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It was a daring raid. Even by Israeli standards.

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Denn sie wissen, was sie tun

März 25, 2012 von Claudio Casula


Echtes Ereignis für die Weltmedien: Flaggen schwenkende Palästinenser

 

Wie die Weltmedien über den Nahostkonflikt berichten, hat Einfluss auf das allgemeine Bild vom jüdischen Staat. Und befeuert im schlimmsten Fall den Hass mörderischer Antisemiten.

 

Ob ein arabischer Immigrant in Frankreich jüdische Kinder ermordet, ob ein iranischer Präsident, während er sein Atomprogramm forciert, den jüdischen Staat mit einem Krebsgeschwür vergleicht, das entfernt gehört, oder ob zahllose Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund in Leserbriefen und in den Kommentarspalten der Online-Zeitungen ihrer Abneigung gegen Juden freien Lauf lassen – allen ist gemeinsam, dass sie Israel als Wurzel allen Übels diffamieren. Der Nahostkonflikt dient ihnen als Rechtfertigung für ihre judenfeindlichen Worte und Taten.

Die Munition, und seien es auch nur containerweise Knallfrösche, liefern ihnen zuverlässig etwa fünftausend Journalisten, die sich zwar nicht nach Syrien wagen, weil sie im mörderischen Bürgerkrieg dort Leib und Leben riskieren würden, aber in Israel unter angenehmen Arbeitsbedingungen Kriegsreporter spielen dürfen. Ob Radio-, Fernseh- oder Pressereporter, das Gros dieser Leute drängt sich in dem kleinen Land zwischen Jordan und Mittelmeer, um über jeden Furz zu „berichten“, sei es ein Zwergenaufstand der Ultraorthodoxen oder eine Graffiti-Schmiererei an einer Kirchenmauer. Während Fotografen Orte, an denen es wirklich weh tun könnte, weiträumig umfahren, können sie vom „Nahost-Konflikt“ nicht genug bekommen, auch wenn sie für Bilder und Geschichten bisweilen der Realität ein wenig nachhelfen müssen. Es scheint ein enormer Bedarf an diesen Bildern zu bestehen, sodass sich zahllose „war photographers“ permanent zu vermeintlichen Brennpunkten begeben, an denen nichts los ist. Stellte sich noch in “Die nackte Kanone” ein Cop mit einem “Hier gibt es nichts zu sehen, gehen Sie weiter!” vor die Menge, während im Hintergrund ein spektakuläres Feuerwerk abbrannte, machen es die Fotojournalisten in Israel heute genau anders herum.

In der ZEIT hat der italienische Fotograf Ruben Salvadori jetzt die Effekthascherei der Kollegen am Beispiel des israelisch-palästinensischen Konflikts entlarvt. Vermeintlich dramatische Szenen entpuppen sich als gestellte Shootings, die einen für viele Menschen durchaus belastenden, im Grunde aber vergleichsweise unerheblichen Regionalkonflikt zum großen Verhinderer des Weltfriedens aufblasen, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Mögen in Syrien bereits über siebentausend Menschen hingeschlachtet worden sein, von anderen globalen Konfliktherden ganz zu schweigen, die Antisemiten der Welt gieren nach dem Nahost-Konflikt, verschafft er ihnen doch die Legitimation, endlich ihre antijüdischen Ressentiments loszuwerden, die ihnen offensichtlich keine Ruhe lassen. Hier beginnt die Mitschuld der Journaille, die diese Ressentiments bedient, indem sie noch jeden aggressiven arabischen Halbwüchsigen, der eine Zwille zur Hand nimmt, zum heroischen Freiheitskämpfer stilisiert. Drama, Baby, Drama! Ein Ritual, das ebenso lächerlich wie brandgefährlich ist, denn am Ende sind es die Mörder jüdischer Kinder, die sich auf diese Darstellung, und sei sie noch so verzerrt, berufen werden. Dann hat der Spaß auf dem internationalen Abenteuerspielplatz den pikanten Nebeneffekt, sich auf eine sehr eigene Weise zum Komplizen der Täter gemacht zu haben. Das fängt bei einer Stippvisite von Ulrike Putz bei Raketenbauern an, geht mit den Bildfälschern von Reuters und der Lüge vom Massaker in Jenin weiter und hört bei der Geschichte von der vermeintlichen Tötung Mohammed al-Duras noch lange nicht auf.

Der Krieg gegen die Juden und gegen den jüdischen Staat geht auf allen Ebenen weiter – und noch immer finden sich rund um den Erdball genügend Komplizen. Hier kommt einem eine Inschrift in den Sinn, die einst an der Wand einer Halle des Diaspora-Museums auf dem Tel Aviver Universitätscampus zu lesen war:

In the year 1936, Adolf Hitler began his campaign against the Jews of Europe. He exterminated 6,000,000 Jews, including 1 1/2 million children. As the Jews of Europe desparately fought for their lives, the world stood by in silence.

Heute schweigt sie nicht einmal. Heute redet sie den Mördern das Wort.

 

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