Der türkische Präsident Abdullah Gül kann vor Kraft kaum noch laufen. Mit weniger als einer Vollmitgliedschaft in der EU, so tönt er, will sich Ankara nicht zufriedengeben. Dabei gibt es mindestens
10 Gründe, warum die Türkei nicht in die EU gehört
1. Die Türkei liegt nicht in Europa
Nur drei Prozent des türkischen Territoriums, das östliche Thrakien, bilden den europäischen Teil der Türkei. 97 Prozent liegen in Asien. Und das nicht nur geographisch.
2. Kungeln mit terroristischen Vereinigungen
Premier Erdogan ist Träger des Gaddafi-Menschenrechtspreises, nennt den Despoten Assad „meinen Bruder“, hält Ahmadinedschads Regime die Stange und bezeichnet die Terroristen der Hamas als „Widerstandskämpfer“.
3. Militärische Besetzung fremden Territoriums
Aus dem Norden Zyperns, das de jure Gebiet der Europäischen Union ist, haben türkische Streitkräfte 1974 die griechischen Einwohner vertrieben; Ankara installierte im nördlichen Teil Nikosias ein Marionettenregime, das niemand außer der Türkei anerkennt.
4. Fragwürdige Interpretation des Begriffs Menschenrechte
Während der türkische Präsident Abdullah Gül schon Regeln des deutschen Einwanderungsrechts wie die Forderung nach Grundkenntnissen der deutschen Sprache „menschenrechtswidrig“ nennt, sind in seinem eigenen Land Misshandlungen und Folter insbesondere in den kurdischen Provinzen gang und gäbe.
5. Schleichende Islamisierung des Staates
Erdogans AKP betreibt die Transformation der kemalistischen Republik in eine vom Islam dominierte. Sie weicht die von Atatürk verfügte Trennung von Kirche und Staat auf, kippte zum Beispiel das Kopftuchverbot an Hochschulen und entmachtete das säkulare Militär.
6. Unterdrückung der Pressefreiheit
Unbotmäßige Journalisten werden eingeschüchtert und/oder unter dem Vorwand verhaftet, dem Terrornetzwerk Ergenekon anzugehören. Die AKP forcierte die Zerschlagung mehrerer Mediengruppen, bekannte Zeitungen und Fernsehsender wurden von Unternehmern mit AKP-Parteibuch aufgekauft.
7. Diskriminierung von Frauen
Ehrenmorde, Zwangsheiraten und häusliche Gewalt vor allem in den ländlichen Gebieten Anatoliens sind nach wie vor ein gravierendes Problem. In einem Bericht des Weltwirtschaftsforums, in dem die Gleichberechtigungssituation von Frauen untersucht wurde, fiel die Türkei unter 134 Ländern auf den 126. Platz.
8. Großmachtstreben
Die Türkei arbeitet auf eine Vormachtstellung im Orient hin, strebt ein Bündnis mit einem islamisierten Ägypten an und meint schon jetzt, international so viel Einfluss zu besitzen „wie die gesamte Europäische Union“ (O-Ton Gül).
9. Unbewältigte Altlasten
Noch immer leugnet die Türkei den Völkermord an den Armeniern 1915/16, dem möglicherweise mehr als 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen.
10. Konfrontationskurs gegenüber Israel
In Nahost schlägt sich Ankara auf die Seite der friedensfeindlichen Kräfte, verleumdet israelische Politik als „Staatsterrorismus“, forderte den Ausschluss des jüdischen Staates aus der UNO und provoziert bei jeder Gelegenheit – zuletzt im Streit um den Mavi-Marmara-Zwischenfall, bei dem neun türkische Dschihadisten den sehnlichst gesuchten Märtyrertod gefunden hatten.
Angesichts dieser Bilanz wäre die Türkei selbst mit einer „privilegierten Partnerschaft“, wie Kanzlerin Merkel sie offeriert, noch viel zu gut bedient. Eine Vollmitgliedschaft verbietet sich ohnehin, so lange Erdogan antiwestliche und antisemitische Töne spuckt und dafür im Nahen Osten alten Träumen von osmanischer Großmacht nachhängt. Abdullah Gül dies auf den Weg mitzugeben, wäre natürlich nicht sehr diplomatisch, aber ehrlich und nötig. Vielleicht tritt der Herr dann bei seinem nächsten Besuch etwas bescheidener auf.
Das ist eine schöne Auflistung, es geht aber einfacher:
Welcher Vorteil ergibt sich für die bestehenden EU-Mitglieder durch die Aufnahmen der Türkei in die EU?
Case closed.
Nun ja: Die Außengrenzen der EU würden uns so sympathische Nachbarländer wie Syrien, Irak und Iran bescheren…
Juchuuu, eine gemeinsame Grenze mit Syrien. Das hab ich mir schon immer gewünscht.
Liebe Türkei, willkommen in der EU.
)
Das wäre natürlich eine tolle Nachbarschaft, dennoch würde ich vorschlagen, dass die BRD Mallorca kauft und dadurch Spanien von einem Teil seiner Schulden befreit. Dann wäre es von einem Teil des Bundesgebiets nur ein Katzensprung in die ebenfalls sehr sympathischen Länder des Maghreb.
Türkischer Export
http://anti3anti.wordpress.com/2011/09/19/tuerkischer-export/
Wenn die Vollmundigkeit der Aussprueche mit der unglaublichen finanziellen Kraft der Tuerkei auch nur etwas zu tun haben sollte, werden die Tuerken die Griechen ausloesen. Das sehen zu duerfen waere wohl den Eintritt wert.
Ansonsten, da haben Sie recht: alles Essig.
Es ist ja aus der Mode gekommen, aber neben 10 guten Gruenden, der Tuerkei zu erklaeren warum sie nicht herein soll, kann man auch fragen “whats in it for me/us?”
Die Auflistung der Vorteile fuer die heutigen Mitglieder waere recht kurz. Obwohl Moment, vielleicht siedelt Claudia Roth in das neue Mitgliedsland um. Das ist es dann aber auch.
“Obwohl Moment, vielleicht siedelt Claudia Roth in das neue Mitgliedsland um.”
Dann sollte die EU lieber Australien oder Neuseeland aufnehmen…
Nur macht Claudia Roth, laut eigener Aussage, nicht für Australien oder Neuseeland, sondern seit Jahrzehnten für die Türkei Politik, demnach wird sie sich wohl auch nicht zu einem Umzug in diese Staaten bewegen lassen.
Außerdem sind mir bei meinen Auflandsaufenthalten die Menschen “down under” positiv in Erinnerung geblieben! Daher stellt sich die Frage: “Was haben Sie gegen diese Völker?” …
Die Türkei wäre das bevölkerungsreichste Land der EU mit dem entsprechenden Einfluss. Sie hat eine nationalistische, größenwahnsinnige Führung. Sie benutzt die vielen “Auslandstürken” als Waffe.
Fazit: Wäre die Türkei EU-Vollmitglied, würde sie mit den notorisch “besonnen” reagierenden (= kuschenden) übrigen EU-Staaten Schlitten fahren. Erdogan und Gül würden Merkel & Co mit dem Ochsenziemer vor sich hertreiben.
Spricht Punkt 10 denn nicht eindeutig FÜR eine Mitgliedschaft in der Kloake EU???
Im STANDARD gibt es eine Analyse der ökonomischen Situation der Türkei.
Das was der Gül und Erdowahn erzählen über dem Nutzen der Türkei für Europa ist doch ein Unfug:
http://derstandard.at/1316390197192/Blog-KrisenFrey-Krisenkandidat-Tuerkei?_blogGroup=1
“Die türkischen Zahlen sind so Besorgnis erregend, dass es erstaunlich ist, dass es sowenige warnende Stimmen gibt. Aber wir wissen, wie die Euphorie für die nächste tolle Anlagechance die Vernunft außer Kraft setzt. Das war bei Internet-Aktien genauso wie bei CDOs, und trifft jetzt auch auf die Türkei zu.”
Ich persönlich würde meine Investitionen in die türksiche Wertapiere jetzt beenden. Die Türken haben offenischtlich keine Ahnung, wie schnell kann ein Land in eine tiefe Wirtschaftskrise stürzen wenn die Finanzmärkte (sprich Investoren) kalte Füße bekommen. Und dann ist das angelegte Geld futsch.
Man fragt sich, wie die Herren Erdogan und Gül auf eine zypriotische Ratspräsidentschaft zu reagieren gedenken, sollte ihr Land Mitglied der EU werden (was Allah verhindern möge). Die offiziellen Beziehungen zur EU abbrechen geht dann wohl ja nicht mehr.
Darf man eigentlich auch hinterfragen wie es kommt, dass 1918 rund 1/4 der Bevölkerung des türkischen Staates Christen waren – und warum es heute nur mehr ein paar Tausend sind?
Nein, darf man nicht, zumal es in weiten Teilen der islamischen Welt ähnlich läuft …
Libanon, das Drama Libanon.
[...] Die Türkei in die EU? NIEMALS! Und wer mehr als Erdogan als Grund braucht, der kann sich bei Spirit of Entebbe weiterbilden. [...]
[...] wenigen Tagen hat Kollege Claudio Casula an dieser Stelle 10 Gründe genannt, warum die Türkei nicht in die EU gehört. Doch als sei dies nicht genug, zeigt sich [...]
Das dumme ist doch, dass die Türkei dem EU-Beitritt längst nicht mehr so viel Bedeutung zumisst, als dass ihr diese Punkte in irgendeiner Weise weh tun könnten. Vor einigen Jahren hätte man der Türkei mit dieser Liste zeigen können, was einem Beitritt im Wegen steht. Abzüglich Punkt eins: Was tektonische Platten mit internationalen Beziehungen zu tun haben sollen, soll mir mal jemand erklären. Immerhin liegen Teile der EU auch in Südamerika und im indischen Ozean. Punkt 2, 5, 8 und 10 waren damals praktisch nicht existent, die Türkei war laizistischer als manch westeuropäisches Land. Doch man hat ihr klar gemacht, dass das mit der EU-Mitgliedschaft nichts wird. Und zwar nicht aufgrund der übrigen, gerechtfertigten Kritikpunkte, sondern weil man keinen islamischen Staat in der EU haben wollte, nicht mal einen, der Kopftücher an Universitäten und Schulen verbietet. Was folgte auf diese Ablehnung? Islamisierung, Hinwendung zum Iran, die Hamas-Flotilla, das Zerwürfnis mit Israel. Hätte man der Türkei damals klargemacht, dass sie willkommen ist, wenn sie sich an die Spielregeln hält, so wäre die Situation im Nahen Osten heute vielleicht eine andere. So hat man Ahmadinejad einen weiteren Verbündeten zugeschanzt.
“…die Türkei war laizistischer als manch westeuropäisches Land.” Die über 60 inhaftierten Journalisten in türkischen Gefängnissen, sprechen aber dagegen!
“…weil man keinen islamischen Staat in der EU haben wollte…” So ist es! Wer will das schon?
“Hätte man der Türkei damals klargemacht, dass sie willkommen ist, wenn sie sich an die Spielregeln hält…”
Nicht hätte – die EU hat genau das zur Bedingung gemacht!
“…nicht mal einen, der Kopftücher an Universitäten und Schulen verbietet.” Wenn es nach Erdogan und der AKP ginge, wäre das Kopftuchverbot längst wieder aufgehoben! Was für eine Überraschung…