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Archive for the ‘Abgefangenes’ Category

Liebe Schutzbefohlene,

bevor ich als Erziehungsberechtigter an dieser Stelle einige Ratschläge erteile, wie Sie mit Ihrer möglicherweise nicht ganz unkomplizierten Nachbarschaft umzugehen haben, eines vorweg: Ich muss das tun. Erstens, weil ich die Europäische Union vertrete, die eine klare Haltung zu Ihrem Land hat; eine Institution, die den Holocaust nachweislich für eine schlimme Sache hält, ohne jetzt im Einzelnen erwähnen zu müssen, wer genau davon betroffen war. Zweitens, weil ich demnächst EU-Kommissionspräsident werden möchte und mir dabei ein bisschen Israel-Bashing sicher nicht schaden wird. Vor allem aber, weil ich – gerade als Deutscher – am besten wissen muss, was gut für den jüdischen Staat ist.

Ich spreche zu Ihnen in der Sprache Goethes und Schillers und Heines. Die Hardliner unter Ihnen werden jetzt sagen: auch in der Sprache Eichmanns und Kaltenbrunners, aber über diesen Verdacht bin ich erhaben. Ich bin u.a. Vizepräsident der Sozialistischen Internationale und würde heute, wie mich die FAZ im April vergangenen Jahres zitierte, in vergleichbarer Lage gegen die Nazis zur Waffe greifen. Jawohl, ich mag zwar aussehen wie ein Sparkassenfilialleiter aus Bad Oeynhausen oder wie der Ex-Bürgermeister von Würselen, aber innerlich bin ich ein ganz harter Hund. Und gerade als Deutscher fühle ich mich berufen, Ihnen hier mal so richtig die Leviten zu lesen, und zwar – ich betone das – als Freund. Nur für den Fall, dass Sie aus meinen Worten etwas anderes heraushören sollten.

Wissen Sie, gestern war ich bei Palästinenserpräsident Abbas. Einem Mann, dem mitunter aus Ihren Reihen vorgeworfen wird, er habe keine demokratische Legitimation, nur weil er seit fünf Jahren, äh, über seine Amtszeit hinaus regiert. Aber wer wäre ich, würfe ich ihm ausgerechnet den Umstand vor, nicht von den Menschen da draußen gewählt worden zu sein?

Nein, auf irgendwelche Dinge, die da drüben nicht in Ordnung sein könnten, bin ich jetzt nicht extra eingegangen, das war in der Kürze der Zeit auch gar nicht möglich. Aber lassen Sie mich sagen: Herr Abbas muss ja auch gar nicht Ihr Freund sein, Frieden schließt man ja mit seinen Feinden. Also möglicherweise auch mit solchen, die sich weiterhin vornehmen, Sie zu bekämpfen. Das mag ein Risiko sein, aber bedenken Sie das Schicksal des Warschauer Ghettos: Gerade weil die militanten Zionisten dort zur Gewalt griffen, wurde das Ghetto am Ende total zerstört. Wollen Sie es so weit kommen lassen? Oder sind Sie bereit, für den Frieden auch ein Risiko einzugehen?

Vielleicht sind hier und da beunruhigende Töne von Hisbollah-, Fatah- oder Hamas-Aktivisten zu vernehmen, aber das muss nichts bedeuten. Lassen Sie mich das ruhig so deutlich sagen: Als Bürgermeister von Würselen habe ich auch keine übertriebenen Ängste vor unseren niederländischen Nachbarn geschürt!

Müssen Sie wirklich derart militant ausgerechnet in dieser Weltregion auftreten, wo schon ein kleiner Funke genügt, um einen Flächenbrand auszulösen? Es mag ja sein, dass manche Gruppierungen es nicht gut mit Ihrem Staat meinen, aber in Europa macht Ihre fortdauernde Demonstration der Stärke, das muss ich leider sagen, einen ganz schlechten Eindruck. Wir haben ein Herz für die Schwachen! Dieses Zurückfeuern bringt nur Ärger und macht Ihre Gegner erst recht aggressiv. Hingegen: Wenn Sie sich – wie damals, 1991 – dazu entschließen könnten, sich mal einige Wochen ohne reflexhafte Reaktion mit Raketen beschießen zu lassen, brächte Ihnen das einen ungeheuren Sympathiebonus in Europa ein. Darauf gebe ich Ihnen hier und heute mein Wort! Ja, ich selbst wäre dann der Erste, der eine wohlwollende Geste der Israel-Solidarität anregen und eine geharnischte Protestnote an die Adresse der Störenfriede aufsetzen würde!

Es wäre wirklich wünschenswert, wenn das Prinzip „Ich bin okay, du bist okay“ sich auch hier langsam mal durchsetzen würde, denn kein Mensch ist durch und durch schlecht. Selbst der Führer hat den Juden damals eine Stadt geschenkt, aber Ihr Zionisten musstet ja unbedingt in Jerusalem und Hebron wohnen. Ganz ehrlich: Ich traue auch Scheich Nasrallah, Ayatollah Khamenei oder Khalad Meschaal zu, ihre harte Haltung zu lockern, würden Sie denn nur endlich mal mit gutem Beispiel vorangehen. Insofern tut mir das sehr weh, wenn ich von einem palästinensischen Jugendlichen erfahren muss, dass Sie offenbar weiterhin in der Westbank Brunnen vergiften. Ich habe das jetzt nicht im Detail nachgeprüft, aber trotzdem: Das ist furchtbar – so wie das Apartheid-Regime, das mein Parteifreund Sigmar Gabriel in Hebron erlebt hat.

Ich freue mich, dass die arabischen Abgeordneten an dieser Stelle so ausdauernd Beifall geklatscht haben. Danke sehr.

Dank an Sie alle, dass Sie – von einer ganz kleinen Clique ultrarechtsnationalreligiösextremistischer Hardliner abgesehen – bereit sind, mir zuzuhören. Ich mag zwar mit dem Bau des Spaßbades den Stadtsäckel von Würselen überstrapaziert haben, aber Lokalpolitik war mir eh immer drei Nummern zu klein; wirklich berufen bin ich zum Weltpolitiker. Wenn Sie jetzt nicht den auserwählten shlomo sapiens spielen, der bockbeinig seinen eigenen Weg geht, sondern im Gegenteil umsetzen, was ich Ihnen rate, wird es mir eine Ehre sein, zur Endlösung der Judenfrage in Nahost beigetragen zu haben.

 

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ismail the ripper @haniyeh

Down with the infidels, down with the Jewish dogs! Kill them all! #Israel has NO right to exist! Never!

hamasgroupie @Baumgarten

I understand – you are ready to accept the two state solution?!

ismail the ripper @haniyeh

@hamasgroupie Of course – one for Hamas, one for Fatah. For the time being.

Lying Dutchman @erekat
Ha-ha. Let her tell the Germans!

Doublespeak @AbuMazen
@Khaled: You are right, brother! @Westerners: “I don’t agree with Khaled Mashaal’s statement on the non-recognition of Israel.”

ismail the ripper @haniyeh
They will buy it, I bet one of my spacious villas.

Explosive Belt @al-Zahar
@Doublespeak: From now on, I will follow you. Beware!

Lying Dutchman @erekat
Resigned once again from my position as chief negotiator. Or not.

Khaled @KhaledMashaal
Just sitting in the jacuzzi and laughing myself to death while reading DER SPIEGEL in English.

ismail the ripper @haniyeh
Shortest joke ever? Elections in #Palestine.

Khaled @KhaledMashaal
Now, THAT was hilarious! Crazy shit.

Doublespeak @AbuMazen
Ha-ha-ha – elections in Balestine! Best thing since sliced bread!

ismail the ripper @haniyeh
Still undecided: Have we now been the helpless victims of Israeli aggression oder are we glorious, victorious fighters?

Lying Dutchman @erekat
Victims for the Europeans, heroes for the Arabs. It works, believe me!

Explosive Belt @al-Zahar
Believing Erekat! Holy shit, ya´allah!

Khaled @KhaledMashaal
Would you buy a used car from Erekat? Would you kiss my ass?

hamasgroupie @Baumgarten
Wish I could!

ismail the ripper @haniyeh
By the way, @hamasgroupie: I just received a perfumed letter by Ulrike Putz…

hamasgroupie@Baumgarten
Woah! Woah! 
Putz – what a tramp, hussy, tart!

Erhard Arendt @palaestinaportal
Graet victory in Gza! For a just piece in the Middle, East!

ismail the ripper @haniyeh
Hey, @Doublespeak: The Zionist will freeze your taxes ´til March 2013! He he he.

Doublespeak @AbuMazen
@ismail the ripper: Bloody bastard!

ismail the ripper @haniyeh
Keep calm, collaborator! Ever dragged behind a motorcycle? Just kidding.

Lying Dutchman @erekat
Just told CNN: 20.000 people massacred in Gaza during latest Israeli aggression.

ismail the ripper @haniyeh
Or so. The main thing: We brought the Zionists to their knees!

Explosive Belt @al-Zahar
Bad news: Ahmad martyred, Zionists killed him. One bystander lightly injured.

Lying Dutchman @erekat
Another war crime! Have to call my friends at CNN. See you.

Shisha @michaellueders
Smoked a water pipe or two. And again, Deutschlandradio is asking for my expertise. Shiiiit…

 

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Wer gestoppt werden muss

Günter Grass wird schon wieder gezwungen, sein Schweigen zu brechen.

 

Eben erst aus dem Schlaf des Selbstgerechten
erwacht, habe ich leider nicht mitbekommen,
dass die Hamas über Monate, Jahre gar
Tausende selbst gebastelte Raketen
auf die Atommacht Israel abfeuerte
und dabei anständig blieb -
ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes
Ruhmesblatt der palästinensischen Geschichte.

Doch nun höre ich die Nachricht im Volksempfänger:
`s ist Krieg! Und er begann damit,
dass die Juden zurückschlugen;
unerhört, so was gabs damals nicht
und darf auch jetzt nicht sein,
dieses behauptete Recht auf Gegenwehr
nur weil die von einem Maulhelden gelieferten
Fajr-5-Raketen Tel Aviv treffen können.

So ermordeten Netanyahus Schergen
Ahmad al-Jabari, der in einem Kia Cerato
unterwegs war, um seiner Großmutter
Wein und Kuchen zu bringen
und jungen Müttern Stillkissen
und ihren Männern Bücher
über gewaltfreie Kommunikation.

Die gegenwärtige Regierung
in Israel beschloss den Krieg
aus wahltaktischen Gründen, denn
ohne Not die jungen Menschen in den Kampf
zu schicken, verbessert die Wahlchancen,
so habe ich von Putz, Knaul und Baumgarten
gelernt. Und von Michael Lüders, der mich
an seiner Wasserpfeife ziehen ließ.

So blindwütig schoss die Militärmaschinerie
um sich, dass nach nur vier Tagen
bei 800 schweren Luftangriffen
in einem dicht besiedelten Gebiet
13 Zivilisten ums Leben kamen.

Beim Schnurrbart des Dichterpropheten:
Auch wenn ich Israel noch immer verbunden bin,
rufe ich mit nun wirklich allerletzter Tinte
dazu auf, das Feuer einzustellen
Jedenfalls auf israelischer Seite
damit wir uns endlich
wieder hinlegen können.

 

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Und jetzt: die ganze Wahrheit!

In Ramallah hat die Exhumierung des ehemaligen PLO-Vorsitzenden Jassir Arafat begonnen. Nach noch unbestätigten Informationen sollen dabei verdächtige Spuren von Polonium im vom 30 Messerstichen geschwächten Körper des Raïs festgestellt worden sein.

Und das ist nur der Anfang. Viele weitere, nur scheinbar geklärte Todesfälle sollten noch einmal untersucht werden. So etwa das mysteriöse Ableben von Johannes Heesters, der Heiligabend 2011 im Alter von gerade mal 108 Jahren unter ungeklärten Umständen das Zeitliche segnete. Musste “Jopie” sterben, weil er als junger Mann in Dachau aufgetreten war – oder weil er in einem Interview Hitler als “feinen Kerl” bezeichnet hatte? Auch der allzu frühe Tod der eigentlich kerngesunden Leni Riefenstahl (1902–2003) gibt Rätsel auf. Derzeit sind unabhängige Experten aus Nordkorea, Syrien und dem Iran dabei, ihre sterblichen Überreste zu untersuchen. Und erlitt der weltbekannte Arzt Josef Mengele wirklich beim Schwimmen vor der brasilianischen Küste einen Schlaganfall und ertrank – oder wurde ein vom Mossad trainierter Killerdelfin auf den zurückgezogen lebenden Senioren angesetzt? Nicht auszuschließen, zumal Mengele zuvor bereits in Paraguay untergetaucht worden war.

Nicht zuletzt ist endgültig zu klären, wie Adolf Hitler 1945 wirklich ums Leben kam. Es gibt Hinweise, dass der charismatische Führer der Deutschen offenbar nicht, wie lange kolportiert, Selbstmord beging, sondern mit Mazzeknödeln erstickt wurde. Christoph Sydow wird, wie es aussieht, die Akte Mossad noch lange nicht schließen können.

 

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Bundespräsident Gauck hat zum Abschluss seines Israel-Besuchs einen kurzen Abstecher nach Ramallah unternommen. Was genau er dort mit Abu Mazen besprochen hat, ist nicht bekannt. Spirit of Entebbe verrät aber gern, was Gauck dem PA-Vorsitzenden hätte sagen sollen.

 

Guten Tag, Herr Abbas!

Ehrlich gesagt, ich weiß eigentlich nicht, warum ich hierher kommen sollte. Ist wohl der Ausgewogenheit geschuldet. Aber egal, wo ich schon mal hier bin, nutze ich die Gelegenheit, um – ganz unter Freunden – ein paar kritische Punkte anzusprechen. Ich weiß, das sind Sie nicht gewohnt, weil Ihre Politik offensichtlich über jeden Zweifel erhaben ist (lacht kurz auf), aber gerade als Bürgerrechtler will ich Ihnen sagen, dass die Welt einen Staat, der auf Menschen- und Bürgerrechte pfeift, die freie Presse unterdrückt, vermeintliche Kollaborateure hinrichten lässt und Abkommen mit terroristischen Organisationen wie der Hamas schließt, nicht wirklich braucht. Bei der Gelegenheit würde ich auch gern von Ihnen wissen: Wann lassen Sie denn nun eigentlich wieder wählen? Zwei Wahlen in nahezu zwei Jahrzehnten Autonomie scheinen mir doch ein bisschen wenig. Bei uns in Deutschland ist es jedenfalls nicht üblich, einfach weiterzuregieren, wenn die Legislaturperiode abgelaufen ist.

Sollte sich da nicht schleunigst etwas ändern, werden Sie künftig nicht mehr auf unsere Hilfsgelder in zweistelliger Millionenhöhe zählen können, das darf ich Ihnen von der Frau Bundeskanzlerin ausrichten.

Und kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit der Leidenslitanei; wenn ich mich hier in Ramallah so umschaue, kann ich das Gejammer nur als grotesk bezeichnen. Denken Sie daran, dass Sie es selbst in der Hand haben, mit Israel zu einer Einigung zu gelangen. Dazu müssen Sie sich allerdings an den Verhandlungstisch bequemen, da beißt die Maus keinen Faden ab. Das Siedlungsargument zieht nicht, egal wie man zur Siedlungsproblematik steht. Warum nicht? Weil die Israelis längst nur noch dort bauen, wo Sie nie regieren werden. Und würden sie woanders bauen und das von Ihnen beanspruchte Territorium wirklich immer kleiner werden, dann stellt sich doch erst recht die Frage, warum Sie es nicht eilig haben mit den Verhandlungen. Sie haben doch schon einmal zehn Monate Siedlungsstopp verschlafen, was ist denn das für eine Ausrede – bitte… (wegwerfende Handbewegung).

Man hat Ihnen viel zu lange viel zu viel durchgehen lassen, so sieht´s aus. Und mich ödet das mittlerweile an. Sie sind noch kein Jota von Ihren Forderungen abgewichen, da fragt man sich wirklich, was Sie unter Kompromiss verstehen. Wenn Sie es ernst meinen, dann verhandeln Sie! Und stellen meinetwegen die Israelis bloß, wenn die sich stur zeigen. Aber ich kann mir schon denken, was Ihr Problem ist.

Wirklich unerhört aber finde ich, dass Sie es wagen, ausgerechnet heute für tote Terroristen eine feierliche Gedenkfeier an Ihrem Amtssitz auszurichten.
Als aufrichtiger und glaubwürdiger Friedenspartner disqualifizieren Sie sich mit solchen Aktionen selbst. Wissen Sie, es gibt in Deutschland Leute, die sich darüber echauffieren, wenn Israel zu einem unpassenden Zeitpunkt den Bau von einigen Hundert Wohneinheiten ankündigt. Aber die Glorifizierung von Massenmördern scheint mir doch um einige Grade härter zu sein. Was soll´s, es passt zu Ihrer Praxis, Judenmörder zu ehren und Prediger im Staats-TV zum Judenmord aufrufen zu lassen. Mich widert das nur noch an. Wenn Sie nicht bald die Kurve kriegen respektive eine Drehung um 180 Grad vollziehen, dann sehe ich schwarz für Sie. Beziehungsweise für Ihr Volk, Sie selbst haben Ihre Schäfchen ja längst ins Trockene gebracht.

So, als Freund der klaren Worte musste ich das mal loswerden. Die Palästinakritik steckt ja noch in den Kinderschuhen, da will ich gern mal ein paar Denkanstöße geben.

Und jetzt gehen wir beide raus und ich sage Ihnen die Unterstützung Deutschlands beim Streben nach staatlicher Unabhängigkeit zu. Bla bla bla, Sie kennen das. Denken Sie trotzdem über das nach, was ich Ihnen gesagt habe, sonst war ich das letzte Mal hier.

Oh, mein Fahrer hupt! Gott sei Dank.

 

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Ein perfider Plan

Freitag, 12.07 Uhr: Während der soeben vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetretene Christian Wulff, der Saaltür zustrebend, seine Genugtuung hinter einem gespielt ernsten Gesichtsausdruck verbirgt, kann Gattin Bettina ein Grinsen kaum unterdrücken. Erst als die Tür hinter ihnen ins Schloss fällt, klatschen sich die beiden ab, fallen einander jubelnd um den Hals – ihr Plan ist aufgegangen.

 

In einem Land, in dem Geiz als geil gilt und mitunter sogar ein Discount-Puff mit einer besonders günstigen „Happy Hour“ wirbt, haben die Leute nicht nur ein grundsätzliches Problem mit dem Nachbarn, der das dickere Auto fährt, sondern auch eine Abneigung gegen Politiker vom Stamme Nimm. In schöner Regelmäßigkeit regt man sich über Minister und andere hohe Tiere des Polit-Betriebes auf, wenn wieder einmal ein Dienstwagen oder die Flugbereitschaft über Gebühr in Anspruch genommen werden. Verbindliche Regeln scheint es nicht zu geben, das lässt Spielraum für Affären und Skandale, wenn der Gescholtene gerade keine andere Angriffsfläche bietet. Christian Wulff, ein Politiker mit dem Charisma eines Bestattungsunternehmers auf Valium, wusste das – und er beschloss, aus seiner Schnäppchenjägermentalität das Bestmögliche herauszuholen.

Irgendwann nach nicht einmal anderthalb Jahren Amtszeit zog er beim Abendessen eine Bilanz. Das Schloss Bellevue hatte unbestreitbar Charme, insbesondere im Vergleich zu der Klinkerhölle in Großburgwedel, für die er einen 500.000-Euro-Kredit, wenn auch zu günstigen Konditionen, hatte aufnehmen müssen. Die vielen Auslandsreisen in der Sondermaschine, der Pomp, die Aufmerksamkeit der Medien, die festlichen Empfänge – all das gefiel ihm, und seiner Frau, die gerade an ihrem wie üblich aus drei Feldsalatblättern ohne Dressing nebst einem Glas stillen Wassers bestehenden Dinner knabberte, ganz besonders. Auch die Freundschaft zu Männern mit Geld und Ansehen war hilfreich, wenn man gern auf großem Fuß lebte. Der Preis dafür war allerdings ein öffentliches Leben rund um die Uhr, bei Staatsbesuchen musste er Despoten die Hand schütteln oder einen albernen Federkopfschmuck aufsetzen, ganz zu schweigen von den vielen Reden, die gehalten werden wollten und mit denen man sich auch ganz schön in die Nesseln setzen konnte. Christian Wulff war noch nicht ganz zufrieden. Es musste doch einen Weg geben, ein sorgenfreies Leben auf gehobenem Niveau mit einem großen Bogen um Arbeit und Pflichten zu verbinden.

Und es gab ihn – das hatte er bald darauf herausgefunden. Christian und Bettina feilten einen Plan aus, der bis zu seinem erfolgreichen Abschluss wie ein Uhrwerk funktionierte. Niemand ahnte etwas davon, weder Sprecher Olaf Glaeseker noch die wohlhabenden Gönner, deren Gefälligkeiten Wulffs politischen Weg pflasterten. Und schon gar nicht Medien und Öffentlichkeit, die das Ehepaar nun mit genialischen Schachzügen in die Irre führte. Alles begann im Dezember, als Bettina einer Boulevardzeitung über einen Bekannten stecken ließ, von wem der Kredit für die Hütte in Großburgwedel stammte. Natürlich biss das Blatt sofort an, die Wulffs kannten ihre Pappenheimer: Gerade die Journaille, die gern mit airberlin-Presserabatt in den Urlaub flog oder dank Presseausweis sonntags für lau mit der Familie durch den Zoo schnürte oder Konzerte besuchte, war empfindlich, wenn Politiker sich als Abgreifer entpuppten. Diesbezüglich hatten die Wulffs einiges zu bieten, und so ließen sie immer mehr Details durchsickern – oder stießen Reporter mit der Nase darauf: Ob Gratis-Urlaube, Upgrades im Flieger oder im Hotel, monatelange Fremdhandynutzung oder kostenlose Anzeigen für ein Buch über Christian, alles wurde mit Wissen oder gar auf Initiative der Wulffs „enthüllt“. Am meisten amüsierte sich das Ehepaar über die „Bobbycar-Affäre“, eine Idee von Bettina. Allerdings fürchteten die beiden, dass die Schnorrerarien und der zwangsläufig aufkommende Korruptionsverdacht allein nicht ausreichen könnten, um an das ersehnte Ziel zu gelangen, also beschloss Christian Wulff tollkühn den Angriff auf die Pressefreiheit. Allein dadurch, dass er einem deutschlandweit bekannten Chefredakteur auf der Mailbox mit „Krieg“ drohte, bekam er ihn. Und er brauchte ihn für seinen Plan. Um sicherzugehen, dass die Empörungswelle nicht abebbte, feuerte der Präsident seinen langjährigen Vertrauten Glaeseker. Spätestens jetzt war man sich im Lande sicher, dass irgendetwas faul war, alles lief wie am Schnürchen.

Ganz entspannt feierten die Wulffs den 4. Advent, an dem sie zwei Kerzen vor einem Spiegel platzierten, und dann das Weihnachtsfest. Sie beschenkten die Verwandtschaft mit gebunkerten CARE-Paketen („Das corned beef ist immer noch tadellos“) und beschlossen, die Angelegenheit nach dem Winterurlaub in Thüringen, in dem sie, nunmehr Selbstzahler, sich mit einer einfachen Herberge für 47 Euro die Nacht inkl. Frühstück beschieden, noch einmal zu forcieren. Bis spätestens Mitte/Ende Februar wollten die Wulffs durch sein, aber ein Kracher musste noch her. Also forderten sie ihren Freund Groenewold auf, im Hotel Stadt Hamburg in Westerland auf Sylt alte Beweismittel einzusammeln und gaben gleichzeitig der Presse anonym einen Hinweis. Die Weiterleitung eines handschriftlichen internen Vermerks („Hr. David Groenewold hat gestern angerufen, wir sollten keinerlei Infos über ihn rausgeben. Er war 2007 mit Hr. Wulff im HSH und hat den gesamten Aufenthalt übernommen … Falls also BILD oder „Spiegel“ anruft, wir wissen von nichts!“) war ihr Meisterstück. Jetzt musste nur noch die Staatsanwaltschaft Hannover endlich in die Gänge kommen.

Es dauerte noch ein wenig, aber dann schnappte die Falle zu: Am 16. Februar beantragte die Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität. Christian Wulff verlor keine Zeit und kündigte schon am nächsten Morgen eine Pressekonferenz im Schloss Bellevue an. Dort verlas er die Erklärung, die er bereits Mitte November ausformuliert und seitdem unter der Matratze versteckt hatte. Es war vollbracht: Christian Wulff und seine Frau Bettina brauchten nie mehr zu arbeiten, sie hatten ausgesorgt. Der „Ehrensold“ in Höhe von 199.000 Euro, der einem Bundespräsidenten a.D. bis ans Lebensende zustand, machte es möglich. Zurück blieben die Angeschmierten: Weggefährten und politische Gegner, Medienfritzen und einfache Steuerzahler. „Er hat es vermasselt“, triumphierte der SPIEGEL noch kurz nach dem Rücktritt, bis es auch dem letzten Redakteur dämmerte: Christian „Kermit“ Wulff, der stets für eine Flasche gehalten wurde, hatte den wohl perfidesten Politikerplan in der Geschichte der Bundesrepublik in die Tat umgesetzt. Vielleicht würde er den Journalisten zum Dank mal eine Ansichtskarte von den Malediven schicken.

 

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Ingrimms Märchen

Zeitgemäße Märchenversionen – wer könnte sie besser erzählen als die Protagonisten des Antizionistenstadls mit ihren abenteuerlichen Narrativen des Nahostkonflikts? Ein Rentner aus Dortmund, der die Geiselbefreiung von Entebbe für einen heimtückischen terroristischen Akt Israels hält; ein Kleinverleger, der Kindermörder als Freiheitskämpfer feiert und die Geisel Gilad Shalit wegen Kriegsverbrechen in Den Haag vor Gericht gestellt sehen möchte; eine senile Ex-Lehrerin, die Palästinenser “Sklavenarbeit” verrichten sieht; ein irrer Radiomensch, der sich Ken nennt und als dauerquatschender wirrer Enkel Barbies unter tausend zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Terroristen “vielleicht ein oder zwei” Mörder wähnt – da darf man sich auf hochoriginelle Alternativen Grimmscher Märchen freuen! In der Hörbuch-Version gibt’s noch einen Bushido-Rap als Bonus-Track. Das Buch soll im Frühjahr 2012 im Melzer-Verlag erscheinen. Auszüge (Rechtschreibung und Interpunktion im Original belassen) wurden Spirit of Entebbe aus ungewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zugespielt.

 

Rumpelstilzchen
Nacherzählt von Abraham Melzer

Was ist nur aus uns geworden? Wir maßen uns an, ein “Licht für die Völker” zu sein, aber man kann sich nur noch schämen. Oder was ist es anderes als jüdischer Hochmut, wenn man damit prahlt, die Tochter könne Stroh zu Gold spinnen? So wie man angeblich aus der “Wüste” Palästina einen Garten gemacht hat? Da weiß die Tochter natürlich keinen Rat und sie holt sich Hilfe von einem vertikal herausgeforderten Palästinenser, für den man sonst nur Verachtung übrig hat, wenn man vom jüdischen Herrenmenschenbewusstsein beseelt ist. Er aber hilft ihr trotzdem, aus Stroh Gold zu machen, gegen eine winzige Gefälligkeit. Und was passiert? Die Tochter hält sich nicht an die Abmachung, verweigert den zugesagten Lohn. Dennoch kommt ihr das Männlein entgegen und bietet ihr an, auf den gerechten Lohn zu verzichten, wenn es ihr gelingt, seinen Namen zu erraten. Auch hier muss man sich in Grund und Boden schämen, denn wieder wird getrickst und getäuscht: Die Siedlertochter beauftragt den Shabak, das Haus des kleinen Palästinensers zu observieren. Der tanzt abends ums Feuer, weil die zionistischen Besatzer ihm mal wieder den Strom abgedreht haben, und singt das schöne palästinensische Volkslied “Idbach al-Yahud”, während ihn ein Agent des Shin Beth abhört und dabei auch seinen Namen erfährt.
Das Ende ist vorhersehbar. Als reichte ihr der betrügerische Akt allein nicht, hält die Siedlertochter den Geprellten auch noch zynisch zum Narren, als er sie nach seinem Namen fragt. “Heißt Du vielleicht Achmed? Oder vielleicht… Walid?”, um ihn in Sicherheit zu wiegen, bevor sie seinen wahren Namen nennt. Da ruft das Männlein: “Das hat dir der Broder gesagt! Das hat dir der Broder gesagt!” und sprengt sich aus Verzweiflung mitten entzwei. Ja, macht nur so weiter, irgendwann bekommt Israel die Quittung für seine Verbrechen. Nicht dass ich mir das wünsche, aber das ist nicht mein Israel, schon lange nicht mehr.

 

Hänsel und Gretel
Nacherzählt von Erhard Arendt

Es waren einmal zwei Siedlerkinder, die wurden von ihren fanatischen ultrareligiösen Eltern ausgesetzt. Sie fanden aber den Weg nach Hause, weil der Junge unterwegs kleine Häufchen zurück gelassen hatte. Beim zweiten Mal klapte das aber nicht mehr, weil der Junge Verstopfung hatte, und sie stolperten schließlich auf ein kleines Haus zu. Dort lebte eine alte Palestinenserin, deren Kinder und Enkel von der brutalen isrealischen Besatzungsmacht verschleppt und ermodet worden waren, was sie aber nicht wuste. Sie dachte stattdessen, das ihre Enkel heimkehrten und kam ululierend aus dem Haus, in den Händen große Stücke Knafeh für die Kinder. Dem Mädchen gab sie Arbeit und dem Jungen, obwohl sie selbst wenig hatte hatte, besonders viel Humus und Tahina und Pita, aber der dankte ihr die arabische Gastfreundschafft nicht und hielt der armen halbblinden Frau nur immer Knochen hin um sie arglistig zu täuschen. Die Kinder, von der Zionistengemeinschaft schon immer gegen Araber aufgehetzt, beschlossen die alte Frau zu ermorden und sich ihr Haus unter den Nagel zu reisen. Unter einem Vorwand schuppsten sie die Alte in den Ofen, die damit zum Opfer der Opfer geworden war, und raubten ihr das Land. So hatten die Juden wieder ein Kriegsverbrechen begangen.

 

Schneewittchen und die sieben Zwerge
Eine E-Mail von Ken Jebsen

ihr braucht mir nichts zu erzählen. ich erzähl euch jetzt was. ich weis wer vor dem spiegel gestanden hat. die stiefmutter. war sie jung, schön? exact, darauf kommt es nicht an. aber: wer will sich anmassen, die ganze Wahrheit zu kennen? SIE? ICH? es gibt Leute, die das zu verhindern wissen, hinter den sieben bergen bei den sieben zwergen. denen geht es nur um macht und cash. typisch jüdisch eben, nichts neues. politic von menschenfeinden, kalten kriegern. mossad, cia, darum gehts. welche moral haben die? da kann sich das schneewittchen in jedes Bett legen. da kann sie sich so viel schnee reinziehen wie sie will. sie wird trotzdem von vorne bis hinten verarscht. genau. wir alle müssen in den vergifteten apfel beissen, wenn man das in jerusalem oder in washingten so will. bleibt noch der gläserne sarg. FAZIT: glaubt den märchenerzählern kein wort. es wird gelogen und betrogen. vor allem bei den rothschilds. man muss nur die richtigen fragen stellen. dann sieht man was los ist.

 

Der Wolf und die sieben Geißlein
Ein Offener Brief von Abraham Melzer

Frau Ziege!
Es tut mir leid, ein “sehr geehrte” kommt mir nicht über die Lippen, wenn ich an Ihre Schandtat denke! Was haben Sie sich nur dabei gedacht bei Ihrer zynischen und wölfeverachtenden Tat?! Dieser Wolf aus dem Nachbardorf war hungrig, er begehrte Einlass, ist das zu viel verlangt? Warum öffnete Ihr verdorbener Nachwuchs dem armen Besucher nicht die Tür? Was hat er nicht alles versucht, um hineinzugelangen, um endlich seinen Hunger zu stillen. Wissen Sie eigentlich, dass im Gazastreifen jeder Zweite an Mangelernährung leidet? Sicher nicht, wenn Sie der täglichen zionistischen Propaganda auf den Leim gehen!
Doch zurück zu den Ereignissen im Ziegenhaus Ihrer illegitimen Siedlung: Kaum hatte sich der Wolf durch eine Notlüge Zugang zum Haus verschafft und endlich seinen Hunger gestillt, als das überlebende Geißlein, das sich feige versteckt hatte, zu Ihnen rannte und die übliche antiwölfische Propagandaversion zum besten gab. SIE haben daraufhin dem schlafenden (!) Wolf bei lebendigem Leibe den Bauchraum geöffnet (ich kann mir denken, an wen Sie die Organe verscherbelt haben, im Soroka reibt man sich wahrscheinlich heute noch die Hände), haben Ihre Kinder angestiftet, dem Opfer Steine in den Magen zu füllen, sodass es jämmerlich in einem der wenigen Brunnen der Gegend ertrank! Können Sie eigentlich noch ruhig schlafen, Frau Ziege? ich nicht! Ich schäme mich für Ihre Tat und die ihrer Kinder, die Sie mit ihrem Ungeist vergiftet haben! Was ist nur aus dem Zionismus geworden, es ist eine Schande. Aber es passt ins Bild, dass Sie alle noch um den Leichnam Ihres Opfers Hora getanzt haben. “Der Wolf ist tot, der Wolf ist tot!” Ja, darauf sind Sie wahrscheinlich noch stolz. Ich dagegen kann mich nur schämen.
Grußlos
Abraham Melzer

 

Koträppchen
Von Bushido (feat. Scheich Nasrallah)

Isch bin der Wolf und isch töte disch
Scheiß auf deine Oma, deinen Wein und deinen Kuchen
Isch komm mit zu deiner Großmutter und isch ficke euch beide
isch fress euren koscheren Kuchen und saufe euren Golanwein
Ihr Völkermörder, habt ihr ein Problem damit, wollt ihr stress?
Du mit deinem Judenkäppi was hast du Spast ausser Angst?
Runter mit dem Rock, zeig mir jetzt was du kannst
Ey du Dreckstück denkst du du kannst mit mir umgehn Alte?
was denkt du wer du bist du Schlampe, renn so weit du kannst
sonst mach ich disch kaputt, du Nutte, isch schwör´
Und wenn der Jäger kommt, der Spast, und eusch befreien will
dann mach isch die Kartoffel platt, geb ihm die volle Ladung Munition
und cruise los, um mir den Bambi zu holen für Integration

 

Frau Holle
Nacherzählt von Ellen Rohlfs

Zwei Mädchen – die eine: Tochter des Landes,
die andere: eine Fremde, die nicht hierher gehört,
das Land war arabisch, schon immer!
Wie lange noch dulden wir das, diese Besetzung
und diese Unterdrückung, Hunderttausende frieren
Schreiendes Unrecht!!!

Aber während die wahre Tochter Palästinas
hinter der Mauer eingeschlossen ist
– wie so viele Millionen!! -
im größten Freiluftgefängnis der Welt, was nach dem
Völkerrecht verboten ist
schleimt sich die Jüdin ein, holt das Brot
aus dem Ofen usw. und wird noch reich belohnt
Wie lange noch schaut die Welt zu?
Können wir das noch ertragen, diese zionistische
Propaganda??
Die wahre Tochter dagegen ist eingesperrt
– 45 Prozent Arbeitslosigkeit! -
sie lebt von 2 Dollar am Tag!!!
und wird noch bestraft und mit Pech überschüttet, was
die Genfer Konvention ächtet
Und schon wieder fliegen F-16-Bomber über Gaza
Wie lange schauen wir noch zu???

 

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