Wann immer irgendwo auf der Welt eine Veranstaltung stattfindet, auf der man Israel wie jedes andere Land behandelt, wird auf der gesamten Länge der muslimischen Ablehnungsfront ein Empörungsmechanismus in Gang gesetzt, der ganz ähnlich funktioniert wie das Reiz-Reaktions-Muster des Pawlowschen Reflexes. Das Glockengebimmel, das beim Hund den Speichelfluss auslöst, ist Tariq Ramadan und Seinesgleichen die bloße Ankündigung des Leitungs-Komitees der Turiner Buchmesse, israelische Schriftsteller als Ehrengäste einzuladen. Darin sehen arabische Schriftsteller – sekundiert von Dario Fo – unter Vorsitz von Muhammed Salmawi eine „Provokation der arabischen Welt“. Die üblichen Verdächtigen üben sich in ihrer Lieblingsdisziplin, dem Sich-Provoziert-Fühlen, um einmal mehr dem Judenhass freien Lauf lassen und Remmidemmi machen zu können.
Wo das Selbstbewusstsein derart unterentwickelt ist, macht man sich naturgemäß nicht die Mühe, sich auf eine Diskussion mit dem Feind „auf gleicher Augenhöhe“ einzulassen. Davon abgesehen, dass man da ohnehin den Kürzeren ziehen würde – was die Fähigkeit zur intellektuellen Auseinandersetzung und zur kritischen Selbstreflexion betrifft, sind die Kollegen aus dem verhassten Judenstaat ihnen um Welten voraus – ist die von Tariq Ramadan geforderte Ausladung nur ein Ausdruck der kompletten Unfähig- und Unwilligkeit, sich in irgendeiner Form mit der Existenz Israels abzufinden. So erklärt sich der traditionelle Aufstand, der jedesmal gemacht wird, sobald ein Künstler oder ein Sportler es wagt, in Israel auf- bzw. gegen einen israelischen Kontrahenten anzutreten, gebricht es doch gerade den Intellektuellen in der arabischen Welt an der grundsätzlichen Bereitschaft, auch nur zu denken, dass es ein staatliches Gebilde wie das mehrheitlich jüdische überhaupt gibt. Der von Ramadan und Anderen vorgeschobene Grund, nämlich die „Unterdrückung und Erniedrigung des palästinensischen Volkes“, ist schließlich spätestens unglaubwürdig, seit die Palästinenser ihre Unabhängigkeit auf einem goldenen Teller präsentiert bekamen, abgelehnten und eine Terrorwelle lostraten, über deren fatale Folgen sie sich heute täglich wort- und gestenreich beschweren.
Natürlich entbehrt es nicht einer gewissen Pikanterie, wenn Tariq Ramadan es unanständig findet, „einen Staat zu feiern, dessen Regierung die Menschenrechte nicht im Geringsten respektiert“ und diese Äußerung ausgerechnet in Kairo tätigt, der Hauptstadt eines Landes, in dem es seit Menschengedenken keine freien Wahlen gegeben hat und in dem die autoritäre Regierung radikale Islamisten ohne Federlesens aufzuknüpfen pflegt. Und dabei sieht Ägypten im Vergleich zu den anderen 20 arabischen Staaten (plus palästinensische Autonomiegebiete) noch relativ gut aus. Als Bollwerk der Menschenrechte geht jedenfalls keiner dieser Staaten durch.
Nun besteht das Elend der Araber nicht nur darin, miserabel regiert zu werden. Es besteht auch in der fragwürdigen Opposition – gern islamische Extremisten, die zweifellos noch schlimmer wären als die jeweilige Regierung – und, besonders traurig, in der Verfassung großer Teile der Intelligenzija, die dem Gedanken an einen Frieden mit Israel stärker abhold sind als es ein Fellache im Nildelta je sein könnte.
Vorschlag zur Güte: Wenn sich arabische Schriftsteller, Theaterregisseure und Filmemacher dazu durchringen könnten, jüdische Schicksale zu thematisieren, so wie es jüdisch-israelische Künstler seit Jahrzehnten mit dem Los der Palästinenser tun, nehmen wir die Proteste zur Abwechslung einmal ernst. Bis dahin benennen wir sie als das, was sie sind: unverblümte Hasspropaganda derer, die sich immer und überall zu kurz gekommen fühlen. Manche tragen ihren Minderwertigkeitskomplex eben zu Recht mit sich herum.
[…] Auch auf der WELT findet sich jetzt ein Bericht; auf Spirit of Entebbe gibt es unter dem Titel Das Blöken der Lämmer ein Kommentar zu der skurrilen […]
1998 zitiert Mohamed Salmawy die Holocaust-Leugner Roger Garaudy und David Irving zustimmend, und in seinem Buch „Wafa Idris and other Palestinian Stories“, erschienen im Verlag Al-Hai´a al-Misriya al-Amma lil-Kitab, Kairo 2002, verherrlicht er die Selbstmordattentate, in dem er die erste Attentäterin Wafa Idris groß als Vorbild herausstellt … Mohamed Salmawy schwärmt in höchsten Tönen von den palästinensischen Homizidbombern.
http://www.eussner.net/artikel_2004-10-14_14-45-41.html
Mohammed Salmawy, who edits the state-owned newspaper, Al-Ahram Hebdo, defends the use of old European myths like the blood libel – the accusation that Jews use the blood of Christians when making the matzo bread for Passover. He says journalists are merely digging around – using the equivalent of Greek myths or fairy stories – to convey their horror at the Israeli occupation. Interpreting Egypt´s anti-semitic cartoons. By Kate Clark. BBC correspondent in Cairo, 10 August 2003
http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/middle_east/3136059.stm
Gute Analyse über Tariq Ramadan – tow meod – weiter so Claudio. Tja, die Minderwertigkeitsgefühle und die völlig abhandengekommene Selbstkritik-/reflexion ist wohl eine wesensimmanente Konstante so vieler Muslime. Wenn Ramadan zum Boykott selbst linksliberaler israelischer Schriftsteller wie David Grossmann und Amos Oz aufruft, dann ist ihm nicht zu helfen. In meinem verstaubten Bücherregal liegt das Buch von Grossmann „Der gelbe Wind“. Wo gibt es solche Bücher auf arabisch-paläst. Seite??? Nicht zu finden!
Neulich sah ich bei der Berlinale den isr. Film „Shahida“ (Brides of Allah). Diese paläst. Frauen plauderten im Gefängnis lächelnd ohne jegliches Schuldgefühl, ohne Einsicht in Verbrechen über ihre Teilhabe an Selbstmordattentaten. Nicht eine der acht Frauen hat nur einen Ansatz von Schuldgefühlen und Anteilnahme für die Opfer ihrer taten gezeigt. Selbt bei einer Nachfrage der Regisseurin, dass eines der drei Opfer in Jerusalem eine hochschwangere Frau war, war kein Gefühl der Anteilnahme zu erkennen – im Gegenteil. Sie verharren in ihrer verblendeten totalitären Ideologie und geben diese (Hasspropaganda) mit der Muttermilch an ihre Kinder weiter.
Zurück zu Ramandan: Er genießt die Freiheit solch einen „Dreck“ (Boykottaufruf) in unseren westlichen Ländern von sich zu geben; Vielleicht wäre es besser wenn er zum „dar al Islam“ zu seinen Wurzeln der Muslimbrüder nach Ägypten zurückkehren würde.
Ich fordere ihn auf: Verlass Europa und geh zurück nach Ägypten – dann hätten wir einen Hetzer weniger in Europa…
Stefan K.
Schade das nicht mehr Menschen die Intoleranz sehen, die aus der Arabischen Welt versendet wird.
Das ist wieder so typisch.