Anmerkungen zu nicht lange zurückliegenden, gegenwärtigen oder in naher Zukunft dräuenden Ereignissen sowie Personen, ohne die diese Welt reicher wäre.
A wie Antizionisten
Nach dem überwältigenden Propagandaerfolg des Mavi-Marmara-Zwischenfalls wollen die „Aktivisten“ es noch einmal wissen. Im Mai soll eine weitere Flottille von 15 Schiffen zwar nicht den Palästinensern helfen, aber doch den Israelis schaden. Da auch im Licht ganz anderer Erkenntnisse trübe Gestalten an ihrer grotesken Darstellung der Ereignisse an Bord festhalten, ist eine Neuauflage der dreisten Inszenierung so gut wie sicher.
B wie Boykotteure
Trotz des aufopferungsvollen Einsatzes von Bremer Friedensfreunden, welche die gute alte deutsche Tradition des “Kauft nicht bei Juden” wiederbeleben wollten, habe ich gestern auf dem Wochenmarkt schon wieder Datteln und Clementinen aus Israel gesehen. Am Stand eines Türken! Auf die Volksgenossen ist offenbar genauso wenig verlass wie auf Bürger mit Migrationshintergrund. Ein idealer Aufhänger für den nächsten “Kommentar des Monats”. Melzer, übernehmen Sie!
C wie Coalition of the Willing
Anzahl von Staaten, die dem Diktator Gaddafi beim Versuch in den Arm fallen, aufständische Bürger wie tolle Hunde zu erschlagen. Wir Deutschen machen da nicht mit. Wir sind für die Maus, aber auch für die Katze.
D wie Dilemma
Israel will den Frieden, die Hamas ist scharf auf Krieg. Was tun, wenn man sich auf einen „Friedensprozess“ eingelassen hat, aber naturgemäß mehr zur anderen Seite neigt? Einerseits möchte die Fatah ja ein bisschen Frieden, um Verhandlungspartner, Vermittler und Sponsoren bei Laune zu halten, andererseits aber auch ein bisschen Terror, damit man der eigenen, entgegen weit verbreiteter Meinung noch immer nicht geänderten Charta nicht untreu wird und vor den arabischen Brüdern nicht als Verräter dasteht. Wie der kostbare Zwischenzustand zu erhalten ist, wird Mahmud Abbas beim nächsten Raïsparteitag dringend thematisieren müssen.
E wie Eichmann
Vor ziemlich genau 50 Jahren in Jerusalem angeklagter Nazi-Kriegsverbrecher, der als Organisator des Massenmords an den europäischen Juden unermüdlich und kreativ war, sich aber am Ende hängen ließ. Zum Jahrestag des Eichmann-Prozesses werden diverse TV-Dokumentationen ausgestrahlt.
F wie Fogel
Siedlerfamilie, die von einem palästinensischen Freiheitskämpfer im Schlaf getötet wurde. Da sich noch niemand persönlich zu diesem heroischen Akt bekannt hat, konnte noch keine Straße nach ihm benannt werden.
G wie Goldstone
Richter, der sein harsches Urteil fällte, nachdem er den Anklägern sein Ohr geliehen hatte. Jetzt hat er eingesehen, dass der Angeklagte weitaus glaubwürdiger war, was diesem allerdings, da längst verurteilt, nichts mehr nützt. Neben den Verleumdern steht jetzt immerhin auch der ehrenwerte Mr. Goldstone ohne Hemd und Hose da, von einem Verleger in Neu-Isenburg ganz zu schweigen, dem der „Report“ gleichsam als Bibel galt. Tja.
H wie Hamas
Juristische Expertengruppe mit Schwerpunkt Internationales Recht.
I wie Intifada-Seite
Auf Facebook gelöscht, weil sich ein Herr Edelstein bei einem Herrn Zuckerberg beschwert hatte. Darf man jetzt schon nicht mehr zur Gewalt aufrufen, nur weil es Juden nicht passt? Gemein!
J wie Jerusalem
10.000 Läufer hecheln durch eine Stadt. So what, könnte man sagen. Allein, wenn die Stadt Jerusalem heißt, bleiben Ärger und Proteste natürlich nicht aus. Da sollte die Strecke doch tatsächlich auch durch arabische Stadtteile führen. Unerhört!
K wie Klageweib
Seit dem tragischen Zerwürfnis zwischen Evelyn Hecht-Galinski und dem Betreiber der Plattform für die publizistischen Ergüsse der „Tochter“ hat sich Abraham Melzer das Narrengewand übergeworfen.
Inhaltlich und stilistisch ist das Ergebnis so armselig, dass der Wechsel dem uneingeweihten Betrachter gar nicht auffallen dürfte.
L wie Lachnummer
Neulich im Deutschlandfunk. Frage der Moderatorin: „Was bekommen denn die Menschen in Tripolis von den Bombardierungen mit?“ – Korrespondent: „Nun, sie haben die Möglichkeit, sich über die staatlichen Rundfunksender zu informieren…“
M wie Mentalist
Ein palästinensischer Ingenieur verschwindet in der Ukraine aus einem Zug – und taucht in einem Knast in Israel wieder auf.
(Palästina-Portal)
Dabei ist der Mann doch nur ein Ingenieur, wirklich! Wie dieser hier.
N wie Naqba-Ausstellung
Ausgefallene Darstellung eines tragischen Ereignisses. Weil 1948 aus der Auslöschung der Juden (Azzam Pascha, 1. Generalsekretär der Arabischen Liga: „Dies wird ein Krieg der Vernichtung [gemeint: der Juden] und ein gewaltiges Massaker, von dem man einmal in derselben Weise wie von den Massakern der Mongolen und den Kreuzzügen sprechen wird“) nichts wurde und stattdessen die Angreifer zu großen Teilen ihre Heimat verloren, muss diese historische Ungerechtigkeit in jeder größeren Stadt bejammert werden. Ersatzweise wird ein Wehklagen angestimmt, wenn ein OB eine derartige Obszönität in öffentlichen Räumen untersagt.
O wie Opfer, zivile
Seltsam, dass die Franzosen Ende August 1944 so euphorisch die Befreiung von Paris feierten – immerhin waren bei den Kämpfen in der Normandie rund 20.000 unschuldige Bürger umgekommen. Wie auch immer: In Libyen oder Afghanistan sind zivile Opfer unter allen Umständen zu vermeiden, weshalb sich die NATO aus diesen Ländern zurückzuziehen hat, nach unserer Kenntnis sofort, unverzüglich. Es wird danach zwar erst recht zivile Opfer geben, aber die gehen dann nicht auf das Konto des Westens. Näheres erklärt Guido Westerwelle.
P wie Palästina-Portal
Überflüssigste Kreation seit der Erfindung der Gesichtswurst, und noch deutlich unappetitlicher als diese. Aber wen wunderts? Wenn in Deutschland ein erfolgloser Künstler die Politik für sich entdeckt, besteht grundsätzlich Anlass zur Beunruhigung.
Q wie Qassam
Explosiver Ausdruck des Bedürfnisses palästinensischer Dschihadisten, Juden zu piesacken.
Die Krone der Militärtechnik ist das Geschoss nicht, deshalb bemüht man sich um die Einfuhr von größeren Kalibern, etwa Grad-Raketen, mit denen sich auch weiter entfernt liegende Städte beschießen lassen. So lange man nicht aus den Hügeln Samarias in den Großraum Tel Aviv hineinfeuern kann, muss man nehmen, was man hat. Apropos.
R wie Raketenbeschuss
Bestandteil des arabischen Zermürbungskrieges gegen Israel, der international nicht geahndet wird, den jüdischen Staat aber nicht zur Ruhe kommen lässt und im günstigsten Fall zu einer Militäroperation provoziert, womit die internationale Aufmerksamkeit wieder geweckt wird.
S wie Staatsgründung
Die palästinensische Autonomiebehörde strebt die staatliche Unabhängigkeit ohne lästige Verpflichtung zur Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts an und bemüht sich um die Akzeptanz der Staatengemeinschaft für diese alle bisherigen Abmachungen Hohn sprechende Maßnahme. Es wird interessant sein, zu beobachten, welche Länder ihr Desinteresse an einer friedlichen Lösung des Nahost-Konflikts endlich offen zeigen. Brasilien, Argentinien und Uruguay haben sich schon geoutet, Kolumbien hingegen hält offenbar am Land-für-Frieden-Prinzip fest. Buh-Rufe von der Westbank.
T wie Twitter
Online-Plattform zur raschen Verbreitung von Kurznachrichten, greift gravierend und in geradezu unzumutbarer Weise in die Arbeitsabläufe von Journalisten alten Schlages ein.
Diese nämlich sind ernsthaftes, gründliches, kenntnisreiches Arbeiten gewohnt, es handelt sich um erstklassige Rechercheure, die nicht mit neumodischem Schnickschnack behelligt werden wollen. Nur die Besten machen irgendwas mit Medien, weshalb die Reportergranate Robert Hetkämper aus Japan berichtet und Ulrike Putz auf dem Balkon ihrer Beiruter Wohnung sitzend die Lage in Bengasi beschreibt.
U wie Unruhen
Gegenwärtige Zustände in der arabischen Welt von Tunis über Kairo und Damaskus bis Sana´a. Es scheint so, als seien die Menschen dort mit ihren Regierungen unzufrieden. Dabei dachten wir immer, sie wachten morgens mit dem Gedanken an den israelisch-palästinensischen Konflikt auf und gingen abends mit dem Gedanken an den israelisch-palästinensischen Konflikt schlafen. Jedenfalls hat man uns doch immer erzählt, alles werde gut, wenn nur endlich „der Nahost-Konflikt“ gelöst würde. Sollte es etwa mehrere geben?
V wie Verkehrschaos
Kann sich jemand vorstellen, dass die Jaffa Road in Jerusalem, seit Jahrzehnten eine lärmende, dieselverpestete, von heruntergekommenen Läden gesäumte Hauptverkehrsader, schon bald eine aufgeräumte Straße sein wird, durch die silbrig glänzende Trams schnurren? Ich noch nicht.
W wie Waffenstillstand
Von palästinensischen Extremisten hin und wieder verkündete Absicht, eine kurze Zeit auf Terror gegen israelische Zivilisten zu verzichten, während der „bewaffnete Arm“ eine Rakete nach der anderen abschießt. Eher gibt Helmut Schmidt das Rauchen auf als dass Banden wie Hamas und Islamischer Dschihad wahrhaftig dem Terror entsagen, aber aus der taz wird man das nicht erfahren.
X wie Xenophobie
In Sharm el-Sheik kann man einem Juden vor laufender Kamera ja mal die Hand drücken, aber was man wirklich denkt, das sagt man dem eigenen Volk.
Y wie Yehuda
Yehuda Avners 730-Seiten-Wälzer „The Prime Ministers. An Intimate Narrative of Israeli Leadership“ beschreibt ebenso kenntnis- wie anekdotenreich israelische Politik der letzten Jahrzehnte und ihre Protagonisten. Das macht einen schon wehmütig. Premiers wie Begin und Golda hätten auf Terror, Raketenbeschuss, Vernichtungsdrohungen und die internationale Verleumdungs- und Delegitimierungskampagne in Politik und Medien entschlossener agiert als etwa ein Olmert, und dem Land wohl einiges erspart. Sehr zur Lektüre im Original empfohlen, denn in deutscher Übersetzung dürfte es kaum erscheinen.
Z wie Zeugen, glaubwürdige
Noam Chomsky, Sümeyye Ertekin, Norman Finkelstein, Neve Gordon, Glenn Greenwald, Arun Gupta, Amira Hass, Henning Mankell, Paul Larudee, Gideon Levy, Lubna Masarwa, Ken O’Keefe, Daniel Luban, Kevin Ovenden, Ilan Pappé, Henry Siegman, Ahdaf Soueif, Richard Tillinghast, Alice Walker, Stephen M. Walt, Philip Weiss, Norman Paech, Haneen Zoabi. Wer seine längst widerlegten Märchen aus 1001 Propagandanacht bedenkenlos von einem Ex-Terroristen verlegen lässt (siehe A), und zwar in der Sachbuch- statt in der Fiction-Abteilung, wäre bei jedem anderen Thema längst draußen. Nicht aber bei diesem. Schön für die üblichen Verdächtigen, ein Elend für alle anderen.
Kaum aus dem Arbeitsurlaub zurück, dreht SoE voll auf …
Jedoch …
Was ist eine “Gesichtswurst”? So etwas wie “Kinderwurst” (die nicht etwa aus Kindern, sondern für Kinder gemacht wird)?
–> http://www.feldhues-group.de/deutsch/kinderwurst.php
In der Tat: unappetitlich. Und verlogen. Weil es Gewalt verniedlicht.
R wie Risiko
http://anti3anti.wordpress.com/2011/04/04/risiko-mensch/
Mein Kommentar von gestern kam da wohl nicht an.
Also ihr sagt, wenn einer dazu aufruft Waren aus israelischen Siedlungen nicht zu kaufen (und weil diese als Solche nicht gekennzeichnet sind dann eben erst mal vorsichtshalber Waren aus Israel im allgemeinen), muss die Motivation einen anti-semitischen Hintergrund haben. Mit der Siedlungspolitik der israelischen Regierung kann das wohl nix zu tun haben.
Was aber, wenn Israelis selbst dazu aufrufen Waren aus den Siedlungen nicht zu kaufen und an kulturellen Veranstaltungen in Siedlungen nicht teilzunehmen? Wie es die Leute von der Colaition of Women for Peace z.B. tun:
Was ist da der Grund? Und was, wenn sich die Bremer Gruppe lediglich solidarisch zeigen wollte mit Leuten aus Israel die mit ihrem Konsumverhalten die Politik der Regierung beinflussen wollen?
Es wird immer Israelis geben, die gegen das eigene Land agitieren. Sie haben dort aber alle Möglichkeiten, für eine alternative Politik zu werben. Nun gibt es aber gute Gründe dafür, die schreckliche “Besatzung” ausschließlich nach dem Prinzip Land für Frieden zu beenden. Das liegt dann längst nicht mehr an Israel allein. Da man bisher für Rückzüge ausschließlich Terror bekommen hat, ist das Bedürfnis der Israelis, weitere Gebiete aufzugeben, dramatisch zurückgegangen. Antiisraelische Aktivisten können die eigenen Mitbürger nicht überzeugen, also wenden sie sich ans Ausland.
Dort aber agitiert man aus ziemlich zweifelhaften Gründen gegen den jüdischen Staat. Wer die Obszönität, sich mit einem Pappschild vor israelischen (= jüdischen) Waren zu positionieren und zum Boykott derselben aufzurufen, nicht bemerkt, ist nicht nur geschichtsvergessen, er muss sich auch Heuchelei vorwerfen lassen. Vorgebliche Friedensfreunde rufen nämlich nicht etwa zum Boykott libyschen Öls auf, nicht dazu, den Iran zu boykottieren, China oder eine Reihe anderer Staaten, die mit Menschenrechten nix am Hut haben, sondern sie picken sich zielbewusst den jüdischen Staat heraus. Nun ja.
Danke für die zusätzlichen Erläuterungen.
Ich finde es interessant, dass Sie es sind der entscheiden darf, was ein Israeli zu tun oder zu lassen hat um Aussagen darüber treffen zu können ob er jetzt nun gegen oder für sein eigenes Land agitiert.
Damit liegen Sie aber auf einer Linie mit den rechten Parteien in der Knesset, die ganz gerne eben diese Möglichkeiten per Boykott für eine alternative Politik einzutreten per Gesetz einschränken wollen.
Oder anders herum, was müsste denn ein Israeli Ihrer Meinung nach tun, um ‘für sein Land’ zu agitieren, widerstandslos mit den rechten Parteien in der derzeitigen Regierungskoalition mitziehen?
Auch ist das mit der Heuchelei und dem anti-Semitismus, wie sie es ja selbst auch sagen, zunächst ein Vorwurf und nur weil Sie diesen Vorwurf machen heißt das noch lange nicht, dass es außer anti-Semitismus nicht auch andere Gründe gibt, sich mit gleichgesinnten in Israel zu solidarisieren, auch wenn man nicht gleichzeitig auch ein Transparent mit Free Tibet drauf dabei hat, z.B. weil einem vielleicht gerade was an den Menschen im Nahen Osten, inklusive der Israelis, liegt.
Nein, ich bin ganz sicher nicht derjenige, der “entscheiden darf, was ein Israeli zu tun oder zu lassen hat”. Sie, lieber Stephanos, allerdings auch nicht. Im Gegenteil plädiere ich dafür, die Israelis nicht bevormunden zu wollen. Auf Ratschläge aus 4000 Kilometer Entfernung, vorgebracht von Leuten, die nicht in der Situation stecken wie die Israelis (und die Folgen ihrer Ratschläge auch nicht ausbaden müssen), kann man in Jerusalem gut verzichten.
Und was heißt schon “rechte Parteien”? Israel Bejtenu, meinetwegen. Likud ist liberal-konservativ, in etwa mit unserer CDU vergleichbar, Avoda mit der SPD. Sehr rechtslastig scheint das nicht wirklich. Zudem hätte Bibi gern Kadima mit ins Boot geholt, aber das scheiterte letztlich an Zipi Livni, was ich übrigens bedaure. Ich finde, für die Entscheidungen, die anstehen, wäre eine möglichst breite Mehrheit wünschenswert.
Die Israelis sind mündige Wähler, und sie haben jeweils gute Gründe für ihre Wahlentscheidung (für die übrigens nicht allein der Konflikt mit den Palästinensern ausschlaggebend ist). Vielleicht sollte man das einfach mal respektieren statt die Israelis in “gute” und “schlechte” einzuteilen, je nachdem, wie es uns in den Kram passt. Vielleicht fragen Sie sich mal, warum die einst so einflussreiche Friedensbewegung so auf den Hund gekommen und durch extreme Grüppchen wie den Gush Shalom ersetzt worden ist. Könnten die Palästinenser da nicht ihren Teil dazu beigetragen haben?
Wenn Sie schon unbedingt Einfluss ausüben wollen (und keine kontraproduktiven), dann setzen Sie sich doch dafür ein, dass die EU Zahlungen an die PA einstellt, so lange sie den Friedensprozess torpediert. Könnte eventuell was nützen. Und wär´ mal was Neues.
“Auf Ratschläge aus 4000 Kilometer Entfernung, vorgebracht von Leuten, die nicht in der Situation stecken wie die Israelis (und die Folgen ihrer Ratschläge auch nicht ausbaden müssen), kann man in Jerusalem gut verzichten.”
Und lassen Sie mich raten, Sie sind es der weiss, worauf ‘man’ in Jerusalem gut verzichten kann und wer nun Ratschläge abgeben darf und wer nicht? Wer ist eigentlich ‘man’?
Allerdings ist es nun so, dass es ausser mir noch sehr viele andere Leute gibt die 4000km (und mehr) von Jerusalem entfernt sind und gern mal einen ‘Ratschlag’ geben, wie z.B. die Leute von JStreet, dem New Israel Fund oder der Jewish Voice for Peace.
Meinen Sie, auf deren Ratschläge kann ‘man’ in Jerusalem auch verzichten?
Und das mit dem Israelis einteilen in “gute” und “schlechte”, das haben Sie ja angefangen, mit der Bemerkung, dass es immer Israelis geben wird, die ‘gegen ihr Land agitieren’.
Es wird immer Leute ausserhalb Israels geben die sich solidarisch zeigen mit z.B. Gush Shalom, und wir werden uns das von Ihnen nicht verbieten lassen.
Es will Ihnen ja auch niemand verbieten. Nur müssen Sie damit leben, dass die weitaus überwiegende Mehrheit der Israelis das anders sieht als die, die eben nicht täglich mit Raketen beschossen werden, deren Verwandten nicht im Schlaf von Terroristen die Kehle durchgeschnitten wird wie den Fogels, und die nicht im Fernsehen mitkriegen, was 75 km südlich von ihnen so im Fernsehen läuft. Naivität und Schönfärberei können sich die Israelis nicht leisten. Noch einmal: Es ist Ihr gutes Recht und das von Uri Avnery, das alles anders zu sehen. Aber es ist das gute Recht der Israelis, zu sagen: Sorry, Uri, vielleicht glaubst Du ja wirklich, dass die Hamas und der Islamische Dschihad und die Al-Aqsa-Brigaden den Krieg gegen uns einstellen, wenn wir von heute auf morgen die Westbank und Ostjerusalem räumen. Wir glauben es nach all unseren Erfahrungen jedenfalls nicht (mehr).
Na ist doch ‘n Wort!
Probelmatisch wird es aber immer dann, wenn einer der sich soldiarisch zeigen will mit z.B. Gush Shalom und zum Boykott von Waren aus den Siedlungen aufruft (und eben erst mal ganz Israel so lange die Kennzeichnung nicht ausreicht), sofort als anti-Semit deklariert wird, oft bevor er sich überhaupt zur Situation äussern kann. Das ist zwar kein Verbot, aber es kommt dem ja schon sehr nahe.
Auch weiss ich aus eigener Erfahrung, dass es eben nicht nur Uri und die Leute von Gush Sahlom sind, die das anders sehen als die Mehrheit in Israel. Da fallen mir locker noch 20 andere Organisationen ein, deren Mitglieder das sehr, sehr ähnlich sehen und deren Organisationen ähnliche Ansätze verfolgen.
Ich denke auch ganz und gar nicht, dass man 75km nördlich von Erez leben muss, um so zu denken wie der Uri. Denn ausgerechnet in Sderot und dem sogenannten Gaza envelope bildet sich eine immer proaktivere Zivilgesellschaft, deren Mitglieder durchaus ähnliche Ansichten haben (siehe z.B. Kol Acher/the other voice: http://www.othervoice.org).
Sicher, all diese Organisationen und deren Mitlgieder zusammen gerechnet mögen dennoch nur eine Minderheit sein und für viele Israelis als extrem gelten.
Das aber ist für viele ausserhalb Israels gerade ein Grund, sich solidarisch zu zeigen.
Finde ich bedenklich, dass das ein Grund für Solidarität sein soll. Wie wär’s denn mal damit, die große Mehrheit ernst zu nehmen bzw. ihr endlich mal zuzuhören? Was würden Sie denn davon halten, wenn sich das Ausland darauf beschränken würde, sagen wir: ausschließlich für die Politiker der Linken und ihnen wohlgesinnte Schriftsteller und Künstler immer ein offenes Ohr zu haben, ausschließlich ihr Anliegen als nonplusultra darzustellen und alle anderen Parteien als “rechts” abzuqualifizieren?
Empfehle diesen Text hier zur Lektüre.
“israelischen (= jüdischen)” Nicht alle Israelis sind Juden und nicht alle Juden sind Israelis….
Ja, nicht alle Deutschen heißen Heinz und nicht alle, die Heinz heißen, sind Deutsche.
Danke für die Aufklärung! Aber im Ernst: Israel gerät nicht in die Schusslinie, weil 20 Prozent der Bürger Araber sind. Da sind eher die 80 Prozent Juden Stimulans. Israel wird in der Welt als jüdischer Staat wahrgenommen und versteht sich auch selbst am Heimstatt des jüdischen Volkes. Die Boykotteure interessiert auch nur das.
Stephanos, wenn Jemand dazu aufruft, alle israelischen Produkte (und Künstler und Wissenschaftler und Sportler…) zu boycottieren, diesem Jemand aber gleichzeitig palästinensischer Terror, palästinensischer Judenhass völlig egal ist… ja, dann hat dieser Jemand wohl ein heftiges Problem – und versucht es mit Hass auf den Staat der Juden zu kompensieren.
Wer behauptet, einzig und allein “die Israelis” sind immer und überall und an Allem Schuld (nichts anderes steht in “euren” Flugblättern und Manifesten) hat zudem auch ein heftiges Problem mit der Realität…
Bestimmt können sie uns ja auch einen Link auf den Text dieses bösen Gesetzes geben… naja, wohl eher nicht. Vermutlich spielen sie auf eine Initiative an, die zwielichtigen Finanzierungsquellen dieser “Friedensaktivisten” öffentlich zu machen – aus sicht der tapferen Bürgerrechtler eine echte katastrophe, denn vielleicht vielleicht könnten einige Unterstützer nicht blauäugig genug sein, weiterhin israelfeindliche Organisationen zu unterstützen die ansonsten in Erheblichem Maße von Zahlungen islamischer Organisationen und Staaten abhängig sind die ansonsten den direkten Terror gegen Israel finanzieren…
http://blaulicht-blog.net/?p=2485
Kauf nicht von Juden – die Linkspartei versöhnt sich mit dem dunkelsten Teil der deustchen Geschichte
http://gad-immerwiederfreitag.blogspot.com/2011/03/kauf-nicht-von-juden-die-linkspartei.html
PS: Die Alibijuden, auf die die sich beziehen, dürfen natürlich nicht fehlen, als würde es das besser machen.
@ Willow
Es gibt Leute, denen ist internationales Recht noch was wert. Bei allem Geschrei und bei allen Anschuldigungen wie sie von Dir z.B. kommen, die Siedlungen sind illegal und die Besatzung ist völkerrechtswidrig. So lange dieser Zustand besteht, stehen viele Israelis und solche die sich mit ihnen solidarisieren für einen Boykott der Siedlungen. Da können Sie disqualifizieren wie sie wollen und uns die widerlichsten Anschuldigungen in die Schuhe schieben.
„Bestimmt können sie uns ja auch einen Link auf den Text dieses bösen Gesetzes geben… „
Schau Dir den YouTube-Clip gleich hier oben drüber an von der Coalition of Women for Peace der genau dieses Gesetz anspricht. Hast Du wohl übersehen.
Auch der Verein für Zivilrecht in Israel beschreibt den Gesetzesentwurf den ich hier in diesem Fall meinte: http://www.acri.org.il/en/?p=1639
Das ist aber nicht der Gesetzesentwurf, den Sie dachten, den ich meinte (siehe nachfolgend).
“Vermutlich spielen sie auf eine Initiative an, die zwielichtigen Finanzierungsquellen dieser „Friedensaktivisten“ öffentlich zu machen – aus sicht der tapferen Bürgerrechtler eine echte katastrophe, denn vielleicht vielleicht könnten einige Unterstützer nicht blauäugig genug sein, weiterhin israelfeindliche Organisationen zu unterstützen die ansonsten in Erheblichem Maße von Zahlungen islamischer Organisationen und Staaten abhängig sind die ansonsten den direkten Terror gegen Israel finanzieren…”
Wovon bitte reden Sie hier? Die Knessetabgeordneten, die an den zwei Gesetzesentwürfen beteiligt sind, die Sie hier zu meinen scheinen, haben ein Problem damit, daß einige Organisationen Zahlungen aus der EU und vom New Israel Fund erhalten – keineswegs ist da die Rede von islamischen Organisationen. Soll ich das genauer erläutern oder sind Ihnen die Gesetzesentwürfe und die Debatte dazu – insbesondere was die Zwielichtigkeit anbetrifft in Hinsicht auf die Siedlervereine und deren finanzielle Machenschaften die von diesem Gesetzt unbehelligt blieben – hinreichend bekannt?
Man sollte vielleicht noch erwaehnen, wen der Boykott gegen im Westjordanland produzierte israelische Waren gerade auch treffen wird: arabische Arbeiter, fuer die jene Betriebe die einzige Erwerbschance darstellen. Weil naemlich ihre politische Fuehrung die EU-Gelder statt zum wirtschaftlichen Aufbau eben hauptsaechlich immer noch zur Vergoldung von Fuktionaers-Sitzorganen bzw. zur Organisation von Judenmord gebrauchen.
Es gibt sicher Palästinenser, die in Siedlungen arbeiten und dort Geld verdienen. Allerdings stellen Arbeitsplätze in Siedlungen bei weitem nicht die ‘einzige Erwerbschance’ für Palästinenser dar, noch nicht mal annähernd.
Der Schaden, welcher der Palästinensischen Wirtschaft durch Siedlungen entsteht, dürfte locker um ein vielfaches grösser sein als der Nutzen.
Tja, Stephanos dann nennen Sie doch mal Fakten und Zahlen zu dem angeblichen “Schaden” (und bitte beachten, wenn ich von Erwerbschancen durch Betriebe in den Siedlungen rede meine ich offensichtlich nicht nur Arbeitsplaetze in den Betrieben sondern auch Auftraege an Zulieferer).
Aber natuerlich gibt es palaestinensische Wirtschaftszweige, die durch das Bestehen von Siedlungen gehemmt werden: Raketenangriffe zum Beispiel. Und auch aehnlich gelagerte Aktivitaeten wie z.B. Selbstmordattentate werden durch die israelische Politik doch erheblich erschwert. Bedauern Sie das etwa?
Schwachsinn.
@ claudio casula
wenn der israelische Inlandsgeheimdienst es nicht schafft, die Palis gänzlich zu kontrollieren, wie könnte dann die PA den “Terrorismus” gänzlich verhindern? Muss “Frieden” nicht riskiert werden? gibt es absolute Sicherheit, auch auf Vorposten wie Itamar?
Was heißt schon absolute Sicherheit. In Israel wäre man froh, wenn die Palästinenserführung wenigstens auf die andauernde antiisraelische Hetze verzichten würde. Siehe Rundfunkprogramme, siehe Schulbücher, siehe öffentliche Feier von Terroristen.
Siehe “Predigten” der PA-Imame in den Moscheen.
@ heplev
Hast Du eigentlich auch was zu sagen, oder kommst Du nur hierher, um Deinen eigenen Blog zu pimpen?
@ Klaus
Es waere ja schon mal schoen, wenn die PA wenigstens Bemuehungen in diese Richtung machen wuerde, Stattdessen “ehrt” sie Terroristen – siehe z.B. hier
http://www.haaretz.com/news/pa-names-ramallah-street-after-hamas-terror-mastermind-1.891
und hier
http://www.nytimes.com/2010/03/12/world/middleeast/12westbank.html?_r=1
Wenn man sich auf eine solche Bande einlaesst, riskiert man nicht den Frieden sondern sein Leben.
@ Peter
Israel in den Gebieten ist eben für die Palästinenser eine Fremdherrschaft und ein Besatzungsregime. Was für die einen “Terroristen” sind für die anderen “Märtyrer” oder “Freiheitskämpfer”. Und aus Terroristen können Staatsmänner werden, siehe Menachem Begin. Was für die einen “Hetze” ist für die anderen “Widerstand” und “Aufklärung”.
Schlüpf Du oder Claudio doch mal in die Haut von Palästinensern, ein Perspektivewechsel bringt doch nicht um.
Keine Sorge, hab ich längst getan. Ist unerlässlich, sich mit der anderen Seite zu beschäftigen, um zu gewissen Erkenntnissen zu gelangen. Da wir hier keinen Wischi-waschi-Blog-Betreiben, sag ich dazu nur eines: Beim gezielten Terror gegen nichtmilitärische Ziele gibt es keine zwei Meinungen. Wer eine schlafende Familie ermordet, um nur ein Beispiel zu nennen, ist nie und nimmer ein “Freiheitskämpfer”, er ist ein Mörder. Punktum.
Das Schlimme ist, dass Mörder sich in den Palästinensergebieten großer Beliebtheit erfreuen. Und das bleibt in Israel nicht unregistriert, glauben Sie’s mir.
Ja das mit den Strassennamen in Ramallah ist Scheisse, dumm, unmoralisch, nicht zu rechtfertigen und kontraprodukitv.
Man muss allerdings dabei bemerken, dass das bei der israelischen Regierung in diesem Sinne nicht viel besser steht. Es hängen so viele schicke Tafeln an verschiedenen Gebäuden in Jerusalem, die die Taten der Irgun würdigen, und die galt auch mal als Terrororganisation, und so fast jede Stadt in Israel hat eine Strasse, die nach Jabotinky benannt ist.
“Ja das mit den Strassennamen in Ramallah ist Scheisse, dumm, unmoralisch, nicht zu rechtfertigen und kontraprodukitv.”
Warum hab ich bloß gewusst, dass da ein “aber” folgt? Weil “dumm” und “kontraproduktiv” bedeuteten soll: das ist echt blöd, weil die Außenwirkung negativ ist?
Der Terror von Hamas, Islamischen Dschihad, Tanzim-Milizen. Al-Aqsa-Brigaden et. al. ist mit dem, was die Irgun in den 40er-Jahren anstellte, nicht zu vergleichen. Vielleicht wäre das mal ein Thema für einen eigenen Post, mal sehen. Der Punkt ist aber der: Die Straßennamen in Ramallah sind Ausdruck für die Haltung der Palästinenser, eben nicht den friedlichen Ausgleich mit einem kompromissbereiten “Feind” zu suchen, sondern weiter den bewaffneten Kampf zu propagieren. Das sollte nach mehr als anderthalb Jahrzehnten “Friedensprozess” schon sehr zu denken geben. Und: Sie werden von keiner israelischen Regierung hören, dass der Mord an Arabern eine feine Sache wäre. Militante Siedler, die Araber angreifen, kommen in Israel in den Knast; Araber, die Juden ermorden, werden in Palästina gefeiert. Ist das so schwer, da einen grundlegenden Unterschied in der Mentalität zu erkennen?
Und: Zeev Jabotinsky mag Ihnen als Revisionist politisch unangenehm sein, ein Terrorist war er ganz sicher nicht.
Viel Spaß noch, Claudio.
@ Klaus
In die Haut von Leuten zu schluepfen, die kleinen Kindern die Kehle durchschneiden, nur wel diese Juden sind, mag Dir vielleicht Spass machen – ich finde es widerlich. Und Begin mit solchen Verbrechern gleichzusetzen zeugt wirklich von einem voellig verkommenen Charakter.
@ Claudio: Nein, Jabotinsky war ein furchtbarer Radikaler. So wollte er zum Beispiel eine Doppelspitze fuer den Staat Israel, d.h. immer, wenn ein Jude Premierminister wuerde, sollte ein Araber sein Vize sein und umgekehrt. So was findet Stephanos sich pfui. Aber auch anderen schlimmen Fingern hat man in Israel die Ehre zu Teil werden lassen, eine Strasse nach ihnen zu benennen. Simon Wisenthal z.B., obwohl er doch so viele ehrliche Judenmoerder ans Messer geliefert hat. Schlimm, schlimm.
PA würdigt erneut Terroristen
Trotz der mehrmals versicherten Absicht, die Hetze gegen Israel und die Verherrlichung des Terrorismus zu beenden, hat die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) erneut einen Terroristen gewürdigt.
Der Minister für Häftlingsfragen, Issa Karake, besuchte kürzlich die Familie des Hamas-Terroristen Abbas Al-Sayed, der für die Planung des Anschlags auf ein Hotel in Netanya während der Feierlichkeiten zum Pessach-Fest 2002 verantwortlich war. Während des traditionellen Seder-Abends im Park Hotel hatte sich damals ein palästinensischer Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, wobei 30 Menschen getötet wurden. 22 Personen starben sofort, acht erlagen später ihren Verletzungen, und Dutzende wurden teilweise schwer verwundet.
Abbas Al-Sayed war von der Kontrolle des Sprengstoffgürtels bis hin zur Erstellung des Testaments für den Selbstmordattentäter in die Planung des Anschlags involviert. Anlässlich des Jahrestages dieses Terroranschlags würdigte der Minister den Kopf hinter dem Attentat nun mit der feierlichen Übergabe einer Gedenktafel.
(Außenministerium des Staates Israel, 08.04.11)
Jabotinsky kein Radikaler?
Na aber hallo. So ehrlich könntet ihr doch hier wenigstens sein. Dann sagt halt, dass man das nicht vergleichen kann oder was auch immer.
Aber den master mind der Irgun und Erfinder des ‘pre-emptiven Gegenschlages’ als Mittel, um die Arabische Bevölkerung einzuschüchtern, nicht als radikal zu bezeichnen, ich weiss ja nicht.
Wie viele unschuldige Zivilisten wohl durch seine Doktrin hingerichtet wurden? Vielleicht kann dazu Claudio mal einen Blogpost schreiben.
Sie waren es, der Jabotinsky mit der Irgun und die Irgun mit den palästinensischen Terrorgruppen von heute verglichen hat. Machen Sie sich bitte mal über Jabotinsky kundig.
“Militante Siedler, die Araber angreifen, kommen in Israel in den Knast”
Nennen sie doch da mal die Anzahl der Fälle, in denen das so gekommen ist versus der Anzahl der Fälle, in denen der Siedler unbeschadet davon lief.
Sorry, dafür fehlt mir die Zeit. Bringen Sie doch den Gegenbeweis, Sie scheinen ja jede Menge Zeit zu haben. Wenn Ihnen der Unterschied zwischen einem Rechtsstaat und den palästinensischen Autonomiegebieten nicht einleichten will, scheint mir aber jede Diskussion zwecklos zu sein.
“Ist das so schwer, da einen grundlegenden Unterschied in der Mentalität zu erkennen?”
Mal angenommen es ist so wie Sie es sagen und es gibt einen Unterschied in der Mentalität zwischen den beiden Völkern was die Blutrünstigkeit anbetrifft.
Was ist denn Ihrer Meinung nach die Ursache dafür?
Wieso könnte es nicht einfach nur eine Reaktion auf Nakba und Besatzung sein?
Aus verschiedenen Gründen. Zum einen gibt es, obwohl viele Völker unter Armut, Vertreibung, Krieg etc. zu leiden haben, keine andere Gesellschaft, die einem derartigen Todeskult huldigt. Auch die Israelis hätten allen Grund, sich zu radikalisieren, wenn sie erleben müssen, wie bei einem Bombenanschlag auf einen Linienbus Leichenteile auf ihrem Balkon landen. Sie tun es aber nicht. Und: Es sollte uns doch allen zu denken geben, dass zu der Zeit, als die Autonomiegebiete noch wirklich besetzt waren, die Palästinenser aber zu Hunderttausenden in Israel arbeiteten, der Hass bei weitem nicht so groß war wie heute. Der Grund dafür liegt darin, dass dieser Hass seit der Selbstverwaltung von oben geschürt wird – in den Kindergärten und in den Schulen, im Radio und im Fernsehen, in öffentlichen Reden etc.; so lange die Palästinenser von Leuten regiert werden, die von der Fortführung des Krieges und des Terrors leben, und denen Frieden mit Israel ein Gräuel wäre, so lange wird eine Generation nach der anderen zu Hass und Gewalt erzogen. Ein Wahnsinn, vor allem, wenn man bedenkt, dass israelische Regierungschefs palästinensischen Führern die Hand geschüttelt haben, dass israelische Truppen aus den Palästinenserstädten und -dörfern abgezogen waren, dass selbst ein Likud-Premier sich zur Zweistaatenlösung bekennt und so weiter. Statt dies für sich zu nutzen und endlich ihr Los und das ihrer Kinder und Kindeskinder zu verbessern, macht man ewig auf bewaffneten Kampf – “mit unserer Seele und unserem Blut erlösen wir dich o Palästina” – bloß nicht am Verhandlungstisch, das wäre einem arabischen Macho wohl nicht zuzumuten. Wenn diese Denke nicht endlich aufgebrochen wird, wird sich nichts zum Guten verändern. Die Terrorgruppen müssen weg. Ceterum censeo…
Dschenin, Dschenin
Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, was geschehen wäre, wenn Juliano Mer-Khamis von Juden ermordet worden wäre. Der Mord hätte eine Riesen-Schlagzeile in Ha’aretz erhalten. Und unter der Schlagzeile wären fünf aufgebrachte Analysen erschienen – eine von ihnen hätte ich geschrieben. Die Autoren hätten den jüdischen Mordanschlag verurteilt und zu einem Feldzug gegen jüdischen Fanatismus aufgerufen. Andere hätten davor gewarnt, nicht den Fehler nach Baruch Goldsteins mörderischem Amoklauf zu wiederholen, sondern die Siedlungen sofort zu verlassen. Wieder andere hätten verlangt, die Hesder Yeshivas, die Torahstudium und Militärdienst vereinen, und das vom Staat geleitete religiöse Bildungssystem näher zu untersuchen.
Doch Juliano Mer-Khamis wurde nicht von Juden ermordet. Deshalb bekam er anstelle einer Riesen-Schlagzeile eine Geschichte unter ferner liefen. Anstelle von fünf aufgebrachten Abhandlungen erhielt er eine (schöne) Grabesrede. Niemand sprach über Rassismus, Fanatismus oder Faschismus. Niemand sprach über ein Bildungssystem, das Hass verbreitet, und über primitive Geistlichkeit. Mer-Khamis wurde nicht zur Symbolfigur und es demonstrierten nicht Tausende von Menschen. Der Mord an Mer-Khamis verursachte weder Protest, noch Empörung, noch heiligen Zorn. Die israelische Linke, die genau weiß, was sie im Fall eines Mordes durch Juden zu tun hat, weiß nicht, was sie im Fall eines Mordes durch Palästinenser tun soll.
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/dschenin_dschenin/
Deutschland macht mal keinen Krieg mit? Pfui! Deutschland macht einen Krieg mit. Pfui! Was Deutschland auch tut, es ist immer Pfui. Insbesondere, wenn herausragende Nadelbäume in den Aufständischen Demokraten sehen. Die Macht der Vorstellung hat in letzter Zeit mächtig zugenommen. Fast könnte man glauben, man wäre im Raum der Wünsche. Hoffen wir mal, in Deutschland möge es im Westen nie Aufstände geben, worauf das Kanzleramt dann zusammengebombt wird, weil irgendwelche Torten – und Falafelverzehrer in den Aufständischen Demokraten ausgemacht haben. Als in Frankreich die Vororte brannten, hätte eigentlich dieser kleine Napoleon verjagt werden müssen, denn die Welt ist ja so einfach.
“Es wird interessant sein, zu beobachten, welche Länder ihr Desinteresse an einer friedlichen Lösung des Nahost-Konflikts endlich offen zeigen. Brasilien, Argentinien und Uruguay haben sich schon geoutet, Kolumbien hingegen hält offenbar am Land-für-Frieden-Prinzip fest. ”
Mal im ernst, Wenn ein Weltmensch wie Du nicht an den Problemen von diesen Laendern interessiert ist, wieso sollte es umgekehrt anders sein? Gibt es da irgendeine verpflichtung, die mir entgangen ist? Eine gegenseitige verpflichtung kann das aber anscheinend nciht sein
.
Das Problem ist vielmehr der Iran. Bei diesen entscheidungen spielen israel und die palästinenser wirklich nciht die geringste rolle. Aber der Iran ist leider ein wichtiger wirtschaftspartner international. (Deutschland ist übrigens zusammen mit china der wichtigste wirtschaftspartner wenn ich mich ncith tausche.)
Der rest hängt sehr stark von einflussmöglichkeiten und stärke eines landes ab. Und so gibt es nun mal länder, die vor der UN groß von sanktionen reden und dabei gleichzeitig ausgedehnte geschäfte mit dem iran machen. Und dann gibt es wieder andere länder, die um geschäfte mit denen zu machen in ein paar punkten nachgeben müssen. Das fällt nicht sehr schwer weil es in südamerika wirklich andere probleme und interessen gibt als ausgerechnet der konflikt im nahen osten.
Das eigentliche problem dabei ist, dass das bedeutet, dass man den Iran mit “sanktionen” niemals zum nachgeben bringen wird. Ich glaube das ist die grösste sorge.
Aber das nicht erst seitdemm diese länder sich auf geschäfte mit denen einlässt. Die geschäfte von China und Deutschland sind viel volumenreicher.
“endlich offen zeigen” Das ist wirklich die selbe europäische arroganz gegen die du dich immer wendest.
Sag mir mal bitte welcher europäer auch nur einen arbeitsplatz aufgeben würde nur um sanktionen mit dem Iran durchzusetzten? Da kannst du die meisten israel freunde, auch jüdische, mit einbeziehen. Wer wäre zum beispiel in deutschland bereit dafür auf einkommen zu verzichten? Oder auf den wohlverdienten urlaub? oder den geliebten kinobesuch? Und selbst wenn dann wäre das leben in europa immer noch um einiges konfortabler.
Deine kritik ist absolut theoretisch. klar, du bist es vielleicht gewohnt dass in einem land zu sein wo ein weigl sagt der euro muss so und so ausschaun und der rest der EU hält sich daran. Aber ncith alle länder sind so stark.
Keine ahnung was ich dazu noch gross sagen kann. Vielleicht solltest du dich einfach auf länder beschränken, die auch in deiner Liga spielen.
J
PS.: Aber dein blog gefällt mir meistens
Puh. Da bin aber beruhigt…
Genau. Alles ist relativ. Das besagt doch die berühmte Einstein’sche Relativitätstheorie, gelt? Insofern ist das, was Sie sagen, wissenschaftlich abgesichert.
Was für einige Menschen Massenmörder waren, waren für Heinrich Himmler und manch andere “andere” nur tapfere Deutsche, die sich im höheren Interesse dazu zwangen, einen unappetitlichen Job zu machen und dabei “anständig blieben” (d. h. keine Schwäche wie Skrupel oder Mitleid zeigten). Auch zum Klu-Klux-Clan gibt es ja divergierende Meinungen oder zum Sex mit Vorschulkindern.
Bitte stellen sie einen wirklichen Staatsmann wie Begin nicht in eine Reihe mit Jassir Arafat oder Joschka Fischer.
In vielen islamischen Ländern läuft es allerdings andersherum: Staatsmänner werden zu Terroristen.
*Seufz*… Ja, diese Welt ist schon schwer durchschaubar! Da macht man es sich besser einfach, lehnt sich bequem zurück und geht relativistisch auf Äquidistanz.
NEIN. Genau das besagt die Relativitätstheorie nicht.
Erinnern sie sich, da war die “Sache” mit der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum, die seltsamerweise eben gerade nicht “relativ”ist
@ Willow (am April 7, 2011 um 15:12):
Das “gelt?” war ja auch als Ironieanzeiger gedacht.
@ willow
stimmt. Man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Lichtgeschwindigkeit ist eine Naturkonstante. Nur deswegen konnte Einstein die Relativität von Raum und Zeit bestimmen.
@ Peter
Ich habe Ihnen nicht vorgeschlagen, in die Haut der Mörder der Familie Fogel (ist der Fall schon aufgeklärt? Weiss man inzwischen, wer der Mörder war? Lässt sich inzwischen schon ausschliessen, dass es Gastarbeiter der Siedler waren? Es müssen doch DNA-spuren vorliegen, mit denen man den Fall aufklären kann) zu kriechen, vielleicht in die Haut von vielen stinknormalen Palästinensern wie z.B. im Film The Lemon Tree. 40 Jahre Besatzungregime schaffen eben keine besondern friedliche Stimmung. Da ticken auch welche aus. Da spriessen dann auch Mythen von Widerstandskämpfern, wenn in jeder zweiten oder dritten Familie schon jemand vom Schin Bet in Sicherheitsverwahrung genommen wurde.
@ Malte S. Sembten
natürlich kann man jeden Vergleich überziehen und auch Vergleiche mit Augenmaß ins Lächerliche ziehen.
Joschka Fischer war Polizistenprügler, war er auch Terrorist?
“Lässt sich inzwischen schon ausschliessen, dass es Gastarbeiter der Siedler waren?”
Es waren zwei Palästinenser (Brüder), die es zugegen haben.
“40 Jahre Besatzungregime schaffen eben keine besondern friedliche Stimmung. ”
Soll das jetzt eine Erklärung sein, so wie “der Täter hatte eine schwere Kindheit”??? Hier wurde z.B. einem Baby die Kehle durchgeschnitten!
@ yael1
Mit seinem Einwurfbezueglich der Identitaet der Fogel-Moerder will Klaus offensichtlich diese grausame Tat relativieren – nicht wahr, es koennte eine private Tragoedie sein, gelle? Und als naechstes ist dann wahrscheinlich die Familie Fogel selber schuld.
Voellig widerlich!
Als wenn dieser Mord einzigartig wäre. Der palästinensische Terror sucht sich doch seit jeher genau solche Ziele, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Muss man jetzt an die zwei kleinen Jungen aus Tekoa erinnern, die man in einer Höhle erschlagen hat? Oder an Shalhevet Pas, die in ihrem Kindwagen von einem Scharfschuetzen erschossen wurde? Oder an Tali Hatuel und ihre vier Kinder, alle aus nächster Nähe ermordet? Und und und. Deutlicher kann man nicht zeigen, dass man nicht an einem Staat interessiert ist (den bekommt man auf diese Weise sowieso nicht), sondern von ganz anderen Instinkten angetrieben wird.
Nun Klaus, wie nennen sie Personen, die den Tod von “Repräsentanten des Staates” mindestens billigend in Kauf nehmen? Übermütige Schelme?
Das mit den Palästinensern ist auch nicht ganz so einfach… es gibt nicht wenige, die recht gute Beziehungen “zum Juden” haben und sich eher von ihren ewiggestrigen ultrareligiös-fanatischen Fundis unter Druck gesetzt fühlen…
Glauben sie nicht? Kleiner Denkanstoß – die Tatsache, daß trotz diskriminierung viele Palästinenser in jüdischen Siedlungen arbeiten läßt sich *vielleicht* mit ökonomischen Zwängen erklären, aber wie erklären sie sich, daß offenbar mehr als 80% der geplanten Terroranschläge im Westjordanland (vulgo: Samaria & Judäa) verhindert werden, weil Palästinenser den Kontakt zu den Sicherheitsoirganen suchen? Wie konnte eine Operation wie “cast lead”, die Eroberung eines ziemlich dicht besiedelten Gebietes mit Millionen Einwohnern, mit bemerkenswert wenigen arabisch-palästinensischen Opfern und geradezu (wenn man nicht betroffen ist…) einzigartig wenigen israelischen Opfern ohne *massive* Unterstützung durch Bewohner des Gazastreifens ablaufen!?
Einfach mal darüber nachdenken, vielleicht auch darüber, warum nur gaaaanz wenige in Israel lebende “Palästinenser” nach einem Friedensschluß Bürger eines “freien” Palästinas werden möchten…
Ein Drittel der Palästinenser befürworten Itamar-Morde
Eine Umfrage der Jerusalemer Hebrew University hat ergeben, dass ein Drittel der Palästinenser den Mord an der israelischen Familie Fogel gutheißen. 63% sprachen sich gegen den Mord aus. Im März wurden fünf Mitglieder der Familie von Terroristen ermordet. Beide Eltern, sowie ein 11-jähriger Junge, ein 4-Jähriger Junge und ein 4-Monate altes Mädchen wurden im Schlaf erstochen.
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/israel_chronisch_uneinsichtig/
“Claudio Casula
Puh. Da bin aber beruhigt…”
Wow… Danke für deinen Antwortpost….
Sorry dass ich deine Zeit in anspruch genommen habe.
J
Wieder Raketen aus dem Gazasstreifen:
Kind bei Angriff auf Israel schwer verletzt
Bei einem Angriff aus dem Gazastreifen auf eine israelischen Schulbus ist am Donnerstag ein 13-jähriger Bub lebensgefährlich verletzt worden. Das offenbar aus dem Gazastreifen abgefeuerte palästinensische Geschoss schlug nach Angaben von Rettungskräften nahe dem Kibbuz Nahal Os in dem Bus ein. Der Bub ist in einem kritischen Zustand. Ein anderer Israeli erlitt leichte Verletzungen.
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2716867/kind-bei-angriff-israel-schwer-verletzt.story
Dass es nicht mehr Verletzte gab, lag daran, dass schon vorher alle Schüler, aus dem schwerverletzten Kind, den Bus verlassen hatten.
@ yael1
Du hattest in einer früheren Post angegeben, dass der Fall der Familie Fogel bereits aufgeklärt sei. 2 Brüder hätten gestanden. Von woher hast Du die Information, wo kann ich das sehen?
Ich finde den Link nicht mehr (englisch). Die palästinensischen Al-Aksa-Brigaden haben sich dazu übrigens bekannt.
http://www.5tjt.com/international-news/9920-breaking-news-ithamar-murderers-found
@yael1
Nach allen mir zur Verfügung stehenden Informationen (u.a. israeliche Zeitungen) ist der Fall noch nicht aufgeklärt. Diie IDF will jetzt in der Umgebung Massenscreanings mit DNA Spuren machen.
In Deinem Fall, unabhängig davon, wie sich der Fall aufklärt, scheint es sich um ein Vorurteil und Affirmation zu handeln. Die Al Aksa Brigaden haben dementiert, dass sie damit zu tun haben.
Siehe den obigen Link.
ENDE!
Mann, Mann …
40 Jahre Terror, Sadismus und Hassgebaren gegen Juden und Israel schaffen auch keine besonders friedliche Stimmung. Aber wer tickt unter den Israelis in gleicher Weise aus? Ich erinnere mich nur an Baruch Goldstein.
Davon mal abgesehen: Israel führt kein “Besatzungsregime” – oder meinen Sie die Hamas?
Es ist die aberwitzige Hamas-Hasspropaganda, die auf den Humus des Koran fällt, was zum “Austicken” führt, nicht irgendein “Besatzungsregime”.
Bei einem solchen “Augenmaß” leiden Sie offenbar unter manifestem Strabismus.
Die Angriffe gegen Juden im Land hatten schon 1920 ein solches Ausmaß erreicht, dass man zum Selbstschutz die Hagana gründete. Leute, die einem erzählen wollen, der Terror sei eine Folge der Besatzung als Folge des Krieges von 1967, haben entweder keine Ahnung oder sie halten einen für blöd. Beides qualifiziert sie eigentlich nicht, hier zu kommentieren.
Was ist es dann, wenn es kein Besatzungsregime ist?
@ Yael
Wo finde ich die Berichte über die Aufklärung des Mordfalls Fogel?
Ich würde mich ja auch wesentlich mehr mit dem Freiheitskampf der Araber solidarisieren können, wenn das Ziel ein unabhängiger “Palästinenserstaat” wäre, der in friedlicher Koexistenz mit Israel lebt. Ist es aber nicht. Und da leiden sämtliche Friedensapostel und Araberfreunde an einer Realitätsverweigerung, die schon ans pathologische grenzt.
Über die politischen Ziele von Hamas, Hezbollah, Fatah und wie all diese islamfaschistischen Wasserpfeifenvereine heißen kann sich wirklich jeder informieren; die will ich hier nicht näher ausführen. Auch die so genannten Linken in Israel leben immer in dem Wahn, man müsste nur schön lieb zueinander sein und den Arabern alles geben, was sie wollen, dann gibt sich das schon wieder. Wie sehr das ein Irrtum ist, sehen wir gerade an dem traurigen Fall Juliano Mer-Khamis.
Aber der deutsche Linke liebt nunmal seine Freiheitskämpfer.
FreiheitdieichmeinediemeinHerzerfüllt?
Kämpfen die Araber für freie Wahlen, freie Meinungsäußerung, Religionsfreiheit, Geschlechtergleicheit ,
Menschenrechte und die Einführung der Homoehe?
Oder doch eher für Autokratentum, religiöse Gewaltherrschaft, Folter, Mord und Willkür, Frauen unter der Burka und das Aufknüpfen von Schwulen?
Damit mag sich solidarisieren, wer es für richtig hält.
@ frau antje
“da leiden sämtliche Friedensapostel und Araberfreunde an einer Realitätsverweigerung, die schon ans pathologische grenzt.”
Klar, immer erst mal denen die anderer Meinung sind vom Arzt bestätigten Schwachsinn vorwerfen, dann wird schon alles gut, was?
“Über die politischen Ziele von Hamas, Hezbollah, Fatah und wie all diese islamfaschistischen Wasserpfeifenvereine heißen kann sich wirklich jeder informieren; die will ich hier nicht näher ausführen.”
Doch, fänd’ ich gut, wenn Du das mal näher ausführen könntest. Denn so einfach ist das gar nicht. Meist handelt es sich um Vermutungen basierend auf irgendwelchen veralteten Erklärungen. Da wäre es doch prima, wenn Du uns mal an Deinem Wissen über die aktuellen politischen Ziele dieser Vereine und insbesondere die neusten Entwicklungen teilhaben lassen könntest. Wie lief denn so die Debatte z.B. innerhalb der Hamas-Führung in den letzten drei Jahren in Bezug auf politische Ziele? Da bin ich auf Deine insider-Ansichten sehr gespannt.
“Auch die so genannten Linken in Israel leben immer in dem Wahn, man müsste nur schön lieb zueinander sein und den Arabern alles geben, was sie wollen, dann gibt sich das schon wieder.”
Aha, und was ist Dein Vorschlag? Wie würdest Du denn die Probleme lösen?
@ alle
Nur um noch einmal daran zu erinnern: Dies hier ist kein Diskussionsforum, in dem jemand 24 Stunden am tag Kommentare freischaltet oder gar moderiert. Hier herrscht manchmal tage- oder wochenlang Funkstille. Verlegt ausschweifendere Grundsatzdiskussionen bitte an einen anderen Ort – das www. bietet da genügend Möglichkeiten. Ich sage das, damit sich hinterher niemand beschwert.
Danke Claudio, wenn manche sich bewusst! so dumm (z.B.Stephanos) stellen, sollten sie woanders hin.
Guckst du bei Wiki:
Das Regime [ʀeˈʒiːm], (Plural: die Regime [ʀeˈʒiːmə] oder die Regimes [ʀeˈʒiːms], von franz. régime [m.], „die Herrschaft“) bezeichnet in der Alltagssprache eine diktatorische Herrschaftsform oder Einzelregierung.
Demnach können die israelische Regierung und jedwede von ihr ermächtigte politischen Kontrollinstanz nicht als “Regime” bezeichnet werden.
@ Malte
Gehsts ein bißchen weniger nominalistisch? Handelt es sich in den “Gebieten” um die Herrschaft (juristisch, polizeilich, militärisch etc.) eines Volkes über ein anderes Volk, dem nur eine Scheinautonomie gewährt wird? Besatzungsregimes gab es z.B. nach WK II auch in den verschiedenen Besatzungszonen, unabhängig von der Regierungsform der Besatzer, Demokratien (USA, GB, Frankreich) oder Volksdemokratie (Sowjetunion). Diese Besatzungsregimes dauerten, wenigstens im Westen, gerade mal 5 Jahre, das Besatzungsregime in den “Gebieten” jetzt über 40 Jahren. Und stell Dir mal vor, in Deutschland hätte es eine Siedlerbewegung von Franken gegeben, die in das Land ihrer Väter zurückkehren wollten, legitimiert durch göttlichn Brief und Siegel. Das wäre doch sehr altfränkisch gewesen?
Ich fragte dich doch: Was ist es dann, wenn es kein Besatzungsregime ist? Ein Land, in dem Milch und Honig fliesst? Ich fragte nicht nach einer lexikalischen Definition von Regime.
Nun ja, 97 Prozent der Palästinenser leben in Selbstverwaltung, d.h., sie haben eigene Pässe, eigene Minister, eigene Hymne und Flagge, haben eine eigene Gerichtsbarkeit, sogar ergänzt durch Lynchjustiz, eigene Polizei und paramilitärische Einheiten, eigene Radio- und TV-Stationen, dürfen in ihre Schulbücher schreiben, was sie wollen etc. etc. Und ein zusammenhängendes Territorium hätten sie auch, wenn sie denn beizeiten mal den Terror eingestellt hätten. Den ganzen Spaß bezahlt die internationale Gemeinschaft, und wenn was nicht klappt, ist Israel schuld. Ein Zustand, den man ungern aufgeben möchte.
Palästinensische staatliche Unabhängigkeit setzt voraus, dass das entstehende Gebilde nicht zur Gefahr für sich selbst und andere wird, d.h. Frieden und Sicherheit sind das mindeste, was gewährleistet sein muss. Die Trennung sollte in beiderseitigem Einvernehmen vollzogen werden, sonst ist der nächste Krieg nur eine Frage der Zeit. Wenn Sie es gut mit den Palästinensern meinen, sollten Sie ein Interesse daran haben, dass diese sich um die Schaffung einer freien, demokratischen, verantwortungsbewussten Zivilgesellschaft bemühen, also in so ziemlich allen Bereichen eine 180-Grad-Kehrtwende vornehmen. So, wie es jetzt aussieht, kann davon keine Rede sein. Das ist auch kein Wunder, wenn man von Fatah bzw. Hamas regiert wird. Auf diese beiden trifft der Begriff Regime jedenfalls 100-prozentig zu.
Wären die Deutschen nach dem “Zusammenbruch” nicht in der Demokratieschule so gelehrig gewesen, sondern hätten Terror entfesselt und weiterhin Juden ermordet, dann wären sie nicht nach 5 Jahren in die Selbstverantwortung entlassen worden, darauf dürfen Sie wetten. Verdient gehabt hätte Deutschland ohnehin das, was der Morgenthau-Plan vorsah (so froh und dankbar ich selbst bin, dass der derselbe nicht umgesetzt wurde).
Im Übrigen waren die alliierten Kontrollzonen eben KEINE Regimes.
“Besatzungsregime” vs. Milch-&-Honig-Paradies. Daraus spricht die Irrmeinung, die Palästinensergebiete würden sich umgehend in ein Schlaraffenland verwandeln, wenn nur die Israelis nicht wären. Es ist wohl eher umgekehrt: Ohne Israel würde Paliland im Elend versinken, da dann nicht nur sämtliche israelischen Hilfen für die Palästinenser wegfielen, sondern auch alle Aufmerksamkeit und alle Geldzuwendungen, die den Palästinensern derzeit aus Europa und dem Rest der Welt zuteil werden.
Zur Frage: Es sind – siehe oben – Kontrollzonen, deren Bewohner weitaus mehr (Narren-)Freiheiten genießen (siehe hierzu die Antwort von Claudio Casula) als weiland die Deutschen in den alliierten Kontrollzonen. Und in diesen israelischen Kontrollzonen fließt weitaus mehr an Milch & Honig, als die antiisraelische Propaganda glauben macht – und es könnten Ströme davon fließen, wenn die Hamas Interesse daran hätte. Stattdessen lassen Hamas & Konsorten lieber palästinensisches und israelisches Blut fließen.
“Ohne Israel würde Paliland im Elend versinken, da dann nicht nur sämtliche israelischen Hilfen für die Palästinenser wegfielen”
@ Malte
Was für israelische Hilfen sind das denn so? Wie sehen die denn so aus? In welcher Höhe fliessen die und von wem an wen genau?
“Nun ja, 97 Prozent der Palästinenser leben in Selbstverwaltung, d.h., sie haben eigene Pässe, eigene Minister, eigene Hymne und Flagge, haben eine eigene Gerichtsbarkeit, sogar ergänzt durch Lynchjustiz, eigene Polizei und paramilitärische Einheiten, eigene Radio- und TV-Stationen, dürfen in ihre Schulbücher schreiben, was sie wollen etc. etc.”
So kann man es auch sagen. Man kann aber auch sagen, dass nur ein kleiner Teil der Westjordanlandes in Area A liegt. Mag sein, dass das die Mehrheit der Bevölkerung betrifft, gewiss aber liegt die Mehrheit des Territoriums des Westjordanlandes ausserhalb der Reichtweite der PA in Area C, wo die Besatzungsmacht das Sagen hat.
Auch ist es der Besatzungsmacht auch schon mal wurscht, was Oslo zu dem Thema sagt und bricht auch da gern mal nachts ein, um Leute zu verhaften, weil ihr ISRAELISCHES Visa abgelaufen ist. Tolle Autonomie, wenn man noch nicht mal entscheiden kann, wer kommen und wer gehen darf.
Area A könnte viel größer sein – wenn sich die PA ihrerseits auch mal an gewisse Abmachungen (Oslo-Accords!) gehalten hätte. Zur Erinnerung: Das Prinzip hieß Land für Frieden (oder wenigstens Sicherheit). Den Terror intensivieren und sich dann beschweren, wenn man auf der Zwischenlösung sitzen bleibt – dazu gehört schon eine satte Portion Chuzpe.
http://www.scribd.com/doc/52870545/Economic-Development-Israeli-Support-ReportAHLC-April2011-1
Warum gab’s in Berlin eigentlich keine Selbstmordattentate gegen die Besatzungsmaechte? Waehrend 45 Jahren Besatzungs-”regime” waeren diese a la Klaeuschens Milchmaedchenrechnung doch zwangslaeufig gewesen…
Gute Frage @peter.
Auch ich bin gespannt, wie “Klaeuschens” das beantwortet…
@ Claudio Casula, Malte S. Sembten
Mag ja sein, dass 97 % der Palästinenser in Gebieten leben, die Du als selbstverwaltete Gebiete mit Nationalhymne etc. (sowas wie in Südafrika die Bantustans), Malte als “Kontrollzonen” bezeichnet. Aber dann sagt doch bitte, auf wieviel Prozent der Fläche in Judäa und Samaria, sind das 30% Prozent? Stimmt diese Map http://mapsof.net/uploads/static-maps/jewish_settlements_in_west_bank_map.jpg? Wieviel “zusammenhängendes Gebiet” würdet Ihr denn den Palästinensern zugestehen? 95 bis 96 Prozent nach dem Clinton Plan und Gebietsausgleich? Ist das Proganda, wenn die Israelis total über die Wasserrechte herrschen, die Palästinenser 100 mal weniger pro Kopf erhalten als die Siedler? Ich habe mich mal auf den Seiten der Siedlerbewegung umgesehen, Yesha Communities, Amana Settlement Movement. Die denken doch gar nicht daran, auf ihre Siedlungen in Judäa und Samaria zu verzichten, auf dieses Land, das sie erlösen wollen, haben sie doch einen gottgegebenen Anspruch. Oder habt Ihr andere Informationen? Ich habe den Eindruck, dass Ihr von dieser Annexion ablenkt, indem Ihr die Palästinenser zu den alleinigen Schuldenböcken macht.
@ Peter, Malte
Bis zur Gründung der Bundesrepublik wurden Trizonien von Militäradministrationen (sind das keine Regimes, die die Souveränität der Beherrschten einschränken?) regiert. Das waren keine 45 Jahre. 1949 wurde dann ein Besatzungsstatut verabschiedet, das dann 1991 aufgehoben wurde. Man sollte doch nicht Äpfel und Birnen vergleichen.
Wieviel „zusammenhängendes Gebiet“ würdet Ihr denn den Palästinensern zugestehen? 95 bis 96 Prozent nach dem Clinton Plan und Gebietsausgleich?
Meinetwegen. Wenn dann Ruhe ist.
Ist das Proganda, wenn die Israelis total über die Wasserrechte herrschen, die Palästinenser 100 mal weniger pro Kopf erhalten als die Siedler?
Ja, das ist Propaganda.
Ich habe mich mal auf den Seiten der Siedlerbewegung umgesehen, Yesha Communities, Amana Settlement Movement. Die denken doch gar nicht daran, auf ihre Siedlungen in Judäa und Samaria zu verzichten, auf dieses Land, das sie erlösen wollen, haben sie doch einen gottgegebenen Anspruch. Oder habt Ihr andere Informationen?
Wir möchten hier eigentlich nicht jeden Tag ein Fass aufmachen, das schon hundertmal geöffnet wurde – schauen Sie bitte ins Archiv, da finden sie eine vierstellige Anzahl von Artikeln und Kommentaren. Aber bitte, hier noch einmal: Als Israel den Sinai zurückgab, wurden alle Siedlungen geräumt. Als Israel sich aus dem Gazastreifen zurückzog, wurden alle Siedlungen geräumt. Und wenn die Palästinenser endlich ihren Teil der Vereinbarungen einhielten, würde auch der allergrößte Teil der Westbank bzw. Judäas & Samarias geräumt und Siedlungen aufgelöst. Nicht aber die vier großen Siedlungsblöcke, die für Israel strategisch unverzichtbar sind. Die machen nur ein paar Prozent der umstrittenen Gebiete aus, aber dort leben 80 Prozent der Siedler.
Und nun noch kurz zu denen: Die allermeisten von denen sind nicht religiös motiviert. Vielleicht haben Sie auch schon von der Organisation der Siedler gelesen, die sich grundsätzlich zu einem Umzug nach Israel proper bereit erklärt hat, aber dafür eine gewisse Kompensation vom Staat verlangt. Mit dem harten Kern, falls er sich denn einer Räumung widersetzen sollte (das ist ja schon mehrmals vorausgesagt worden, aber nie passiert), wird Israel schon zu verfahren wissen. Dort gilt das Machtmonopol des Staates, während in den Palästinensergebieten allerlei Milizen ihr eigenes Ding drehen (dürfen). Ich empfehle dringend, sich mal mit der palästinensischen Seite zu beschäftigen und dem, was sie bisher zum “Friedensprozess” beigetragen hat (oder eben auch nicht). Leute wie Sie und “Stephanos” sind ausschließlich negativ auf die israelische Seite fixiert, das ist Ihr Problem, deswegen verstehen Sie nicht, um was es wirklich geht. Sonst würden Sie erkennen, dass es tatsächlich an Fatah und Hamas liegt, wenn es nicht zu einer Einigung kommt. Sie können über ein paar durchgeknallte Siedler jammern, soviel Sie wollen. So lange Sie nicht begreifen, dass es bei den Palästinensern die Machthaber sind, die alles vermasseln, kann ich Ihnen eine Million Beispiele nennen, und es wird nichts nützen.
@ Claudio Casula
ich bin bei weitem nicht so negativ auf Israel fixiert wie Sie auf die Palästinenser negativ fixiert sind. Inzwischen ist es sogar Frau Merkel aufgefallen, dass die “Blockadekräfte” nicht nur auf Seiten der Palis zu finden sind. Vielleicht sollten Sie und Malte S. Sembten mal versuchen, den Unterschied zwischen den Waffen einer hochorganisierten und hochtechnizierten Besatzungs- und Annexionspolitik und den sicherlich antiquierten Waffen von Steinzeitkriegern zu verstehen. Im übrigen: Ihr Wort in Gottes Ohr, dass Netanyahu und Liebermann willens und in der Lage sein werden, mit den Siedlern z.B. aus Itamar oder Hebron zu “verfahren”.
@ Malte
Den Artikel des wohl objektivsten Rechercheurs Alex Feuerherdt werde ich mal in Ruhe lesen.
Mit wem soll Israel denn Frieden schließen? Mit sich selbst? Vergessen Sie nicht, dass Hamas nicht daran denkt, Israel anzuerkennen, und dass die PA bzw. Fatah auch immer noch von was anderem träumt als in Frieden neben Israel zu leben. Deshalb feiert sie immer noch Terroristen, und deshalb will sie ihren Staat auch ohne Einigung mit Israel ausrufen, und sie wird wieder zum Terror greifen unter dem Vorwand, dass weiter Gebiete besetzt seien. Oslo war, wie viele damals schon befürchteten, ein nice try, aber eben auch von vornherein zum Scheitern verurteilt. Weder Arafat noch Abu Mazen haben jemals ernsthaft erwogen, vom Anspruch auf “ganz Palästina” abzurücken.
Was die Qualität der Bewaffnung mit der Bereitschaft zu tun haben soll, sie auch einzusetzen, zumal mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu treffen bzw. die Verluste auf allen Seiten möglichst gering zu halten, sollten Sie bei Gelegenheit mal erklären. Darauf freuen wir uns schon jetzt. Seien Sie aber versichert: Wäre es die Hamas, die über Panzer und Flugzeuge verfügte, dann bliebe es nicht bei ein paar Hundert oder Tausend Toten bei einem Waffengang; dann würde Israel keine Woche überleben. Schon daran sollte man den Unterschied erkennen. Der Schwächere ist nicht automatisch auch der moralisch Bessere, das ist doch Schwachsinn. Seien wir froh und dankbar, dass die weit weniger skrupellose Seite stärker ist, umgekehrt wär´s der Horror. Für alle.
Und wieder:
http://www.israelnetz.com/themen/arabische-welt/artikel-arabische-welt/datum/2011/04/12/pa-ehrt-attentaeter/
@ Klaus:
Du wirfst unsereins vor, negativ auf Palaestinenser fixiert zu sein, waehrend Du den Rassisten raushaengen laesst und die Palaestinenser zu Steinzeitmenschen degradierst? Das ist an unfreiwilliger Komik wohl nicht zu schlagen!
@peter
ein weit verbreitetes Phänomen. Angeblich propaläst. Westler entmündigen so auch gern Araber/Palästinenser.
@claudio
“Seien Sie aber versichert: Wäre es die Hamas, die über Panzer und Flugzeuge verfügte, dann bliebe es nicht bei ein paar Hundert oder Tausend Toten bei einem Waffengang; dann würde Israel keine Woche überleben.”
Nicht nur das. Was man bei solchen Menschen immer noch erwähnen muss, ist, dass Israel ihre Bevölkerung schützt: durch Bunker und Alarm.
Man muss schon feststellen, dass es manchen wohl zu wenig tote Israelis gibt. Die meinen wohl erst die Anzahl der Opfer zeigt die Gefährlichkeit der angeblich primitiven Waffen.
Denn das stimmt sowieso nicht, die meisten sind nicht primitiv oder selbstgebastelt, schon gar nicht die iranischen Gradraketen, die Beer Schewa oder bis Aschdod reichen oder man denke an die russischen Kornetraketen. Diese Ammenmärchen vernimmt man gern in Deutschland von wegen antiquiert. Ich kann diesen Mist kaum noch lesen.
@ yael1
Keine Sorge, Klaus wird uns sicher erklaeren koennen, warum es sich bei den Moerdern von zumeist Rentnern – darunter einige Holocaust-Ueberlebende – um verehrungswuerdige Widerstandskaempfer handelt.
@ Klaus
Du solltest Dich kundig machen, bevor Du hier so einen Unsinn verzapfst. Ich habe ja wohl von Berlin gesprochen – und das war nun mal nicht Bestandteil von Trizonesien, sondern auch nach 1949 unter der Administration von Besatzungsmaechten. Guckt Du hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/West_Berlin
Aber es ist ja schon symptomatisch, dass Leute, die von der Geschichte des eigenen Landes keine Ahnung haben, meinen Israel Weisungen erteilen zu muessen – ganz so, als handelte es sich bei der dortigen Regieung um einen “Judenrat”.
Zusaetzlich kann man noch fragen: Warum haben 19 Jahre Besatzung Gazas, Jerusalems und der West Bank durch Aegypten und Jordanien zu keinen Terroranschlaegen der Palaestinenser gegen diese Laender gefuehrt? Mehr noch, warum gibt es in der nun seit 90 Jahren von den Haschemiten annektierten palaestinensischen East Bank trotz tausender getoeteter Palaestinenser im “Black September” dort keine Selbstmordattentate?
“Z wie Zeugen, glaubwürdige
Noam Chomsky, Sümeyye Ertekin, Norman Finkelstein, Neve Gordon, Glenn Greenwald, Arun Gupta, Amira Hass, Henning Mankell, Paul Larudee, Gideon Levy, Lubna Masarwa, Ken O’Keefe, Daniel Luban, Kevin Ovenden, Ilan Pappé, Henry Siegman, Ahdaf Soueif, Richard Tillinghast, Alice Walker, Stephen M. Walt, Philip Weiss, Norman Paech, Haneen Zoabi.”
Das ist eine lange Liste. Können Sie da bitte mal elaborieren, wer da jetzt wen wie widerlegt hat?
Bitte aufmerksam lesen (Verweis auf Buchstabe A). Die üblichen Verdächtigen in der Aufzählung beharren auf einer Darstellung, die sich schon am Abend des fraglichen Tages nicht mehr halten ließ. Manche Leute lassen sich eben selbst durch Videobeweis nicht von ihren festbetonierten Ansichten abbringen.
Gewiss. Das ist sogar glatt gelogen.
Ja. Zum Beispiel den folgenden, blendend recherchierten Artikel in der “Konkret”, den es hier als Scan zu lesen gibt:
http://rundeablage.files.wordpress.com/2010/01/amnesie-bei-amnesty.pdf
Das hab ich bereits weiter oben geklärt: Hätten die trizonalen Deutschen sich bei den Alliierten mit Selbstmordattentaten und Raketenbeschuss und erlesener Hasspropaganda empfohlen, hätte sich das “Besatzungsregime” bis heute nicht verabschiedet.
Bedenkt man, dass die Palästinenser das beträchtliche Maß an Autonomie, das sie haben, zum großen Teil für Terror und sonstige Destruktionsmaßnahmen nutzen, wäre es wünschenswert, dieses offenkundige Zuviel an Autonomie noch deutlich einzuschränken.
@ malte s. sembten
in jedem besetzten Land gibt es Kollaboration und résistance.Mit dem besten Geheimdienst bekommen Sie das Problem nicht ganz in den Griff. Überlegen Sie mal, wie viele Palästinenser in der “Behandlung” des Schin Bet waren und was die Wirkung dieser Behandlung für Kinder und Kindeskindern waren.
Was meinen Sie denn dazu?
http://www.nytimes.com/2011/04/05/world/middleeast/05israel.html?_r=2
@ Peter
mit “Steinzeitkriegern” meinte ich den kleinen palästinensischen “David”, der Steine und anderes unappetitliches Zeug gegen den Goliath “Israel” wirft.
Klagen über “Besatzung” reicht nicht aus. Niemand findet das toll, auch die Israelis nicht. Worauf es ankommt, ist, diesen Zustand zu beenden. Die Alternative sollte aber nicht noch schlimmer aussehen als Besatzung, also eher in Richtung friedliche Koexistenz gehen. Was aber haben denn die Palästinenser dazu beigetragen seit Oslo? Ihre Forderungen sind noch exakt dieselben wie 1993. Da hätte man sich die “Verhandlungen” auch sparen können. Flexibilität und Interesse an einer Beendigung des Status quo sehen jedenfalls anders aus.
C – coalition.
Nach allem, was ich bisher so von den “Verbündeten” der NATO mitgekriegt habe, haben wir es hier mit einer Versammlung von Typen zu tun, die bis vor ein paar Wochen noch persönlich dafür zuständig waren, die Zivilbevölkerung “totzuschlagen”, mit importierten Islamistenkadern und mit allerlei zwielichtigen Gestalten, die nichts eiligeres zu tun haben, als die erbeuteten Luftabwehrraketen an die zu verticken, die sie besser brauchen können. Ganz neu hätten sie jetzt gerne noch 1,5 Mrd Euros Bargeld und natürlich allerlei Waffen. Die Chinesen liefern schon seit Wochen fleissig – zumindest behaupten sie das im staatlichen Rundfunk.
Wie sieht man das in Israel? Erhofft man sich von den “Rebellen” mehr als von Gaddhafi? (Der ja auch stramm antijüdisch war.)
Danke! Nicht alle Israel-Kritiker würden sich die Mühe machen. Es lässt darauf schließen, dass Sie SoE (im Gegensatz zu manch anderen) nicht nur aufsuchen, um “Contra zu geben”.
Was nun aber die Objektivität betrifft: Alex Feuerherdt ist Partei in “der Nahostfrage” – ebenso wie Ulrike Putz und Erich Follath vom “Spiegel” und fast der ganze Rest der “Nahostkorrespondenten” und sonstigen Schreiber von “SZ”, “Zeit”, etc. Doch macht Feuerherdt kein Hehl daraus, dass er pro Israel schreibt, während die anderen das Banner des unabhängigen, überparteilichen “Qualitätsjournalismus” und ihrer “Edelfedern” hochhalten, was eine glatte Lesertäuschung und Verletzung des vielbeschworenen journalistischen Berufsethos darstellt.
Davon abgesehen können auch Rechercheergebnisse eines parteiischen Rechercheurs zutreffen und überzeugend sein . So wie auch die Argumente eines Anwalts vor Gericht Gewicht haben können. (Eine halbwegs unvoreingenommene bzw. nicht gänzlich verblendete “Jury” sollte auch in der Lage sein, darüber zu urteilen.)
Und nichts anderes wird ja seit Langem schon mit Israel veranstaltet: ein globaler und nicht ganz rechtsstaatlicher Gerichtsprozess, an dessen Ende einige Kläger gern die Hinrichtung des Angeklagten sähen.
Sie wollen darauf hinaus, dass jede Form von “Besatzung” schlecht für beide Teile ist und baldigst beendet werden sollte. Wer wollte Ihnen da widersprechen? Die israelische Kontrollmacht über die “Palästinensergebiete” ist jedoch der historisch wohl geradezu einmalige Fall einer “Defensivbesatzung”. Soll heißen: diese besonderen “Besatzungsopfer” wollen nicht nur eine freie, selbstbestimmte Heimat für sich selbst, sondern viel eifriger noch und ganz unverhohlen streben sie die Vernichtung der benachbarten Heimat der “Besatzer” an, ganz egal ob diese “Besatzer” die “Besatzung” nun aufgeben oder nicht.
Dazu meine ich: Friedliche Zweistaatenlösung, welche die meisten vernünftigen Menschen, gerade auch in Israel, gerne sähen. Aber die Hamas und andere radikalmuslimische Kräfte werden sie weder den Israelis noch den Palästinensern gönnen. Von daher naiv, so lange die Welt die Hamas-Herrschaft zulässt.
(Doch immerhin: Wann kommen solche Vorschläge ERNSTGEMEINT aus den Reihen der Gegenseite?)
[P.S.: Die Möglichkeit, direkt unter einzelnen Kommentaren auf dieselben zu antworten, lasse ich ungenutzt, da ich es bei so langen Threads wie diesem unübersichtlich finde. Lieber hänge ich meine Kommentare "unten dran".]
Der Link im Abschnitt M wie Mentalist
heisst richtig http://en.wikipedia.org/wiki/Yahya_Ayyash