicht wirklich lustig. Sorry.
Bit für Bit recycled.
[...] hier weiterlesen: Unter Beschuss AKPC_IDS += [...]
@ Medea
Angesichts der Tatsache, dass es seit der Gründung Israels nicht mehr gelungen ist, kannst Du dir vielleicht doch noch ein grimmiges Lächeln abringen. Ich kann es.
@Gehirnschnecke
So gesehen, hast du natürlich recht. Und es ist ein gutes Zeichen, dass es seitdem nicht mehr gelungen ist. Da kann ich auch lächeln, aber nicht grimmig.
Angesichts der permanenten Kritik an Israel durch EU, linken Gruppen, auch durch die Obama-Regierung, habe ich wohl einfach Angst, es könnte sich ähnliches wiederholen. Daher mein Einwand.
Die “Gut-Menschen”-Politik läßt es nicht zu, dass deutsche Soldaten in Afghanistan mit Waffen kämpfen.
Das muss für jeden Soldaten ein unzumutbarer Zustand sein.
Die “Gut-Menschen”-Politik will schon mal gar nicht, dass sich israelische Soldaten verteidigen, wo kommen wir denn auch hin, wenn sich ausgerechnet das jüdische Volk gegen
Raketenangriffe und Terror zur Wehr setzt.
Es ist besser mit seinem A… in einem warmen Sessel zu sitzen und Israel “gute” Ratschläge zu erteilen.
Ich denke gerade an die Operation “Verteidigungsschild” und die angeblichen völker- und menschenverachtenden Vorkommnisse in Dschenin im Jahre 2002. Die palästinensische Propaganda brachte Menschenmassen gegen die IDF auf. Und nach der Aufklärung des wahren Sachverhalts? Wer hat sich bei der Israelischen Verteidigung entschuldigt – kaum jemand!
Soldaten in Israel sind tag-täglich großen Gefahren ausgesetzt, was psychischer Horror sein muss. Es wäre schön, es gäbe mehr Menschen wie Marc Lindemann. Auch wer nicht Soldat ist, kann sich da rein versetzen, wenn er nur will.
@monique
“Und nach der Aufklärung des wahren Sachverhalts? Wer hat sich bei der Israelischen Verteidigung entschuldigt – kaum jemand!”
Genauso ist es, Negatives wird groß in den Medien mitgeteilt, stellt sich heraus, dass der Tatbestand ganz anders war, ist das keine Nachricht mehr wert.
es geht mir einfach nicht in den kopf, wie die nachfahren der massenmörder sich heute links nennen können und mit einer “volksbefreiungsbewegung” gegen das land der holocaustüberlebenden vorgehen können, wobei sie totalitäre spasties unterstützen die weder die rechte von homosexuellen noch von frauen kennen. diese palestina solidarität kotzt mich sowas von an!
solidarität mit israel!
@choooo
Es geht diesen Gruppen von “Friedensfreunden”, Linken, wie immer sie sich auch nennen, nicht um die Palästinenser. Paläst. sind ihnen im Grunde völlig gleichgültig. Sie benutzen sie aber, um ihrem Antisemitismus, neudeutsch: Antizionismus, freien Lauf zu lassen.
[...] wieder Raketen einschlagen… Zu den Kommentaren Spirit of Entebbe schreibt: Israel wird wieder mit Kassam-Raketen beschossen. In bemerkenswerter Klarheit äußert sich zu [...]
Verrückt ist ja auch, dass hartnäckig bestritten wird, dass Israel irgendwie gefährdet ist – aber andererseits immer mein Mut bewundert wird, wenn ich Israelurlaube wegen fliegender Mörsergrananten und Kassamraketen nicht abbreche.
Die Bedrohung scheint nur unerheblich zu sein, solange es sich um Juden handelt … oder das alles schön weit weg ist.
@ frau antje
Logik darfst Du da nicht erwarten. Beispiel Hermann Dierkes: Einerseits tut er Qassam-Raketen als läppische “selbst gebastelte Kunstdünger-Raketen” ab, andererseits bescheinigt er dem ganzen zionistischen Unternehmen totales Versagen, weil es kein Land auf der Welt gebe, in dem Juden so gefährdet seien wie in Israel. Bei soviel Ressentiment bleibt der gesunde Menschenverstand nun mal auf der Strecke.
Sprichst du ihn aber drauf an, wird er dir sagen, ja, natürlich sei Israel gefährdet, aber nur, weil es selbst “systematisch die Feindschaft organisiert”. Alles klar?
Nun ist ja aber auch nicht so, dass sich innerhalb der “Linken” unbedingt mehr antisemitische oder antizionistische Spinner rumtreiben als sonstwo. Und immerhin wird der Umstand, dass leider solche Gestalten wie Norman Paech existieren in der Linken ja noch -äh- diskutiert.
Daher schäumen die “Arbeitermarxisten” ja gerade auch besonders ekelhaft vor sich hin – das ist aber ein GUTES Zeichen!
@Gehirnschnecke
“Nun ist ja aber auch nicht so, dass sich innerhalb der “Linken” unbedingt mehr antisemitische oder antizionistische Spinner rumtreiben als sonstwo.”
Sicher gibt es die auch außerhalb der Linken, nur da ballt es sich gerade. Und das seit dem 68er Kunzelmann und seinem “Judenknacks”, von dem man sich befreien müsste. Auch Entebbe ist ein Beispiel dafür, dass Deutsche! Linke, jüdische Fluggäste von den anderen trennten.
Gut, dass waren Spinner. Schwerer wiegt aber, dass in der gesamten linken Szene daraufhin damals kein Aufschrei erfolgte. Sie fanden es ja noch unerhört, dass die Israelis die Passagiere gerettet haben.
Es geht um die gesamte linke Szene, nicht nur um die jetzige SED-PDS-Linke-Partei.
@ Medea
Naja die 68er standen eben noch voll unter dem Einfluss der SU – das versteht man alles besser, wenn man Poliakovs “Vom Antizionismus zum Antisemitismus” gelesen hat.
Die “Linke Szene” hat sich allerdings spätestens seit dem 11. September verstärkt mit ihrem Antizionismus beschäftigt und viele haben ihn dann auch aufgegeben. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, in denen Kaffeetassen durch linke Wohnprojekte gefolgen sind und man auf einmal die “Bahamas” nicht mehr im Autonomen Zentrum bekam. Das war auch die Zeit, in der ich meinen “ererbten” Antizionismus endlich hinterfragte und einmotten konnte.
Es stand allerdings fest, dass “die Lösung” für den ganzen Schlamassel in der Überwindung des bürgerlichen Staats zu finden sei. Davon bin ich, bei aller Israelsolidarität, immer noch überzeugt – und das ist dann aber meist auch die einzige Gemeinsamkeit die ich heute noch mit vielen “Linken” habe.
[...] Was es heisst, unter Raketenterror zu leben, auch wenn man nicht getroffen oder verletzt wird, berichtet auch ein deutscher Soldat aus Afghanistan (hier auf SpiritofEntebbe). [...]
[...] Blog Spirit Of Entebbe o artigo ” Unter Beschuss” (Vielen Dank für die Beitrag SOE) Os ataques com foguetes [...]