Das Gegenteil dessen, was man in Italien unter dem schönen Begriff fare una bella figura versteht, ist in Gaza Landessitte, wofür u.a. hier, hier und hier Beispiele aufgeführt werden und was ein Vorfall von heute einmal mehr unterstreicht. “Spontaner Volkszorn” als vollendeter Ausdruck der Leidens- und Empörungskultur. Allein: Kultur ist eben doch was anderes als Zivilisation.
Ein Besuch von Frankreichs Außenministerin Michèle Alliot-Marie im Gaza-Streifen ist am Freitag von Protesten wütender Palästinenser begleitet worden. Der Konvoi der Politikerin wurde bei der Einreise in das Gebiet mit Schuhen beworfen. Alliot-Marie hat sich den Zorn mit einem Besuch beim Vater des im Jahr 2006 von palästinensischen Extremisten entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit zugezogen. Einer der rund 50 Demonstranten kletterte auf das Auto der Ministerin.
Abenteuerurlaub
Wetten, die Franzosen werden trotzdem weiter philistinensische Krankenhäuser sanieren?
Oha…”Israelfreundlichkeit”… dieser Vorwurf wiegt schwer. Sie wird wohl zurücktreten müssen.
Es scheint, die Agenturen haben da a bisserl Dampf rausgenommen, denn andere Berichte sagen, daß der Konvoi durch das Leben von Kindern auf die Straße zum Anhalten gebracht wurde. Haniyeh sol übrigens Verständnis für die Idioten beäußert haben à la Alliot-Marie ist selber schuld, wenn sie was Israelfreundliches sagt.
Frage:
was sind das für Eltern, die ihre KInder da hinlegen? Können die sich gar nicht vorstellen, daß mal einer vom Sicherheitspersonal die Nerven verlieren und aufs Gaspedal drücken könnte? oder nehmen sie das Risiko billigend in Kauf?
schließlich kommen die Kleinen ja dann wohl ins Paradies incl. Anspruch auf die berühmten 72.
Nun, es sind wohl die gleichen Eltern, die ihre Kinder hautnah dabei sein lassen, wenn sich “Militante” in unmittelbarer Nähe Feuergefechte mit der IDF liefern.
Antwort:
In Kulturen, in denen durchschnittlich acht Kinder pro Familie leben, haben Eltern ein anderes Verhältnis zu Kindern als in Kulturen mit Einzelkindern.
Einspruch
das ist kompletter Nonsense
es liegt nicht an der Zahl der Kinder, es liegt am Mangel an Verantwortungsgefühl der Erwachsenen
und es liegt auch nicht an dem was Durchschnitt ist.
So etwas kann nur einer behaupten, der nie in ner Vielkinderkultur gelebt hat und das, was Heinsohn vertritt, komplett und hoffentlich nicht in böser Absicht mißversteht und über den engen Kontext, in dem was dran ist, hinaus ausdehnt.
“es liegt nicht an der Zahl der Kinder, es liegt am Mangel an Verantwortungsgefühl der Erwachsenen”
Soso. Nonsense oder Blödsinn? Vielleicht Rassismus?
der rassistische? Nonsense, daß es Vielkindereltern weniger ausmache, wenn ein’s wegstürbe als in unseren zweifellos mit höherer Empfindsamkeit gesegneten Kreisen, war bei Anthropologen ne Zeitlang state of the art.
Zumindest schließe ich das daraus, daß vor geraumer Zeit eine Erkenntnis als neu berichtet wurde, nachdem man das stoische Weiterfunktionieren von Müttern und Vätern?, deren Kinder verhungert oder sonstwie dahingeschieden waren, mal a bisserl gründlicher angeschaut hatte.
oops es können auch Ethnologen gewesen sein. Ich kenne mich da in Akademikerkreisen nich so aus, aber eins iss sicher, es waren zertifizierte Autoritäten für die Beurteilung fremder Völker Sitten und Gebräuche.
Wahrscheinlich kommt da einiges zusammen.
Wichtiger ist dabei wohl die Bedeutung die der einzelne generell im gesellschaftlichen Kontext hat: ist die Kultur eher kollektivistisch oder individualistisch verfasst?
Ist sie das was man postheroisch nennt, oder hängt sie einem mythisch verklärten Ideal von Blut und Boden an?
Das sind jetzt keine wertenden umgangssprachlichen Begriffe!
Aus einer Soziobiologischen Perspektive ist natürlich ein Einzelkind für die Familie “wertvoller” als wenn es eines von vielen wäre.
“Aus einer Soziobiologischen Perspektive ist natürlich ein Einzelkind für die Familie „wertvoller“ als wenn es eines von vielen wäre.”
Wirklich? Ist das kein kompletter Nonsense? Es liegt doch nicht an der Zahl der Kinder, sondern am fehlenden Verantwortungsgefühl der Eltern! Araber sind doch verantwortungslos!?
Jeder kann natürlich seine eigene Meinung dazu haben.
Mich wundert nur, dass du es jetzt anders siehst, immerhin hast du dich eingangs selbst vergleichbar geäußert.
Ergänzend:
Wenn alle Erwartungen und Ressourcen einer Familie auf ein Kind konzentriert sind, dann wird diesem Kind natürlich mehr Wert beigemessen.
Wobei kulturell bedingt auch das Geschlecht eine Rolle spielen kann.
In einer arabischen oder indischen Familie mit nur einem Sohn werden die 5 Töchter eher als Belastung gesehen (teils muss man noch deren Hochzeit finanzieren), während der einzige Sohn eine Frau als Arbeitskraft ins Haus bringt und die Familienlinie weiterführt.
Nein, ich habe mich nicht vergleichbar geäußert.
Wenn Du den Unterschied nciht siehst, ist das Dein Problem.
Ob und welche materiellen Probleme Eltern mit ihren Kindern haben ist eine Sache.
Liebe und Bindung sind nicht damit verbunden und wer immer da rumphantasiert und rumstatistikt, sollte sich dessen immer schön bewußt bleiben.
Irgendwie habe ich das Gefühl Ihr wollt Euer ach so einfaches Rechenexempel gern um jeden Preis aufrechterhalten.
Wäre die “Kultur” in “meinem” Dorf nicht derart gewesen, daß es die Verantwortungslosigkeit des Vaters, der seinen Sohn mit aufs Dach nahm, normal fand, würde er es sicher nicht getan haben, doch zuerst ist es seine Entscheidung.
Diese Kultur des “das war schon immer so und das xy damals abgestürzt ist, war seine eigene Schuld” begann sich damals übrigens gerade zu ändern, weil einige Junge Karriere in der Bauindustrie gemacht hatten und anfingen, die dort gelernten Sicherheitsregeln als Norm zu propagieren.
Besagter Vater hatte übrigens nur zwei Söhne. War er deswegen so bereit, das Risiko einen zu verlieren einzugehen?
Relax, anti3anti war gemeint.
@xerios: Mein kleiner Beitrag war rein zynisch und benutzte die Argumente von Silke.
Wir beide sind einer Meinung!
es sind die gleichen Eltern, die ihren Kindern erlauben in einer Situation mit “Potential” Soldaten mit Lärm zu foltern – letztes Video in dem Post – was wäre gewesen, wenn einer der ihren es gut gefunden hätte, mal a bisserl zu “snipern”?
http://yaacovlozowick.blogspot.com/2010/07/on-sliding-into-muck.html
“Heute weiß jeder, die Muslime haben mehr Ehre”
Solange das Kind in der Familie lebt, kostet es Geld. Wenn das Kind als Märtyrer stirbt, bringt es richtig Geld. Siehe auch Schlußteil dieses Artikels (deutsch) oder hier (englisch).
Ich bin eines vn 6 kindern, und meine muter liebt jeden von uns uns ganz sicher ebensosehr wie sie es wuerde wenn ich allein waere
Herzlichen Glückwunsch!
http://anti3anti.wordpress.com/2010/11/16/die-seite-3/
wer bin ich, daß ich es wagen könnte, den allgemein anerkannten Standpunkt der Soziobiologie Nonsense zu nennen.
ich kann nur hoffen, daß die Mütter jener Wissenschaftler ihnen beim Verkünden solchen Unsinns ganz altmodisch die KochLöffel um die Ohren hauen.
aber was will man schon von ner Branche erwarten, die es schick und angesagt findet, sich über so Abartigkeiten wie das Trolley Problem Gedanken zu machen
es gibt Fragen, die lassen sich nur Einzelfall für Einzelfall beurteilen und dazu gehört die Frage, wieviel Pein es Eltern bereitet, wenn ihrem Kind etwas Schlimmes widerfährt.
Die Diskussion, ob es da einen Maßstab geben könne, ist an sich schon unanständig.
Mein bäuerlicher Nachbar gestattete seinem nicht gerade konzentrationsstarken Sohn ungesichert beim Decken des Daches zur Hand zu gehen. Verantwortungsbewußt? sicher nicht.