Liebe Israelreisende,
es ist sehr heiß zurzeit, und vielleicht spielen Sie gerade mit dem Gedanken, sich in ein klimatisiertes Gebäude zu flüchten, in dem es idealerweise auch noch viel zu sehen gibt – zum Beispiel das Israel-Museum in Jerusalem. Möglicherweise haben Sie aber heute nach dem Frühstück Spiegel Online besucht und sind durch die Meldung „Israel-Museum führt Geschlechtertrennung ein“ plötzlich verunsichert.
Wir können Sie beruhigen: Wenn a) außerhalb der üblichen Öffnungszeiten b) vielleicht c) für ein paar Wochen zusätzlich ein Angebot für d) eine einzige, die Gruppe der notorischen Museumsverweigerer persönlich betreffende Ausstellung geschaffen wird, welche den normalen Besucher nicht einmal tangiert, ist das eine Petitesse, die zwar den gewöhnlichen deutschen Medienkonsumenten emotional weit eher zu erregen vermag als die 550 Todesopfer, die der syrische Bürgerkrieg allein vorgestern forderte, einen Besuch des Israel-Museums allerdings, wie der Text unter der ebenso reißerischen wie irreführenden Schlagzeile unterstreicht, in keiner Weise beeinflusst.
Sie können mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin und Ihren Kindern weiterhin ganz normal das Israel-Museum gemeinsam durchstreifen, auch die Ausstellung über die Bewegung der Chassidim. Lassen Sie sich nicht vom Hamburger Nachrichtenmagazin erschrecken. Gehen Sie weiter, es ist nichts passiert. Genießen Sie Ihren Besuch.
