Das Problem mit der ZEIT: Antisemitismus, so glaubt man dort, ist eine Domäne der Rechtsextremen – man werfe nur mal einen Blick ins aktuelle Dossier. Tatsächlich sieht man am Hamburger Speersort den Wald vor lauter Barenboimen nicht.
„Wo ist die jüdische Intelligenz geblieben?“ fragt der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, den DIE ZEIT anstelle eines richtigen politischen Analysten zu Rate zieht, denn von dem Mann mit den vier Pässen (einem spanischen, einem argentinischen, einem israelischen und einem palästinensischen) bekommt man garantiert zu hören, was man hören will. Eingangs erwähnte Frage stellt man sich allerdings auch angesichts der Argumentation des Musikers und „Friedensaktivisten“. Die Highlights des Gesprächs möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten. Hören wir also, was Daniel Barenboim als Unbeteiligter zum Thema “Jüdische Intelligenz” zu sagen hat.
Zu Beginn des Interviews fällt der Begriff „Selbstverteidigung“. Barenboim versucht es mit Ironie:
Natürlich. Wenn du ein anderes Land besetzt, dann musst du dich die ganze Zeit verteidigen.
Ohne jetzt noch einmal auf die Ursachen des Sechstagekrieges eingehen zu wollen: Wie erklärt sich Barenboim, dass Israel von einem Gebiet aus beschossen wird, das es komplett geräumt hat? Und warum wird aus der angeblich ebenfalls besetzten Westbank derzeit nicht geschossen? Könnte es sein, dass zwischen dem Verhalten der Palästinenser und ihrer Situation ein Zusammenhang besteht?
Diese Frage stellen Carolin Emcke und Jan Ross natürlich nicht. Stattdessen lassen sie ihren Gesprächspartner über das israelische Gefühl des Bedrohtseins schwadronieren. Dass der arabische Hass auf Israel mit Hitler und dem Holocaust zu tun haben soll, behauptet man in Israel zwar nicht, aber Barenboim behauptet, dass es behauptet wird – um es zu bestreiten. Natürlich gebe es Hass, aber der sei doch verständlich – wegen der Vertreibung. Dass ein Jude, der wie der Palästinenser „seit dem 11. Jahrhundert“ ein Haus besitzt, etwa in Bagdad, dorthin aber nicht zurückkehren darf, einen berechtigten Hass auf die Iraker hegen dürfte oder auch ein Schlesier auf die Polen, war von Barenboim noch nicht zu vernehmen, aber der palästinensische Revanchismus gilt ja auch als einziger als legitimes Anliegen.
Wenn die Blockade des Gaza-Streifens nicht da wäre, müsste man sie auch nicht auf diese übertriebene Weise sichern und aufrechterhalten.
Wenn die Blockade des Gaza-Streifens nicht “da” wäre, lägen bald Tel Aviv und Netanya in Reichweite vom Iran gelieferter Raketen. Ach ja, und wenn die Hamas nicht mit Qassam-Raketen nach Israel hineinschießen würde, müsste es überhaupt keine Blockade geben; wobei Barenboim ja auch nicht von der ägyptischen Blockade spricht sondern von der israelischen, die allerdings die tägliche Versorgung mit Lebensmitteln, Brennstoffen, Medikamenten etc. zulässt. Aber noch mal zur Hamas: Was fällt dem Musiker dazu ein?
Wenn man Frieden schließen will, muss man mit allen Fraktionen des Feindes sprechen.
Leider verrät uns auch Barenboim nicht, was es mit der Hamas zu besprechen gibt. Vorschlag zur Güte: Er schaut sich zum Beispiel mal dieses Video an und dieses hier und dann sprechen wir uns wieder. Außerdem: Will die Hamas auch mit Israel reden? Egal, wichtig ist das israelische Nein. Der größere Teil der Verantwortung liegt nämlich immer bei Israel. Warum?
Weil Israel ein Staat ist, ein mächtiger Staat (sic!), und die Palästinenser keinen Staat haben. So einfach denke ich. Aber so denken die Israelis nicht.
Dafür gibt es zwar gute Gründe, nicht zuletzt die Zugeständnisse, die der mächtige 20.000-qkm-Staat Israel mit seinen sieben Millionen Einwohnern im Verlauf des so genannten Friedensprozesses gemacht hat, nur um dafür Terroranschläge, Kidnappings und Raketen zu ernten und 2000 Terroropfer zu Grabe zu tragen, aber Barenboim lebt ja auch in Berlin, wo keine Qassams einschlagen und ein paar Kilometer entfernt Leute das Sagen haben, die Kinder zum Kanonenfutter im Heiligen Krieg erziehen, um ihm und seinesgleichen beizeiten die Kehle durchzuschneiden. Der „Friedensprozess“ wird in Barenboims Interpretation der Dinge übrigens komplett ausgespart, Oslo und die palästinensische Autonomie hat’s offenbar nie gegeben, aber er fragt sich nicht, woher dann sein palästinensischer Pass kommt. Nein, Barenboim schwafelt über „Kolonialmächte“, die „für die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung“ verantwortlich seien. Hier wäre es gewiss heikel zu erwähnen, dass Israel nie eine Kolonialmacht war, dass der Lebensstandard der Palästinenser während der Besatzung deutlich anstieg und dass seit 17 Jahren die Palästinensische Autonomiebehörde für „Schulen und Krankenhäuser in Ramallah“ zuständig ist, wofür sie schließlich mit Milliardenhilfsgeldern ausgestattet wurde. Aber palästinensische Verantwortung? Fehlanzeige. Für Fehler und Versäumnisse sind immer nur die anderen zuständig. Beispiel Verhandlungen: Wer hat da keinen Partner – Israel oder die Palästinenser?
Meinen Sie, die Palästinenser haben einen Partner? In Palästina haben sie Fatah und Hamas, und sie haben den dritten Weg der Mubadara… Einen dritten Weg, einen Mustafa Barghouti – das gibt es in Israel nicht.
Ob die Interviewer an dieser Stelle aufgelacht haben? Man fürchtet, nein. Dann helfen wir gern weiter: In der Knesset sind zurzeit zwölf Parteien vertreten, darunter drei arabische. Es regiert eine große Koalition unter Beteiligung der Arbeiterpartei, und selbst der als „Hardliner“ titulierte Regierungschef Netanyahu will – unter Auflagen – einen Palästinenserstaat zulassen. Barenboim aber tut so, als wäre ganz Israel ein unbeweglicher, monolithischer Block und preist groteskerweise die palästinensische Seite, wo sich die Terrororganisationen Hamas und Fatah mit Handfeuerwaffen bekämpfen und wo ein „Dritter Weg“ existieren mag, aber leider keinerlei Aussichten hat, im Gazastreifen, der keine Wahlen mehr erleben wird, oder in der Westbank, wo sich die Fatah an ihre Macht klammert, jemals eine Rolle zu spielen. Irrer geht’s nicht.
Wie man auf eine dumme Frage („Warum interessiert sich die israelische Gesellschaft nicht für die Palästinenser?“) eine noch dümmere Antwort gibt, demonstriert Barenboim so:
Es gibt in Israel keine Neugierde. Die Leute sind einfach total selbstbezogen.
Oder haben vielleicht auch keine Lust mehr, sich um die Palästinenser zu sorgen, wenn diese für Land nur Krieg zu geben bereit sind, wenn sie eine Mörderbande wie die Hamas an die Macht wählen und keinerlei Anstalten machen, den Kriegszustand irgendwann mal zu beenden. Aber wiederum: Schuld sind immer die anderen.
Wenn du mit ihnen über Shakespeare oder über Karl Marx sprichst, dann haben sie rationale Argumente, aber wenn du auf das Thema Palästinenser kommst, werden sie total blind. Das ist nicht zu erklären…
Doch, das ist zu erklären: Nicht die Israelis sind blind, Barenboim ist es. Im Gegensatz zu ihm haben die Israelis gesehen, was passiert, wenn man Terroristen vertraut und ihnen Land und Waffen gibt. Aber was zählen schon die Erfahrungen der Israelis, wenn ein berühmter Musiker, der 4000 Kilometer weit ab vom Schuss lebt, sich die Welt so vorstellt, wie er sie gern hätte? Rationale Argumente sehen zwar anders aus als das, was sich der Dirigent da zusammenschwurbelt, aber als Besserwisser vor dem Herrn weiß Barenboim natürlich, wie die Lösung des Nahostkonflikts auszusehen hat:
Ostjerusalem wird palästinensische Hauptstadt, die Siedlungen müssen weg, und dann muss noch ein bisschen Gebietsaustausch zwischen Israel und Palästina stattfinden.
Und wenn jetzt noch Fatah und Hamas entwaffnet würden, könnte das tatsächlich hinhauen. Vielleicht. Es blieben dann ja auch noch ein paar Kleinigkeiten zu klären, zum Beispiel die Rolle der Hisbollah, des Iran… Und da wäre noch das „Rückkehrrecht“:
Man kann es ihnen nicht verweigern. Das ist unmenschlich.
Mit anderen Worten: Barenboim plädiert dafür, dass sich Israel ins eigene Schwert stürzt. Womit er natürlich seinen palästinensischen Partnern aus dem Herzen sprechen dürfte, deren wie eh und je unveränderte Maximalforderungen er vorbehaltlos unterstützt. Im Gegensatz zu ihnen scheint er allerdings eine humoristische Ader zu haben:
Die Araber wollen eine pragmatische Lösung des Konflikts, und Israel will eine ideologische.
Könnte natürlich auch ein Beispiel für „jüdische Intelligenz“ nach Barenboim-Art sein. Na schön, es sind ja nicht die guten Argumente gefragt, sondern die richtigen, also die, die den Redakteuren eines liberalen deutschen Wochenblatts in den Kram passen. Da kommt ein jüdischer Israelkritiker gerade recht, der sich angeblich um das Land sorgt, weil „die Zeit nicht für Israel (arbeitet)“, schließlich seien die USA auf dem absteigenden Ast, jetzt kämen China, Indien und Brasilien, und er „kenne keine jüdische Lobby in Peking oder Neu-Delhi“.
Jüdische Lobby! Alles klar. Und da der Apfel nicht weit vom Pferd fällt, hat, so Barenboim, jetzt auch einer seiner beiden in Frankreich lebenden Söhne, die hin und wieder nach Israel reisen, „die Nase voll“:
Was habe ich mit Israel zu tun? Wir werden dauernd dafür verantwortlich gemacht, nur weil wir Juden sind. Das ist nicht in Ordnung.
In Ordnung ist es aber, die Juden für den Antisemitismus verantwortlich zu machen, auch wenn den gemeinen Judenhasser schon Notwehr gegen islamistische Gewalttäter in Wallung bringt. Oder die Genehmigung zum Bau von einigen Wohneinheiten in Jerusalem. Und wenn es sein muss, kommen ordinärer Antisemitismus und religiös motivierter Judenhass unter Muslimen sogar ganz ohne jüdisches Zutun aus.
Doch keine Sorge, Barenboim wird nichts passieren, er ist ein Jude, der sich vom jüdischen Staat distanziert, und so einer wird in Deutschland auf Händen getragen. Demnächst bekommt übrigens David Grossman den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Nicht, dass man den großartigen Schriftsteller, der ein feiner und liebenswürdiger Mensch ist, in irgendeiner Weise mit dem berühmten Musiker Barenboim vergleichen sollte – es sei nur erwähnt, um aufzuzeigen, wie die Auszeichnenden ticken. Die nämlich glauben, dass „die Spirale von Gewalt, Hass und Vertreibung im Nahen Osten nur durch Zuhören, Zurückhaltung und die Kraft des Wortes beendet werden könne“.
Ob Zuhören, Zurückhaltung und die Kraft des Wortes den Abschuss auch nur einer einzigen Rakete von Hamas oder Hisbollah verhindern, Erdogan versöhnliche Worte in Richtung Israel entlocken oder gar Ahmadinedschad dazu bewegen werden, sein Projekt der Islamischen Bombe aufzugeben? Hier muss das Wunschdenken unbedingt die Oberhand über den Verstand gewinnen, nach dem Motto: Selbst wenn täglich in der arabischen Welt der Schlachtruf „Tod den Juden!“ zu vernehmen ist, auf Feingeister wie Barenboim und Grossman muss man einfach hören, in der ZEIT-Redaktion tut man’s doch auch!
Andererseits: Wann ist denn die arabische Seite schon mal durch Zuhören und Zurückhaltung aufgefallen? Darf man die Aufforderung zum Zuhören auch für den Fall anwenden, dass auf YouTube gezeigt wird, was der iranische Präsident von sich gibt, oder auch Abbas, wenn er dem Verhandlungspartner wieder mal “Massaker” und “Kriegsverbrechen” vorwirft? Und gibt es auch nur ein einziges Beispiel dafür, dass Zurückhaltung einen zum Krieg entschlossenen Feind jemals besänftigt hätte?
Was, wenn Tugenden wie Zuhören und Zurückhaltung in Stockholm und Bad Orb gut ankommen, in Teheran und Tripolis aber nicht goutiert werden? Was dann? Sollte es uns nicht zu denken geben, dass Shimon Peres´ Traum vom „Neuen Nahen Osten“ in Oslo und Washington (PLO-Gewaltverzicht, wir erinnern uns?) blühte, aber dann leider an der brutalen Realität in Beirut und Gaza-City zerschellte? Was, wenn Hamas-Raketen aus dem Süden und Hisbollah-Raketen aus dem Norden das winzige Israel in Schutt und Asche legen würden? Barenboim würde es überleben, er schwingt dann vielleicht gerade in der Staatsoper Berlin den Taktstock, und seine Söhne verzehren eine Schneckenmahlzeit in Frankreich, während die Hamburger ZEIT-Redakteure gerade ihre Schreibtische verlassen, an denen sie in der Theorie so wunderbar den Nahostkonflikt gelöst haben. Und sie werden irritiert den Kopf schütteln: Da hat David Grossman den Arabern zugehört, und wir alle haben Daniel Barenboim zugehört; die Massen im Orient aber haben Erdogan zugehört und Ahmadinedschad und den Mullahs und Hasspredigern im Radio und im Fernsehen und in den Moscheen. Wirklich ärgerlich! Dafür schreiben wir dann aber einen richtig zu Herzen gehenden Nachruf. Was die Macht des Wortes betrifft, macht uns so schnell keiner was vor.
Ich mag die ZEIT, ich mag Barenboim. Aber dieses Interview war unter aller Kanone von beiden Seiten. Ich hätte am liebsten meinen Morgenkaffee aufs Zeitungsblatt gespuckt, als ich das las. Doch habe ich es beim Kopfschütteln belassen. Wie gut, daß es noch Menschen wie Sie, Herr Casula, gibt, die das ganze kenntnis- und geistreich kommentieren. Ich versinke nämlich langsam in Resignation, was diese Problematik betrifft. Israel liegt mir am Herzen, aber es ist so frustrierend – so frustrierend! -, ständig die gleichen Argumente gegen die gleichen Argumente ins Feld zu führen. Ich bewundere Ihre Beharrlichkeit – wirklich!
Übrigens, Herr Casula: Wenn Ihnen die israelfeindliche Faktenresisienz von ZEIT, Süddeutsche und Co. noch nicht borniert genug ist, empfehle ich Ihnen die Südwest Presse (liefert den überregionalen Teil meiner Hauspostille und für Lokalzeitungen in und um Ulm). Die Kommentare bezüglich der Gaza-Flotille sind geradezu himmelschreiend dumm. Ich habe momentan nicht mehr die Kraft, so ziemlich jeden oder jeden zweiten Monat einen nur in Aktualitätsbezügen variierenden, aber in Tenor und Argumentation gleich lautenden Leserbrief (der noch nie veröffentlicht wurde), zu schreiben. Sie merken schon, ich resigniere. Doch das ist hoffentlich nur eine vorübergehende Befindlichkeit.
Menschen wie der Barenboim wissen warum sie in Israel nicht mehr leben. Widerliche Menschen. Hat er jemals seinen Militärdienst geleistet? Ist er fähig gegen die Nachfolger von NS-Faschisten zu kämpfen, mit der Waffe in der Hand? Er lässt sich lieber zur Schlachtbank führen. Ich wünschte er wäre kein Jude.
Ja, wo er recht, hat er recht, der Barenboim!
Wo die jüdische Intelligenz geblieben ist, veranschaulicht keiner besser als er selbst: Für ein paar CDs mehr prostituiert er sich dem europäischen (nichtjüdischen) “Bildungsbürger” auf eine Weise, die entweder von einer gigantischen Charakterlosigkeit, oder aber von Dummheit in fortgeschrittenem Stadium zeugt!
Da gehen ihm auch gerne mal ein paar traumatisierte Holocaustüberlebende (und zwar die Wirklichen, nicht Leute wie Hedi) an seinem kulturschweren Arsch vorbei, wenn es darum geht, den Juden Wagner aufs Auge, besser aufs Ohr zu drücken. Der europäische (“israelkritische”) Kulturbürger schätzt Wagner ganz besonders, wenn er von einem Juden präsentiert wird. Hat sowas gänsehäutiges, gelle?
Ich kenne eine ganze Menge Leute, deren Lieblingsthema innerhalb des Oberthemas “Shoa” die Rolle der jüdischen Kapos in den KZ des “Dritten Reiches” ist. Warum wohl?
Danke – herrlich, gründlich, stringent. Ein großes Vergnügen, das hoffentlich viele teilen.
Zur Berichterstattung im deutschen Blätterwald ist anzumerken, daß sie nicht mehr vollständig Hamas-Propaganda betreibt, sondern nur noch gutteils. Man kann inzwischen ab und zu etwas lesen, was in Kontakt zur Realität steht. Dafür sind sicher auch solche Beiträge wie dieser hier erforderlich und hilfreich.
Logik ist bei den Leuten Perlen vor die Säue.
Um das noch anzumerken: Es geht natürlich nicht nur um Barenboim, es geht auch um die deutschen Gutmenschen. Nach dem “Mavi Marmara”-Zwischenfall wäre es angemessen gewesen, einen (deutsch-)türkischen Schriftsteller zur gefährlichen Rolle der Türkei im Nahen und Mittleren Osten ins Gebet zu nehmen, wenn schon das Feuillleton für das Thema zuständig ist. Oder, wenn man schon unbedingt mit einem Dirigenten sprechen will, zur Abwechslung mal zu fragen, wie er denn die Kompromissbereitschaft seiner palästinensischen Freunde einschätzt. Dann hätte er Farbe bekennen müssen – schließlich sind Kompromisse für die ebenso wenig drin wie für ihn, das weiß er, und er weiß auch, dass es deswegen niemals Frieden geben wird, jedenfalls nicht mit Fatah und Hamas. Das ist ihm aber egal – oder besser: willkommen. Sonst würde ihm sein Nebenjob wegbrechen. Nicht auszudenken, wenn der Nahostkonflikt beigelegt würde! Was sollen die “Israelkritiker” dann den ganzen Tag machen?
Ich glaube, es ist noch nicht richtig klar geworden:
Damit erfüllt Barenboim, wie andere jüdisch/israelische “Israelkritiker” die für die Antisemiten so wichtige Funktion des israelischen Kapos inmitten der so genannten “Antizionisten”. Sie könnten dies, so wie es in jedem Land üblich ist, in der Opposition (die es ja weiß G”tt in Israel gibt) mitarbeiten, aber nein, das würde ihnen in Deutschland kein zusätzliches Buch und eben keine zusätzliche CD verkaufen. Die Annehmlichkeiten des Kapos verschafft man sich nur, indem man Opposition von Deutschland/Europa aus betreibt uns sich als “israelischer Dissident” und als jüdischer Zeuge und antizionistischer Lautsprecher betätigt, nach dem sich in Israel kein Hund umdrehen würde; hier jedoch (wirtschaftlich) dankbare Unterstützer findet. Insofern ist er doch ein Cleverle, der Barenboim.
Die verlinkten Videos sind doch ein schöner Beweis für die Libertinage, die em Hamas-Einflußbereich herrscht. Sie widerlegen die zionistische Propaganda, derzufolge Hamas-Aktivisten Hochzeitsfeiern aufmischen, nur weil dort Musik gespielt wird, was angeblich nicht Scharija-Konform sei. Das Video zeigt: Schon die Kleinsten werden fröhlich an Musik und Tanz herangeführt. Das andere Video widerlegt die Greuelpropaganda von der islamischen Benachteiligung Homosexueller. Das rosa Löwenhäschen mit dem kurzen roten Höschen darf sogar im Kinderfernsehen auftreten — und wird weder gesteinigt noch am Baukran gehängt.
Barenboim ist ein sehr guter Musiker und Dirigent. Ich höre gern seine Aufnahmen. Aber wer hat gesagt, dass ein Künstler gleichzeitig ein in der Realität verankerter Politiker sein sollte?
Ich würde das vielleicht von einem Schrifsteller wie Grossman erwartet, der im Kontakt zum wirklichen Leben bleiben sollte um für seine Bücher nicht ausgelacht zu werden. Aber ein Musiker? Von einem Musiker wie Barenboim oder Menuhin erwartet man dass sie exzellente Musik machen und sich nicht in dem Irrgarten der Politik verlaufen. (Menuhin hat auch seltsame Vorstellung und Visionen über Israels Zukunft gehabt).
Ein genialer Künstler – Maler oder Musiker – charakterisiert sich doch dadurch, dass er die Realität verzehrt betrachtet. Ein genialer Künstler muss ein wenig irre sein, sonst würde er seine Kunst nicht mit solcher Genialität machen koennen.
Daher finde ich abwegig einen größen Kunstler zu den Politischen Fragen zu interviewen.
Ein größer Kunstler kann (wenn er nicht zu exzentrisch ist) z.B. ein Präsident eines Landes werden, um das Land zu representieren. Aber er darf nie ein Ministerpräsident sein.
Ich weiß nicht woher kommt diese schlechte Sitte die Schauschpieler, Musiker oder Maler nach ihren politischen Ansichten zu befragen. Warum sollen sie in der Fragen der Politik kompetenter sein als der türkische Müllentsorger aus Bochum? Nur weil sie viel rumgereist sind? Es gibt auch exzellente Sportler jüdischer Herkunft, die viel rumgereist sind. Sind sie dadurch auch zu größen Kapazitäten in der Frage des NahOst Konflikts geworden?
Beim Daniel B. ist die Sache noch mehr kompliziert. Als palästinensischer Staatsbürger (ehrehalber – dieser Staat gibts doch nicht, es gibt ihn noch weniger als Kosovo oder Nordzypern) muss er in den Interwievs seine besondere Loyalität zur Palästina unter Beweis stellen. Egal was für einen Unsinn er verzapft, wird das in Ramallach unter Lupe genommen. Man weißt doch, dass ein Federstrich reicht es um sein Lieblingsprojekt “West East Divan Orchestra” in die Vergessenheit zu versinken, wenn den Musikern aus den arabischen Staaten verboten wird dort mitzuspielen.
Und der Staat Israel ist schon genug abgehärtet um die Kritik von seinen berühmten Staatsbürger aushalten zu können. Das israelische Selbstbewusstsein macht das. Den Arabern fehlt das, deshalb gibt es immer wieder Ärger mit denen.
Ich denke darüber hinaus, dass seine Trauma nach dem Tod von Jacqueline du Pré auch die Verantwortung für seine ideologischen Wandlung trägt. Aber das wichtigste ist, dass er als Künstler einfach anders Tickt. Und das muss man wissen. Und die Schmierfinken von ZEIT sollen das auch wissen. Das was sie getan haben, nennt man in allg. MISSBRAUCH.
“Aber wer hat gesagt, dass ein Künstler gleichzeitig ein in der Realität verankerter Politiker sein sollte?”
Muss er nicht, aber dafür äußert er sich eben zu oft unqualifiziert. Warum eigentlich? Hat er einen inneren Zwang dazu? Woher kommt der? Daher wäre es besser, wenn solche Menschen einfach mal den Mund halten würden, denn man kann von einem intellligenten Menschen erwarten, dass er reflektiert was er sagt.
Das schlimmste ist, dass solche Leute auch noch ständig interviewt werden, weil deren verzerrte Realität so schön ins Konzept passt. Ich frage mich sowieso warum sich ausgerechnet solche Menschen immer wieder zu Israel äußern müssen.
früher haben sich solche Menschen jüdischen Glaubens taufen lassen müssen damit sich gewisse Türen öffnen.
Anscheinend ist das in unseren Tagen durch Israelkritik möglich.
@yael
Künstler sind oft extravertiert und haben inneren Zwang sich zu äußern. Dass sie dabei jede Menge Schrott absondern ist nicht besonders verwunderlich. M. Jackson hat auch jede Menge Unsinn verzapft, trotzdem wurde er King of Pop. Madonna ist auch mit ihrem Kabbalah-zwang und Muttertierinstinkt a bisserl irre, ist aber trotzdem eine Ausnahmekünstlerin geworden.
Die Künstler hätten natürlich die Klappe halten können, aber sie denken wirklich, dass sie richtig liegen und außerdem werden von Schmierfinken zur Aussagen gedrängt.
Ich glaube nicht, dass er von sich selbst zur ZEIT gegangen ist und sich anbat ein Interview zu geben. Eher umgekehrt. Und die Künstler sind eitel. Daher ist schon ziemlich unerheblich was D.B. von sich gibt. Das muss man nicht auf Goldwaage legen was er erzählt.
C.C. hat doch hingewiesen, dass die Schmierfinken von DIE ZEIT so stellten die Fragen damit sie die erwünschte Antworten bekommen. Die haben alles ausgeklammert, was den Leser nachdenklich machen könnte oder D.B. zum reflektieren seiner Aussagen bewegen könnte. Das war einfach eine Manipulation. Sowohl D.B. als auch der Leser wurden von den ZEIT Schmierfinken manipuliert.
Es ist leider so, dass viele Menschen sehen die größe Künstler ziemlich undifferenziert. Nach dem Motto. Er kann meisterhaft Klavier spielen, dann bestimmt ist auch alles was er sagt und tun ebenfalls meisterhaft. Dass es so nicht ist, hat D.B. mit seinem Interview bewiesen.
Für mich ist das nur peinlich was er tat, nicht wegen seiner Aussagen – was kann man schon von einem Klavierspieler und Dirigenten erwarten – sondern wegen der Verletzung der Loyalität- und Neutralitätprinzipien.
Ich habe ebenfalls drei Pässe. Und wenn ein von meiner Ländern sich mit dem anderen im einem Konflikt (auch bewaffneten) befinden würde, dann müsste ich mich schön daraus aushalten. Sonst würde ich Schizophren.
Und D.B. als Bürger von Israel und Palästina ist in einem Loyalitätkonflikt und soll sich deshalb davor hütten sich zu den politischen Angelegenheiten dieser Ländern äußeren. Bzw. sollte er auf den israelischen Pass verzichten. Dann kann er sich zum Propagandatuba der Palästinenser machen. Ohne Gewissenkonflikte.
der sollte bei seiner musik bleiben und dirigieren.
das schreiben sollte er lassen,davon versteht er
nicht all zu viel. schalom karl
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