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Archiv für die Kategorie ‘Werbung für die wir nichts kriegen’

10 Bücher 2012

Einige der Bücher, die ich zuletzt mit Gewinn gelesen habe, empfehle ich auch dieses Jahr gern zur Lektüre. Um sie jemandem unter den Baum zu legen, dürfte es beinahe zu spät sein, aber falls Sie z.B. das neue Buch von Shlomo Sand geschenkt bekommen sollten, ist dieses Machwerk unbedingt gegen eines der folgenden Bücher einzutauschen.

 

Ganz oben auf der Liste steht natürlich „Vergesst Auschwitz! Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israelfrage“ von Henryk M. Broder. Erklärung überflüssig.
Sodann, vorausgesetzt, Sie haben ein Faible für maritime Themen, „Der Atlantik. Biografie eines Ozeans“ von Simon Winchester (Autor von „Der Mann, der die Wörter liebte“). Daraus erfährt man u.a. allerlei Wissenswertes über die Entdeckungsfahrten der frühen Neuzeit, die Geschichte des Walfangs, Piraterie, Ozeanographie, Seekriege, die Verlegung des Transatlantikkabels und den Niedergang der Passagierschifffahrt; glänzend geschrieben und gespickt mit Anekdoten.
Großartig auch Niall Ferguson: „Der Westen und der Rest der Welt“ – hier wird erklärt, wie die westliche Welt wirtschaftlich, militärisch und kulturell die dominante Stellung erlangte, derer sie langsam verlustig zu gehen droht, weil ehemals rückständige Länder gerade dabei sind, uns mit unseren eigenen Waffen zu schlagen.
Auf dem weihnachtlichen Gabentisch möchte man „Hitler“ von Ian Kershaw vermutlich ebenso ungern liegen sehen wie „Goebbels“ von Peter Longerich. Gleichwohl sind die beiden sehr umfangreichen Biographien äußerst lesenswert.
Während der Planung einer Rom-Reise stieß ich auf „Quattro Stagioni. Ein Jahr in Rom“ und „Arriverderci, Roma! Ein Jahr in Italien“ von Stefan Ulrich. Im erstgenannten Buch beschreibt der ehemalige Italien-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung die turbulente Akklimatisierungsphase in seinem Lieblingsland, im anderen beschreibt er diverse Erlebnisse vor seinem Wechsel nach Paris. Sehr warmherzig, kenntnisreich und wirklich angenehm humorvoll erzählt Ulrich vom italienischen Alltag, selbst stets hin- und hergerissen zwischen seiner Liebe zum Land und dem Wissen um gewisse Unzulänglichkeiten, die sie einem nicht immer leicht machen.
„Die Wende. Wie die Renaissance begann“ von Stephen Greenblatt empfehle ich ebenfalls gern. Ein sehr schönes Buch, das nicht umsonst mit dem Pulitzerpreis und dem National Book Award ausgezeichnet wurde.
Als harte, aber notwendige Lektüre stellte sich „Neukölln ist überall“ von Heinz Buschkowsky heraus. Kein literarischer Leckerbissen, aber ein eindringliches Plädoyer zum Gegensteuern auf dem Gebiet einer „Einwanderungspolitik“, die lange nicht stattgefunden hat. Die Folgen muss Buschkowsky, müssen vor allem die Bewohner „sozialer Brennpunkte“ nun ausbaden. Der Autor, Sozialdemokrat von altem Schrot und Korn, lamentiert aber nicht herum, sondern analysiert mit klarem Kopf die Ursachen für die Misere und zeigt zahlreiche Mittel und Wege auf, um sie in den Griff zu bekommen.
Und eben gelesen: das Büchlein „Carl Tohrbergs Weihnachten“ von Ferdinand von Schirach mit drei bemerkenswerten Kurzgeschichten, die mich neugierig auf sein Buch „Schuld“ gemacht haben.

Postscriptum: Nach dem Motto “Das bisschen, was ich lese, schreib ich mir selber” muss ich noch auf ein hübsches E-Book aufmerksam machen. Vom Autor dieser Zeilen sind nämlich auch ein paar Texte dabei.

 

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Jaffa-Orangen waren gestern. Israel hat sich längst zu einem modernen Wirtschaftswunderland gemausert, der Begriff “Silicon Wadi” steht für das Gewerbegebiet nördlich von Tel Aviv, in dem sich Israels erfolgreiche Hightech-Unternehmen angesiedelt haben. Ein kürzlich auch in deutscher Übersetzung erschienenes Buch erklärt, was hinter dem erstaunlichen Wandel des Landes steckt. Anton Niehoff hat es für SoE rezensiert.

 

“Start-up Nation” von Dan Senor und Saul Singer befasst sich mit dem Phänomen eines kleinen Landes: mit nur 7,1 Millionen Einwohnern hat es nicht nur die höchste Dichte an Hightech-Start-ups in der Welt (eines pro 1.844 Einwohner), sondern mehr Unternehmen an der US-Technologiebörse NASDAQ notiert als die Länder des gesamten europäischen Kontinents zusammen. Pro Kopf wird zweieinhalbmal mehr Risikokapital investiert als in den USA (und mehr als 30mal mehr als in Europa). Das Buch handelt von Israel, und es erklärt, warum dieses Land in den letzten 50 Jahren so viele erfolgreiche Innovationen hervorgebracht hat wie kein anderes.

Wie viele andere Länder hat auch Israel erkannt, dass Innovationen ein gutes Umfeld brauchen. Exzellenzcluster mit Nähe zu Universitäten, Großunternehmen und Start-ups sind ebenso wichtig wie Zugang zu einem Pool von Talenten und zu Venture Capital – aber diese Bedingungen finden sich auch in den USA, zahlreichen europäischen Ländern und in Asien, etwa in Singapur oder Korea.

Israel zeigt, dass die makroökonomischen Faktoren allein nicht ausreichen. Ausführlich schildern die Autoren, wie die Geschichte des Landes zu diesem außergewöhnlichen Phänomen beigetragen hat. So wanderten z. B. immer wieder Juden aus aller Welt ein, die unterschiedliche Talente und kulturelle Prägungen mitbrachten und die ihren Platz und ihre Beschäftigung finden mussten, egal wie gut oder schlecht die ökonomische Situation gerade war. Und natürlich ist auch die Tatsache von Bedeutung, dass das Land ständigen Bedrohungen durch seine Nachbarn ausgesetzt ist.

In Israel herrscht daher eine sehr spezielle Kultur der Führung, des Risikomanagements und vor allem der Eigeninitiative: “Wenn ein israelischer Unternehmer eine Geschäftsidee hat”, beschreiben die Autoren diese Einstellung, “dann wird er noch in der gleichen Woche mit der Umsetzung beginnen.” Dazu passt, dass eine typische Hightech-Neugründung in Israel etwa zehnmal mehr Startkapital erhält als ein vergleichbares Unternehmen in Europa – und dass die Fluktuationsrate dieser Neugründungen fast zehnmal so hoch ist wie in den USA. Neue Ideen werden rigoros in der Praxis getestet und entweder verworfen oder beständig verbessert.

Hinzu kommt, dass Israelis es gewohnt sind, in Teams zu arbeiten, sich zu vernetzen, und es vor allem selbstverständlich finden, Autoritäten, Lehrmeinungen und Gewohnheitsdenken beständig zu hinterfragen und herauszufordern.

Europäische Leser können aus dem Buch durchaus Gewinn ziehen. Zum einen schildert es auf hohem analytischen Niveau die vielen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die das kleine Land gemeistert hat und bietet so eine völlig neue Sicht auf Israel, das hierzulande nur auf der Folie des Nahostkonflikts wahrgenommen wird. Zum anderen bietet es auch persönlich nützliche Einsichten. Denn während makroökonomische Faktoren nur langsam geändert werden können, hat es jede Firma, jeder Unternehmer und jeder Gründer selbst in der Hand, persönliche Einstellungen und Unternehmenskultur zu ändern. Denkanstöße dafür bietet das Buch zur Genüge, und deswegen ist es eine höchst anregende Lektüre.

 

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Fast schon eine kleine Tradition: Empfehle gern eine Auswahl der Bücher weiter, die ich im ablaufenden Jahr mit Gewinn (wieder-)gelesen habe.

Steven Pinker:
Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit

1033 Seiten (ohne Anhang, der noch mal 189 Seiten umfasst), aus denen sich unendlich viel lernen lässt – über Geschichte, Psychologie, Ethnologie, Hirnforschung und mehr. Grandioses Werk über den Prozess der Zivilisation, der die menschliche Gewalt in all ihren Formen tendenziell zurückgehen ließ, auch wenn sich mindestens eine Region der Erde ziemlich resistent dagegen zeigt.

Jonathan Wilson:
Revolutionen auf dem Rasen
Eine Geschichte der Fußballtaktik

Hört sich sperrig an, ist aber alles andere als das. Höchst informative, gut geschriebene und sehr unterhaltsame, mit Anekdoten gespickte Darstellung fußballerischer Entwicklungsgeschichte – vom zunächst recht planlosen Gekicke in der Frühzeit des Sports auf der britischen Insel über das legendäre und weltweit praktizierte WM-System bis zum formvollendeten Tiki Taka des FC Barcelona. Jedem Fußballfreund ebenso zu empfehlen wie jedem Ingnoranten, der meint, auf dem Rasen liefen doch nur 22 Personen einem Ball hinterher.

Simon Sebag Montefiore:
Jerusalem. Die Biographie

Packende Gesamtdarstellung der Geschichte der Heiligen Stadt aus der Feder des bekannten Stalin-Biographen. Und, ja: Der Autor ist tatsächlich ein Nachfahre des britischen Philanthropen Sir Moses Montefiore, der 1857 die Windmühle in Mishkenot Sha´ananim bauen ließ. Nicht nur ein Muss für jeden, der Jerusalem liebt; das Buch liefert unentbehrliches Faktenwissen, über das man unbedingt verfügen sollte, wenn man von einer selbstverständlichen Teilung Jerusalems schwadroniert.

George W. Bush:
Decision Points

GWB schildert entscheidende Momente seiner achtjährigen Präsidentschaft, reichert sie mit Hintergrundinformationen und privaten Histörchen an und legt dabei eine Fähigkeit zur Selbstkritik an den Tag, die man so manchem ihm in herzlicher Feindschaft verbundenen Redakteur wünschen würde. Vom SPIEGEL natürlich verrissen, aber das will nichts heißen, denn dass Bushs, Rumsfelds und Rices Darstellungen ihrer Amtszeit von den üblichen Verdächtigen in Bausch und Bogen abgekanzelt würden, ahnte man schon vorher.

Ian Kershaw:
Das Ende. Kampf bis in den Untergang -
NS-Deutschland 1944/45

Es scheint unglaublich, dass das weitgehend abgegraste Thema Zweiter Weltkrieg immer noch in weiteren Facetten ausgeleuchtet werden kann. Und keiner macht es besser als britische Historiker, die zu allem Überfluss auch noch glänzend schreiben können. Ian Kershaw erzählt, warum die Deutschen, selbst als der Krieg längst verloren war, bis zum bitteren Ende durchhielten. Wissenschaftsprosa vom Feinsten.

Benny Morris:
One State, Two States
Resolving the Israel/Palestine Conflict

Bei Pro-Palästina-Aktivisten ist der Historiker längst unten durch, das spricht für ihn. In seinem kurzen (200 Seiten) aber knackigen Buch zeigt Morris auf, welche Ziele die jüdische und die arabische Nationalbewegung hatten und wie sie sich zur Zweistaatenlösung verhielten und verhalten. Nachdem die palästinensische Führung in dieser Hinsicht längst die Hosen heruntergelassen hat, schadet es nichts, sich mit der langen Tradition der kompromisslosen Ablehnung des Zionismus in der arabischen Welt vertraut zu machen. Morris ist pessimistisch, also realistisch, was eine Friedenslösung für Nahost angeht – und lässt den Leser ernüchtert zurück, wenn er´s nicht schon vorher war.

Russell Shorto:
New York – Insel in der Mitte der Welt

Hochinteressante Darstellung der Frühzeit New Yorks, als die Holländer die Kolonie Nieuw Nederland auf der Halbinsel Mannahatta gründeten und diesem Flecken Erde frühzeitig einen liberalen Hauch verpassten. Im Mittelpunkt des Werkes steht die Rivalität zwischen dem letzten Generaldirektor Pieter Stuyvesant und dem heute weitgehend vergessenen Adriaen van der Dock, der wohl als Erster eine Idee von einem neuen Amerika hatte. Shorto stützt sich dabei auf zeitgenössische Quellen, die erst verwertbar wurden, seit ein kauziger Experte für Altniederländisch viele tausend Seiten kaum lesbarer Aufzeichnungen aus dem frühen 17.Jahrhundert übersetzt hat. Tolle Lektüre.

Joachim Fest:
Ich nicht

Kann mich nicht einmal an ein halbes Dutzend Autobiographien erinnern, die mich derartig fasziniert haben wie die Erinnerungen Joachim Fests an seine Kindheit und Jugend. Eine untergegangene Welt, in der Jungs noch draußen herumtobten oder während einer Bahnfahrt freiwillig Heinrich Heine lasen. Mit diesem Buch setzt Fest seinem Vater ein Denkmal, einem Mann, der sich von seinem ersten Gehalt eine Goethe-Gesamtausgabe kaufte und der als überzeugter Konservativer auch ein überzeugter Nazigegner war – und die Konsequenzen trug, auch wenn er seiner Familie damit einiges zumutete. Dafür machte er seine Kinder immun gegen die perverse Ideologie der braunen Machthaber. Selten las ich ein persönliches Buch, das mich so beschäftigte.

Assaf Gavron:
Ein schönes Attentat

Irrwitziger Roman über einen Tel Aviver Yuppie, der auf dem Höhepunkt der Terror-Intifada drei mörderische Anschläge überlebt und damit eine gewisse Prominenz erlangt, die ihm einen weiteren Attentatsversuch einbringt. Parallel wird die Geschichte aus der Perspektive eines jungen Palästinensers erzählt, der den Israeli, der längst als Symbol für den Überlebenswillen seines Volkes steht, gerade deshalb endgültig aus dem Weg räumen will. Originell, schwarzhumorig, ziemlich verrückt.

Frederick Taylor:
Die Mauer
13. August 1961 bis 9. November 1989

Wer flockig geschriebene Bücher über deutsche Geschichte sucht, ist mit einem (schon wieder!) britischen Historiker meistens gut bedient. Taylor erzählt, was der Eiserne Vorhang für die Menschen bedeutete, die in seinem Schatten lebten. Sollte vor allem jenen auf den Nachttisch gelegt werden, die sich nach einer “kommoden Diktatur” zurückzusehnen scheinen.

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Jetzt wird Tacheles geredet! Unser Lieblingsdozent Dan Schueftan, bekannt für seine klaren Worte, die gern in die (bzw. der) Öffentlichkeit getragen werden dürfen, ist wieder im Lande, um beherzt auszuteilen. Näheres steht hier. Münchner, Hamburger und Berliner haben das große Los gezogen, für alle anderen lohnt sich aber auch eine längere Anreise.

Und wer Schueftan live verpasst, hat ja immer noch SoE. Wir werden berichten.

Nachfolgend die Einladung zur Veranstaltung in Berlin.

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Eskalation in Nahost?
Israel in einer Region im Umbruch

Dr. Dan Schueftan (Israel) im Gespräch mit Prof. Lars Rensmann über Israel und die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten.

Freitag, 18.11.2011, 19.00 Uhr
Robert-Koch-Saal, Dorotheenstr. 96, 10117 Berlin.

 

Der Anfang des Jahres hoffnungsvoll gefeierte „arabische Frühling“ ist einer weit dunkleren Szenerie gewichen. Statt Freiheit und Demokratie drohen sich in Nahost vor allem islamistische Kräfte durchzusetzen. Der israelisch-palästinensische Konflikt steht vor einer neuen Eskalation, die Palästinensische Autonomiebehörde strebt unbeirrt eine internationale Anerkennung als Staat an, während in Gaza der Islamische Jihad der Hamas Konkurrenz macht. Schließlich treibt die Islamische Republik Iran unbeirrt ihr Atomprogramm voran, und es gibt Anzeichen für einen Militärschlag gegen den Iran. Wir laden Sie herzlich ein, diese Entwicklungen mit einem der international angesehensten israelischen Sicherheitsexperten zu diskutieren.

Dr. Dan Schueftan ist Direktor des Zentrums für Nationale Sicherheitsfragen an der Universität Haifa. Seit drei Jahrzehnten gehört er zu den Beratern der israelischen und anderer Regierungen. Er tritt regelmäßig in internationalen Medien auf und hat in seinen Büchern u.a. einflussreich für den einseitigen israelischen Rückzug aus Gaza plädiert.

Gesprächsführung: Dr. Lars Rensmann, DAAD Professor an der University of Michigan und Permanent Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum. Jüngste Veröffentlichung u.a. Politics and Resentment: Antisemitism and Counter-Cosmopolitanism in the European Union (2011, mit Julius H. Schoeps).

Veranstaltung in deutscher Sprache!
Anmeldung bitte unter info@mideastfreedomforum.org

Eine Veranstaltung im Rahmen der Berlin Middle East Talks (B’EMET) von Scholars for Peace in the Middle East (SPME) und dem Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB).

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Aus aktuellem Anlass neu in der Blogroll: der kürzlich gestartete offizielle Blog der Botschaft des Staates Israel in Berlin. Unter anderem mit wertvollen Informationen zu den Entwicklungen rund um die gestoppte Hamas-Solidaritätskreuzfahrt.

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Ein Beleg ist dieses beinahe unglaubliche Interview auf der Webseite der FAZ. In diesem Zusammenhang sei an jenes Projekt erinnert, das SoE schon unterstützt hat, als es überhaupt noch nicht existierte.

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Israel wird wieder mit Kassam-Raketen beschossen. In bemerkenswerter Klarheit äußert sich zu diesem Thema der ehemalige Bundeswehrsoldat Marc Lindemann in seinem Buch “Unter Beschuss”:

Die Raketenangriffe stellen nicht nur operativ, sondern auch psychisch eine extreme Belastung dar. (…) Über siebzig Raketen waren es 2008. Man mag es zugeben oder nicht, aber nach einer gewissen Zeit setzen bei jedem Soldaten eine Form der Zermürbung und der dringende Wunsch ein, sich endlich wehren zu können.

Am 27. Dezember desselben Jahres taten Soldaten an einem anderen Ort in einem anderen Krieg genau dies – sie wehrten sich. Wir in Kunduz verfolgten sehr genau, wie die Streitkräfte Israels an jenem Tag zu einem Schlag gegen die im Gaza-Streifen sitzenden Terroristen der Hamas und verschiedener anderer Organisationen ansetzten. Auslöser der Operation “Gegossenes Blei” war genau jener Raketenterror, den auch wir in Afghanistan täglich spürten. Nur im Unterschied zu uns wurden die in den Städten Sderot, Aschkelon und Aschdod beheimateten Israelis im Laufe des Jahres 2008 nicht mit zweiundsiebzig BM-1-Raketen, sondern mit 1730 teilweise doppelt so starken Qassam-Raketen angegriffen – zudem noch mit 1528 Mörsergranaten.

Den Terror, den die Zivilbevölkerung in der Grenzregion zum Gaza-Streifen bis heute erleidet, kann man sich als deutscher Soldat in Afghanistan zumindest ungefähr vorstellen, nachdem man eine ähnliche Bedrohung über fünf Monate am eigenen Leib gespürt hat. Denjenigen, die Israel sofort nach dem Angriff auf die Stellungen der Terroristen der “Unverhältnismäßigkeit” in der Wahl der Mittel bezichtigten, möchte ich dringend empfehlen, sich nur eine Woche dieser permanenten psychischen Belastung und Bedrohung des eigenen Lebens auszusetzen. Vielleicht würden sie danach ihre stereotypen anti-israelischen Ausfälle unterlassen. (Seite 52f.)

Lindemanns Buch ist insgesamt wärmstens zur Lektüre empfohlen. Zweifellos das beste Buch eines deutschen Soldaten, der in Afghanistan gedient hat.

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Auch im Jahr 2010 wieder ein schöner Anblick. Und keine Sorge: Als echte Dogmatiker haben wir selbstverständlich schweren Herzens darauf verzichtet, uns die abgebildeten Bikinis zu kaufen.

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Man sollte nicht für möglich halten, woran manche Zeitgenossen so ihre Freude haben. Ist es denkbar, dass Menschen mit Genuss einen Bildband durchblättern, auf dessen Einband „Das Schönste aus offenen Geschwüren” steht? Jedenfalls geilt sich das antizionistische Pack bisweilen an Prachtbänden mit Fotos der „Apartheidmauer” auf – und jetzt auch an Kalendern, von denen traurige Kulleraugen palästinensischer Flüchtlingskinder aus dem Libanon herabschauen.

„Palästinensische Flüchtlingskinder aus dem Libanon erzählen auf der Rückseite der Kalenderblätter in fünf Sprachen (deutsch, englisch, französisch, finnisch, arabisch) ihre Geschichte: von der Herkunft ihrer Familie (einschließlich einer kurzen Beschreibung des ursprünglichen Heimatortes), über ihr Leben in den Flüchtlingslagern und von ihren Zukunftsträumen.”

Allerdings nicht über die Tatsache, dass sie, ihre Eltern und Großeltern, insgesamt 390.000 Menschen, vom Libanon seit Jahrzehnten wie Aussätzige behandelt werden, während jene Araber, die 1948 nicht flohen, und ihre Nachkommen in Israel ein freies Leben in relativem Wohlstand führen. Sie erzählen auch nicht über die Kämpfe zwischen palästinensischen Milizen und libanesischen Einheiten im Flüchtlingslager Nahr el Bared. Und sie erzählen erst recht nicht von der Weigerung der Palästinenserführung, sie dereinst in einen Staat Palästina einwandern zu lassen, weshalb man lieber auf dem aussichtslosen „Rückkehrrecht” nach Israel beharrt, auf dass auch noch die nächste und übernächste Generation in Flüchtlingslagern leben, leiden und klagen möge.

Sollten auch Sie Freude am Leid anderer Menschen haben, solange Sie das unstillbare Bedürfnis verspüren, die Schuld daran dem jüdischen Staat zuzuweisen statt den wirklich Verantwortlichen, dann ist dieser Kalender genau das Richtige für Sie. „Heimatlos” drängt sich aber auch als Präsent für Ihren Intimfeind auf, etwa für den Chirurgen, der bei der OP neulich sein Skalpell in Ihrem Bauchraum zurückließ, für den Kerl, der Ihnen die Frau ausgespannt hat und für den “Call Center Agent”, der Ihnen am Telefon erzählen wollte, dass Sie „ein Auto gewonnen” haben.

Lieferung, solange der Vorrat reicht. Bestellen Sie gleich, Arendt hat schon drei.

Der Erlös aus dem Verkauf des Kalenders fließt selbstverständlich direkt an die Hisbollah.

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Bob for President!

Lange rätselte alle Welt, wer der Schöpfer des ungeheuer aussagekräftigen Slogans „Yes, we can!“ sein könnte, der weltweit die Massen elektrisierte. Steckte irgendein bislang unbekannter Spin Doctor dahinter? Eine große Werbeagentur? Oder schuf das brillante Gehirn des Barack Obama diesen genialischen Schlachtruf gar selbst?

Die Wahrheit ist viel prosaischer. Spirit of Entebbe deckt auf: Es handelt sich um ein tristes Plagiat.

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