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Archive for the ‘Besserwisser’ Category

Als vor ziemlich genau 70 Jahren die alliierten Expeditionsstreitkräfte in der Normandie landeten, um Europa von der Nazi-Herrschaft zu befreien, verloren die Truppen aus Amerika, Großbritannien, Kanada und Polen über 200.000 Soldaten; bei den Deutschen waren es noch mehr. Wie Antony Beevor in „D-Day“ schreibt, ließen auch 19.800 französische Zivilisten in jenem Sommer ihr Leben, die 15.000 nicht mitgezählt, die schon vorher bei Luftangriffen getötet wurden.

Um das Kriegsziel, die Niederringung der Nazis, zu erreichen, nahm man diese Opfer in Kauf. Niemand wäre auf die Idee gekommen, „Operation Overlord“ abzublasen, weil auch Nichtkombattanten verletzt oder getötet wurden. Um es klar zu sagen: In jedem Krieg werden zivile Opfer in Kauf genommen. Mit einer Ausnahme: wenn die israelische Armee gezwungen ist, gegen Hisbollah oder Hamas vorzugehen. Dann wird jedes unbeteiligte Opfer penibel gezählt und gern auch vorgeführt, und darüber hinaus jeder an Kampfhandlungen Beteiligte zum unschuldigen Zivilisten umetikettiert – die Hamas hatte die Bevölkerung schon frühzeitig dazu aufgerufen, im Propagandakrieg gewisse Richtlinien zu befolgen.

When referring to casualties in Gaza, the term “innocent citizen” should always be added to the name, the video says.

Entsprechend halten sich auch Israel wenig wohl gesonnene Journalisten an solche Empfehlungen und erwecken auf breiter Front den Eindruck, es handle sich in Gaza sämtlich um unschuldige Opfer. Nach 12 Tagen heftiger Angriffe wurden bisher etwa 300 „Opfer“ gezählt, also 25 pro Tag, die von Aschraf al-Qudra, dem derzeit wohl meistzitierten Menschen der Welt, allesamt „Märtyrer“ genannt werden. Von al-Qudra stammen sämtliche Zahlen über Kriegsopfer unter der Bevölkerung des Gazastreifens. Meist wird er als „Gesundheitsbeamter“ bzw. „Sprecher der Rettungsdienste“ vorgestellt, tatsächlich ist er der Sprecher von Hamas-„Gesundheitsminister“ Mufiz al-Makhalalati. Kein Journalist weiß, wie die von ihm ersonnenen Zahlen zustande kommen und wie es überhaupt möglich ist, sie mehrmals täglich zu aktualisieren.

Statt zu zeigen, wie die israelischen Streitkräfte gegen Raketenstellungen, Waffenlager, Bunker etc. vorgehen, um was es also wirklich geht, laufen westliche Medienschaffende nun durch Krankenhäuser und schildern das Leid der Menschen, die es erwischt hat. Und weil palästinensische Zivilisten, denen die von ihnen selbst gewählte Hamas den Schlamassel zweifellos eingebrockt hat, ebenfalls von den Israelis geschützt werden sollen, dreht man letzteren einen Strick aus der Notwendigkeit, sich gegen Raketenangriffe der Hamas auf die israelischen Zivilisten zur Wehr setzen zu müssen. Offensichtlich ist Israel für das Wohlergehen der Zivilisten auf beiden Seiten verantwortlich, während die Hamas ihre Bevölkerung fröhlich dazu aufruft, sich als menschliche Schutzschilde zur Verfügung zu stellen.
In diesem Sinne schnürt auch Raniah Salloum für Spiegel online durch Gaza und beklagt die Blockade bzw. die „Belagerung“ – allerdings ohne auch nur mit einem Wort zu erwähnen, dass der komplette Landstrich von Israel aus mit Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff versorgt wird; selbst jetzt, da aus Gaza jeden Tag 70 Raketen auf Städte in Israel abgefeuert werden, rollen Hunderte von Trucks über Grenzübergänge wie Keren Shalom oder Erez, sodass Salloums Klage „Kaum jemand darf hinaus und kaum etwas herein“ auch hier nur zur Hälfte stimmt: Es darf tatsächlich kaum jemand heraus (z.B. Patienten, die in israelischen Krankenhäusern behandelt werden), dass „kaum etwas herein“ dürfe, ist unwahr, es sei denn, die Reporterin wollte sich darüber beschweren, dass Israel die Einführung von Raketen und anderen Waffen für die Hamas unterbindet.

Die radikalislamische Terrororganisation selbst sorgt nur für das, was sie im Krieg gegen die Juden benötigt, nämlich – über Schmuggeltunnel aus dem Sinai – Raketen, Panzerfäuste, Maschinenpistolen, Handgranaten; auch Beton, mit dem man die kunstvoll errichteten Terror-Tunnel im Norden auskleidet, die sogar über Belüftungssysteme und elektrische Beleuchtung verfügen. Man muss ja Prioritäten setzen! Damit es in Gaza sonst an nichts mangelt, soll ausgerechnet Israel in die Bresche springen, das von Gaza aus terrorisiert wird. Fällt jemandem die Absurdität dieser Argumentation auf?

Gut, Raniah Salloum lässt die entscheidenden Tatsachen unerwähnt, aber dafür übt sie ein klitzekleines bisschen Kritik an den Hamas: „Das Leid der Menschen nutzt die Hamas als Bühne.“ Nicht nur das, sie ist auch für das Leid der Menschen verantwortlich, aber so weit möchte die vom „perfekt getrimmten Bart“ eines Gotteskriegers beeindruckte Salloum nicht gehen; schließlich nutzt sie das Leid der Menschen selbst, nämlich um die SpOn-Leserschaft gegen Israel in Stimmung zu bringen, wobei das längst nicht mehr nötig sein dürfte.

Und sie zitiert Robert Turner, Leiter des Gaza-Programms der UNRWA, der von einer “undefinierte(n) Sicherheitsbedrohung“ faselt, die Israel schon zur Blockade ausreiche, als seien 12.000 Raketen in den vergangenen Jahren ebenso ein Klacks wie die Terror-Tunnel, die einzig zu dem Zweck gebaut wurden, in Israel Massaker zu verüben und Geiseln in den Gazastreifen zu verschleppen.

Man muss es noch einmal sagen: Israel führt diesen Krieg, um fünf Millionen Israelis, die sich gegenwärtig täglich vor Raketen aus dem Gazastreifen ducken müssen, wieder ein normales Leben zu ermöglichen, und nicht etwa, weil es Spaß macht, Krieg zu führen. Lieber säßen die jungen Männer, die jetzt in Gaza kämpfen, am Strand von Tel Aviv und nippten an einem Glas Goldstar, statt in den stinkenden Höllenpfuhl im Süden einzumarschieren, Tunnel aufzuspüren und sich mit bärtigen Gotteskriegern herumzuschlagen. Dieser Krieg geht, man kann es nicht oft genug sagen, auf das Konto der Hamas. In Ägypten macht man sich da keine Illusionen, während die Hysterie in Europa wieder einmal groteske Züge annimmt. “Hamas, Hamas, Juden ins Gas!”, “Kindermörder Israel!”, “Allahu akbar!”, “Intifada bis zum Sieg” – an solchen Parolen erkennt man die vorgeblichen Friedensfreunde. Man ahnt, zu was sie fähig wären, wenn nicht Israel, sondern sie am längeren Hebel säßen.

Eigentlich müsste jedem Beobachter klar sein, dass kein Bewohner Gazas hätte sterben müssen oder verwundet im Krankenhaus läge, wenn die Hamas sich nicht den ewigen Krieg gegen Israel auf die Fahnen geschrieben hätte. Und da Israel in einem dicht bevölkerten Gebiet agieren muss – die Palästinenser sprechen von 1,8 Millionen Menschen – beweisen 300 Tote bei 2250 Luftangriffen eindeutig, dass Israel sehr vorsichtig und eben nicht „mit aller Härte“ vorgeht. 300 Menschen erledigt, wie man vor zwei Tagen sehen konnte, ein Schütze im ukrainisch-russischen Grenzgebiet locker mit einer einzigen Rakete.

Über die Vorsichtsmaßnahmen, die die IDF trifft, ist bereits geschrieben worden, u.a. von Gil Yaron in der WELT. Wohl wissend, dass die Antisemiten weltweit nur darauf warten, irgendwas in die Hand zu bekommen, um den jüdischen Staat als „Kriegsverbrecher“ mit Dreck bewerfen zu können, geht Israel extrem umsichtig vor – umsichtiger übrigens als jedes andere Krieg führende Land der Welt. Selbst auf die palästinensischen Zivilisten, die die Ermordung von Israelis mit Knafeh für alle feiern, wird Rücksicht genommen. Auf die Belehrungen eines John Kerry kann Israel dankend verzichten. Wenn Jerusalem wollte, könnte man ganz anders, so viel ist mal sicher. Und man muss ganz und gar nicht hartherzig zu sein, um zu akzeptieren, dass, wo gehobelt wird, Späne fallen. Um die 35.000 toten Zivilisten in der Normandie war es sehr schade. Um die Nazis nicht.

Dank an Stefan Frank für wertvolle Hinweise!

 

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Eine Woche mit 1100 Hamas-Raketenangriffen auf israelische Zivilisten und 1500 israelischen Luftangrifffen auf Hamas-Ziele hat erwartungsgemäß wieder zahllose Idioten auf den Plan gerufen, die bestenfalls Terror einerseits und den Kampf gegen den Terror andererseits gleich schlimm finden, wenn sie nicht gar tolldreist die Terroristen noch als die eigentlichen Opfer bezeichnen. Leider spielt auch der Großteil der Medien wieder einmal eine unrühmliche Rolle, indem er die kruden Ansichten der „Israelkritiker“ nach Kräften befeuert. Zeit, den fünf gängigsten Behauptungen zum Gaza-Konflikt entgegenzutreten.

 

„Die Hamas ist doch geradezu gezwungen, zu kämpfen, so lange Gaza abgeriegelt ist“

Die Teilblockade Gazas wird von Ägypten und von Israel aufrecht erhalten. Von Israel, weil Gaza eine feindliche Entität darstellt, die den jüdischen Staat seit etlichen Jahren mit mehr als 12.000 Raketen beschossen hat. Dennoch wird der Küstenstreifen von Israel aus versorgt: mit wöchentlich Hunderten von Trucks voller Lebensmittel, Medikamente, Treibstoff. Der Gazastreifen hängt auch nach wie vor am israelischen Stromnetz. Dass jetzt die Lichter für 70.000 Palästinenser in Khan Younis und Deir al-Balah im Norden des Gazastreifens ausgingen, ist einer Hamas-Rakete zu verdanken, die eine israelische Hochspannungsleitung zerstörte. Jetzt dürfen Israelis unter fortgesetztem Raketenbeschuss eine Leitung reparieren, um den ihnen feindlich gesinnten Gaza-Bewohnern wieder Strom zu liefern, der noch nicht einmal bezahlt wird (bisher schuldet man allein der Israel Electric Corporation 220 Millionen Shekel). Der Irrsinn des Nahen Ostens.

Weiterhin versorgen israelische Krankenhäuser Patienten aus Gaza (wie kürzlich bekannt wurde, sogar die Mutter von Ismail Haniya). Der Küstenstreifen ist weder ein „Freiluftgefängnis“ noch „hermetisch abgeriegelt“. Dass die Grenzen grundsätzlich geschlossen sind, ist allein dem Raketenbeschuss aus Gaza geschuldet, period.

Wes Geistes Kind die Hamas ist, zeigt sie seit Jahrzehnten in Wort und Tat: Ein Blick in ihre Charta oder auch in eines der zahllosen Videos, in denen sie martialisch ankündigt, jeden Juden töten zu wollen, sagt alles. Der „Kampf“ gegen Israel ist für sie die Raison d’être, und wer etwas anderes behauptet, macht sich der Verharmlosung einer Organisation schuldig, die juristisch von der EU, von den Vereinigten Staaten und anderen, auch arabisch-muslimischen, Staaten als terroristische Vereinigung betrachtet wird.

Die Hamas hat auch vor Tagen angekündigt, in Israel „jeden Bus, jedes Cafe und jede Straße“ zum Ziel von Anschlägen zu machen, was, genau so wie der Beschuss israelischer Städte (und des Atomreaktors in Dimona als erklärtes Ziel!), ein weiteres Kriegsverbrechen darstellt. Noch einmal: Es geht ihr nicht darum, die Lebensbedingungen in Gaza zu verbessern. Im Gegenteil nimmt sie billigend in Kauf, dass die Bevölkerung unter den unvermeidlichen Gegenmaßnahmen der Israelis leidet. Es gibt natürlich Leute, die ihnen diese Opferrolle zugestehen, weil sie die Israelis unbedingt als Täter anklagen möchten, aber denen ist nicht zu helfen.

 

„Die palästinensischen Raketen sind doch nur bessere Feuerwerkskörper“

Die Hamas verfügt inzwischen über ein Arsenal von geschätzt 10.000 Raketen, von denen sie nun binnen einer Woche etwa 1100 auf israelische Städte inklusive Jerusalem abgeschossen hat. (Wir halten das an dieser Stelle fest – für alle, die meinen, man müsse Ostjerusalem den Palästinensern überlassen.) Es handelt sich hier um Qassams, die von SpiegelOnline neuerdings verniedlichend „Kleinraketen“ genannt werden, um Grad- und Fajr-5-Raketen und um die syrischen Khaibar-1 M302-Raketen, die 160 km weit fliegen können. Sie terrorisieren nun täglich fünf Millionen Menschen in Israel, das sich vor neun Jahren bis zum letzten Mann aus dem Gazastreifen zurückgezogen hat. Eine Khaibar-1 M302 mit einem 150-kg-Sprengkopf möchte wohl kein Spiegel-Redakteur in seinem Hamburger Wohnzimmer landen sehen. Geht jedoch Israel gegen den Raketenterror vor, schreibt er leichthändig von – selbstredend – unangemessener Härte und alttestamentarischer Vergeltungssucht. Nun ja.

 

„Die israelischen Luftangriffe sind unverhältnismäßig hart“

Bisher flog die IAF mehr als 1500 Einsätze; dabei sind nach Hamas-Angaben, die alles andere als untertrieben sein dürften, bisher 192 Menschen zu Tode gekommen, wobei nicht klar ist, wie viele der Getöteten der Hamas angehörten, wie viele in ihrer Funktion als „menschliche Schutzschilde“ umkamen und wie viele zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Was passieren kann, wenn die Hamas aus Wohngebieten heraus ihre Raketen abfeuert (noch ein Kriegsverbrechen). Wie auch immer, maximal kommt ein Toter auf acht Luftangriffe (!). Würde die israelische Luftwaffe, deren Feuerkraft immens ist, ohne Rücksicht auf palästinensische Verluste losballern, betrüge die Zahl der „Opfer“ auf palästinensischer Seite ein Vielfaches, so viel ist sicher. Aber dies ist eben nicht der Fall. Angegriffen werden gezielt Raketenstellungen, Waffendepots, Kommandozentren und andere Institutionen der Hamas, auch Privathäuser von Hamas-Granden. Alle diese Ziele sind im Sinn des Kriegsrechts legitim. Wer´s nicht glaubt, kann sich ja mal hineinlesen.

Hinzu kommt, dass die Israelis die Zivilisten in Gaza auf vielfältige Weise vor Einsätzen warnen, per Flugblättern, per Telefon und per „roof knocking“ (bitte googeln). Israel könnte es sich leicht machen, sich sagen, dass zuletzt 75 Prozent der Gazaner Hamas gewählt haben und nach dem alten Motto „Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen“ jetzt eben dafür zahlen müssen. Tut es aber nicht. Und zwar nicht nur, weil die Welt dann wieder im Dreieck springen würde.

Wenn sich Mahmud Abbas, der erst vor wenigen Wochen die verhängnisvolle, von den Idioten im Westen begrüßte „Versöhnung“ mit der Hamas zelebrierte, jetzt hilfesuchend an die Weltgemeinschaft wendet und einen „Völkermord“ in Gaza sieht, kann sich jeder klar denkende Mensch nur an den Kopf fassen.

 

„Das Missverhältnis bei den Opferzahlen zeigt klar, dass Israel der Aggressor ist“

Die „Opfer“-Zahlen sagen nichts darüber aus, welche Seite im Recht ist. Im Zweiten Weltkrieg sind einige Zehntausend Briten bei deutschen Luftangriffen gestorben, während die Royal Air Force ganze deutsche Städte in Schutt und Asche legte. Und? Soll das heißen, dass Nazideutschland „im Recht“ war? Göring wollte schon, aber er konnte nicht. So wie die Hamas heute.

Der Grund für das „Missverhältnis“ ist vielmehr: Ein aufwändig entwickeltes und milliardenteures Raketenabwehrsystem schützt die israelische Bevölkerung vor dem Raketenterror aus Gaza; der Zivilschutz ist hervorragend organisiert. In Gaza gibt es nur Bunker für Hamas-Häuptlinge, während die Führung die Bevölkerung dazu aufruft, sich als menschliche Schutzschilde auf die Dächer derjenigen Objekte zu begeben, welche angegriffen werden. Mit anderen Worten: Israel schützt seine Bürger vor Raketen, Hamas lässt seine Raketen von den Bürgern schützen. Letzteres ist nicht nur ein Kriegsverbrechen, es zeigt auch die ganze Perversion der in Gaza herrschenden Dschihadisten, die von Geistesgestörten wie Helga Baumgarten, „KenFM“ und Evelyn „Die Tochter“ Hecht-Galinski für eine „legale Partei“ und eine „Widerstandsbewegung“ gehalten werden.

 

„Ein Waffenstillstand ist das Gebot der Stunde“

Seit jeher sieht ein „Cease fire“ zwischen Israel und der Hamas so aus: Israel ceases and the Palestinians fire. So wie heute, am 15. Juli 2014. Seit 9.00 Uhr hatte Israel auf ägyptische Initiative hin alle Angriffe auf die Hamas eingestellt; diese aber schoss binnen sechs Stunden 50 Raketen auf israelische Städte ab. Am Nachmittag nahm die Luftwaffe ihre Einsätze gegen Hamas-Ziele wieder auf. (Schlagzeile bei SpiegelOnline zusammenfassend: „Nach kurzer Feuerpause: Israel greift wieder Ziele im Gazastreifen an“.)

Während 170.000 Tote im syrischen Bürgerkrieg seit 2011 (mehr Opfer, als der gesamte israelisch-arabische Konflikt inklusive aller ausgewachsenen Kriege in mehr als 100 Jahren gefordert hat!) achselzuckend zur Kenntnis genommen werden, erregen knapp 200 Tote in Gaza erwartungsgemäß weltweite Aufmerksamkeit. Schon tritt der UN-Sicherheitsrat zusammen, schon steigt der Druck auf Israel, die Einsätze in Gaza zu beenden. „Um die Hamas im Rahmen einer ausgedehnten Bodenoffensive wirklich entscheidend zu schwächen, bräuchte Israel aber wohl mehr Zeit, als die internationale Gemeinschaft dem Land gewähren würde“, schreibt Michael Borgstede in der WELT. Man fragt sich, warum die Welt so scharf darauf ist, eine islamistische Mörderbande, der es gerade an den Kragen geht, vor einer entscheidenden Schwächung zu bewahren. Die naheliegende Antwort spricht jedenfalls nicht für die „internationale Gemeinschaft“, die zum Konsens nur dann fähig ist, wenn es darum geht, dem jüdischen Staat im Kampf gegen seine Todfeinde in den Arm zu fallen.

Eine Waffenruhe, die es der Hamas erlaubt, sich als Sieger zu gerieren und die nächste Runde vorzubereiten, ist kontraproduktiv. Beim nächsten Mal wird es noch schlimmer werden, das zeigt alle Erfahrung im Nahen Osten. Das Gebot der Stunde wäre, Israel das Recht zur Verteidigung nicht nur theoretisch zu gewähren sondern alles zu tun, damit Hamas und Islamischer Dschihad im Gazastreifen aus dem letzten Loch pfeifen und klein beigeben. Wer, wie Peter Münch heute in der Süddeutschen Zeitung, sich einen Waffenstillstand wünscht, der auch der Hamas gestattet, sich „wie ein Sieger zu fühlen“, hat nichts begriffen.

 

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Ach, was waren das für Zeiten, als man im Journalismus Nachricht und Kommentar noch zu trennen pflegte! Bei Spiegel online gibt sich Julia Amalia Heyer keine Mühe, ihr Ressentiment gegen die allseits verhasste israelische Regierung zu verbergen, und wenn sie dazu in einem Verbrechensfall Täter zu Opfern und Opfer zu Tätern machen muss. Die Reaktion auf die Entführung dreier israelischer Teenager, nicht die Untat an sich, macht der deutschen Korrespondentin schwer zu schaffen. Doch halt – sagten wir Verbrechen? So weit würde die Reporterin nicht gehen. Sie spricht mal von einem „Unglück“, mal von einer „Tragödie“ – und mehrmals vom „Verschwinden“ der drei Jungs, „wie Netanjahu sie nennt“ und was sie offenbar nicht sind.
 
Sondern: Siedler. „Drei junge Siedler“, die am Donnerstagabend „in ihre Siedlungen trampen“. Nun wohnen zwei der drei Entführungsopfer gar nicht in einer Siedlung, sondern diesseits der Green Line, aber da Siedler gemeinhin als vogelfrei gelten, deutet Heyer damit an, dass so was schon mal passieren kann, denn schließlich leben hier Juden „auf palästinensischem Territorium“ (vulgo: umstrittene Gebiete, über welche, in dieser Reihenfolge, die Osmanen, Engländer, Jordanier und Israelis herrschten, niemals aber Palästinenser; die stellen hier rückwirkende Ansprüche, über die man reden kann oder auch muss, die aber nicht gottgegeben sind), und solche Subjekte darf man jederzeit, wie die Familie Fogel, in ihren Betten abschlachten oder eben kidnappen, um einen „Gefangenenaustausch“ in die Wege zu leiten.
 
Nun ist es natürlich möglich, dass Eyal, Naftali und Gilad nicht entführt wurden; vielleicht sind sie ja tatsächlich vom Erdboden „verschwunden“, wurden just for fun von Chefingenieur Scotty aufs Raumschiff Enterprise hochgebeamt, wo sie sich auf der Brücke gemeinsam mit der Crew über schwere Dachschäden bei Journalisten im 21. Jahrhundert amüsieren, auszuschließen ist nichts. Aber Julia Amalia Heyer ist großzügig genug, die Möglichkeit einer Entführung in Betracht zu ziehen. Womit sich allerdings die Frage stellt: Wer war’s? Die Hamas, der Heyer noch vor drei Monaten bescheinigte, sie sei angetreten, um „den Alltag der Palästinenser in Gaza lebenswerter zu machen“, kann es natürlich kaum gewesen sein, denn die „Bewegung, die seit 2007 im Gazastreifen regiert“, hat „die Anschuldigung ausdrücklich zurückgewiesen“. So!
 
Sie hat auch – nach gelungener Freipressung von mehr als 1000 palästinensischen Terroristen infolge der Geiselnahme Gilad Shalits – immer wieder dazu aufgerufen, mehr Juden zu entführen, um Israel zur Entlassung weiterer Tausend Häftlinge zu nötigen, und es auch mehrmals erfolglos versucht, aber darauf geht Frau Heyer nicht ein; ihr ist wichtiger, dass der „Hardliner“ Netanjahu die Hamas verantwortlich macht, und was einer sagt, der „Teilen der internationalen Gemeinschaft als notorischer Neinsager“ gilt (ungeachtet des Wye-Abkommens, ungeachtet der Bar-Ilan-Grundsatzrede, ungeachtet der von ihm veranlassten Gesten des guten Willens, die stets ohne Erwiderung blieben), ja „manchen sogar als Kriegstreiber“, das kann und darf ja nicht wahr sein. „Konkrete Beweise blieb Netanjahu bisher schuldig“, greint die Spiegel-Reporterin, ganz so, als seien die israelischen Geheimdienste es ausgerechnet der bis auf die Knochen feindseligen Journaille schuldig, ihre Erkenntnisse öffentlich zu machen.
 
Bar jeglichen Mitgefühls für die „Verschwundenen“, dreht Heyer den Israelis einen Strick aus der Tatsache, dass sie mit ihren Warnungen und Befürchtungen Recht behalten haben; sie weideten „den Vorfall propagandistisch aus“, politisch komme diese Sache dem Ministerpräsidenten „zupass“, er wolle sich „endlich wieder als der Hardliner präsentieren, als der er seit Jahren gewählt wird“. Zwar hat Netanjahu einen ziemlich undankbaren Job, der ihn zwingt, am laufenden Band Antworten auf Druck und Terror zu finden, gleichzeitig Solidarität mit den Angehörigen von Terroropfern zu zeigen und ihnen Hoffnungen zu machen, zu denen es vielleicht schon keinen Anlass mehr gibt, aber für Heyer hat das alles keine Bedeutung. Was Bibi sagt, ist vom Teufel, seine entschlossene, aber auch mitfühlende Ansprache an die Israelis wertet sie als „Brandrede“, und dass der Regierungschef – gibt’s denn so was? – auch noch Mahmud Abbas mitverantwortlich macht, nur weil der sich gerade mit der Hamas verbündet hat, geht natürlich gar nicht. „Lautstark“ macht er das auch noch, meint Heyer, die vielleicht nicht an der Journalistenschule, aber doch in der täglichen Praxis gelernt hat, wie man unliebsame Typen mit negativen Attributen zur Minna macht, gern garniert mit einem unvorteilhaften Foto des Prügelknaben. Im Spiegel hat das seit jeher Tradition; schon vor 30 Jahren haben andere Regierungschefs etwas „bekräftigt“ oder „klargestellt“, nur Begin „tönte“ immer. Was die Stimmungsmache betrifft, hat Heyer den Bogen raus, sie weiß, wenn man Netanjahu oft genug als Hardliner bezeichnet, wird’s gefressen. Und nur zu gern, wie ein Blick in die Hölle zeigt, die sich bei Spiegel online „Forum“ nennt.
 
Da Palästinenser nach der gängigen Medienstrategie immer nur als hilflose Objekte, niemals aber als handelnde – und damit auch verantwortliche – Subjekte dargestellt werden, gilt es auch in diesem Fall, die Juden nicht als Opfer zu benennen. Zwar sind es die Israelis, die seit einer Woche um drei verschleppte Minderjährige bangen, aber wirklich leiden müssen einmal mehr die Palästinenser: Die bedauernswerten Menschen, die von den Razzien im Westjordanland betroffen sind! Und was erst der Bevölkerung im Gazastreifen droht, „die bereits seit Monaten darbt“! Wieder so eine Information, die Heyer exklusiv hat; zwar wird die „humanitäre Katastrophe“ in Hamastan seit dem Abzug der Israelis vor neun (!) Jahren immer mal wieder bemüht, aber noch hat sich niemand zu Tode gedarbt, eher im Gegenteil, und wenn jemand in dem Küstenstreifen hungert oder dürstet, dann nur nach einem Dschihad gegen die Juden.

Da ist dann Julia Amalia Heyer gern bereit, im Propagandakrieg die helfende Hand zu reichen. Im Jahr 2014 ist das in einem deutschen Massenmedium überhaupt kein Problem mehr, schließlich feiert man das Bündnis zweier Terrorgruppen inzwischen landauf, landab als begrüßenswerte „Versöhnung“, die wundersamerweise den Frieden zu befördern vermag. Unter die Räder kommt dann eben der jüdische Staat, der aus übertriebener Sorge um drei jugendliche Bürger in Feindeshand mal wieder völlig unverhältnismäßig reagiert und aus der „Tragödie“ auch noch eiskalt „den maximalen politischen Nutzen“ ziehen will. Da alles, was Israel tut oder unterlässt, unter allen Umständen falsch und verwerflich sein muss, ist ein Gesetz, das „den Austausch oder die Begnadigung von Gefangenen in Zukunft schlicht verbietet“ und das man für sinnvoll halten muss, soll sich der Rechtsstaat nicht auf ewig erpressbar machen, für Heyer selbstredend eine Monstrosität, ebenso unstatthaft wie eines, „das die Zwangsernährung hungerstreikender Häftlinge erlaubt“ und so dem ersehnten Märtyrertum einen Riegel vorschiebt.
 
Derweil halten die Palästinenser seit einigen Tagen feixend drei gespreizte Finger in die Kameras, Ausdruck ihrer unbändigen Freude über die Entführung der drei Jugendlichen, aber die grassierende Soziopathie in den Gebieten, die seit zwei Jahrzehnten von Fatah und Hamas beherrscht werden, ist für Julia Amalia Heyer und ihresgleichen natürlich kein Thema. Das könnte die Feinde Israels nicht gut aussehen lassen, das wäre fatal, also wird es, wie die Erziehung zum Judenhass, die Ermordung von „Kollaborateuren“ und ähnliche in Palästina gern gepflegte Traditionen, stillschweigend unter den Teppich gekehrt.

Die letzte Tinte spart man sich auf, um vor der Gefahr zu warnen, die von den Juden ausgeht. An so einer Presse hätte das Humpelstilzchen vor 70 Jahren seine helle Freude gehabt.

 

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Da hat Israel die letzten 26 Terroristen nicht freigelassen und die Palästinensische Autonomiebehörde damit um eine große Feier gebracht und dann auch noch den Bau von 700 Wohnungen genehmigt, wo ohnehin schon ein Stadtviertel steht, das Jerusalem nie und nimmer an Terrorbanden wie Hamas oder Fatah abtreten wird, da macht es „Puff“, und das war´s dann. Wie einfach dieser vermaledeite Nahostkonflikt doch ist!

Jedenfalls, wenn man partout darauf aus ist, Israel den Schwarzen Peter zuzuschieben.

Reden wir doch zur Abwechslung mal über Mahmud Abbas. Sie wissen schon, der „Partner für den Frieden“. Was spricht eigentlich für ihn? Er trägt gewöhnlich einen dunklen Anzug statt Kampfmontur wie sein Vorgänger Arafat, das ist schon mal ein Fortschritt. Vielleicht. Und er kann immerhin für sich beanspruchen, die Terror-Intifada einen „großen Fehler“ genannt zu haben, natürlich nicht, weil es moralisch fragwürdig sein könnte, Jugendliche vor einem Club oder Holocaust-Überlebende bei einer Seder-Feier in Massen zu ermorden und zu verstümmeln, sondern weil so etwas „palästinensischen Interessen“ zuwiderläuft. Heißt: Man erreicht mit Terror nicht wirklich etwas, der sorgt weltweit für unschöne Bilder und eher weniger Bereitschaft zum Entgegenkommen bei der israelischen Bevölkerung – das hält einen wie Abbas aber nicht davon ab, die Urheber der Massaker als „Helden“ und „Freiheitskämpfer“ zu würdigen. He, man könnte solche Leute freipressen und sie dann wenigstens verschämt bei Nacht und Nebel nach Hause zurückkehren lassen, statt ihnen einen großen Bahnhof zu bereiten.

Wenn Sie sich ein wenig vorbereitet haben auf Ihre Mission, Mr. Kerry, dürften Sie die Osloer Verträge kennen. Gibt es irgendeinen Punkt, den die palästinensische Seite erfüllt hätte? Hat sie jemals auch nur einen Terroristen an Israel ausgeliefert? Den Gewaltverzicht in Wort und Tat umgesetzt? Überhaupt irgendetwas unternommen, das dem Frieden und der Aussöhnung dienen könnte?

Mitnichten. Die „Verhandlungsposition“ der Palästinenser ist exakt dieselbe wie vor 20 Jahren: ein Palästinenserstaat, der sich an den „Grenzen“ (also Waffenstillstandslinien zwischen Israel und Jordanien) vor dem Sechstagekrieg 1967 orientiert – UN-Resolution 242 zum Trotz; die Forderung, Israel habe Ostjerusalem mit seiner historischen Altstadt und den heiligen Stätten abzutreten (ungeachtet der arabischen Praxis, sämtliche Juden aus Jerusalem hinauszuwerfen, alle Synagogen zu zerstören und ihnen den Zutritt etwa zur Westmauer zu verwehren); und alle palästinensischen Flüchtlinge von 1948 (heimatlos geworden durch einen Krieg, den sie selbst bzw. ihre arabischen Verbündeten zu verantworten hatten) und ihre Nachkommen müssten nach Israel — und nicht in den prospektiven Staat Palästina — einwandern.

Abbas ist nach wie vor nicht bereit, Israel als Staat der Juden anzuerkennen, weil er, wie alle Araber, die Juden nur als Religionsgemeinschaft, nicht aber als Volk mit Anspruch auf staatliche Unabhängigkeit im eigenen Land begreift – ein Recht, das er für sich und die erst seit Ende der 60er-Jahre so genannten Palästinenser selbstverständlich in Anspruch nimmt. Er ist nicht bereit, ein Ende des Konflikts zu verkünden, sollte er eine Einigung mit Israel erzielen. Er hat bisher noch jede Einigung mit Israel abgelehnt, selbst die von Ehud Olmert angestrebte.

Gründe: siehe oben.

Abbas, der, wenn er überhaupt jemals über eine halbwegs demokratische Legitimation verfügte, diese längst verspielt hat – seine Amtszeit lief 2009, also vor fünf Jahren, ab -, lässt sogenannte Kollaborateure hinrichten, hetzt als „Partner für den Frieden“ bei jeder Gelegenheit gegen den jüdischen Staat und nimmt deswegen auch, statt irgendwelche Kompromisse einzugehen, lieber den Umweg über die „Staatengemeinschaft“ (UN), um sich alles, was er haben will (einen Staat, ohne sich mit Israel einigen, um bei günstiger Gelegenheit wieder Krieg führen zu können), von anderen zu holen. Nicht eine einzige vertrauensbildende Maßnahme hat dieser Mann vorzuweisen, stattdessen stellt er jeden Tag, den der Herr werden lässt, eine neue Forderung auf. Damit überhaupt die Schimäre eines „Friedensprozesses“ aufrecht erhalten werden kann, kennen seine Vorbedingungen für die selbstverständlich fruchtlosen Gespräche kein Maß.

Wohlgemerkt, das ist das arabische Verständnis von Verhandlungen – ein Geben und Nehmen: Israel gibt, und die Palästinenser nehmen.

Auf dem Gebiet, auf das er Einfluss hat, lässt er zu, dass die nächste und die übernächste Generation mit Hass auf die Juden vergiftet werden. Nur so können zwei junge Männer eine Familie inklusive Säugling in ihrem eigenen Haus abschlachten und noch stolz darauf sein – weil sich in „Palästina“ niemand für eine solche Monstrosität in Grund und Boden schämt, sondern das Töten von Juden den Täter zu einem role model macht, zum „Märtyrer“, der sich für sein Land aufgeopfert hat.

Tja, so sieht´s aus, Mr. Kerry. Was meinen Sie: Soll Israel zu Menschen Vertrauen haben, die ihre Kinder zum Kanonenfutter erziehen? Würden Sie der Al-Qaida die Hälfte von Washington D.C. überlassen? Nicht? Dann verstehen Sie sicher, warum Israel weder die Hamas noch die Fatah oder den Islamischen Dschihad auf den Zinnen der Jerusalemer Altstadtmauern sehen will. Man wird auch nicht Gebiete an Milizen abtreten, die nur danach gieren, das Terrain zum Abschuss von Raketen auf israelische Städte zu nutzen. Für wie dämlich halten Sie die Israelis, Mr. Kerry? Für Ihre warmen Worte und das Doppelspiel von Herrn Abbas sollen die Menschen in Israel – bedroht von Hisbollah im Norden, von Hamas und Islamischem Dschihad im Süden und den iranischen Mullahs im Osten – ihre Sicherheit aufs Spiel setzen? Sie selbst haben ja schon aus Verzweiflung angeboten, Jonathan Pollard freizulassen, denn von den Palästinensern ist nicht zu erwarten, dass sie sich auch nur einen Millimeter von ihren Maximalpositionen wegbewegen. SIE gehen für DIE Kompromisse ein? Was für ein schäbiges Spiel ist das denn?

Wenn Sie es noch mal zum Mitschreiben haben wollen: Ja, Abu Mazen muss seinen Friedenswillen unter Beweis stellen. Noch einmal: unter Beweis stellen, nicht hier das eine und dort das andere erzählen. Ja, die Hetze muss ein Ende haben, wenn der Frieden jemals eine Chance haben soll. Ja, auch die Palästinenser müssen Kompromisse machen.

Nein, Israel ist nicht mehr bereit, einseitige Zugeständnisse zu machen. Nein, weniger als ein Ende des Konflikts wird nicht akzeptiert. Nein, Jerusalem, die “Heilige Stadt”, wird nicht in die Hände von Leuten fallen, die andere Religionen nicht achten.

Lassen Sie sich nicht länger verarschen, Mr. Kerry. Und: Sollten Sie es besser wissen als Sie nach außen vorgeben – hören Sie auf mit diesem Theater. Es führt zu nichts. Sagen Sie Abu Mazen, dass er sich bewegen muss, um überhaupt noch finanzielle oder politische Unterstützung beanspruchen zu können. Versuchen Sie es wenigstens. Schluss mit den Sonntagsreden, Titten auf den Tisch! Und sollten Sie dann einsehen, dass in Nahost für Sie nix zu holen ist, kümmern Sie sich doch einfach um andere Konflikte. In der Ukraine soll gerade ganz schön was los sein.

 

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Auch wenn man 82 Jahre auf dem Buckel hat, kann man immer noch eine Menge machen. Eine Kreuzfahrt in die Karibik. Mit den Enkeln in den Zoo gehen. In der Hollywoodschaukel liegen und ein gutes Buch lesen. Leider kann Richard Falk nicht mal im Spätherbst seines Lebens vom Israel-Bashing lassen.

„Apartheid“ und „ethnische Säuberung“ will er im Umgang mit den Palästinensern erkennen. Selbstredend geht es ihm aber nicht um die Palästinenser, die aktuell im syrischen Bürgerkrieg elendig verrecken.

Denn Mr. Falk ist als Sondergesandter für die Palästinensischen Autonomiegebiete tätig, ein völkischer Beobachter für den UN-Menschenrechtsrat, dem aktuell u.a. Saudi-Arabien, Kuba und die Volksrepublik China angehören, die ja als Bollwerke der Menschenrechte einen untadeligen Ruf genießen. Man muss sich die Sitzungen dieses Gremiums so vorstellen wie ein Treffen der Cosa Nostra, der Camorra und der ´Ndrangheta, auf dem fürchterlich auf den italienischen Staat und seine Sicherheitsorgane geschimpft wird. Insofern weiß Mr. Falk, was er dem Laden schuldig ist, und deshalb ruht sein Auge auf vermeintlichen israelischen Missetaten: natürlich die „übermäßige Anwendung von Gewalt“ als Antwort auf den traditionell unerwähnt bleibenden palästinensischen Terror, „Kollektivstrafen“ und „Bau von Siedlungen“, wo es sich lediglich um Neubauten in bereits bestehenden Stadtvierteln im Osten Jerusalems handelt.

Von „rechtloser Existenz“ kann indes kaum die Rede sein, wenn 97 Prozent der Araber in der Westbank und 100 Prozent der Araber in Gaza autonom leben und sich über fehlende Rechte bei den glorreichen Führern von Fatah und Hamas beschweren müssten, wenn sie sich denn trauen.

Und um von „Verdrängung“ oder „ethnischer Säuberung“ in Jerusalem zu schwadronieren, muss man schon einen halben Liter Klosterfrau Melissengeist auf Ex getrunken haben, denn laut Bevölkerungsstatistik lebten 1967 (dem Jahr, in dem Israel den 1948 von Jordanien judenrein gemachten Ostteil Jerusalems zurückeroberte) 55.000 muslimische Araber in der Stadt (plus 12.600 Christen, überwiegend ebenfalls Araber), 2011 waren es 281.000 Muslime bzw. 14.000 Christen. Also nach Adam Riese eine ethnische Säuberung, bei der die verjagte Bevölkerung sich um 500 Prozent vermehrt hat. Hinzu kommt, dass das natürliche Wachstum der jüdischen Bevölkerung nebst Zuzug nicht verhindert, dass der Anteil der arabischen Bevölkerung in der Stadt kontinuierlich auch relativ wächst, was Idioten, die das Wort von der „Judaisierung“ Jerusalems im Munde führen, jedoch nie von der „Anglisierung Londons“ oder der „Amerikanisierung Washingtons“ reden würden, im Leben nicht rational erklären könnten. Aber wer muss schon den Verstand bemühen, wenn er stramm auf antizionistischem Kurs marschiert?

Anyone who is 10 percent objective would come to similar conclusions about international law and international morality to the conclusions I’ve reached on the main issues that are in contention

meint der alte Zausel, und das stimmt natürlich: 10 Prozent Objektivität plus 90 Prozent antiisraelisches Ressentiment ergibt eine Sicht der Dinge, wie sie ein Richard Falk pflegt, der Israel schon mit Nazi-Deutschland verglich, etwas für 9/11-Verschwörungstheorien übrig hatte, Ayatollah Khomeini partout nicht als fanatisch oder reaktionär bezeichnet sehen wollte, als Hamas-Versteher „Kriegsverbrechen“ Israels in Gaza anprangerte und es sogar schaffte, wegen einer antisemitischen Karikatur auf seinem Blog aus der Ortsgruppe von Human Rights Watch zu fliegen.

Dass ihm als Sondergesandten für die Palästinensischen Autonomiegebiete offenbar nichts aufgefallen ist, was Hamas oder Fatah in einem negativen Licht erscheinen lassen könnte – etwa der Umstand, dass diese Banden vornehmlich damit beschäftigt sind, westliche Hilfsgelder einzusacken bzw. zu verbrennen und ansonsten den lieben langen Tag Krieg spielen respektive die jüngste Generation als Kanonenfutter für den nächsten präparieren -, vermag vor diesem Hintergrund nicht zu überraschen. Richard Falk ist zwar auf Israel fixiert, aber beileibe kein Antisemit, da – Obacht! – er selbst jüdisch ist.

Diesen Monat endet Falks Engagement für den UN-Zirkus. Egal, wen man an seiner Statt mit der Israelschelte betraut: Unappetitlicher kann es nicht mehr werden.

 

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Bullshit

Bei ZEITonline kennt man offensichtlich den Unterschied zwischen einer Siedlung und einer Wohneinheit nicht.

1001Siedlungen
(Screenshot, 11.08.2013, 15.01 Uhr)

 

Im Vorspann steht es noch einmal falsch (“Kurz vor den nächsten Friedensgesprächen kündigt Israel neue Siedlungen in Ostjerusalem und im Westjordanland an”), bevor dann im Text endlich von Wohnungen die Rede ist und eingeräumt wird, dass zwei Drittel dieser Wohnungen in Jerusalem entstehen sollen und der Rest in Ariel und Beitar Illit. Ob aber an diesen Orten – zwei Kommunen, die selbst nach einem (äußerst unwahrscheinlichen) Friedensschluss garantiert bei Israel verbleiben werden – gebaut wird oder in Ramallah rollt eine Kichererbse vom Laster, ist vollkommen unerheblich. Gleichwohl bringt die fette Schlagzeile ZEIT-Leser wie “Gonokokkenmutterschiff” dazu, im Kommentarbereich eine israelische “Kriegserklärung” zu beklagen.

Und, bei Gott, unter den ZEIT-Lesern gibt es entschieden zu viele Gonokokkenmutterschiffe.

 

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Während die Hamas Kinder im Umgang mit Kalaschnikows schult, feiert die Fatah den Mörder eines Vaters von fünf Kindern als Helden.

Zur Erinnerung: In der erstgenannten Organisation vermutet Claudia Roth “einen pragmatischen Teil”, mit dem Israel verhandeln solle, mit der anderen teilt die SPD “gemeinsame Ziele” und “gemeinsame Werte”. Wer einen Nahost-”Friedensprozess” voranbringen will, sollte im Herbst also unbedingt rot-grün wählen.

 

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Ausgerechnet der „Hardliner“ der Hamas signalisierte in den vergangenen Jahren einen Kurswechsel und die Bereitschaft, den militanten Widerstand (= Terror, C.C.) zumindest temporär aufzugeben

verkündete Susanne Knaul am 7. Dezember vergangenen Jahres, als Hamas-Chef Khaled Meschaal den Gazastreifen besuchte, unter dem Jubel Zehntausender aus einer Pappmache-Rakete kletterte und den von Knaul behaupteten Kurswechsel wie folgt zusammenfasste:

Palestine is ours, from the river to the sea and from the south to the north. There will be no concession on an inch of the land,” he told the crowd on his first visit to Gaza. “We will never recognise the legitimacy of the Israeli occupation and therefore there is no legitimacy for Israel, no matter how long it will take.

Um darin eine auch nur temporäre Abkehr vom Terror-Programm zu erkennen, muss man schon über eine Phantasie verfügen, die für das Drehbuch eines veritablen Science-fiction-Films ausreicht, für einen Artikel in einer halbwegs seriösen Tageszeitung allerdings nicht geeignet ist. Allein, seit Frau Knaul alle journalistischen Standards über Bord geworfen hat, fühlt sie sich leicht und frei, immer weiter das Blaue vom Himmel herunterzulügen.

Gemäßigt und ambitioniert

nennt sie Meschaal diesmal anlässlich seiner „Wiederwahl“ durch den Rat der Hamas. Ach ja, und „kompromissbereit“ wird er in der Bildunterschrift auch genannt. „Versöhnung ist seine Mission“, schreibt Knaul, womit allerdings im besten Falle die Beendigung des Kriegszustandes mit der rivalisierenden Fatah gemeint ist, wenn diese sich auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel (Abschaffung Israels) zur selben Taktik bekennt wie die Hamas.

Gemäßigt, kompromissbereit, versöhnlich – wenn zuträfe, was Knaul von Meschaal behauptet, wäre der radikale Islamist (“der studierte Physiker”, wie die Terrorversteherin ihn nennt, wobei sie zu erwähnen vergisst, dass er auch Vater von sieben Kindern ist) ein idealer Kandidat für das Papstamt gewesen. Man fragt sich wirklich, was in Oberstübchen wie dem der taz-Redakteurin vor sich geht. In einer Medienlandschaft, die, wie heute Spiegel online, den Raketenbeschuss Israels durch die Hamas und den darauf folgenden Beschuss der Terrorziele durch die israelische Luftwaffe mit dem Satz „Damit haben beide Konfliktparteien die Waffenruhe gebrochen“ kommentiert, wundert einen allerdings schon lange nichts mehr.

Der Wahnsinn geht weiter.

 

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Eigentlich ist ja zu begrüßen, dass die “Dokumentationsjournalisten des SPIEGEL” endlich MEMRI entdeckt haben. Das könnte helfen, zur Abwechslung mal zu erforschen, wie die arabische Welt tickt.

Nun haben die Äußerungen des Muslimbruders Mursi, die derzeit für eine gewisse Beunruhigung sorgen, einen historischen und religiösen Hintergrund, und gemeint waren mit den “Abkömmlingen von Affen und Schweinen” schon immer die Juden, sowohl im Koran als auch im Tafsir al-Jalalayn 5,60 ein halbes Jahrtausend vor der Gründung des Staates Israel; und “Israel”, “Juden” und “Zionisten” sind für Araber generell dasselbe; daher ist Mursi auch nicht, wie Spiegel online meint, ein “Anti-Zionist”, sondern ein waschechter Antisemit.

Aber den logischen Schluss aus den vorliegenden Fakten zu ziehen, ist nicht jedem gegeben. Insbesondere nicht jenen, die nicht einmal die Einblendung auf dem Bildschirm lesen, sonst hätten sie mitbekommen, dass Mursi 2010 das Interview, in dem er minutenlang vom Leder zieht, natürlich nicht MEMRI TV, der Video-Plattform des Watchdogs, gegeben hat, sondern dem libanesischen Sender Al-Quds TV.

So sieht er aus, der “Faktencheck” der hochgelobten “Dokumentationsjournalisten des SPIEGEL”. Saubere Recherche ist was anderes.

 

Screenshot

 

 

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Der Rechtsruck

Das war jetzt also der von allen erwartete “Rechtsruck”? Wie es aussieht, besteht zwischen dem “rechten” und dem “linken” politischen Lager nach den Knessetwahlen ein Patt, womit alle Unken, die es schon vorher und wieder mal besser wussten, offensichtlich falsch lagen. Unken wie Bettina Vestring. “Israel wählt gefährlich” hieß ihr von völliger Ahnungslosigkeit in der Sache, dafür durch Voreingenommenheit bestechender Kommentar in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau, denn was gefährlich ist und für wen, das weiß eine deutsche Online-Redakteurin mit grandiosem Mut zur israelkritischen Einstellung immer noch am besten.

Oder eben nicht. Die fragmentierte Parteienlandschaft Israels spiegelt die Vielfalt seiner Bevölkerung wieder, und jeder Staatsbürger hat mehr oder weniger gute Gründe für seine Wahlentscheidung. Religiöse Juden wählen religiöse Parteien, Araber wählen meistens – aber durchaus nicht immer – arabische Parteien (kleine Anekdote: bei diesen Wahlen stimmten im von Arabern bewohnten Taybe 22 Wähler für Likud-Beytenu, 19 gar für die siedlernahe Partei von Naftali Bennet) oder gar nicht; wer den Palästinensern misstraut, wählt Likud, wer ihnen trotz allem immer noch vertraut, wählt Meretz oder Avoda und so weiter. Hinzu kommt, dass beileibe nicht nur der Konflikt mit der arabischen Welt eine Rolle spielt, die Israelis also nicht zwingend morgens mit dem Palästinenserproblem aufwachen und abends mit ihm zu Bett gehen, sondern handfeste Dinge, die ihr Leben betreffen: die hohen Lebenshaltungskosten etwa; im Fall der streng religiösen Juden und der Araber auch durchaus Interessen, die allein für ein bestimmtes Milieu relevant sind.

Da wird es mit den Rechts-links-Schubladen schon schwierig. Was etwa macht einen Lieberman zu einem “Ultranationalisten”? Immerhin favorisiert er eine Politik der Loslösung von den Palästinensern. Nicht nur gewährte er ihnen unter gewissen Umständen einen eigenen Staat – kaum, weil sie ihn etwa verdienten, sondern weil er sie einfach loswerden will – vielmehr würde er diesem, aus demselben Grund, sogar noch israelisch-arabische Gemeinden diesseits der Green Line on top draufpacken, was für deren Bewohner allerdings, allem Diskriminierungsgerede zum Trotz, eine Horrorvorstellung ist. Als Nationalisten kann man den Unsympathen Lieberman durchaus bezeichnen – aber als “Ultranationalisten”? Hinzu kommt, dass seine Partei, die vor allem die Interessen der russischen und osteuropäischen Einwanderer vertritt, mit religiösen Vorrechten nichts am Hut hat. Rechts ist eben nicht gleich auch religiös.

Was ZEIT online nicht daran hindert, in einem Artikel zu den Wahlen hanebüchene Aussagen wie diese zu machen:

Im Parlament besteht damit ein Patt zwischen dem religiösen rechtsnationalistischen Lager und den Parteien der politischen Mitte mit den arabischen Parteien.

Das dröseln wir hier gern einmal kurz exemplarisch auf. Wie wir gesehen haben, sind rechts und religiös nicht unbedingt deckungsgleich, die platte Beschreibung des erstgenannten Lagers ist unzulässig. Auch ist nicht jeder Konservative gleich “nationalistisch” oder gar “rechtsnationalistisch”. Nun zu den Parteien der “politischen Mitte”. Dazu scheint die linke Arbeitspartei ebenso zu gehören wie Meretz, eine Partei, die in etwa mit den deutschen Grünen zu vergleichen ist. Um hier Parteien der Mitte zu erkennen, muss man schon eine sehr eigenwillige Perspektive einnehmen. Demnach scheint es in Israel keine Linken zu geben.

Dabei wird es bei den arabischen Parteien noch prekärer: Hadash ist kommunistisch, Raam Ta’al vor allem antizionistisch, also grundsätzlich staatsfeindlich, und Balad (arabisch-)nationalistisch und sozialistisch. Nationalsozialistisch, wenn man so will. Ihre bekannteste Vertreterin, Hanin Zoabi, segelte 2010 mit türkischen Dschihadisten auf der Mavi Marmara gen Gaza.

So wie sich der kleine Moritz in der ZEITonline-Redaktion das vorstellt, gibt es aber nur die finsteren, religiösen und nationalistischen Kräfte auf der einen Seite sowie die guten Parteien der Mitte und die der armen diskriminierten Araber auf der anderen. Wer’s glaubt, gehört sicher zu jenen, die in den vergangenen Wochen und Monaten dem “Rechtsruck”-Geraune frönten. Solchen Leuten jedoch ernsthaft Kompetenz in der Sache zuzubilligen und sich auf ihre Voraussagen und die ihrer Zulieferer wie Gideon Levy von Ha’aretz und anderen üblichen Verdächtigen zu verlassen, ist grob fahrlässig. Da macht man weniger falsch, wenn man nach Sitte der altrömischen Auguren das Fressverhalten von Hühnern im heiligen Bezirk oder die Eingeweide von Tieren beobachtet.

Mehr als 30 Parteien sind zur Parlamentswahl angetreten, jede dritte hat die Hürde genommen und wie seit jeher wird in Jerusalem eine Koalitionsregierung gebildet werden. Wie es aussieht, dürfte am Ende ein Mitte-rechts-Bündnis dabei herausspringen, das die Positionen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung vertritt – in jeder Demokratie dieser Welt ein völlig normaler Vorgang.

Man wäre auch in Deutschland gut beraten, diese zumal für nahöstliche Verhältnisse einzigartige Demokratie fair zu beurteilen statt sich in Klischees und Ressentiments zu suhlen. Und man möge den Unterschied zu den palästinensischen Nachbarn wahrnehmen; diese haben bei ihrem letzten, auch schon deutlich zu lange zurückliegenden Urnengang mehrheitlich für die Hamas gestimmt, sich bei der Wahl zwischen Pest und Cholera also für die Pest entschieden. Sie haben damals wirklich “gefährlich gewählt”, auch wenn es die FR nicht mitbekommen hat. Verglichen damit, wäre selbst der prognostizierte “Rechtsruck” in Israel immer noch Peanuts gewesen. Wenn er denn passiert wäre.

 

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