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Irre Levante

 


Irrelevante

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Welche Nationalbewegung ist älter – die jüdisch-zionistische oder die arabisch-palästinensische? Man lese es bei Benny Morris nach („One State, Two States“, New Haven & London 2009), dem vormaligen „postzionistischen“ Historiker, der einst Darling aller arabischen Israelfeinde und ihrer westlichen Brüder im Geiste war, bis er seine Sicht der Dinge im Licht der jüngeren Entwicklungen revidierte und bei den Antizionisten in Ungnade fiel.

Wir werden Morris´ Buch demnächst ausführlicher besprechen. Bis dahin halten wir fest: So wie die palästinensische Nationalbewegung eine Kopie der jüdischen war, so begann man im Lauf der Zeit ein Symbol nach der anderen nachzuäffen: Die Juden hatten einen Holocaust erlebt und gedachten seiner Opfer am Yom HaShoah, also führte man auf der anderen Seite den „Naqba“-Tag ein, an dem nun ebenfalls Sirenen ertönten.

In Israel wurde ein Rückkehrgesetz erlassen, das jedem Juden, wo auch immer er lebt, das Recht zubilligt, nach Israel einzuwandern. Folgerichtig begannen nun auch die Palästinenser auf einem „Rückkehrrecht“ zu bestehen.

Und gelegentlich war auch schon von so genannten Aktivisten eine Analogie zu hören, was das Brechen einer Blockade vor der Küste des Heiligen Landes betraf.

Original und miese Fälschung

All diese Beispiele haben nicht nur gemein, dass da einem Original ein Nachahmerprodukt folgte, sondern auch, dass die jeweiligen Kopien schwach bis unsäglich ausfielen.
Aus der teilweise eingewanderten arabischen Bevölkerung eines von Briten verwalteten Landes wurde ein angeblich seit Urzeiten ansässiges Volk der „Palästinenser“ generiert, das allerdings den Beweis, sich von anderen Arabern durch Sprache, Kultur etc. zu unterscheiden, schuldig blieb.
Die Shoah war nicht weniger als die Vernichtung der europäischen Juden, die „Naqba“ der selbstverschuldete Verlust von Haus und Hof in einem Krieg, den man selbst vom Zaun gebrochen hatte.
Das israelische Rückkehrgesetz bietet Juden eine Heimat in einem jüdischen Staat, das von den Palästinensern eingeforderte „Rückkehrrecht“ aber bezieht sich nicht etwa auf die offerierte Einwanderung in einen prospektiven Staat Palästina, sondern auf Israel: Nicht um eine lebenswerte Zukunft der Exilpalästinenser geht es, sondern schnöde darum, die Juden in Israel zur Minderheit zu machen.
Und was die Blockadebrecher betrifft, so befanden sich auf der Exodus und Hunderten anderen Schiffen Überlebende der Konzentrationslager, die man sonst nirgendwo auf der Welt haben wollte, und die eine Zukunft in einem eigenen Land ersehnten, während die Decks der Gaza-Konvois von Möchtegerndschihadisten und westlichen Wichtigtuern bevölkert werden, denen es allein darum geht, den jüdischen Staat vor aller Welt anzuschwärzen.

Ein ziemlich trostloses Bild also, das die Kopien im Vergleich zum Original abgeben. Wo die Qualität fehlt, muss es notgedrungen die Masse machen. Kaum war der „Naqba“-Tag vergangen, an dem wieder einmal eine Anzahl Araber zum Wohle der Propaganda als Kanonenfutter verheizt worden war, da dräute schon der „Naqsa“-Tag am Horizont. Ich muss gestehen, dass ich von diesem trotz jahrzehntelanger intensiver Beschäftigung mit dem Nahen Osten zum ersten Mal hörte. Offensichtlich handelte es sich bei der Naqsa um den kleinen Bruder der Naqba, und Bashar al-Assad kam der Jahrestag heuer aus bekannten Gründen sehr gelegen. Dennoch brachte sein ebenso zynisches wie durchschaubares Ablenkungsmanöver am 5. Juni – gedungene Krawallbrüder mit Bussen auf den Golan karren, sie die Grenzbefestigung erklimmen und abschießen lassen – nicht den erhofften Erfolg; man scheint ihm die Brutalität, mit der er gewisse Proteste in seinem eigenen Land niederkartätscht,im Ausland tatsächlich übelzunehmen. Jedenfalls fiel die weltweite Empörung, so unser subjektiver Eindruck, weit weniger heftig als gewohnt aus. Aus den Medien war immerhin zu erfahren, “Naqsa” erinnere an den Sechstagekrieg im Juni 1967 und bedeute so viel wie Rückschlag.

Schlacht verloren, Krieg geht weiter

Das wiederum war nun interessant: Der Beginn des israelischen Präventivkriegs gegen drei Staaten, die zum Zweck der Vernichtung Israels Militärbündnisse geschlossen hatten, wird nicht als Unrecht bezeichnet, als Überfall, Landnahme, Invasion oder ähnliches, sondern als Rückschlag. Und das ist vielsagender, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Denn dieser Begriff verdeutlicht aufs Vortrefflichste, worum es wirklich geht: um die kategorische Weigerung der Araber, den jüdischen Staat in ihrer Region dauerhaft zu dulden, wie klein er auch immer sei. Nicht erst seit dem Sechstagekrieg 1967, nicht seit der Staatsgründung 1948, sondern seit gut neunzig Jahren. Der Angriff auf Tel Chai fand am 1. März 1920 statt, die Haganah wurde im Sommer desselben Jahres gegründet, weil die Juden sich gegen arabische Attacken zur Wehr setzen mussten.

Noch einmal: Der Krieg der Araber gegen die Juden in Eretz Israel währt seit 90 Jahren, Naqba und Naqsa hin oder her. Er wird seither auf vielfältige Weise geführt: mit Terror gegen Zivilisten, mit Erpressung (man erinnere sich an das britische Weißbuch, aber auch an die Ölkrise 1973), mit Propaganda; mit Krieg im großen Stil mit Panzern und Kampfjets; mit Raketenbeschuss, auf Schlachtfeldern und vor den Kameras der Weltmedien, diplomatisch, politisch, militärisch. Die Feinde Israels scheuen sich seit jeher nicht, alle Register zu ziehen. Man erinnere sich daran, wenn Erekat oder ein anderer Repräsentant seines Schlages das nächste Mal über Siedlungen jammert, über Israels Weigerung, Jerusalem erneut zu teilen, über die angeblichen „22 Prozent des historischen Palästina“, die den Arabern blieben. All das ist Bullshit. Naqsa heißt Rückschlag, und die herbe Niederlage von 1967 ist demnach nicht mehr als eine Etappenpleite, ein Rückschlag in dem seit 90 Jahren anhaltenden Bestreben, die Juden aus dem kleinen Land zwischen Mittelmeer und Jordan zu vertreiben. In einer Region, die den Staat Israel als fremdartiges Gebilde in der Tradition der Kreuzfahrerstaaten wahrnimmt, mit denen es schließlich auch einmal ein Ende hatte, pflegt man in großen Zeitabständen zu denken, schmiedet in mageren Zeiten „Stufenpläne“ und bietet, weil es sich in den Ohren der Ahnungslosen gut anhört, auch mal einen „langfristigen Waffenstillstand“ an, um dann nach zehn oder zwanzig Jahren den nächsten Krieg zu beginnen. Hauptsache, das Ende des Judenstaates kommt – eine Phantasie, die der Präsident des Iran bei jeder Gelegenheit gern öffentlich macht, ob im Aktiv oder Passiv. Wirklich etwas zu verlieren hat man ja nicht, dafür hat der Gegner zu viele Skrupel, also arbeitet man weiter auf allen Ebenen an der Abschaffung Israels. Noch finden sich rund um den Globus genügend willige Handlanger in Regierungsstellen, im diplomatischen Dienst und in Redaktionsräumen, wenn es mit Selbstmordattentaten, Panzern und Raketen mal wieder nicht geklappt hat. Im endlosen Krieg gegen den jüdischen Staat wird der eine oder andere Rückschlag gern in Kauf genommen; selbst eine militärische Niederlage wird noch als Möglichkeit genutzt, sich als Opfer einer Aggression zu gerieren.

Das ist die Lage, plain and simple. Und Israel bleibt nicht mehr, als Hamas, Hisbollah, den Mullahs und allen anderen erklärten Feinden eine Naqsa nach der anderen zu verpassen. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist zwar weit entfernt von dem, was man sich in Israel lange erhofft und erträumt hat, aber eine Alternative dazu gibt es nicht. Scheißspiel.

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