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Archive for the ‘Fernsehtipps’ Category

Noch einmal: Allahs Bräute

Heute Abend, 20.15 Uhr, wiederholt 3sat die Dokumentation “Shahida – Allahs Bräute”, über die SoE bei der Erstausstrahlung berichtete.

Wer heute keine Zeit hat, kann den Film auch auf youtube sehen.

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Was guckst du… im April?

Erstausstrahlungen auf Phoenix, die sich Leser dieses Blogs gern vormerken dürfen:

 

Mittwoch, 4. April, 23.05 Uhr
Tage, die die Welt bewegten:
Entscheidung im Sechstagekrieg

 

Montag, 9. April, 20.15 Uhr
Der Jordan, Quelle der Fruchtbarkeit und Spiritualität

 

Donnerstag, 12. April, 20.15 Uhr
Zeitalter des Terrors:
Operation Entebbe (BBC-Doku)

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„Drei Halunken und ein Halleluja“ – so heißt eine italienische Westernkomödie aus dem Jahr 1970. Der Titel passt aber auch gut auf „Die Anwälte. Eine deutsche Geschichte“, das Buch zum gleichnamigen Film, der heute Abend um 21.55 Uhr auf Arte ausgestrahlt wird, auch wenn sich die Autoren Martin Block und Birgit Schulz sicher gegen diesen Vorschlag verwahren würden. Schließlich geht es um drei ehemalige Anwälte der außerparlamentarischen Opposition bzw. später der RAF, die einst einträchtig im „Sozialistischen Anwaltskollektiv“ wirkten, und dafür bringen die Autoren viel Sympathie auf. Einer allerdings, Horst Mahler, mutierte vom sozialistischen zum nationalsozialistischen Systemgegner und machte sich damit für die beiden ehemaligen Mitstreiter unmöglich: für Otto Schily, der immer schon so aussah, als sei er im Anzug zur Welt gekommen und sich zum Law&Order-Mann und beinharten Innenminister wandelte, und Hans-Christian Ströbele, der seinen linken Idealen treu blieb und nur seine Ansprüche herunterschraubte: Seit sich das System als übermächtig erwies, reitet der „Catweazle der Grünen“ (Reinhard Mohr) gegen erheblich kleinere Windmühlen wie eine McDonald’s-Filiale in seinem Kiez an und, steter Tropfen höhlt den Stein, arbeitet so unermüdlich im Kleinen daran mit, aus dem einst spießigen, intoleranten und autoritären Staat ein Land der Müslilöffler, Treehugger und Liegeradfahrer zu machen. Nicht ohne Erfolg, wie man zugeben muss: Der Mann, der einst wegen „Unterstützung einer kriminellen Vereinigung“ zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, wird stets konsultiert, wenn man eine dezidiert linke Stellungnahme braucht, und ist ein gern gesehener Gast in Talkrunden wie jener von Maybrit Illner, der Fleisch gewordenen Vuvuzela des Zweiten Deutschen Fernsehens.

Die Herren Schily und Ströbele haben sich heute nur noch wenig bis gar nichts zu sagen, und Horst Mahler („Heil Hitler, Herr Friedman!“) wird von beiden mit Nichtbeachtung gestraft. Dabei haben sie ihn, den Linksterroristen, 1971 und 1972 in zwei Prozessen verteidigt, und das kaum schweren Herzens. Seinerzeit sah die APO nicht ganz zu Unrecht die Bundesrepublik als muffigen, konservativ-autoritären Staat an und begann, Respektspersonen infrage zu stellen. Das war eine schöne Zeit, so hört man aus dem Buch (und gewiss auch aus dem Film) heraus – Aufbrechen alter Strukturen, notwendige Veränderungen, eine neue Debattenkultur. Ob allerdings der Republikanische Club, gegründet von linksgerichteten Intellektuellen wie Enzensberger, am Ende nicht viel mehr war als ein in der Wolle gefärbter Stammtisch, diese Frage stellen die Autoren nicht. Dabei wurden ja auch dort recht einfache Wahrheiten verkündet: Der Staat ist repressiv, ein Handlanger des US-Imperialismus (Vietnam!), die „Springer-Presse“ das Böse schlechthin, der Sozialismus die Lösung für die Mühseligen und Beladenen dieser Welt. Als der Student Benno Ohnesorg von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen wurde, hatte man endlich einen Märtyrer. Der „Mord durch die Polizei“ (Mahler), also: durch die Staatsgewalt, war der Beweis für die gewaltsame Repression des faschistischen Staates gegen die APO. Welch eine Ironie der Geschichte, dass sich der Täter 2009 als Agent der Stasi entpuppte. Wie auch immer: Die heißblütigeren unter den Linksaktivisten sahen nun Gewalt gegen „das (Schweine-)System“ gerechtfertigt. Dass Bomben in Kaufhäusern nur sehr bedingt als Ausdruck des Protests gegen den Vietnamkrieg gesehen werden können, empfanden etwa die Mitglieder der Kommune 1 mitnichten so. Sie brachten am 24. Mai 1967 in zwei Flugblättern ihre Genugtuung über die Brandstiftung in einem Brüsseler Kaufhaus, die 322 Menschen das Leben kostete, folgendermaßen zum Ausdruck:

Ein brennendes Kaufhaus mit brennenden Menschen vermittelte zum ersten Mal in einer europäischen Großstadt jenes knisternde Vietnamgefühl (dabei zu sein und mitzubrennen), das wir in Berlin bislang noch missen müssen. […] So sehr wir den Schmerz der Hinterbliebenen in Brüssel mitempfinden: wir, die wir dem Neuen aufgeschlossen sind, können, solange das rechte Maß nicht überschritten wird, dem Kühnen und Unkonventionellen, das, bei aller menschlichen Tragik im Brüsseler Kaufhausbrand steckt, unsere Bewunderung nicht versagen.

(…)

Wenn es irgendwo brennt in der nächsten Zeit, wenn irgendwo eine Kaserne in die Luft geht, wenn irgendwo in einem Stadion die Tribüne einstürzt, seid bitte nicht überrascht. Genauso wenig wie beim Überschreiten der Demarkationslinie durch die Amis, der Bombardierung des Stadtzentrums von Hanoi, dem Einmarsch der Marines nach China. Brüssel hat uns die einzige Antwort darauf gegeben: Burn, warehouse, burn!

Mahler gelang es, Fritz Teufel und Rainer Langhans herauszupauken, indem er den zynischen Text als nicht strafbare Satire darstellte. So schlimm waren der Staat und seine Gerichtsbarkeit also auch wieder nicht, wenn sie sich einer derart plumpen Argumentation geschlagen gaben. Immerhin wird Langhans seiner gerechten Strafe, wenn auch mit einiger Verspätung, nun doch noch zugeführt, öffentlich sogar – nämlich Mitte des Monats, wenn er ins RTL-Dschungelcamp einzieht.

Die Spätfolgen von 68 dürften Ströbele und den Autoren durchaus recht sein, Otto Schily schon fast zuviel. Horst Mahler ist ein Feind des Staates geblieben, nur dass er längst aus der rechten Ecke schießt. Für Menschen, welche die Glanzzeit der drei Anwälte bewusst erlebt haben, dürfte die 90-minütige Dokumentation nicht viele Neuigkeiten bereit halten, aber dennoch, aufgrund der Verknüpfung mit den drei Lebensläufen, durchaus von Interesse sein; ebenso wie meiner Generation, die den deutschen Herbst plus minus ein paar Jahre recht früh erfuhr. Der Terror versaute mir meinen 8. Geburtstag, als ein PLO-Kommando 11 israelische Olympiasportler ermordete (ein Massaker, das Ulrike Meinhof in der U-Haft enthusiastisch begrüßte), und den 13. Geburtstag, als die RAF Schleyers Begleiter ermordete und ihn selbst verschleppte. Für alle später Geborenen erklären Buch und Film recht anschaulich, wenn auch mit linker Schlagseite, wie sich Staat und Gesellschaft durch 68 ff veränderten und welche unterschiedlichen Wege drei Protagonisten der staatskritischen Szene einschlugen. Da sie nicht mehr miteinander reden, reden sie übereinander, jeder für sich: Schily, bemüht, keine Äußerung zu tun, mit der er sich den Vorwurf der Bescheidenheit einhandeln könnte, Ströbele mit der Gelassenheit des Altlinken, der nichts bereut, und der Holocaustleugner Mahler als einer, der gar nicht das Gefühl hat, „von links nach rechts oder von rechts nach links“ gewandert zu sein. Irgendwie biegen die gewieften Rhetoriker sich alles zurecht, eigentlich sind sie sich doch im Grunde alle treu geblieben, also bitte. Insofern würde auch ein anderer alter Filmtitel passen: „Die drei Scheinheiligen“, Deutschland 1964.

Arte, 21.55: Die Anwälte. Eine deutsche Geschichte

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Zwar sehen, was manchen überraschen mag, die wenigsten Siedler den Messias um die Ecke biegen (wenngleich sein Erscheinen immer noch wahrscheinlicher ist als das einer kompromissbereiten PA), die weitaus meisten zogen aus ganz anderen Gründen in die Gebiete, aber der Titel gibt immerhin Anlass zu einschlägigen Erwartungen. Überhaupt scheint die Siedlungsfrage den Öffentlich-Rechtlichen sehr am Herzen zu liegen.

Alle SoE-Leser sind herzlich eingeladen, sich die eine oder andere Sendung zu Gemüte zu führen und an dieser Stelle davon zu berichten – gern auch ausführlicher in einem Gastbeitrag. Schließlich wird man die Medien doch wohl noch kritisieren dürfen?!

—schnipp—

Dienstag 2.11. Arte 22.27
Von Brooklyn in die Wüste
Amerikanische Siedler in israel

Mittwoch 3.11. ARD 23.30
In Erwartung des Messias
Israel und seine Siedler

Sonntag 7.11. ARD 23.35
Entweder Broder –
Die Deutschland-Safari

Mittwoch 10.11. ARD 23.30
Bewährungsprobe für Obama
Die amerikanisch-israelischen Beziehungen

Mittwoch 24.11. ARD 23.30
Tot (sic!) in Beirut
Das Attentat auf Rafik Hariri

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Heute Abend:
Freitag, 25. Juni Arte 20.15
Der Preis der Vergeltung

Israelischer Spielfilm von 2007: Drama um drei Mossad-Agenten, die einen KZ-Arzt und NS-Kriegsverbrecher kidnappen und nach Israel bringen sollen. Mit Gila Almagor, Edgar Selge

Mittwoch, 30. Juni Arte 20.15
Von Auschwitz nach Entebbe – Israels Kampf gegen den Terror

Dokumentation über die legendäre Befreiungsaktion (a daring raid, even by Israeli standards) 1976 in Uganda; wir möchten hier in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, dass Spirit of Entebbe bei den Vorbereitungen beratend zur Seite stand und den Film bereits gesehen hat. Rezension folgt.

Sonntag, 25. Juli ARD 21.45
Eichmanns Ende – Liebe, Verrat, Tod

Doku-Drama über die Entdeckung und Ergreifung des Organisators der Massendeportationen europäischer Juden in die Todeslager der Nazis.
Mit Herbert Knaup, Ulrich Tukur, Axel Milberg

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“Shahid” heißt in diesem Zusammenhang natürlich nicht Märtyrer (und schon gar nicht Selbstmordattentäter!), sondern so viel wie “ehrenamtlicher Helfer”. So oder so: ein klarer Fall von Arafat-Syndrom. (Dank an CC für den Hinweis.)

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Beim ZDF Auslandsjournal ist der Groschen gefallen:

Die Stürmung der Hilfsflotte für Gaza durch die israelische Armee sorgte für weltweite Empörung. Bernhard Lichte erklärt, wer die Aktivisten sind, woher sie kommen und welche Absichten sie haben.

Ein unbedingt sehenswerter Beitrag.

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