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Archiv für die Kategorie ‘Landeskunde’

Deutsche Tunnelblicke

Eines muss man sagen: Was den professionellen Tunnelbau betrifft, lassen die Palästinenser aus dem Gazastreifen Würmer, Nacktmulle und Dachse blass aussehen.

Offensichtlich sind gewisse Fertigkeiten zwischen Rafah und Beit Hanoun durchaus vorhanden, bloß setzt sie die Hamas nicht zum Wohle der palästinensischen Bevölkerung Gazas ein, sondern zum Schaden des verhassten jüdischen Staates. Während Inge Höger (MdB, Die Linke, und Ex-Gazageschwaderseglerin), als hätte sie die letzten acht Jahre tiefgefroren in der Arktis verbracht, Israel in Bezug auf den Gazastreifen weiterhin als „Besatzungsmacht“ bezeichnet und nur von „angeblichen Schmuggeltunneln“ sprechen mag, hat die israelische Genehmigung, seit längerem wieder Baumaterial in den von der Hamas beherrschten Küstenstreifen liefern zu lassen, dazu geführt, dass die Hamas nicht mehr nur aus dem Gazastreifen Raketen importiert, sondern auch die nötige Infrastruktur schafft, auf israelischem Gebiet Terroranschläge durchzuführen – insbesondere Entführungen, um per Geiselnahme Gesinnungsgenossen aus israelischer Haft freizupressen (die von MdB Christine Buchholz, Die Linke, „politische Gefangene“ genannt werden).

Satte 500 Tonnen Zement haben die Tunnelkonstrukteure aus Gaza verbaut, um im Kibbuz Ein HaShlosha etwas zu veranstalten, was nur dank der Aufmerksamkeit der israelischen Armee nicht die ohnehin schon gruselige Liste der Verbrechen palästinensischer Terroristen verlängert, aber es wird dennoch nicht lange dauern, bis der Stopp einschlägiger Lieferungen von unsäglichen Gestalten wie Höger und Buchholz öffentlich angeprangert wird – was dann wiederum ebenso gewiss volles Verständnis unter Onlinezeitungslesern hervorzurufen vermag, die allen Ernstes den Tag herbeisehnen, an dem der Iran „endlich“ seine Atombombe haben möge, auf dass „der Frieden gesichert“ sei, denn schließlich seien „Amerika und Israel die gefährlichsten Staaten der Welt“.

Einmal mehr fasst man sich nicht nur wegen Palästinensern an den Kopf, die Baukunst und -material zu Mord und Kidnapping nutzen, sondern auch über ihre deutschen Unterstützer. In einem normalen Land hätte die Hamas selbst unter den schlichtesten Gemütern längst den letzten Kredit verspielt, aber wenn die Abneigung gegen den jüdischen Staat alles andere überwiegt, ist, wie bei gewissen deutschen Parlamentsabgeordneten, Hopfen und Malz verloren. Die Bereitschaft, sich mit diesem moralischen Bodensatz der Gesellschaft öfter auseinanderzusetzen, fördern dessen Statements nicht gerade. Ich leg´ mich wieder hin.

 

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Wahlempfehlung

Während die Hamas Kinder im Umgang mit Kalaschnikows schult, feiert die Fatah den Mörder eines Vaters von fünf Kindern als Helden.

Zur Erinnerung: In der erstgenannten Organisation vermutet Claudia Roth “einen pragmatischen Teil”, mit dem Israel verhandeln solle, mit der anderen teilt die SPD “gemeinsame Ziele” und “gemeinsame Werte”. Wer einen Nahost-”Friedensprozess” voranbringen will, sollte im Herbst also unbedingt rot-grün wählen.

 

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Zum Unabhängigkeitstag


Heute vor 65 Jahren – nach jüdischem Kalender – verkündete David Ben-Gurion die Wiedergeburt des Staates Israel als Heimstätte des jüdischen Volkes. Nur wenige glaubten damals, dass die 650.000 Juden, die im Lande lebten, eine Chance gegen die Araber hätten, die den Teilungsbeschluss der Vereinten Nationen abgelehnt und angekündigt hatten, den neugegründeten Staat umgehend zu zerstören. Tatsächlich griffen die Armeen mehrerer arabischer Staaten sofort an, aber trotz hoher Verluste konnte sich der Yischuw behaupten.

Das war schon damals nicht nur ein kleines Wunder. 65 Jahre später kann selbst ein neutraler Beobachter nicht umhin, das, was seit damals erreicht wurde, als ganz außergewöhnliche Leistung zu würdigen: Etliche Zehntausende Überlebende des Holocaust fanden in Israel eine neue Heimat, ebenso wie Hunderttausende von Juden, die man aus den Ländern des Orients vertrieben hatte. Alle diese Einwanderer aus mehr als hundert Ländern, die bald ein Mehrfaches der ursprünglichen Einwohnerzahl ausmachten, hatten früher oder später ein Dach über den Kopf und fanden Wege, sich in die ihnen fremde Gesellschaft zu integrieren. Das Hebräische, das seit 2000 Jahren nur Gelehrte und Rabbiner gesprochen hatten, wurde wiederbelebt und der Zeit angepasst – und zur Alltagssprache von Millionen, in der zahllose Lieder, Bücher, Filme und Theaterstücke verfasst wurden. Lebte in den Gründungsjahren die Generation der Pioniere noch äußerst spartanisch, arbeitete sich Israel zum Wohlstandsland und Hochtechnologiestandort hoch, und das, ohne mit den mehrheitlich weiter feindlich gesinnten Nachbarstaaten Handel treiben zu können.

Malariaverseuchte Sümpfe wurden trockengelegt; an ihrer Stelle stehen heute ganze Städte. 25.000 Menschen verlor das Land durch Krieg und Terror, und doch sind die Menschen lebensfroh und optimistisch. Sie wissen um die vielen Probleme, die ihr Land naturgemäß hat, auch um die hausgemachten, aber sie sind stets bereit, aus Fehlern zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Selbst in Zeiten äußerster Bedrohung war die Demokratie nicht einen Tag in Gefahr, und gibt es irgend etwas im Land zu kritisieren, sind die Israelis die Ersten, die es tun. Genau das macht ihre moralische Stärke aus, und auch daher haben sie Anspruch auf die Solidarität jedes vernünftigen Menschen auf diesem Planeten – ohne den Vergleich mit ihren Feinden bemühen zu müssen.

Es ist ein Land, in dem Frauen die gleichen Rechte wie die Männer haben, die Juden wie die Araber, und in dem alle Bürger nach ihrer Façon leben können. Gut acht Millionen Menschen leben heute in diesem äußerst vielfältigen Staat, so frei wie in keinem anderen Land der Region. Die Zahl der Juden hat die sechs Millionen erstmals überschritten; ein geeigneter Augenblick, um darauf hinzuweisen, dass, wer von den sechs Millionen Opfern der Shoah redet, von den sechs Millionen zu dieser Stunde bedrohten Juden nicht schweigen darf. Wie tröstlich es ist, zu wissen, dass Israel zur Not auch allein für sein Überleben sorgen kann! Denn zum Glück gesellt sich zur moralischen Stärke Israels die militärische; die Welt, zumal die nahöstliche, ist nun mal nicht so, wie sie sich der kleine Moritz im satten, vielleicht trügerisch friedlichen Mitteleuropa vorstellt.

Ihren Blick für das Machbare haben sich die Israelis bewahrt. Auch wenn vieles frustriert – die Hoffnung, wieder ein freies Volk im eigenen Land zu werden, wie sie in der Hatikva ausgedrückt wird, hat sich erfüllt. Der Frieden lässt weiter auf sich warten. Doch über die bloße Behauptung seiner Existenz hinaus hat der jüdische Staat viel, sehr viel mehr erreicht als man je hoffen konnte. Im Jahr 2013 sehen wir ein Land, winzig, bedroht, mit verwundbaren Grenzen, oft genug allein gelassen, unverstanden, angefeindet, verwirrend heterogen, voller Volksgruppen, die sich zusammenraufen müssen, ein Land, in dem man – kein Öl, nirgends – für den Wohlstand hart arbeiten muss; aber auch: ein Land mit reicher Kultur, mit hinreißenden Landschaften von den Bergen Galiläs bis zur Negev-Wüste, ein Land voller Leben, in dem Herkunft und Zukunft noch etwas bedeuten, ein Land, bewohnt von außergewöhnlichen Menschen, die betörend charmant, manchmal furchtbar anstrengend, witzig, sarkastisch, selbstironisch, peinlich laut – oder leise und unendlich traurig sein können. Die für ihre Heimat, wenn es sein muss, auch kämpfen. Und denen selbst in Zeiten des Krieges oder des Terrors der moralische Kompass nicht abhanden kommt. Ein Land, das auf eigenen Beinen steht. Ein altes Land, dem es an gesunden, schönen, selbstbewussten jungen Menschen nicht mangelt.

Ein großartiges Land. Erez Nehederet.

Happy Birthday, Israel.

Wueste

 

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Salma im Apartheidstaat

Dass die arabischen Israelis, von denen über 1,62 Millionen im Lande leben, „Bürger zweiter Klasse“ (ersatzweise: „Menschen zweiter/dritter Klasse”) seien, gehört zum Glaubensinventar deutscher Israelkritiker. Menschen wie Jakob Augstein also, der von sich sagt, er sei nie in Israel gewesen und habe es auch nicht vor. Da man auch die Sachkenntnis eines harschen Opernkritikers, der nie in die Oper geht, mit Fug und Recht anzweifeln würde, sollte man Augsteins gelegentliche Ausfälle in seinen Kolumnen entsprechend als das sehen, was sie sind: um Himmels Willen nicht als leuchtendes Beispiel für “kritischen Journalismus” sondern lediglich als Ausdruck eines offenbar übermächtigen Bedürfnisses, es den Juden, die einem so ein verdammt schlechtes Gewissen machen, irgendwie heimzuzahlen.

Nur: Mit Halb- und Viertelwissen, um es mal moderat auszudrücken, sollte man nicht unbedingt in der Öffentlichkeit ernst genommen werden wollen; Augstein bekommt natürlich seinen Applaus – von denen, die dasselbe Problem haben wie er. Die Behauptung, Israel behandle seine arabischen Bürger wie Menschen zweiter Klasse, könnten weder der “kritische Journalist” noch die dauererregten Israelbasher im SpOn-Kommentarbereich belegen.

Wie auch? Nach Umfragen würden zwei Drittel aller israelischen Araber in keinem anderen Land leben wollen als in Israel, und schon gar nicht in einem Staat “Palästina”; sie genießen alle staatsbürgerlichen Rechte, womit sie besser dastehen als ihre arabischen Brüder in den Nachbarstaaten, und sie kommen – abgesehen von Fällen von Diskriminierung, wie sie in jedem Land vorkommen – alles in allem gut zurecht, das friedliche Neben- und Miteinander (sogar bei der Armee, denn die Zahl arabischer Freiwilliger nimmt seit einer Weile zu) mit der jüdischen Mehrheit ist Alltag, nicht zuletzt an den Universitäten des Landes, die so mancher „Israelkritiker“ am liebsten mit einem Boykott belegen würde. Wenn in Deutschland so getan wird, als seien Barenboims West-Eastern Divan Orchestra oder ein bilingualer jüdisch-arabischer Kindergarten wie El-Bustan absolute Ausnahmeerscheinungen, können vollintegrierte israelische Araber eigentlich nur müde lächeln.

Salma Fayoumi aus Kfar Qassem etwa, die bei der in dieser Woche zu Ende gegangenen Reality-Kochshow „Masterchef“ den zweiten Platz belegt hat. Von allen zwischenzeitlich ausgeschiedenen Teilnehmern hat allein Publikumsliebling Salma eine zweite Chance bekommen, und Beobachter konnten bestätigen, dass ihr Familienleben, ihr Dorf und das ganze Drumherum mit derselben herzlich-verklatschten Neugierde aufgenommen wurde wie bei den jüdischen Teilnehmern.

Im Finale schied zunächst die fromme marokkanische Jüdin Jackie Azoulai aus, das Stechen entschied schließlich Tom Franz für sich, ein zum Judentum konvertierter, hünenhafter Rheinländer, der längst so populär ist, dass sich die Leute mit ihm auf der Straße fotografieren lassen. Salma blieb Platz zwei, und die letzten Minuten der Show mögen genügen, um einen kleinen Eindruck von der multikulturellen Normalität in einem Land zu gewinnen, das von deutlich zu vielen ahnungslosen Leuten als Mini-Reich des Bösen (“Apartheidstaat”) betrachtet und verleumdet wird. Man beachte insbesondere den Ton im Umgang mit der Bürgerin “zweiter Klasse”.

 

Salma

 

Juror Chaim Cohen, im Trubel nach der Entscheidung:

Wo ist denn Salmale? Salma, chamuda (etwa: „Süße“), bis hierher bist du gekommen, du bist ganz nah ans Ziel gekommen, wir sind stolz auf dich. Wir danken dir. Willst du was sagen?

Salma Fajoumi, natürlich auf Hebräisch:

Mazal tov, Tom, du hast es verdient. Es hat Spaß gemacht. Ich wünsche allen Freude. Das ist alles.

 

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Anmerkung zur Causa Augstein

Wenn sich schon im Nahen Osten nichts bewegt, jedenfalls nicht zum Guten, ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass endlich die längst überfällige Debatte über das Übel des heimischen, als legitime „Israelkritik“ camouflierten Antisemitismus geführt wird – Jakob Augstein, einem der bekannteren Vertreter der deutschen Israel-Obsession, sei Dank.

Nun ist zur Causa Augstein eigentlich alles gesagt; aber noch nicht von allen, daher hier noch meine paar Cent zur oft gehörten Behauptung der „Israelkritiker“ vom Schlage des „Freitag“-Herausgebers und SpiegelOnline-Kolumnisten, mit dem wir uns aus gegebenem Anlass auch schon einmal beschäftigt haben, sie kritisierten doch nur die Politik der gegenwärtigen Regierung in Jerusalem, die natürlich ganz furchtbar und „ultranationalistisch“ sei. Jemand, der seit mehr als drei Jahrzehnten aufmerksam beobachtet, wie sich, was die öffentliche Meinung zu Israel betrifft, der Wind in Deutschland drehte, kann über diese fadenscheinige Schutzbehauptung nur den Kopf schütteln.
Dankenswerterweise hat kein Geringerer als Jakob Augstein selbst sich in seiner SpOn-Kolumne Mitte September 2011 diesbezüglich vielsagend verplappert:

Als israelische Sicherheitskräfte vor einem Jahr in internationalen Gewässern das türkische Schiff “Mavi Marmara” enterten und acht türkische und einen amerikanischen Staatsbürger erschossen, hatte die israelische Regierung das getan, was sie seit dem Sechstagekrieg vor 44 Jahren immer getan hat: ohne Rücksicht auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel das durchzusetzen, was sie für die Interessen Israels hält.

Die Frage außer Acht lassend, ob ein gelegentlich auf dem Feld der Nahostpolitik dilettierender deutscher Journalist wirklich besser als die gewählte politische Führung in Israel um die Interessen des Landes wissen könnte, stellen wir fest, dass es für Augstein keinen Unterschied macht, wer gerade in Jerusalem die Richtlinien der Politik bestimmt. Da Bibi Netanyahu nicht seit dem Sechstagekrieg vor viereinhalb Jahrzehnten regiert, verhält sich „die israelische Regierung“ immer falsch, gleichgültig ob es sich um die Sozialdemokraten Eshkol, Meir und Rabin handelt, um die Likud-Premiers Begin und Shamir oder um die Ministerpräsidenten, die sich auf den verhängnisvollen „Friedensprozess“ von Oslo einließen und auch mit allerlei Zugeständnissen und Friedensplänen bei der Palästinenserführung – für deren Tun und Lassen Augstein sich selbstredend nicht die Bohne interessiert – auf Granit bissen, etwa Peres, Barak oder Olmert. Schön, dass der „im Zweifel Linke“, der, was Israel angeht, jedenfalls keinerlei Zweifel hegt, dies in bemerkenswerter Offenheit klargestellt hat.

Für alle SoE-Leser, die an lesenswerten Beiträgen zur Augstein-Debatte interessiert sind, seien hier einige verlinkt – etwa die von Malte Lehming im Tagesspiegel, von Stefanie Galla auf der Achse des Guten, von Liza, vom Lindwurm, von Stefan Gärtner in der Titanic und, last but not least, vom persönlich in den Fall involvierten Henryk M. Broder in der WELT.

Update: Auch dieser Text von Rainer Trampert und dieser von Bonde seien hier dringend zur Lektüre empfohlen.

 

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Zu Weihnachten war, wieder einmal, hier und da vom “ummauerten Bethlehem” die Rede.

Das Licht kam aus einer Stadt,
in der die Menschen von einer Mauer umgeben
wie in einem Gefängnis eingesperrt leben müssen.

barmt etwa Arn Strohmeyer auf Arendts “Palästina-Portal”.

Die häufige Wiederholung macht die Behauptung allerdings auch nicht wahrer. Abgesehen davon, dass man von Bethlehemer Busstationen nach Jerusalem, Beit Jala, Beit Sahour, Hebron, Nahalin, Battir, al-Khader, al-Ubeidiya und Beit Fajjar gelangen kann, was das “Gefängnis”-Geschwafel ad absurdum führt: Bethlehem ist nicht von einer Mauer umgeben, schon gar nicht vollständig.

bethlehem barrier

Vielmehr verhält es sich so, dass – nachdem ein Dutzend Selbstmordattentäter aus nämlicher Gegend in Israel zahlreiche Menschen ermordet und andere fürs Leben körperlich und seelisch gezeichnet hatten – es bedauerlicherweise notwendig wurde, die Terroristen durch den Bau einer Mauer entlang der Grenze zu Jerusalem in Schach zu halten, aber die Mühe und die Kosten lohnten den Aufwand: Menschenleben wurden gerettet. Für die Bewohner Bethlehems bedeutet dieser Umstand keineswegs, “eingesperrt” zu sein, und wenn an Strohmeyers herzzerreißender Klage (“Hoffnungslos ist die Lage innerhalb der großen Mauer”) etwas dran sein sollte, dann ist dies sicher nicht den israelischen Sicherheitsmaßnahmen anzulasten, sondern dem Holzweg, den die palästinensische Führung einmal beschritten und nie wieder verlassen hat, ja, den weiter zu beschreiten sie eisern entschlossen ist. Sowas kommt von sowas.

 

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Westerwelles Warnsinn

Wer bei Google ”Westerwelle warnt” eingibt, erzielt 634.000 Treffer. Kein Wunder, schließlich ist der deutsche Außenminister auch Ehrenvorsitzender der Firma “Mahner & Warner”. Eine Auswahl.

 

Westerwelle warnt Iran: Zeit der Manöver ist vorbei
(ZEIT online, 20.2.2012)

Westerwelle warnt vor weiterer Gewalt in Ägypten
(ZEIT online, 7.12.2012)

Westerwelle warnt vor Kollaps in Syrien
(Kreiszeitung, 4.9.2012)

Westerwelle warnt vor Bürgerkrieg im Jemen
(Hannoversche Allgemeine, 29.5.2011)

Westerwelle warnt vor Kämpfen im Libanon
(Hamburger Abendblatt, 7.6.2012)

Westerwelle warnt vor chaotischem Machtvakuum in Afghanistan
(zeitong.de, 5.12.2012)

Westerwelle warnt vor Flugverbotszone über Libyen
(Welt online, 15.3.2011)

Westerwelle warnt vor Bürgerkrieg an der Elfenbeinküste
(Spiegel online, 7.3.2011)

Mali: Westerwelle warnt vor Militäreinsatz
(Mitteldeutsche Zeitung, 26.10.2012)

Afghanistan: Westerwelle warnt vor Wettrennen beim Truppenabzug
(Welt online, 4.11.2011)

Westerwelle warnt vor atomar bewaffnetem Iran
(Welt.de, 4.12.2012)

Westerwelle warnt vor Debatte über Angriff auf Iran
(Welt online, 24.3.2012)

Westerwelle warnt vor Flächenbrand im Nahen Osten
(Zeit online, 18.11.2012)

Westerwelle warnt vor “Grausamkeiten” durch Syriens Führung
(Zeit online, 5.12.2012)

Außenminister Westerwelle warnt Assad-Regime
(Focus online, 11.4.2012)

Westerwelle warnt Palästinenser vor einseitiger Staatsausrufung
(ZEIT online, 14.6.2011)

Westerwelle warnt Israel vor Iran-Angriff
(Handelsblatt, 10.9.2012)

Westerwelle warnt vor übereilter Schuldzuweisung
(tagesschau.de, 19.7.2012)

Westerwelle warnt vor Atomwaffen in Terroristenhand
(rp-online, 23.3.2010)

Nahost: Westerwelle warnt vor Sprachlosigkeit
(dw-de, 14.6.2011)

Konflikt zwischen Türkei und Syrien:
Westerwelle warnt vor Flächenbrand in der Region

(tagesspiegel, 13.10.2012)

Westerwelle warnt vor Jahrzehnt der Aufrüstung
(liberale.de, 17.10.2010)

Westerwelle warnt auf WDR Europaforum:
Europa nicht in Gut und Böse teilen
(Presseportal, 26.5.2011)

Westerwelle warnt vor rascher Hilfe für Griechenland
(ZEIT online, 26.4.2010)

Westerwelle warnt vor Mobbing Griechenlands
(Merkur online, 25.8.2012)

Westerwelle warnt Griechen vor Populisten
(wallstreet-online, 3.6.2012)

Westerwelle warnt vor neuer Gewalt im Kosovo
(wz-online, 11.8.2011)

Westerwelle warnt Ukraines Präsidenten Janukowitsch
(Focus online, 2.5.2012)

Westerwelle warnt Dänemark
(n-tv.de, 15.6.2011)

Westerwelle warnt vor Belastung von deutsch-russischem Verhältnis
(Zeit online, 16.11.2012)

Westerwelle warnt vor Belastung der Beziehungen zur Schweiz
(tagesanzeiger, 3.2.2010)

Westerwelle warnt vor Überforderung bei Euro-Rettung
(N24, 4.8.2012)

Westerwelle warnt vor „teutonischer Dominanz“
(Focus online, 12.5.2012)

Westerwelle warnt vor Ansehensverlust Deutschlands
(N24, 4.9.2012)

Westerwelle warnt bei Abkehr Italiens von Reformen vor “Turbulenzen”
(ZEIT online, 10.12.2012)

Westerwelle warnt Berlusconi vor Anti-Deutschland-Wahlkampf
(Focus online, 11.12.2012)

Westerwelle warnt vor „DDR light“
(Bild, 25.2.2009)

Westerwelle warnt vor “Dagegen-Republik”
(Merkur online, 15.9.2010)

Westerwelle warnt vor Vollversorgerstaat
(Spiegel online, 11.2.2010)

Westerwelle warnt vor Linksruck in NRW
(focus online, 25.4.2010)

Urheberrecht: Westerwelle warnt vor Piraten
(tagesspiegel, 16.4.2012)

Westerwelle warnt deutsche Unternehmen
(onvista.de, 23.9.2012)

Westerwelle warnt vor zu frühem Wahlkampf
(Spiegel online, 8.10.2012)

Westerwelle warnt vor Radikalen im eigenen Land
(Rheinische Post, 18.9.2012)

Westerwelle warnt vor “Titanic”-Heft
(Welt online, 21.9.2012)

 

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Sonst keine Probleme

Was dem ZEITonline-Leser auf den Nägeln brennt:


 

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Das Tolle am Internet ist, dass jeder mitmachen kann. Das Furchtbare: jeder macht mit. Etwa, um der geneigten ZEIT-Leserschaft mitzuteilen, man attestiere den Israelis ja grundsätzlich Friedenswillen und -fähigkeit, nicht jedoch “den Eliten”. Dabei ist nach acht Jahrzehnten israelisch-arabischem Konflikt und zwei Jahrzehnten “Friedensprozess” eines offensichtlich: Es wird keinen Frieden geben – aus dem einfachen Grund, weil die arabische Welt keinen jüdischen Staat in ihrer Mitte akzeptieren wird. Sie stellt es jeden Tag aufs neue unter Beweis, und wer es wissen will, kann es wissen, es sei denn, er ist dermaßen obsessiv auf den jüdischen Staat fixiert, dass ihn Hass und Grausamkeit in dessen schwieriger Nachbarschaft einfach nicht interessieren, dafür aber die ominösen “Eliten”. So wie dem Besserwisser im Kommentarbereich, der mit Sicherheit noch nie einen Fuß auf israelischen Boden gesetzt hat, geht es den meisten, obwohl der Nahost-Konflikt nur dann „gelöst“ werden könnte, wenn einer der Kontrahenten besiegt am Boden läge. Da die Israelis aber nicht so wollen, wie sie können, und die Palästinenser nicht so können, wie sie wollen, wird alles so bleiben, wie es ist. Wird Felicia Langer als antizionistische Wanderhure von Vortragssaal zu Vortragssaal ziehen, werden bei beträchtlichen Mengen Mineralwasser in feinen Hotels Friedenspläne entworfen, die keinerlei Chancen auf Verwirklichung haben, werden weiter wilde Haufen von Antisemiten mit nutzlosem, als “Hilfsgüter” deklarierten Ballast Richtung Gaza segeln und werden Agentur-Fotografen sich mit palästinensischen Demonstranten und deren Kindern verabreden, um in einem öden Tal Soldaten zu provozieren, in der zynischen Hoffnung, diesen rutsche endlich mal die Hand aus, um ein paar knackige Bilder zu bekommen – dies, obwohl gewissermaßen nebenan, in Syrien, jeden Tag über hundert Menschen abgeschlachtet werden.

Ein absurdes Theater, das zu kommentieren einem nicht nur die Zeit fehlt, sondern auch zunehmend die Lust. Die Wahrheit ist: Der Nahost-Frieden wird ebenso wenig kommen wie Godot, und statt ihn wortreich herbeireden zu wollen, sollte man sich langsam den wirklichen Problemen auf diesem Planeten zuwenden. Erst wenn der regionale Konflikt – und das ist er: ein regionaler Konflikt! – ernsthaft eskalieren sollte, etwa dadurch, dass die iranischen Mullahs wirklich drauf und dran sind, eine Atombombe in die Hände bekommen, sollte man überhaupt Notiz von ihm nehmen – und dann aber auch handeln. Gleiches gilt für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass sich die Araber doch noch dazu durchringen könnten, sich dauerhaft mit der Existenz Israels abzufinden. Bis dahin sollten die deutlich überzählig im Land herumlungernden hoch bezahlten Schwadroneure in den Korrespondentenbüros ebenso wie die elenden Pressefotografen in freier Wildbahn ihre Mikros und Kameras abschalten und ihren Hintern beizeiten dorthin bewegen, wo es nottut, damit wir nicht immer nur auf verwackelte Handykamerabilder aus Aleppo angewiesen sind. Dort herrscht nämlich wirklich Krieg, und es bedarf keiner Mätzchen, um ihn darzustellen. Was Israel und Palästina angeht, sollte das Motto lauten: Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen.

Sehr wohl aber ist es notwendig, dazwischenzufunken, wenn die Fortführung dieser grotesken Zirkusveranstaltung von Clowns wie jenen sozialdemokratischen Funktionären befeuert wird, die “gemeinsame Werte” mit der Fatah zu teilen meinen, gar eine “strategische Partnerschaft” mit dieser bekunden. 

Als reichte es nicht, dem schon lange nicht mehr legitimierten Abbas-Klüngel weiterhin die Millionengelder in den Schlund zu schaufeln und seine Intransigenz noch zu belohnen und damit zu perpetuieren, macht man sich auch noch programmatisch mit dieser antidemokratischen, komplett friedensunwilligen, die Todesstrafe bejahenden, antijüdische Hasspropaganda verbreitenden und jeder pluralistischen Zivilgesellschaft Hohn sprechenden Bande gemein – Hauptsache, sie frisst am richtigen Ort Kreide. Das ist wirklich zum Speien, der Tiefpunkt einer Volkspartei, die sich so viel auf ihre Tradition einbildet. Das sollte die Deutschen interessieren, nicht, ob die israelische Luftwaffe nach tage-, wochen-, monate- und jahrelangem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen ein paar Terrorfürsten vom Motorrad holt. Aber von einer Gesellschaft, der zu großen Teilen jeglicher Sinn für Proportionen abhanden gekommen ist, in der ein Kindsmörder Schmerzensgeld zugesprochen bekommt, jugendliche Gewaltverbrecher in nutzlose Anti-Aggressionsseminare geschickt werden, bevor sie ein Zufallsopfer tottreten und die Klassifizierung der stramm antisemitischen, islamofaschistischen Hisbollah in einer ehemals ernstzunehmenden, von einem Altbundeskanzler mitherausgegebenen liberalen Wochenzeitung als „großer Fehler“ bezeichnet werden darf, ohne dass der Autor geteert und gefedert zum Stadttor hinausgetrieben würde, mag das schon zuviel verlangt sein.

 

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Ein deutscher Kriminalkommissar nimmt eine brisante Akte aus dem Regal: Offenbar ist das ehemalige Opfer eines größeren Verbrechens rückfällig geworden und greift seither gewohnheitsmäßig zur Notwehr.

 

Bei SPIEGEL ONLINE schlägt Christoph Sydow „Die Akte Mossad“ auf – eine eher langweilige Aufzählung der längst bekannten Liquidierungen von allerlei Terrorfürsten, mit denen der Staat Israel seine bereits vor der Staatsgründung unter arabischem Terror leidenden Bürger vor noch Schlimmerem bewahrte.

Nun ist der Kampf gegen erklärte Todfeinde eigentlich eine Selbstverständlichkeit (natürlich, aus Mangel an Todfeinden, nicht für Deutsche), und was moralischer sein könnte, als gegen diese Feinde direkt, also mit „gezielten Tötungen“ vorzugehen, muss Herr Sydow erst einmal erklären. Interessant jedenfalls ist, dass er zugibt, gegen wen sich israelische Kommandoaktionen in der Vergangenheit und in der Gegenwart richten:

„Dutzende hochrangige Führer der palästinensischen Organisationen Fatah, Hamas und PFLP“, „den fast blinden, an den Rollstuhl gefesselten (ach Gott!) Hamas-Führer Ahmed Jassin und seinen Nachfolger Abd al-Asis al-Rantissi“, „PLO-Vize Abu Dschihad“, „den Direktor des ägyptischen Militärgeheimdienstes auf dem Sinai, Mustafa Hafis“, „deutsche Wissenschaftler, die einst für die Nazis am Raketenprogramm in Peenemünde gearbeitet hatten und die nun für Ägypten ein Raketenarsenal aufbauen sollten“, „neun Männer, die sie beschuldigte, Mitglied der Organisation Schwarzer September gewesen zu sein, die das Attentat von München verübt hatte“, darunter „Ali Hassan Salameh, den mutmaßlichen Kopf des Anschlags“, „Hamas-Führer Chalid Maschaal“, möglicherweise auch „Hisbollah-Kommandeur Imad Mughnijah“ und „Mahmud al-Mabhuh, Waffeneinkäufer für die Hamas“.

Der nötigen Ausgewogenheit halber zählen wir nun einige der israelischen Opfer auf, welche auf das Konto eben erwähnter Figuren gingen:

Hunderte Restaurant-, Cafe und Discobesucher, Buspassagiere, Olympiateilnehmer, Kinder in Schulen, Schulbussen und auf Purim-Feiern, Holocaust-Überlebende am Seder-Abend, eine schwangere Mutter und ihre vier Töchter im Auto, ein Baby auf einem Spielplatz, Jungen beim Spielen, ein Liebespärchen im Park, Eltern und drei ihrer kleinen Kinder in ihrem eigenen Haus, Studenten in der Cafeteria auf dem Uni-Gelände und so weiter und so weiter. (Erschossen, erstochen, in Stücke gebombt, lauter unschöne Einzelheiten, die in einem deutschen Magazin besser nicht näher geschildert werden, wenn es nicht gerade um ausgeschaltete Terroristen geht.) Sie alle fielen „gezielten Tötungen“ der Fatah-Tanzim, der Hamas, des Islamischen Dschihad, der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden und anderen Terrorgruppen zum Opfer, mehr als 1650 seit Gründung des Staates, davon allein mehr als 1000 seit dem glorreichen „Friedensabkommen“ mit der PLO.

Im SPIEGEL werden sie keine Erwähnung finden, namentlich schon gar nicht. Und Christoph Sydow, der Islamwissenschaften studiert und einschlägige Präferenzen hat, würde sich eher den Arm abhacken lassen als eine „Akte PLO“ oder eine „Akte Hamas“ zu erstellen. Lieber rückt er den Kampf gegen die Terroristen ins Zwielicht, denn, nicht wahr, bisweilen kommen ja „Unbeteiligte“ dabei um, und wenn die fatale Verwechslung eines marokkanischen Kellners mit dem „Roten Prinzen“ der PLO vor fast 40 Jahren zum zweihundertsten Mal aufgewärmt werden muss. Dessen Familie zahlte Israel, wie Sydow auch erwähnt, eine Entschädigung – etwas, wovon israelische Opfer des palästinensischen Terrorkriegs nicht einmal träumen können. Und eine Tatsache, die die moralische Beurteilung der Konfliktparteien eigentlich umso einfacher machen sollte. Aber in einem Land, das allein eineinhalb Millionen jüdische Kinder auf dem Gewissen hat, schaut man schon lange lieber denen auf die Finger, die jene bekämpfen, welche heute darauf aus sind, jüdische Kinder zu ermorden. Irgendwie konsequent. Aber auch immer wieder zum Kotzen.

 

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