Eine ironische Bildunterschrift aus einem Blogeintrag im Sommer 2008 hat sich vor wenigen Tagen als geradezu hellseherisch erwiesen: Da der palästinensischen Propaganda noch immer keine Lüge zu unverfroren respektive zu dämlich ist, behaupteten sowohl die Lautsprecher der Hamas als auch ihre säkularen Konkurrenten im internen Machtkampf (und Brüder im Geiste im antiisraelischen Terror), die Wiedereinweihung der Hurva-Synagoge im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt erfordere den Kampf um die Al-Aqsa – und die angebliche Gefährdung dieser Moschee ist, wie Kenner der Region wissen, der Dauerbrenner der antijüdischen Propaganda schlechthin, immer wieder gern bemüht, um Randale zu rechtfertigen, ein ganz alter Hut und heute natürlich ebenso substanzlos wie bei seiner Premiere. In diesem Fall allerdings besonders pikant, weil es um ein Gebäude geht, das wie kein anderes die ethnische Säuberung symbolisiert, der die jüdischen Bewohner Ostjerusalems 1948 zum Opfer fielen: Die jordanischen Soldaten der Arabischen Legion sprengten den Komplex nach seiner Eroberung in die Luft, so wie sie es mit allen anderen jüdischen Wohn- und Gotteshäusern in der Altstadt taten.
Wie nur fünf Jahre zuvor SS-Generalmajor Jürgen Stroop nach der Niederschlagung des Ghetto-Aufstands (“Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr“), verkündete der Kommandeur Major Abdullah el Tell anschließend, das eroberte Territorium sei nun judenrein:
Zum ersten mal seit 1000 Jahren verbleibt kein einziger Jude im Jüdischen Viertel. Kein einziges Gebäude verbleibt intakt. Das macht eine Rückkehr der Juden unmöglich.
Eine, wie sich im Juni 1967 herausstellte, voreilige Prophezeiung. Die Juden kehrten in die Altstadt zurück, so wie sie zuvor ins Land Israel zurückgekehrt waren. Als Mahnmal rekonstruierten sie 1977 den Großen Bogen der Hurva-Synagoge, er avancierte zu einem beliebten Ansichtskartenmotiv und zog scharenweise Besucher an, ein zumal seiner Schlichtheit wegen beeindruckender Anblick. 2005 wurde beschlossen, die einst prächtigste und wichtigste Synagoge des Landes wieder aufzubauen, und gerade in diesen Zeiten, in denen Israel aufs Schäbigste verleumdet und selbst die jüdische Geschichte des Landes dreist geleugnet wird, ist das nur zu begrüßen, ob man nun religiös ist oder nicht. Denn die Wiedergeburt der Hurva-Synagoge symbolisiert nicht nur die 3000-jährige Präsenz der Juden im Zentrum ihrer historischen Heimat, und sie erinnert nicht nur daran, dass das gegenwärtige Gejammer über eine vermeintliche Vertreibung der Araber aus Jerusalem nicht mehr ist als eine besonders groteske Projektion. Sie ist auch weithin sichtbarer Ausdruck der Tatsache, dass die Zeiten, in denen sich Juden nach Lust und Laune ihrer Feinde vertreiben ließen, endgültig vorbei sind.

Sie ist tatsächlich wunderschön!
Währenddessen auf der anderen Seite des Erdballs:
Obama Tried to Humiliate Netanyahu During His White House Visit
The President immediately thrust a list of 13 demands into the Prime Minister’s face, but the Prime Minister refused to sell out his country, so after a short negotiation period, the POTUS abruptly stood up and said “I’m going to the residential wing to have dinner with Michelle and the girls.” I’m still around, Let me know if there is anything new.”
More:
http://yidwithlid.blogspot.com/2010/03/obama-tried-to-humiliate-netanyahu.html
Ach ja und Obama verlangt eine Antwort bis Samstag.
SAMSTAG! Am Schabbes!!!
…und DEM haben sie den Friedensnobelpreis gegeben!?
2005 wurde beschlossen, die einst prächtigste und wichtigste Synagoge des Landes wieder aufzubauen, (….)
Super, sieht gut aus.
Aber die Überschrift Gekommen, um zu bleiben müsste eigentlich Wiedergekommen, um für immer zu bleiben lauten. Weil:
(…) und gerade in diesen Zeiten, in denen Israel aufs Schäbigste verleumdet und selbst die jüdische Geschichte des Landes dreist geleugnet wird, ist das nur zu begrüßen, ob man nun religiös ist oder nicht.
Das überrascht mich nicht. Ich habe ein Interview gehört mit einem Kollegen von Obama aus dessen Zeit an der Uni (als Lehrer). Der hat beschrieben, dass Obama zu Kollegen die eine andere politische Meinung hatten ausgesprochen unterkühlt war.
Obama ist ein Linksausleger, der linkste Präsident den die USA je hatten. Israel kann nur hoffen dass die Amerikaner bei den nächsten Wahlen konservativ wählen.
Ist schon eigenartig wie sich die Zeiten ändern. Die Antisemiten sind heute links, die Freunde Israels rechts….
@ Zazaz
Na, die Amerikaner müssen schon selbst entscheiden, wen sie wählen. Und für die dürfte das Thema Krankenversicherung wichtiger sein als der 75. fruchtlose Versuch, in Nahost Frieden zu schaffen.
Deinem letzten Satz kann ich nicht zustimmen. Antisemiten gibts unter Rechten, Linken, Liberalen, Männern, Frauen, Homos und Heteros, Juden und Nichtjuden etc. etc. – und Freunde Israels auch. Ein kluger Linker ist für Israel, ein dummer Rechter für Araber, die Juden hassen. Mir ist es wumpe, ob jemand links oder rechts tickt, wichtig ist nur, dass er Augen und Ohren offen hält, das Gehirn einschaltet, um die richtigen Schlüsse zu ziehen, und dass er fair bleibt und nicht mit zweierlei Maß misst.
..Klasse- Statement mal wieder von CC..
..genau für diese einfach nur plausible Ausrichtung schätze ich SoE über alle Maßen..
..”das Einfache, das so schwer zu denken ist..”
(frei geklaut aus bb´s “Lob des Kommunismus”)
nichwahr.
Wir wollen mal nicht vergessen, dass wir es George Bush (senior) zu verdanken haben, dass (jedenfalls bis zum Bau des Sicherheitszauns) Israel in Reichweite Kinder mordender Terroristen gerueckt wurde. Und der war ja wohl sicherlich kein Linker.
Es ist ganz einfach so, dass die USA – egal unter welcher Fuehrung – Ruhe im Nahen Osten haben wollen. Und die meisten US-Praesidenten wollen dazu Frieden zwischen Israelis und Palestinaensern haben. (Das ist m. E. ein Kardinalfehle, denn ich fuerchte, dieser Frieden wird erst dann kommen, wennkein despotisches Regime im Nahen Osten mehr uebrig is, dass den Palestinaensern Hoffnung auf den “ganzen Kuchen” macht.)
Und natuerlich macht fordert man in erster Linie Israel dazu auf, fuer einen moeglichen Frieden Zugestaendnisse zu machen. Schliesslich sind die Israelis als demokratische Gesellschaft die einzige Partei in diesem Konflikt, von der man sich erhoffen kann, mit dieser Forderung nicht auf taube Ohren zu stossen. Das ist pervers, aber es ist so.
l
Vertreibung ALLER Juden aus der Altstadt, 19 Jahre judenreine Besatzung, 19 Jahre keinerlei Zugang für Juden zu ihren Heiligtümern, Schändung tausender jüdischer Gräber, Zerstörung Dutzender Synagogen, …die Araber haben sich wirklich als fähige und vertrauenswürdige Verwalter nach Völkerrecht erwiesen. Heute: Alles vergessen. Die Welt weiß -wieder einmal- wer der wirkliche Übeltäter ist.
Ein sehr interessanter Artikel, lieber Claudio. Wir bei suedwatch.de haben auch versucht -wenn auch bezogen auf die “Berichterstattung” der Süddeutschen Zeitung- unseren Teil zur Wahrheitsfindung beizutragen. Gern nachzulesen bei http://www.suedwatch.de oder gezielt unter http://www.suedwatch.de/blog/?p=2655 und http://www.suedwatch.de/blog/?p=2659
Mit herzlichem Gruß
Ihr Moritatensaenger
Bin zufälligerweise gerade vor zweit Tagen noch im jüdischen Viertel von Jerusalem herumgelaufen und habe auch die Synagoge bewundert. Das wußte ich vorher nicht, dass das Viertel nach 1948 vollständig platt gemacht worden ist. Man sieht das aber daran, wie modern dort die Gemäuer sind im Vergleich zu den anderen drei Vierteln. Andererseits sieht man an der Zion Gate noch die Einschußlöcher von dem (erfolglosen) Versuch der Palmach, das Viertel 1948 zurückzuerobern.
Was die Politik angeht sollte man der Fairness halber aber auch erwähnen, dass es auf jüdischer Seite auch ein paar unverbesserliche Voll-Idioten gibt. So wurde ich auf dem Platz vor der Klagemauer, zufällig Zeuge eines durch relativ großen Medien- und Sicherheitsaufwand begleiteten Auftritts von Ya’akov Katz – seines Zeichens Knesset-Mitglied und Vorsitzernder der National Union.
Erst mal stellten sich ein halbes Dutzend bewaffnete Sicherheitsbeamte demonstrativ vor den Tunnel am Ende der El-Wad St. (normalerweise ein von Touristen und Gläubigen hoch-frequentierter Zugang zum/Ausgang vom Platz vor der Klagemauer), so dass keiner mehr da rein oder rauskonnte. Danach gab Katz ein paar Interviews für die Dutzende von Kameras die man ihm entgegenhielt, eines davon in englisch für einen mitteleuropäischen Medienvertreter. Tenor: Tempelberg gehört uns und wird irgendwann wieder in unserer Hand sein. Abschließend humpelte er die Treppe hoch zur Chain St. (einem der Zugänge zum Tempelberg, der allerdings nur von Moslems benutzt werden darf) um wohl medienwirksam ein wenig zu ‘Anwesenheit zu demonstrieren’.
Der ganze Spuk war zwar nach 45 Minuten vorbei, aber er führte dazu, dass die Zugänge zum Tempelberg für eine Weile abgeriegelt wurden und mehrere muslimische Bewohner (darunter Frauen und eine Schulklasse von Teenagern), vergeblich versuchten, durchgelassen zu werden. Nebenbei beschwerten sich auch ein paar jüdische Besucher der Klagemauer darüber, dass Katz und seine Truppe einfach mal so den Ausgang blockierten.
Abgesehen davon war meine Erfahrung (von einer Woche in J’lem) aber, dass man sich in der Altstadt relativ gelassen und stoisch miteinander arrangiert hat. Ob im arabischen, jüdischen, christlichen oder armenischen Viertel: jeder geht seinen Geschäften nach, oder betet zu wem auch immer, oder versucht eben von den Touristenschwärmen zu profitieren, die letztlich alles zusammenzukitten scheinen.
@ TN
Danke für den Bericht!
Und: Natürlich gibt es auf israelischer Seite ein paar unverbesserliche Vollidioten. Aber es sind eben nur ein paar. Wäre es auf der anderen Seite doch auch so!
Wenn von “Vollidioten” die Rede ist – egal auf welcher Seite – dann darf darunter wohl in erster Linie das “Treiben” religiöser Fanatiker gemeint sein. Und wer da die “Nase vorn hat”, scheint klar zu sein.
Ist das aber wirklich der einzige Grund für diesen “ewigen” Konflikt?
Der wesentliche Unterschied ist aber, dass ein “heldenhafter Widerstandskämpfer” der sich durch die heroische Tat einen Namen gemacht hat, ein vierjähriges (verbrecherisches, weil zionistisches) Kind erfolgreich gemeuchelt zu haben, als Held bejubelt wird, Straßen und Plätze nach ihm benannt werden und er nicht etwa der Gewalt nach seiner Haftzeit abschwört), nein, den Zionisten weiter den Kampf bis zur Venichtung ankündigt; dies unter dem Jubel der libanesischen Regierung (nein, nicht nur der Hisbollah), von den Verbrechern der palästinensischen Autonomiebehörde ganz zu schweigen. Ein, wie oben zitiert “extremistischer Vollidiot (Siedler)” aber die ganze Wucht der israelischen Gerichtsbarkeit zu spüren bekommt und wegen Übergriffen gegen Palästinenser abgeurteilt wird und kein Israeli jubelt ihm zu, geschweige denn, dass Straßen nach ihm benannt werden.
Das isser, der Unterschied. Sollte eigentlich auch Blöden auffallen, wollense aber nicht. Lässt sich ja schöner schreiben “Extremisten von beiden Seiten….”
Das ist das bisher schönste Bild von ihr, das ich gesehen hab, danke! War schon 10 Jahre nicht mehr da, wegen Nachwuchs….. Jetzt wirds aber bald mal Zeit meinen Jungs das Viertel zu zeigen….
@ charly
10 Jahre?! Das wird dann aber wirklich mal Zeit.
Obwohl: Abraham Melzer war 40 Jahre nicht da…
Wie auch immer: Gute Reise!
jetzt gerade: kulturzeit !!
die hetzen mal wieder gegen israel !!
Und heute haben sie diesen Sand eingeladen, der ja bekanntlich verbreitet, das jüdische Volk wäre eine Erfindung. Kulturzeit ist bei mir spätestens zu blöd geworden, als der Moderator von einer jüdischen Synagoge laberte. Was eine nichtjüdische Synagoge ist, hat er natürlich nicht erklärt.
2005, als der Aufbau beschlossen wurde, war ich mit Freunden
http://www.israelfreunde.eu/de/index.php
in Israel und jetzt bin ich wirklich erstaunt, wie schön die Synagoge geworden ist.
Ich hoffe sehr, dass ich mir das bald in natura anschauen kann.
2005 war wirklich ein sehr schlimmes Jahr für Israel, es waren kaum Touristen dort. Und trotzdem waren die Israelis sooo gastfreundlich, aufgeschlossen und nett. Das werde ich niemals vergessen.
[Zitat: Mir ist es wumpe, ob jemand links oder rechts tickt, wichtig ist nur, dass er Augen und Ohren offen hält, das Gehirn einschaltet, um die richtigen Schlüsse zu ziehen, und dass er fair bleibt und nicht mit zweierlei Maß misst.]
Dem ist ja nun wirklich nichts hinzuzufügen!
Schönes Bild und interessante Diskussion!
Und ich denke auch, Deppen gibt es auf allen Seiten. Nur muss man sehen, dass die Palästinenser bisher alle Lösungen torpediert haben und selbst kaum konstruktiv zur Lösung des Konfliktes beitragen.
Auch wenn Israel sich zurückzieht und einen Schritt auf die Palästinenser zugeht, wird das nur durch Bomben oder Raketen gedankt.
Zu den USA möchte ich nur sagen, dass Joe Biden auch nicht besonders freundlich empfangen wurde. (Fortsetzung des Siedlungsbaus genau zur Zeit seines Besuchs)
Aber es bleibt dabei:. “Zwischen den USA und Israel passt kein Blatt Papier…”
Und so muss es auch sein!
Die Palästinenser werden solange Lösungen torpedieren, bis die Möglichkeit einer Zwei-Staaten-Lösung in greifbare Nähe gerückt ist.
Das Problem ist halt, dass der politische Einfluss solcher “Vereine” wie der Hamas eben genau dies verhindern.
@ philgeland
Einspruch! Sie wollen eben keine Zwei-Staaten-Lösung! Sie versuchen Zeit zu gewinnen, und so lange man ihre Verweigerungshaltung toleriert, werden sie Israel keinen Zentimeter entgegenkommen. Rational ist das Beharren auf 100 Prozent plus Jerusalem plus “Rückkehrrecht” ja nicht nachzuvollziehen, wenn die Alternative so aussieht wie jetzt. Nein, sie wollen keinen Staat neben Israel, den hätten sie ja längst haben können.
Die Palästinenserführung spielt auf Zeit. Und dann kommt sie daher und erklärt, da man ja nun immer noch keinen Staat bekommen hätte, müsse man nun leider auf die Einstaatenlösung setzen. Was Israel natürlich nicht akzeptieren kann. Millionen Palästinenser können / wollen aber auch nicht auf Dauer in der Zwischenlösung verharren; sie werden argumentieren, obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung zwischen Mittelmeer und Jordan stellten, seien sie noch immer rechtlos (und das Israel anlasten und nicht ihrer Führung). Wie mans dreht und wendet, Israel wird dann schlecht aussehen – dank der PA, die Israel schlecht aussehen lassen will und damit Erfolg hat.
Ein richtig fieses Dilemma, denn die Israelis wären (mittlerweile) froh, die Palästinenser endlich los zu sein. Leider spielt deren Führung nicht mit. Und sie wird auch weiterhin nicht mitspielen – siehe oben.
Es ist die höchste Zeit, dass Israel seine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten klar stellt. Entweder steht Hussein Obama zu Israel und hält sich aus seiner Innenpolitik raus, oder muss sich Israel von den USA distanzieren. Ich glaube, dass eher Hussein Obama braucht Israel um in den Nahen Osten Politik zu machen als umgekehrt. Israel soll jetzt hoch pokern und die Politik der harten Hand machen anstatt sich unter Druck setzen zu lassen. Jerusalem gehört zum Israel wie Berlin zu Deutschland. Hier ist nichts zu verhandeln. Wenn Hussein Obama bereit ist Israel fallen zu lassen um sich bei den Arabern anzubiedern, dann muss er auch mit Konsequenzen leben. Jetzt ist die Zeit für Israel gekommen um die Seiten zu wechseln. Israel, Russland, China und Indien können auch eine schöne Allianz bilden. Das sind die Länder die gleiche Probleme mit den Nachbarn, umstrittenen Territorien und ungehörsamen Midernheiten haben. Interessenmäßig verbindet Israel mehr mit Russland, China und Indien als mit den USA und EU. Wenn Israelis die Verbündeten wechselt, dann kann sich Hussein Obama und die EU Politclownerie von ihren Plänen eines NahOst Frieden für die Jahrzehnte verabschieden.
Joram, du vergisst, daß Israel rein “von den Werten her” eher zu Europa und den USA passt als zu China und Russland. Wobei es leider einige (viel zu viele…) der EU-Länder und Obama sind, die diese Werte verraten und/oder bekämpfen…
bei dem Artikel und den Briefen fällt mir ein, dass Kinky Friedman einen sehr schönen Song geschrieben hat: they ain’t making jews like Jesus anymore.
falls Du ihn noch nicht hast: itunes oder gängige Portale führen ihn.
Ansonsten chag pessach ssameach
[...] Claudio Casula ordnet Geschichte – und da ergeben sich leider nur allzu große Parallelen zu Hoch-Zeiten deutscher Menschenfreundlichkeit (nicht seitens CCs, sondern der hofierten Benachteiligten, die heute den „wahren Holocaust“ durchleiden…) [...]
@Willow
“Joram, du vergisst, daß Israel rein “von den Werten her” eher zu Europa und den USA passt als zu China und Russland. Wobei es leider einige (viel zu viele…) der EU-Länder und Obama sind, die diese Werte verraten und/oder bekämpfen…”
Eben drum. EU und die USA haben diese Werte verraten. Daher soll sich Israel nicht um Überbau sondern um Basis (Existenz) mehr kümmern als um vermeintliche “gemeinsame Werte”. Was interessieren mich diese “gemeinsame Werte”, wenn es um das blanke Überleben geht. Man kann für seine Heimat sterben, aber nicht für die Ideologie die für USA oder EU kein Pfifferling mehr wert ist. Einen Suizid im Namen der “gemeinsamen Werten” zu begehen ist ein Unsinn. Israel soll pragmatisch werden und sich gegen diese Staaten wenden, die diese Werte verrraten oder sogar bekämpfen. Die Politik von Hussein Obama passt nicht zu den “gemeinsamen Werten”. Also gibt es keine Gemeinsamkeiten mit den USA mehr.
Russen, Chinesen und Inder haben Probleme mit muslimischen Minderheiten und muslimischen Nachbarn. Genauso wie Israel. Russen, Inder und Chinesen haben umstrittene Gebiete (Kaukasus, Kaschmir, Tibet) die sie verteigiden müssen. Ist das nicht genug um die gemeinsame Werte ausfindig zu machen?
Israel ist ein kleiner, aber mächtiger Staat im Nahen Osten, der sich meiner Meinung nach keine wirklichen Sorgen um seine Existenz zu machen braucht. Auch wenn der Präsident seines mächtigsten Verbündeten hier ungerechtfertigterweise mit dem Vornamen “Hussein” tituliert wird, so steht auch “er” (Obama) trotz gewisser “diplomatischer Avancen” für Kontinuität.
Hallo,
Wenn möglich wäre ich für eine Quellenangabe zu dem Satz von ‘Abdullah el Tel dankbar. Gerne an meine e-mail-adresse.
Danke!
Diese Synagoge ist wirklich wunderschön. Eine Sehenswürdigkeit. Da fällt mir ein… schade, dass eine andere, diesmal zeitgenössische Sehenswürdigkeit in Jerusalem nicht gebaut wird. Dem geplanten Toleranz-Museum von Gehry haben erst die Muslime Steine in den Weg gelegt, nämlich wegen einiger alter Gräber geklagt, und dann hat ihm wohl die Wirtschaftskrise den Garaus gemacht. Schade. Da wären Leute aus aller Welt nach Jerusalem gekommen, nur allein um diesen Gehry-Bau zu sehen. Jetzt plant man wohl eine Billigversion. Weiß niemand einen gelangweilten Milliardär auf der Suche nach einem förderungswürdigen Projekt? Hmmm… jetzt bin ich aber wirklich vom Thema abgekommen. Nur… neben wunderbaren alten Bauten sollte auch immer mal wieder was richtig Neues entstehen.
Kurz gefragt: haben eigentlich die meisten von uns, die hier einen Kommentar abgegeben haben, wirklich eine realistische Vorstellung von dem, was “in Israel” und “in Palästina” los ist?
Ich zumindest nicht. Worauf berufen und beziehen wir uns? Was “bildet” unsere Meinung? (Und das hat jetzt mit einem gewissen Boulevard-Blatt nichts, aber auch gar nichts zu tun).
@ philgeland
Wenn man sich seit 30 Jahren mit dem Thema beschäftigt und 20 Mal im Land war, weiß man schon, worüber man redet. Erst recht, wenn man dort lebt oder dort gelebt hat. Insofern können Sie getrost davon ausgehen, dass hier durchaus Sachkompetenz vorhanden ist. Was von den Leserforen des SPIEGEL, der SZ oder von n-tv bezweifelt werden darf. Dort wissen die wenigsten, wovon sie reden, das merkt man ihren Beiträgen an. Aber sie haben alle eine Meinung.
@ClaudioCasula
Wohl war. Mit einer Meinung sind die meisten Leute schnell bei der Hand. Es sei ihnen gegönnt. Allerdings stört mich im Falle des Nahost-Konfliktes, dass viele dieser Meinungen – und die damit einhergehende, nicht selten einseitige Parteinahme für die Palästinenser – weniger von “Gerechtigkeitssinn” und Ähnlichem zeugen, sondern eher auf antisemitische Motive zurück zu führen sind. Von daher schätze ich Ihren Blog als notwendiges “Gegengewicht” zu jenen Formen der Berichterstattung, die man in vielen Fällen durchaus einseitig nennen kann.
Was allerdings nicht bedeutet, dass die “Gegenseite” keine Argumente für ihre Position aufzuweisen hätte.
Das Ganze ist meiner Meinung nach eine ziemlich “verzwickte Angelegenheit”.
Habe mir gerade noch einmal das Bild der wunderschönen Synagoge angeschaut. Wenn ich daran denke, dass die Araber den vorherigen, identischen Bau hochgesprengt haben, einfach so, dann zeugt das schon von einer ungeheuerlichen Barbarei. (Und erinnert natürlich an die Barbarei der Nazis). Es ist die gleiche Barbarei, die unter dem Felsendom alle archäologische Evidenz weggebaggert und auf eine Abraumhalde geschüttet hat. Die Barbarei hat sich also bis heute erhalten und verspricht weiter zu gehen, wenn sie gelassen wird. Da wundere ich mich, dass es Leute gibt, die diesen Barbaren auch nur einen Fuß breit von Jerusalem überlassen wollen. Und das ist nur ein Grund unter vielen.
Bei der Hamas sollte man wissen, dass es sich um Propaganda handelt. Aber beim Berliner Tagesspiegel vermutet man es nun nicht ohne weiteres. In der Ausgabe vom 17.3.2010 heißt eine Unterschrift zu einem Bild auf dem Vermummte mit im Hintergrund der Felsendom zu sehen sind: “Tage des Zorns. Den fünften Tag in Folge gab es in Jerusalem Ausschreitungen zwischen Palästinensern und den israelischen Sicherheitskräften. Der Protest richtet sich gegen die Eröffnung einer NEUEN Synagoge in der ARABISCHEN Altstadt und den Siedlungen.”
@ClaudioCasula
Noch mal kurz eine Frage als Kaum-Informierter zur Zwei-Staaten-Lösung:
Wann und unter welchen Umständen wäre für die israelische Regierung (und denen, die sie gewählt hat) eine solche Lösung annehmbar?
@ philgeland
Für die Israelis ist die Zwei-Staaten-Lösung annehmbar, sobald man auf der palästinensischen Seite einen verlässlichen Partner hat (wobei dann immer noch das Problem des von der Hamas beherrschten Gaza bleibt).
Zu den Umständen:
Es gelten die Parameter, die Bibi Netanyahu in seiner Rede in der Bar-Ilan-Universität ausgeführt hat, im wesentlichen: Israel muss Grenzen besitzen, die zu verteidigen sind (heißt: keine 100 Prozent Westbank, sondern eben nur 94 Prozent plus land swap, also Annexion der großen Siedlungsblöcke), palästinensischer Staat muss demilitarisiert sein, “Rückkehrrecht” ist so definiert, dass Exilpalästinenser nach Palästina einwandern und nicht nach Israel.
Damit können, grob geschätzt, 90 Prozent der Israelis leben, nur Hardliner von rechts (wirklich radikale Siedler) und links (Friedenaspostel, die am liebsten alles inklusive Jerusalem drangeben würden und am besten auch noch die eigene Souveränität) hätten ein Problem damit. Den eine gäbe Israel zu viel weg, den anderen zu wenig. Aber der Konsens des Löwenanteils ist klar definiert. Genau deswegen regiert jetzt Netanyahu.
@ClaudioCasula
Ergo: es liegt also (nur) an den radikalen Gruppen, die eine solche Vertretung und damit einen verlässlichen Verhandlungspartner verhindern.
Trotzdem vermute ich, dass die religiöse Dimension dieses Konfliktes überbewertet wird. Es stellt sich die Frage, warum diese radikalen Gruppen Zulauf erhalten.
Die Situation ist nicht vergleichbar, aber es gibt meiner Meinung nach Parallelen zu den Zuständen, die man in einer Stadt wie Rio beobachten kann. Armut und Reichtum stehen sich gegenüber.
Es mag sein, dass mein Vergleich zu gewagt und damit zu abwegig ist. Er stellt auch meine persönliche positive Einstellung zu dem Staat Israel nicht in Frage.
Ist er aber deswegen so ganz aus der Luft gegriffen?
@philgeland
“Ist er aber deswegen so ganz aus der Luft gegriffen?”
Ja, eindeutig…
In Vor-Intifada-Zeiten waren die “Palästinensergebiete” was Wohlstand angeht den arabischen Nachbarländern um mehrere Längen voraus – der Osloprozess war ein Fahrplan zu Selbstbestimmung und noch mehr Wohlstand.
Die Antwort “der Palästinenser” war eine nie dagewesene Welle der Gewalt gegen “die Juden”.
@philgeland
der Vergleich ist tatsächlich zu gewagt. In Rio sprengt sich keiner in einem Bus in die Luft nur um so viele unschuldige Cariocas wie möglich zu zerfetzen. Die Cariocas, auch die in den Favelas, lieben ihre Kinder und wollen sie lebend haben. Sie sind auch nicht Stolz auf ihre kriminellen Kinder und feiern nachgiebig nach einem Überfall ihre Kinder wie Helden. Oder es werden auch keine Strassen nach Angehöriger von der CV benannt.
Und die Palis bzw. deren demokratisch gewählten Despoten gehören zu den reichsten “Flüchtlinge” dieser Erde! Soviel Geld wie die bekommen, bekommt keiner!
Danke für die anregenden Kommentare.
Es scheint also, als ob man viele der heutigen “Zustände” an dem Aufkommen der Intifada festmachen könnte.
Trotzdem sind mir die wirklichen Gründe für diese militante Form der politischen und religiösen Radikalisierung immer noch nicht klar.
[...] Werk zu setzen – gehe es dabei nun um die angebliche Gefährdung der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem durch israelische Bauarbeiten oder eben um einen simplen Baum, der kein Problem darstellte, gäbe es nicht die Hizbollah, der [...]