In seinem großartigen Buch „Unter Linken. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“ (Ende letzten Jahres auf diesem Blog empfohlen) widmet SPIEGEL-Autor Jan Fleischhauer dem Juden- und Israelknacks der Linken ein eigenes Kapitel: „Opferneid – Die Linke und der Antisemitismus“. Leider wurde dieser Aspekt in der kürzlich im Fernsehen gezeigten Filmversion komplett ausgeklammert, was sogar sehr schade ist, denn selten hat jemand auf knapp 25 Seiten so treffend beschrieben, was da im Argen liegt – und beileibe nicht nur bei den deutschen Linken. U.a. finden sich dort Passagen wie diese:
Das Tabuverbot, die Juden als Problem zu sehen, hat auf der Linken gerade mal fünfundzwanzig Jahre gehalten. Es gehört zu den Errungenschaften der Achtundsechziger, hier einen ersten Schlussstrich gezogen zu haben. Seit Anfang der Siebziger darf man in den aufgeklärten Kreisen wieder ganz offen darüber reden, dass die Welt ein besserer Platz wäre, wenn sich die Juden ein bisschen am Riemen reißen würden. Es gibt ein paar Konzessionen an den Zeitgeist, statt von Juden spricht man jetzt von Israelis, aber jeder weiß, was gemeint ist.
Über eine gewisse “obsessive Besessenheit”:
Es ist für mich immer wieder verblüffend zu sehen, wie viele Menschen sich im Nahen Osten auszukennen scheinen. Ich war vor Jahren einmal in Israel, zusammen mit meiner Frau, die ich damals gerade kennengelernt hatte; es hat mir gefallen, muss ich sagen, das Wetter war gut, die Leute freundlich, es gibt viele historische Stätten zu besichtigen. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich mich, nur weil ich mal im See Genezareth geschwommen bin, nun als Israel-Experten empfinde. Schon gar nicht habe ich eine Idee, wie man die Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern lösen könnte, es ist mir auch nie in den Sinn gekommen, dazu einen Vorschlag zu erarbeiten. Aber mit diesem Desinteresse bin ich offenbar in der Minderheit: Es gibt gerade in Deutschland eine erstaunlich große Zahl von Spezialisten, die sich über die Lösung des Palästinakonflikts den Kopf zerbrechen und an einem Plan basteln, der die Region ein für alle Mal befrieden könnte. Das ist keine Spezialität der Linken, diese Art von Gedankenspiel scheint eine begeisterte Anhängerschaft in allen Lagern zu besitzen. Auf der Linken wird es nach meiner Einschätzung nur besonders passioniert betrieben. (…)
Nicht die Kritik an der israelischen Politik gibt zum Nachdenken über die Gemütslage der Kritiker Anlass, sondern die nahezu obsessive Beschäftigung mit diesem Ausschnitt der Welt, die Entschiedenheit im Urteil und die besondere Erregungsbereitschaft, mit der alle Überlegungen vorgetragen werden. Man könnte ja auch einmal umgekehrt fragen, wenn uns, beispielsweise, die Mexikaner laufend ihre Meinung zu Fragen der deutschen Innenpolitik kundtäten und dann ganz beleidigt reagierten, sobald wir ihre interessanten, aber leider ziemlich wirklichkeitsfremden Ansichten nicht gebührend ernst nähmen. Ich vermute, wir wären auch etwas befremdet, wenn unsere mexikanischen Freunde leidenschaftlich die Vor- und Nachteile der deutschen Einheit diskutierten und dazu lange Leitartikel verfassten und Podiumsdiskussionen abhielten. Uns würde wahrscheinlich der Verdacht beschleichen, dass die Mexikaner ein kleines Deutschenproblem hätten und sich besser um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern sollten. (…)
Ein Gutteil der deutschen Linken hat genaue Vorstellungen, wie sich die Juden in Palästina aufführen sollten und wie besser nicht, wenn ihnen ihre Zukunft lieb ist. Von Wolfgang Pohrt stammt die Formulierung vom „Täter als Bewährungshelfer“, der darauf achte, dass „seine Opfer nicht rückfällig werden“: Nichts aus der Geschichte gelernt zu haben, gilt hierzulande als besonders schwere Sünde, und die Juden haben sich in dieser Beziehung aus deutscher Sicht als besondere Enttäuschung erwiesen.
Über seltsame Allianzen:
(Israel) ist übrigens auch der einzige Staat in der ganzen Region, der seinen Bürgern alle westlichen Freiheitsrechte garantiert, inklusive Frauen, Homosexuellen und politisch Andersdenkenden, ein Novum im Nahen Osten. Nur in Israel gibt es ein gleiches freies Wahlrecht, nur hier darf jeder über alles debattieren, was ihm gefällt, und muss nicht fürchten, von irgendwelchen Schergen verschleppt zu werden, weil er mächtigeren Leuten auf die Füße getreten ist. Selbst die arabischen Einwohner genießen innerhalb der israelischen Grenzen Freiheiten, die ihnen in der muslimischen Nachbarwelt samt und sonders vorenthalten werden. Es gibt also aus der Sicht eines frauenbewegten, für Minderheitenschutz, Schwulenrechte und politische Selbstbestimmung eintretenden Durchschnittslinken durchaus Gründe, dem israelischen Staat die Daumen zu drücken, aber die Sympathien liegen in diesem Fall nicht selten bei den frauenverschleiernden, schwulenhassenden, minderheitenverachtenden Moslembrüdern im Umland. Tatsächlich kann nur allzu oft noch jeder palästinensische Selbstmordattentäter auf mehr Verständnis rechnen als ein israelischer Siedler, der im Geröllfeld bei Ariel oder Ofra sein Haus errichtet, da wird an deutlichen Worten nicht gespart.
Über groteske Besserwisserei:
Die Israelis haben durchaus eine Lehre aus dem Holocaust mitgenommen, wie sich zeigt, nur leider aus Sicht der internationalen Gemeinschaft der Weltverbesserer die falsche: Wo besorgte Friedensschützer zu Geduld mit den Terroristen raten, bevorzugen die Nachfahren der KZ-Überlebenden die Praxis von Prävention und Strafe. Anders als die Zuschauer von außen, die finden, man sollte die Ankündigungen einer zweiten Endlösung durch arabische Staats- und Parteiführer nicht so ernst nehmen, halten sie sich lieber an ihre Erfahrung, die ihnen sagt, dass sie denselben Fehler besser nicht noch einmal machen sollten. Begütigende Worte und ernste Ermahnungen haben in der Vergangenheit leider nicht so viel ausgerichtet wie von der Gemeinde der Friedensforscher in ihren Studien ausgewiesen.
Über die eigentliche Antriebsfeder:
Auf ihrer Suche nach einem Ersatzopfer, dass sie an die Brust drücken kann, ist die Israel-kritische deutsche Linke gleich um die Ecke in der nahöstlichen Nachbarschaft fündig geworden. Nun gilt der Palästinenser als der gute Mensch, dem man beistehen muss, als „Opfer der Opfer“, wie es der langjährige Bremer SPD-Bürgermeister Henning Scherf bei einem Empfang in seinem Rathaus für 50 Opferopfer so trefflich auf den Punkt brachte. Das ist die zweite Etappe der Umschuldungsaktion: Je mehr sich die Israelis an den Palästinensern versündigen, desto geringer wiegt die Schuld der Deutschen.
Wie gesagt: ein großartiges Buch, übrigens gerade in der aktualisierten Taschenbuchausgabe erschienen. Selten waren 8,95 € (in Österreich: 9,20 €) so gut angelegt.

Diese Rezension beschreibt die Realität ganz präzise. Manchmal frage ich mich jedoch, ob diese Linken wirklich Linke sind (Gibt’s doch eigentlich nicht mehr.) und ob sich dieses Denken nicht längst weit über die Grenzen der sogenannten Linken hinaus verbreitet hat.
Mein Eindruck ist, dass in allen Bereichen, insbesondere auch in der Politik und dort als Ausdruck der Wünsche des Wahlvolkes, Heuchelei und Bigotterie bereits alles Denken und Reden derart durchdrungen haben, dass kaum noch jemand auch nur ahnt, dass es sich eben nicht um eine brauchbare Realitätswahrnehmung handelt. Und das geht um wie ein Virus. Ich brauche nur irgendwo ein zufälliges Gespräch zu beginnen und schon bekomme ich eine Wiedergabe dieses “öffentlichen Diskurses” demonstriert. “Ein Angesteckter!”
Das erklärt mir praktisch – und ich nehme das mit Schaudern wahr – wie es sein konnte, dass nahezu ein komplettes Volk schon einmal dem Irrsinn verfallen war.
Das geht alles irgendwie “Wie von selbst” und “Hast Du nicht gesehen…”.
Da mache sich mal einer einen Reim drauf.
Hm, das Theme hat bei “unter Linken” eigentlich nichts mehr zu suchen. “Unter Deutschen” waere da passender, gerade nach dem unsaeglichen Bundestagsbeschluss.
Wobei die Vorreiterrolle der Linken natuerlich “gewuerdigt” gehoert…
Okay okay, ich kauf’s ja schon!
Ich bin zwar mit Tilman Tarrachs “Der ewige Sündenbock” noch nicht durch, aber man kann ja auch ein zweites Buch auf Lager haben.
Ich mag die relativ unaufgeregte Sicht auf Israel von Herrn Fleischhauer. Ich geb zu : Ich bin kein Freund Israels. Ich bin auch kein Freund von Belgien, Honduras oder Kanada. Wieso sollte ich das auch sein. Da ich auch nicht besonders altruistisch eingestellt bin, muss ich zugeben, dass ich eine Staatsgründung Israels nicht unterstützt hätte, ist diese doch bis heute Aufhänger für ziemlich viele Leute, die auch mir Aerger machen. Meine Ansicht dazu spielt aber keine Rolle, die Existenz Israels ist nun mal ein Fakt (und die Iraelis werden aus verständlichen Gründen einen Teufel tun, daran etwas zu ändern). Fakt ist, Israel ist in dieser Region die einzige Demokratie. Fakt ist, würden die arabischen Staaten ihre Minderheiten so behandeln wie die Israelis, gäbe es weniger Probleme auf dieser Welt. Was mir aber noch kein Friedensfreund beantworten konnte, war die entscheidende Frage : was soll Israel denn tun, um Frieden zu bekommen? Land für Frieden? Schon probiert, funktioniert nicht. Verhandlungen? Etwas schwierig mit Leuten, deren erklärtes Ziel es ist, Israel zu vernichten. Im Gegensatz zu all den “Nahostexperten”, Dialogaposteln und Dauerfriedensbewegten muss ich zugeben, dass ich keine Lösung dieses Problems sehe (und dieses auch nicht für das grösste Hindernis für den Weltfrieden sehe). Ich plädiere hier nur für ein bisschen Fairness in der Beurteilung. Ein irrer Gedanke könnte sein, dass mit der verminderten Verfügbarkeit von Erdöl in dieser Region auch die Bedeutung dieses Konfliktes abnehmen wird. Vorher kaum.
Wenn auch sonst einen scharfen Blick an den Tag legst, an das erdölbedingte Ende des Nahostkonflikts glaube ich nicht. Wenn es keinen Tropfen mehr gibt, gibt es immer noch ein paar Leute, die die muslimischen heiligen Schriften ernst nehmen. Diese teilen die Welt in dar al harb, das Haus des Krieges und dar al islam, das Haus des Islam. Mitten im Haus des Islam haben die Zionisten ihr Gebilde aufgebaut, was es zum Haus des Krieges macht, bis es wieder zum Haus des Islam wird. Leider so wahr, wie es simpel ist, kannst alles nachlesen oder irgendwelche Clips zum Thema ansehen.
Die Lösung, ja das ist eine gute Frage, wenn es eine gibt, sollte sie fast jeden Aspekt beinhalten, sonst wirds mal wieder nix, weil man nur Symptome kuriert hat.
Mein Lieber, selbstverständlich glaube auch ich nicht, dass der Konflikt in dieser Region mit dem Mangel an verfügbaren Erdöl daselbst abnehmen wird. Die Bedeutung desselben für die restliche Welt aber sicherlich schon. Und das wird für Israel sicher nicht schlecht sein.
yoyojon und peter haben durchaus recht, wie ich finde. Könnte man als Mainstream bezeichnen. ‘– und ich nehme das mit Schaudern wahr – wie es sein konnte, dass nahezu ein komplettes Volk schon einmal dem Irrsinn verfallen war.’ Eine Ahnung kann man davon bekommen seit der Murmelflotte, Volk und Volksvertreter sind da einer Meinung.
Ich wünschte, ich wäre in alltäglichen Diskussionen so wortgewandt wie dieser Herr auf dem Papier, hätte immer alle Argumente parat und wäre nie vor Wut sprachlos.
Das erinnert mich an ein treffendes Zitat (weiß leider nicht mehr, von wem es kommt):
Ein Linker ist einer, der ganz laut “nie wieder” schreit und gleichzeitig diejenigen verteidigt, die an einem “diesmal endgültig” arbeiten.
Max,
als Stellvertretung für den Kampf zwischen einer humanistischen und demokratischen Weltanschauung und dem Islam hat der Nahostkonflikt schon eine nicht zu unterschätzende, weltweite Bedeutung. Daher polarisiert er auch wie kaum ein zweites Thema.
Ich stimme aber zu, dass keine Lösung in Sicht ist, denn: Erdöl ist irgendwann weg…Antisemitismus nie.
Lieber Jan, das ist schon längstens kein Nahostkonflikt mehr. Es dauert nur noch, dass dies die Europäer begreiffen. Die Bedeutung von Israel in diesem konflikt wird abnehmen, im gleichen Masse wie der weltanschauliche Konflikt mit der westlichen Welt klarer wird.
nur hier darf jeder über alles debattieren, was ihm gefällt, und muss nicht fürchten, von irgendwelchen Schergen verschleppt zu werden,
das sah John Mearsheimer kürzlich aber mal ganz anders, als er deutlichst andeutete, sollte er vorzeitig dahinscheiden, niemand dem … auf die Finger klopfen würde – weiß nicht mehr genau, wo das Zitat stand, aber es war irgendwie im Zusmamenhang mit nem neuen Uni-Kurs von ihm über irgendwas mit Nahost und handverlesenen Studenten. Eins stimmt allerdings, Mearsheimer fürchtete sich meiner Erinnerung nach nicht vorm Verschlepptwerden sondern vorm Komplett-Garaus.
Sehr schön ausgesuchte Textstellen! Vor allem der letzte Abschnitt ist eine wunderbar prägnante Beschreibung von Haury’s “Sekundären Antisemitismus”.
Falls jemand gern mehr über den Antisemitismus/Antizionismus in der Linken und seine ideologischen Grundlagen wissen möchte, so sei er an ein Dossier von D-A-S-H verwiesen: http://www.d-a-s-h.org/PDF/Dossier07_Nahost.pdf
Hier sind einige sehr interessante Ergüsse von Haury zu finden.
Ist ja alles schön und richtig, nur sollte man bei Gelegenheit auch mal darauf hinweisen, dass die Kritik am Antizionismus/Antisemitismus in der Linken schon Anfang der 90er aus (Teilen) der (radikalen) Linken selbst formuliert wurde, da gab es Jan Fleischhauer noch gar nicht.
Die Zeitschriften “Konkret” und “jungle world”, die sich explizit als “linksradikal” verstehen, gehören zu den schärfsten Kritikern ebenjener antizionistischen Linken und seien hier ganz uneigennützig empfohlen.
Stimmt. Die werden von Fleischhauer auch erwähnt, weil etwa Gremliza schwer dafür angefeindet wird.
@ Claudio
Ähm, ja. Sollte ich wirklich mal machen. Ist ja zu dem auch noch recht günstig.
Man darf Linke nicht als homogene Masse verstehen sondern muss, wie sonst auch immer, differenzieren. Wenn Fleischhauer von “Linken” spricht, dann habe ich es so aufgefasst, dass er die politische Linke meint. Ohne mich da jetzt zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen würde ich behaupten, dass diese überwiegend anti-imperialistisch geprägt ist. Zudem kommt dieser Anti-Imperialismus meist mit Israelkritik (Israel = imperialistischer Staat = ganz böse) und einer Liebe zum “unterdrückten” palästinensischen Volk.
Neben dieses sogenannten “Anti-Imps” gibt es noch eine weitere Strömung in der linken Szene: die Antideutschen. Diese äußern sich meist pro-israelisch und sehen die Deutschen in einer Bringschuld für die begangenen Verbrechen an Juden, welche noch nicht abgegolten ist. Hier (und noch an anderen Stellen) gibt es massive Reibungspunkte der beiden Strömungen und eigentlich kann man sich nicht leiden.
Wenn also die “Jungle World”, das Sprachrohr der antideutschen Strömung in Deutschland, die anderen Linken für ihren Israelhass anprangert, dann sollte das nicht weiter verwundern. Man sollte sich eher darüber freuen, dass es auch bei den Linken Leute gibt die weiter denken können als von der Wand bis zur Tapete.
Und insofern hat Fleischhauer mit seiner Beschreibung der Linken auch Recht, wenn man es auf die “Anti-Imps” bezieht. Vielleicht sollte er nochmal etwas klarer machen welchen Teil der Linken er meint.
Einfach mal das ganze Buch lesen. ;o)
Für deutsche Kommunisten sind doch schon immer nur Antifaschisten verfolgt worden. Wenn Juden verfolgt und ermordet wurden, sind sie nachträglich von VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) und anderen Ablegern der SED nachträglich zu Antifaschisten ernannt worden.
Da Antifaschisten nun schlecht die Shoa und die Vernichtungslager im Osten leugnen konnten, hat man Buchenwald zum zentralen Ort der nationalsozialistischen Verbrechen gemacht, gewissermaßen in Konkurrenz zu Auschwitz, Chelmno, Treblinka und Maidanek.
Allein schon mit der Namensgebung, VVN, haben sich die Kommunisten 1947 einen Alleinvertretungsanspruch als Opfer und des Nationalsozialismus und Interpreten der Geschichte des III. Reiches sichern wollen.
Die “Opferkonkurrenz” setzte also unmittelbar nach dem II. Weltkrieg ein. Wer Jorge Semprun und Eugen Kogon gelesen hat, wer die Geschichte von Kurt Schumacher kennt, weiß, das es diese Konkurrenz schon in den Lagern gab.
es ist irgendwie erstaunlich, dass jeder dahergelaufener linke Israeli der sich irgendwie in Deutschland zu etablieren versucht und unverschämterweise seine Heimat in Busch und Bogen verdammt, sofort einen Resonanz in den Medien und Politik findet, zu Podiumdiskussionen eingeladen wird und mit FriedensPreisen oder Verdienstkreuzen bedacht wird. Die deutschen Linke gibt zu verstehen: Das ist der gute Israeli, der hat was aus der Verbesserungsanstalt Oswiecim gelernt. Der würde mit einem palästinensischen Winnetou gern die Friedenspfeiffe rauchen. Nicht wie der Lieberman, der Ultrarechte Nationalist. Pfui.
So eine dämmliche linke Denke fällt auf fruchtbaren Boden bei solchen Nerds wie der falsche Doktor mit seinem Bluesharp, oder die gescheiterte Kommunistin Fela oder die durchgeschnappte Iris. Man fühlt sich wichtig, weil die deutsche linke Presse ist den Renegaten irgendwie zugeneigt. Nu, wenn man damit irgendwie das Geld verdienen kann, dann warum nicht? Wenn man kein Gewissen hat, dann ist das doch Sch..egal, ob man kein Gewissen in Israel oder ín Deutschland hat. Oder?
Ein Israeli, der die israelische Regierung kritisch beurteilt findet immer den Weg in die Medien und kann mit der Unterstützung der linken Bekloppten und Bescheurten rechnen.
Da müssen die Exiliraner sehr neidisch sein. Im Iran geht es beaknnterweise den Minderheiten (wie Bahaioder Schwule) ziemlich beschießen, aber die Linke hat damit keine Probleme. Die Besonderheiten der islamischen Kultur sind zu respektieren. Es handelt sich doch um Wilde. Und die Wilde sind per se gut. Anders als Israelis, die eigentlich unsereine sind, also prinzipiell keine Wilde und müssen sich deshalb schämen dafür wie sie mit dem Winnetou und Pocahonta umgehen.
Für mich persönlich ist Linke so eine Gruppierung, die in der Kindheit zu viel von Karl May gelesen hatte. Und das prägt.
shalom .ich habe die berichte mit intersse gelesen.
ich möchte nur auf einige punkte eingehen.das sich in deutschland jede menge menschen als
israelspezialisten ausgeben ist bekannt. das sind
meistens leute die einmal eine kurze rundreise in israel gemacht haben,oder israel garnicht gesehen oder mit einem israeli gesprochen haben.die meisten sind anti semitisten. leider
wächst in deutschland der judenhass immer mehr,auch auf grund der vielen millionen musleme. die linken hatten sich in der nazizeit und danach fast immer auf der seite der juden gestellt. die linken, ich meine die sozialisten haben inder nazizeit viele juden geholfen und versteckt.das werde ich denen nie vergessen.
shalom karl
Ein kleines Gegengewicht zu der Gleichung “links=antiisraelisch” oder auch “links=Muslime alle lieb” zu liefern:
http://jungle-world.com/artikel/2010/38/41785.html
Und auch für sich selbst lesenswert und erschreckend.
Ich bin auch kein Freund Israels. Auch kein Feind. Ich finde, Israel sollte das Recht wie alle Staaten haben, seine territoriale Integrität und Souveränität zu verteidigen und jeden Angriff auf seine Staatsbürger entschieden abzuwehren. Und weil es das nicht darf und soll, nach Meinung der Guten, hat Israel meine Sympathie.
“So hat selbst er gemerkt, daß viele, die sich für links halten, in Wahrheit Antisemiten deutscher Tradition sind. Statt denen nun aber ihren Antisemitismus vorzuwerfen, sagt er: Typisch links – alles verlogene Antisemiten! Von da aus ist es nur noch ein Katzensprung zu seiner Überlegung, ob nicht auch Hitler in Wirklichkeit ein Linker war. Wie man mit einer derart eklatanten Links-Rechts-Schwäche überhaupt unversehrt über die Straße kommt, ist mir schleierhaft.”
http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=%F6dipussisrache&jahr=2009&mon=07
[...] via Spirit of Entebbe [...]
Weiß hier jemand warum sich JF pol. als “bürgerlich bis Monarchist” einstuft?
Wenn Sie allen Ernstes glauben der Rest der Menschheit hat
nix besseres zu tun als sich in Obsessionen bzgl Juden
und Israel zu ergehen wuerde ich raten: Sie sollten sich
selbst vielleicht ein bisschen weniger wichtig nehmen –
auch wenn’s schwer faellt… Und was die ‘Ratschlaege’
angeht: da es in diesem Land unmoeglich ist Israel zu
kritisieren ohne als Antisemit denunziert zu werden,
verpackt man sowas halt in Form von ‘gutgemeinten
Ratschlaegen’ oder schuetzt Besorgnis um ‘das Wohl Israels’
vor. Wenn Sie diesen bullshit ernst nehmen: selber schuld. Wenn mir im uebrigen Leute, die mir in jedem 3.
Satz erklaeren der Rest der Menschheit wuerde sie fuer
ihre blosse Existenz hassen und die sich endlos
damit beschaeftigen koennen mit grammatikalischen und
semantischen Haarspaltereien eine ‘antisemitische
Berichterstattung’ in deutschen Medien ‘nachzuweisen’,
mit verquastem Psycho-Murks kommen, dann kann ich
nur milde laecheln. Dito der ‘Opferneid’: ich stimme
durchaus zu dass es Leute gibt, denen mangels eigener
Errungenschaften nix anderes uebrigbleibt als sich an
der Vorstellung hochzuziehen das aermste Schwein der Welt
zu sein, und kann gut sein dass einige davon in dem
Wahn leben dass andere sie um ihre tolle ‘Opferrolle’ auch
noch beneiden – aber ich wuerde diesen Menschenschlag
eigentlich wo ganz wo anders verorten als unter ‘Linken’.
Also lassen Sie Ihre tiefempfundene Sorge um den
Gemuetszustand von uns tumben antisemitischenTeutonen-
Orks doch einfach stecken. Wenn Sie unbedingt
amateur-psychiatrisch taetig werden moechten, wuesste ich da wesentlich lohnendere Objekte….
3. Das vermeintliche Verbot der „Israelkritik“ oder: die „Antisemitismuskeule“ – „Israelkritiker“ halten sich für mutige Menschen, die Tabus brechen, Denkverboten trotzen und unter widrigen Umständen die unbequeme Wahrheit sagen. Und sie sind sportlich, schließlich müssen sie ständig der „Antisemitismuskeule“ ausweichen, die allenthalben geschwungen wird. Interessant wird es dabei immer dann, wenn man einmal einen „Israelkritiker“ fragt, wer eigentlich behauptet, man dürfe Israel nicht kritisieren, und vor allem: wer dieses Verbot überwacht und durchsetzt. Denn diese Instanzen muss es ja zwangsläufig geben, sonst hätte es keinen Sinn, überhaupt die Existenz eines Verbotes zu behaupten.
Doch nicht wenige „Israelkritiker“ schauen einen bei dieser Frage erst einmal verständnislos an. Sie halten ihre Behauptung für dermaßen selbstverständlich, dass sie sich wundern, wie man sie überhaupt hinterfragen kann. Etwas kleinlaut kommt dann vielleicht der Zentralrat der Juden in Deutschland ins Spiel, der sich doch ständig zu Wort melde und sich in alles einmische. Oder ganz allgemein „die Politiker“, die Rücksicht sowohl auf den Zentralrat als auch auf Israel zu nehmen gezwungen seien (auch hier müsste man wiederum fragen: gezwungen? Von wem?). Oder die israelische Botschaft. Oder „das Ausland“, das die Deutschen im Grunde genommen immer noch für Nazis halte. Besonders Mutige sprechen auch schon mal von einer „zionistischen“ oder gar „jüdischen Lobby“, die Deutschland im Griff habe: seine Medien, seine Politiker, seine Wirtschaft. In jedem Fall muss es sich um ziemlich einflussreiche Einrichtungen handeln, die da ein Verbot der „Israelkritik“ dekretiert haben und es mittels der „Antisemitismuskeule“ auch gewaltsam durchsetzen.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Natürlich existiert ein solches Verbot nicht. Das vermeintliche Tabu ist vielmehr eines, das die „Israelkritiker“ selbst erfunden haben, damit sie es anschließend umso lustvoller brechen können. Dahinter steht das Raunen über die angebliche Allmacht der Juden, die die Welt kontrollierten, manchmal ganz offen, aber vor allem: im Verborgenen. Den Zentralrat beispielsweise stellt man sich in dieser Logik als einen Verband vor, der überall seine Finger im Spiel hat und dem deutsche Politiker sowie die Medien aus einem schlechten Gewissen heraus geradezu hündisch ergeben sind. Israel hält man für ein waffenstarrendes Land, das zudem über eine gewaltige Lobby in den USA verfügt und darüber deren Außenpolitik dominiert. Nicht selten hört man in diesem Zusammenhang auch den Vorwurf, die Juden im Allgemeinen und Israel im Besonderen instrumentalisierten den Holocaust für ihre sinistren Zwecke, das heißt: Sie missbrauchten ihn zur Legitimierung israelischer Schandtaten. Solche Allmachts- und Verschwörungsfantasien haben mit der Wirklichkeit nichts gemein, sondern verweisen vielmehr auf die Sehnsüchte derjenigen, die sie kolportieren. Das ganze Gerede vom jüdischen Einfluss auf die deutsche Politik, von der jüdischen Kontrolle der Medien und von der jüdischen Herrschaft ist eine Projektion von Antisemiten, die ihre „Israelkritik“ auf diese Weise als Notwehrmaßnahme ausgeben. Ginge es nach ihnen, wäre die Welt längst vom „jüdischen Joch“ befreit.
http://mideastfreedomforum.org/de/node/123
Es ist im politischen Geschaeft in Deutschland immer
ein gefundenes Fressen wenn man dem politischen
Gegner irgendwas mit Antisemitismus anhaengen kann
- das wird wohl kaum ein vernuenftiger Mensch
bestreiten. Und dagegen sichern sich die Leute eben
an indem sie Kritik an Israel als ‘Sorge um Israel’
deklarieren. Das ist aber wie gesagt einfach politisches
Routine-Geschaeft und hat mit irgendeiner
Verschwoerung garnix zu tun.
Wie schon geschrieben: Sie sollten sich vielleicht selbst
etwas weniger wichtig nehmen….
Wenn Sie nicht in der Lage sind Kritik an Israel vom Antisemitismus unterscheiden zu können, ist jede Diskussion obsolet und ausschließlich Sie argumentieren mit einem Todschlagargument.
Wenn sich jemand Sorgen machen will, kann er ein weites Feld finden: Kongo, Dafur usw.
Siehe hier: http://www.powerlineblog.com/archives/2010/09/027265.php
Aber das interessiert ja von denen kein Mensch, denn ohne deren Judentick können die eben nicht leben.
Stichwort Wichtig nehmen. Dann fangt ihr man endlich an!
mmmh “spiderman”
iss ja niedlich, kommt der öfter hier vorbei?
Hah! Irgendwie scheint es um die teutsche Realitätsverweigerung *noch* schlimmer zu stehen als befürchtet… sach mal “spiderman” gehts noch!? Israel wird permament kritisiert, häufiger und unfairer als jedes andere Land auf dieser Welt, Nordkorea inclusive. Iss ihnen das nur nicht aufgefallen (keine Zeitungen, kein Fernsehen, keine Kneipengespräche, kein Internet (naja, irgendwie sind sie ja hier…)- oder hätten sie die Anti-Israel-Hetze gerne *noch* heftiger!?
Das würde dann allerdings die Vermutung bestätigen, daß alle, die behaupten “Israel dürfe ja in diesem Lande nicht kritisiert werden!” hochgradig verpeilt sind…
Lachhaft: “Sorge um Israel”. Wer sorgt sich denn in diesem Lande (oder sonstwo) um Israel. Die Leute sorgen sich um sich selbst und um ihr Image als “moralisch hochstehend”, und das bekommen sie derzeit eben als “Verteidiger der Underdogs”, also etwa der Palästinenser. (Und den traditionellen, versteckten Antisemitismus können sie gleich mit ausagieren, etwa “Letztlich haben sie unseren Herrgott ans Kreuz geschlagen” oder auch nur “einfach wie man es eben weiß”). Darüber hinaus ist ihnen Israel so wurscht wie die Palästinenser.
“Sorgen um Israel” machen sich die Israelis und ein beträchtlicher Teil der Juden weltweit und dann noch ein paar Wenige andere.
So ist es. Um mal wieder Satre und Adorno zu bemühen:
Satre: “So erscheint uns die antisemitische Gesinnung als Molekül, das man mit was immer für anderen Molekülen kombinieren kann, ohne dass es sich verändert. Somit kann jemand ein guter Gatte und Vater, ein Musterbürger, hochgebildet, ein Philanthrop und andererseits ein Antisemit sein. Er kann die Freuden der Liebe und die Freuden des Angelsports lieben, in religiösen Dingen tolerant, voll großmütiger Ideen über die Lebensbedingungen der Eingeborenen Zentralafrikas sein und andererseits die Juden verabscheuen.”
Theodor W. Adorno: “Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute”, Vortrag von 1962: “Ein besonders hintersinniges Argument ist: ,Man darf ja gegen die Juden heute nichts sagen.’ Es wird sozusagen gerade aus dem öffentlichen Tabu über den Antisemitismus ein Argument für den Antisemitismus gemacht: Wenn man nichts gegen die Juden sagen darf, dann – so läuft die assoziative Logik weiter – sei an dem, was man gegen sie sagen könnte, auch schon etwas dran. Wirksam ist hier ein Projektionsmechanismus: Dass die, welche die Verfolger waren und es potenziell heute noch sind, sich aufspielen, als wären sie die Verfolgten.”
Ich habe Textabschnitte aus dem Buch von Jan Fleischhauer, die Sie in Ihrem Beitrag wiedergeben, in mein Blog kopiert, weil sie gut zu meinen Anmerkungen zur Preisverleihung an David Grossman passen. Selbstverständlich habe ich sowohl Jan Fleischhauers Buch als auch Ihr Blog als Quellen angegeben. Danke!
[...] bei Claudio Casula „Opferneid“ 2010 (zuletzt abgerufen am 11.10.2010) Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem [...]
[...] bei Claudio Casula „Opferneid“ 2010 (zuletzt abgerufen am 12.10.2010) Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser [...]