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Archive for the ‘Blockadekräfte’ Category

Die widernatürliche, unrechtmäßige und grausame Teilung Jerusalems, die 19 Jahre währte, ist seit dem Sechstagekrieg und der Wiedervereinigung im Juni 1967 Geschichte. Allem Gerede von „Judaisierung“ und „Vertreibung der Araber“ zum Trotz ist der Anteil der arabischen Bevölkerung seither kontinuierlich gestiegen – um 327 Prozent.

Etliche Projekte fördern zwar die jüdisch-arabische Koexistenz in der Hauptstadt, dennoch leben die beiden Bevölkerungsgruppen eher so nebeneinander her. Mitunter gibt es hier und da kleinere Spannungen, vor allem weil für palästinensische „Aktivisten“ grundsätzlich jedes Thema ein Politikum sein kann und sich zum Rabatzmachen eignet – von einem andernorts wenig spektakulären Stadtbahnprojekt bis zum Verlauf einer Marathonstrecke, und dann und wann wird auch schon mal eine PFLP- oder Hamas-Terrorzelle in Jerusalem aufgedeckt, aber Nachrichten dieser Art schaffen es gewöhnlich nicht in deutsche Medien, weil Frau Knaul, Frau Putz und Herr Münch vollauf damit beschäftigt sind, den Ausbau jüdischer Wohnviertel mit Argusaugen zu beobachten.

Diesmal kommen sie jedoch nicht um eine Meldung herum, die ihre palästinensischen Schützlinge in einem wenig vorteilhaften Licht zeigt, und der Grund liegt darin, dass diesmal „wir als Deutsche“ involviert sind: Das TV-Projekt 24h Jerusalem, eine Langzeit-Dokumentation des deutsch-französischen Kultursenders Arte, sieht vor, an einem bestimmten Tag 70 Kamerateams in die Stadt zu schicken, die den Alltag einiger Dutzend Bewohner filmen sollen. Ungeachtet der demographischen Lage – 64 Prozent der Einwohner sind Juden, 36 Prozent Araber, die in Deutschland inzwischen als Palästinenser bezeichnet werden – wurde peinlichst darauf geachtet, gleich viele Araber und Juden zu begleiten, und auch die Zahl der Kamerateams war entsprechend korrekt austariert.

Palästinensische „Aktivisten“, die sich generell gegen jegliche Normalisierung in Jerusalem stemmen, sind jedoch auch durch derlei wohlmeinende Projekte in ihrer unnachgiebigen Haltung nicht zu besänftigen. Sie übten, wie gewohnt, gleich Druck aus – auf die Macher des Films, die Kamerateams, auf die arabischen Beteiligten an dem Filmprojekt, die als „Verräter“ gebrandmarkt werden und denen massiv gedroht wird. Ausgerechnet Reuters sagt diesmal, wie es ist: „Palestinian activists seek to derail major Jerusalem film“.

Das klingt der Sächsischen Zeitung zu einseitig, sie lässt offen, wer da aus den Büschen schießt: „24-Stunden-Doku über Jerusalem gedreht – massive Drohungen“ lautet die Schlagzeile. Und Peter Münch schreibt in der SZ vom „alltäglichen Wahnsinn in Jerusalem“.

Konkreter wird´s dann später mal, falls jüdische Aktivisten (dann: „Extremisten“) unangenehm auffallen sollten. Dass es aber immer wieder palästinensische Fanatiker sind, die jede noch so kleine oder auch nur symbolische Tat, die dem Frieden und dem Miteinander dienen könnte, torpedieren, immer schon, gegenwärtig und garantiert auch in Zukunft, und dass hierzulande um diese Tatsache herumgeeiert, wenn nicht sogar das Gegenteil behauptet wird – das ist der alltägliche Wahnsinn der deutschen Nahostberichterstattung.

 

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Wie nennen in Jordanien – einem Land, das vor beinahe 20 Jahren endlich Frieden mit Israel schloss – Justizminister und Parlament jemanden, der 1997 fünf dreizehnjährige und zwei vierzehnjährige israelische Schulmädchen massakrierte?

Richtig: einen Helden.

Von einer mehr als würdevollen Geste – damals rührte und beeindruckte König Hussein die Israelis durch seinen Kondolenzbesuch bei den Angehörigen der ermordeten Mädchen zutiefst – zu einer kaum schändlicher denkbaren Manifestation radikalen Judenhasses: Drastischer könnte nicht demonstriert werden, wie der moralische Verfall in Israels Nachbarstaaten vonstatten geht.

 

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Ihr Herz ist bei ihm

Dass im Gefängnis einsitzende Vergewaltiger und Frauenmörder weibliche Groupies haben, die ihnen Liebesbriefe schreiben, sie im Knast besuchen oder gar heiraten, kommt immer wieder vor. Entsprechend hat auch Samer Issawi, Mitglied der terroristischen PFLP (erklärtes Ziel: “Befreiung ganz Palästinas im bewaffneten Kampf”), der wegen illegalen Waffenbesitzes und Bildung militärischer Zellen in einem israelischen Gefängnis brummt und sich seit längerem im Hungerstreik befindet, Sympathisanten unter jenen, denen er ans Leder will. Eine von ihnen hat ihm jetzt geschrieben.

Lieber Samer al Issawi,

ich kenne Dich nicht persönlich. So habe ich 1979 geschrieben und wußte damals nicht, daß man es im Jahr 2013 lesen wird, als ob es hier und jetzt geschieht. Ich habe Dich auf einem Bild gesehen, auf einer Pressemitteilung von Annette Groth, der Menschenrechtlerin der Partei Die LINKE im deutschen Parlament. Darin fordert sie, Deine Administrativhaft in einem israelischen Gefängnis zu beenden, um Dein Leben zu retten.
Du kämpfst, Samer, mit Deiner letzten Waffe, Deinem Körper, gegen eine verbrecherische Besatzung.
Ich habe als Anwältin Hunderte Deiner hungerstreikenden Brüder betreut während der Jahre der Besatzung. Ich habe manche dazu gebracht, den Hungerstreik zu beenden, um am Leben bleiben zu können. Ich habe sie und ihre Familien geliebt und ich wollte sie als Kämpfer für die Freiheit und für den Frieden am Leben behalten.
Lieber Samer, ich verabscheue die Willkür Deiner Haft, kämpfe dagegen, und ich wünsche Dir Erfolg und noch ein langes Leben.
Ich bin weit weg von Dir, aber mein Herz ist bei Dir.

Deine Felicia Langer

Postskriptum: Felicia Langer, die sich hier unzweideutig der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verdächtig macht, ist wegen ihrer Verdienste um Menschenrechte im Jahre 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet worden. Im Jahre 2006 bekam sie den “Menschenrechtspreis” der “Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde”, die im Jahre 1991 u.a. von entlassenen DDR-Wissenschaftlern, Juristen und ehemaligen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit gegründet wurde.

 

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Zu Weihnachten war, wieder einmal, hier und da vom „ummauerten Bethlehem“ die Rede.

Das Licht kam aus einer Stadt,
in der die Menschen von einer Mauer umgeben
wie in einem Gefängnis eingesperrt leben müssen.

barmt etwa Arn Strohmeyer auf Arendts „Palästina-Portal“.

Die häufige Wiederholung macht die Behauptung allerdings auch nicht wahrer. Abgesehen davon, dass man von Bethlehemer Busstationen nach Jerusalem, Beit Jala, Beit Sahour, Hebron, Nahalin, Battir, al-Khader, al-Ubeidiya und Beit Fajjar gelangen kann, was das „Gefängnis“-Geschwafel ad absurdum führt: Bethlehem ist nicht von einer Mauer umgeben, schon gar nicht vollständig.

bethlehem barrier

Vielmehr verhält es sich so, dass – nachdem ein Dutzend Selbstmordattentäter aus nämlicher Gegend in Israel zahlreiche Menschen ermordet und andere fürs Leben körperlich und seelisch gezeichnet hatten – es bedauerlicherweise notwendig wurde, die Terroristen durch den Bau einer Mauer entlang der Grenze zu Jerusalem in Schach zu halten, aber die Mühe und die Kosten lohnten den Aufwand: Menschenleben wurden gerettet. Für die Bewohner Bethlehems bedeutet dieser Umstand keineswegs, „eingesperrt“ zu sein, und wenn an Strohmeyers herzzerreißender Klage („Hoffnungslos ist die Lage innerhalb der großen Mauer“) etwas dran sein sollte, dann ist dies sicher nicht den israelischen Sicherheitsmaßnahmen anzulasten, sondern dem Holzweg, den die palästinensische Führung einmal beschritten und nie wieder verlassen hat, ja, den weiter zu beschreiten sie eisern entschlossen ist. Sowas kommt von sowas.

 

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ismail the ripper @haniyeh

Down with the infidels, down with the Jewish dogs! Kill them all! #Israel has NO right to exist! Never!

hamasgroupie @Baumgarten

I understand – you are ready to accept the two state solution?!

ismail the ripper @haniyeh

@hamasgroupie Of course – one for Hamas, one for Fatah. For the time being.

Lying Dutchman @erekat
Ha-ha. Let her tell the Germans!

Doublespeak @AbuMazen
@Khaled: You are right, brother! @Westerners: “I don’t agree with Khaled Mashaal’s statement on the non-recognition of Israel.“

ismail the ripper @haniyeh
They will buy it, I bet one of my spacious villas.

Explosive Belt @al-Zahar
@Doublespeak: From now on, I will follow you. Beware!

Lying Dutchman @erekat
Resigned once again from my position as chief negotiator. Or not.

Khaled @KhaledMashaal
Just sitting in the jacuzzi and laughing myself to death while reading DER SPIEGEL in English.

ismail the ripper @haniyeh
Shortest joke ever? Elections in #Palestine.

Khaled @KhaledMashaal
Now, THAT was hilarious! Crazy shit.

Doublespeak @AbuMazen
Ha-ha-ha – elections in Balestine! Best thing since sliced bread!

ismail the ripper @haniyeh
Still undecided: Have we now been the helpless victims of Israeli aggression oder are we glorious, victorious fighters?

Lying Dutchman @erekat
Victims for the Europeans, heroes for the Arabs. It works, believe me!

Explosive Belt @al-Zahar
Believing Erekat! Holy shit, ya´allah!

Khaled @KhaledMashaal
Would you buy a used car from Erekat? Would you kiss my ass?

hamasgroupie @Baumgarten
Wish I could!

ismail the ripper @haniyeh
By the way, @hamasgroupie: I just received a perfumed letter by Ulrike Putz…

hamasgroupie@Baumgarten
Woah! Woah! 
Putz – what a tramp, hussy, tart!

Erhard Arendt @palaestinaportal
Graet victory in Gza! For a just piece in the Middle, East!

ismail the ripper @haniyeh
Hey, @Doublespeak: The Zionist will freeze your taxes ´til March 2013! He he he.

Doublespeak @AbuMazen
@ismail the ripper: Bloody bastard!

ismail the ripper @haniyeh
Keep calm, collaborator! Ever dragged behind a motorcycle? Just kidding.

Lying Dutchman @erekat
Just told CNN: 20.000 people massacred in Gaza during latest Israeli aggression.

ismail the ripper @haniyeh
Or so. The main thing: We brought the Zionists to their knees!

Explosive Belt @al-Zahar
Bad news: Ahmad martyred, Zionists killed him. One bystander lightly injured.

Lying Dutchman @erekat
Another war crime! Have to call my friends at CNN. See you.

Shisha @michaellueders
Smoked a water pipe or two. And again, Deutschlandradio is asking for my expertise. Shiiiit…

 

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…den die Welt nicht braucht, aber dessen Entstehen sie gar nicht erwarten kann. Ein Staat, der mit Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten nichts am Hut hat, der statt Freiheit nur Arrangement mit dem organisierten Bandenwesen zu bieten hat und der darauf giert, das Nachbarland mit Krieg zu überziehen.

Zu verhandeln gibt es mit diesem Staat nichts, das hat Abu Mazen gestern in New York klargestellt:

Wir werden nicht weniger akzeptieren als die Unabhängigkeit eines Staates Palästina mit Ost-Jerusalem als seiner Hauptstadt – auf dem gesamten Territorium, das 1967 besetzt wurde – um in Frieden und Sicherheit neben Israel zu leben.

Exakt die „Verhandlungsposition“ also, mit der die PLO vor beinahe zwei Jahrzehnten in den so genannten Friedensprozess gegangen ist. Teilung Jerusalems, 100 Prozent der Westbank, darunter machen sie es nicht. Schön, dass das auch mal vor der Weltgemeinschaft so offen ausgesprochen wurde. Wer mag, kann sich die „kämpferische Rede“ (Spiegel online) ja mal anschauen und sich zu Wort melden, sollte er darin irgendwelche Anzeichen für die Bereitschaft Abu Mazens erkennen, zu einem friedlichen Ausgleich mit Israel zu kommen.

Was soll´s, Abbas ist nun mal, wie er immer war, wie er ist und wie er bleiben wird. Dass allerdings das Gros der „Weltgemeinschaft“ Revanchismus, Hetze, Kompromisslosigkeit, Geschichtsklitterung, Larmoyanz und Verleumdung neuerdings mit der Anerkennung der Staatlichkeit belohnt, ist nur ein weiteres Argument dafür, dieses Irrenhaus, das sich „Vereinte Nationen“ nennt, so bald wie möglich zu schließen (und durch eine Liga der Demokratien zu ersetzen). Von 57 Staaten, in denen der Islam Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist, mag nichts anderes zu erwarten sein, aber da sind noch ein paar Dutzend weitere, die offenbar nichts dagegen haben, wenn jemand unterschriebene Verträge offen bricht.

Doch Obacht: Süd-Ossetier, Abchasier und Transnistrier, Katalanen und Basken, Kurden, Iren und Schotten, Tibeter und Sahraoui, Tschetschenen und andere nach Unabhängigkeit strebende Volksgruppen sollten sich keine trügerischen Hoffnungen machen: Separatismus, auch mit gewaltsamen Mitteln (vulgo: Terror) bekundeter, lässt man nicht jedem Volk durchgehen. Genauer gesagt: nur einem einzigen, das rein zufällig mit dem einzigen jüdischen Staat im Clinch liegt. Tja.

 

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…und was sie wirklich dabei denken – Teil 2

Vor zweieinhalb Jahren haben wir schon einmal die gebetsmühlenartigen Phrasen „israelkritischer“ Geister dechiffriert. Höchste Zeit, zu aktualisieren.
 
 
 
Die Waffenruhe hält.
Satter Raketenhagel auf Israel. So muss es sein.
 
Im Nahen Osten droht eine Eskalation.
Die Juden könnten zurückschießen.
 
Neue Runde der Gewalt in Nahost!
Klar, dass den Juden irgendwann der Kragen platzen würde. Na, dann mal los!
 
Die Gaza-Offensive wurde doch nur aus wahltaktischen Gründen gestartet.
Das fehlte ja noch, dass ich denen zugestehen würde, irgendwas zu Recht zu unternehmen.
  
Wegen der israelischen Angriffe werden die Leute in Gaza sich nur umso stärker um die Hamas scharen!
Obwohl sie ihnen die Scheiße eingebrockt hat. Na ja.
 
Israel hat natürlich das Recht, sich zu verteidigen…
Aber wehe, sie tun es! Dann zähl’ ich jeden einzelnen Toten in Gaza, mit Genuss…
 
Das Missverhältnis der Opferzahlen ist eklatant!
Die Juden könnten mal eine Weile auf Zivilschutz und Iron Dome verzichten, mir kommen viel zu wenige von denen um.
 
Die Menschen in Gaza haben keine Bunker, in die sie sich flüchten können!
Weil die Hamas keine bauen ließ. Egal, muss nicht jeder wissen.

Israel fliegt schwere Luftangriffe auf Gaza, Hamas antwortet mit Raketenbeschuss.
Zwei mal drei macht vier, widde-widde-witt und drei macht neune, ich mach‘ mir die Welt, widde-widde wie sie mir gefällt…
 
Beide Seiten schießen aufeinander.
Die einen auf Waffendepots, Raketenstellungen und Hamas-Einrichtungen, die anderen auf Städte. Wir wollen das hier aber nicht zu Tode differenzieren. Sie schießen eben beide, aus die Maus. Und Gewalt ist inakzeptabel!
 
Es werden auch Unschuldige getötet!
Hurra! Lässt sich super gegen Israel verwenden.

Gezielte Tötungen verstoßen gegen das Völkerrecht!
Mist, es hat nur einen Hamasführer erwischt.

Der arabische Frühling hat neue Realitäten in der Region geschaffen, auf die sich der Westen einstellen muss.
Mir doch egal, wenn die ins Mittelalter zurückfallen, Hauptsache, es geht den Itzigs an den Kragen. Sollten wir nach Kräften unterstützen.

Es ist die Verzweiflung, die die Menschen Raketen abschießen lässt!
Aber stolz wie Oskar sind sie darauf, das muss man schon sagen.
 
Ein Ende der Gewalt ist das Gebot der Stunde!
Nicht, dass die Hamas noch empfindlich getroffen wird.
 
Das sagen übrigens auch Israelis wie Avi Primor!
Der ideelle Gesamthofjude. Ich liebe ihn.
 
Am Telefon begrüße ich den Nahostexperten Michael Lüders…
Ich würde auch Erich von Däniken als „Wissenschaftler“ begrüßen.

Schlimm, diese Blockade!
Mir doch wurscht, dass da jede Woche Tausende Tonnen Güter über die Grenzübergänge geschafft werden.

Das stand auch in der liberalen Tageszeitung Ha’aretz.
Eher lass ich mir den rechten Arm abhacken als dass ich ein anderes Blatt zitiere.

Wenn Israel so weitermacht, droht ein Flächenbrand!
Ein Evergreen. Hat sich zwar noch nie bewahrheitet, kommt aber immer gut.

Die Wahlen in Israel sind nur formal demokratisch – die israelische Gesellschaft ist es schon lange nicht mehr.
Ich habe einen Liter Klosterfrau Melissengeist intus.
 
Die Hamas ist der Sieger.
Jedenfalls sind Haniye zwei Finger zum Victory-Zeichen geblieben.
 
140 Tote in Gaza!
Und 40.000 Tote in Syrien. Wen interessiert’s?
 
Israel sollte es nicht zu weit treiben.
Der Jude wird frech.
 
Ein Staat Palästina liegt im Interesse Israels.
Gott, was muss ich aufpassen, dass ich mich vor Lachen nicht einnässe.
 
Aber er war es auch, der den Deal möglich machte.
Die Geiselnahme hat sich ausgezahlt. Toller Kerl, dieser Dschabari!
 
Ein Dieter Graumann, ein Zentralrat der Juden hat langsam keinen Platz mehr in unserer Gesellschaft.
„Juden raus!“ darf man ja so nicht sagen.
 
Ich unterstütze den Boykott israelischer Produkte.
„Kauft nicht bei Juden“ geht leider auch nicht mehr.
 
Abbas’ Antrag auf Anerkennung Palästinas als Staat muss man doch unterstützen!
Osloer Vereinbarungen? Drauf geschissen!
 
Der Friedensprozess muss wieder in Gang kommen.
Die einseitigen Zugeständnisse Israels müssen weitergehen.
 
Israel folgt doch nur wieder dem Racheimpuls.
Ich habe kein Problem damit, die Bekämpfung von Terroristen zum überholten archaischen Ritual umzudeuten.
 
Selbst der Emir von Katar und der türkische Außenminister machen der Hamas ihre Aufwartung.
Na gut, echte Granaten sind das nicht, aber man muss nehmen, was man kriegt.
 
Den Palästinensern sind doch nur 22% des historischen Palästinas geblieben!
Was bitte ist „Jordanien“?
 
Israel schafft einseitig Fakten durch Siedlungen in den besetzten Gebieten!
300 weitere Wohnungen in einem Jerusalemer Stadtteil bereiten mir schlaflose Nächte.
 
In Jerusalem gehen Vertreibung und ethnische Säuberung weiter.
1967 lebten 55.000 Araber dort; heute sind es nur noch 281.000.
 
Nun, es gibt überhaupt gar keinen Grund, in irgendeiner Weise Sympathien für die Hamas zu haben. Aber…
…lieber als dieser Judenstaat ist sie einem doch allemal.
 
Juden siedeln im arabischen Viertel Silwan.
Unglaublich, was man den Palästinensern zumutet.
 
Endlich Waffenstillstand in Gaza!
Jetzt ist Wiederbewaffnung angesagt – und dann kann es wieder losgehen!

 

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Frau Wieczorek-Zeul!

In einem Gastbeitrag für die FAZ plädieren Sie dafür, dass die Bundesregierung den Antrag der Palästinensischen Autonomiebehörde unterstützt, von der UN-Generalversammlung als Staat mit Beobachterstatus anerkannt zu werden.

„Im Interesse Israels Palästina stärken“ – das könnte nur gelingen, wenn diesem „Staat Palästina“ daran gelegen wäre, mit Israel zu einem friedlichen Ausgleich zu kommen. Dies aber ist mitnichten der Fall. Dass Sie sich auf Avi Primor berufen, der das erzählt, was Sie hören wollen, fällt nicht wirklich ins Gewicht, weil dieser Darling der deutschen Medien nicht die Mehrheitsmeinung der Israelis zur Palästinafrage vertritt. Vielleicht sollten Sie einmal jemandem aus jenem Lager zuhören, das aus guten – beziehungsweise tragischen – Gründen längst die Hoffnung aufgegeben hat, mit der Fatah ein tragfähiges Abkommen schließen zu können. Kein Wunder, für die Aufgabe von Gebieten hat Israel bis heute nur Selbstmordattentate und Raketen bekommen.

Sie geben vor, einen „wirklichen Friedensprozess“ zu unterstützen, „der die gesamte palästinensische Bevölkerung umschließt“. Wie aber soll das funktionieren, wo doch 1,5 Millionen Palästinenser in Gaza von der terroristischen Hamas beherrscht werden? Und was veranlasst Sie zu der Annahme, dass Mahmoud Abbas „gestärkt werden“ sollte, wo dieser Mann seit Jahren Verhandlungen mit der israelischen Regierung boykottiert? Hinzu kommt, dass Abbas – der im übrigen die letzten, auch schon mehr als sechs Jahre zurückliegenden Wahlen gegen die Hamas verloren hat und dennoch weiterregiert, als wäre nichts geschehen, also als Vertreter der Palästinenser gar nicht legitimiert ist – keine Gelegenheit verstreichen lässt, den Staat Israel anzuschwärzen, ihm „Massaker“ und ähnliches vorzuwerfen.

Der Mann, den Sie gestärkt sehen wollen, hat die Palästinenser dazu aufgerufen, die Waffen statt aufeinander auf die „israelische Besatzung“ zu richten. Hat den Hamas-Gründer Scheich Yassin als „Märtyrer“ gelobt und Verse aus dem Koran zitiert, in dem Juden als „Weltverderber“ bezeichnet werden. Hat den nach der Entführung Gilad Shalits freigepressten verurteilten Mördern in Ramallah einen festlichen Empfang bereitet, der Anerkennung Israels als jüdischer Staat eine kategorische Absage erteilt und bekräftigt, in einem Staat Palästina keinen einzigen Juden dulden zu wollen – dies zuletzt vor knapp zwei Jahren. Hat die jüdische Verbindung zum Land Israel geleugnet. Hat Ala’a Abu-Dahem, der acht Jeshiwa-Studenten ermordet hatte, und Mohammed Oudeh, der hinter dem Olympia-Massaker von 1972 steckte, und den Hisbollah-Terroristen Imad Mughniyeh als „außergewöhnliche Helden“ und Männer gefeiert, deren „Kampf und Opfer“ beispielhaft seien. Und hat, von der westlichen Presse entweder unbemerkt oder bewusst ignoriert, der jordanischen Tageszeitung Al-Dustour gesagt, gegenwärtig sei er gegen den „bewaffneten Kampf“, weil die Palästinenser nicht stark genug seien, zu einem späteren Zeitpunkt könne sich das aber ändern.

Und diesen Herrn wollen Sie stärken? Nun ja, da Sie einer Partei angehören, die erst kürzlich bekräftigt hat, eine „strategische Partnerschaft“ mit der Fatah zu unterhalten, mag das so sein. Aber erwarten Sie bitte nicht, dass Menschen, die sich ein bisschen auskennen, Ihnen abkaufen, dass eine Stärkung „Palästinas“ (also der Fatah von Abbas) im Interesse Israels läge. Dort hat man für solch naive Einstellungen nur noch ein bitteres Lächeln übrig, bestenfalls.

Es sollte Ihnen eigentlich zu denken geben, dass vor einigen Tagen Hamas-Chef Khaled Maschaal listig zu Protokoll gegeben hat, auch er würde sich erst einmal mit Gaza, Westbank und Jerusalem zufrieden geben – was das Verhältnis zu Israel beträfe, könne man aber erst danach klären.

Was das bedeutet, dessen ist man sich in Israel, anders als im Willy-Brandt-Haus, bewusst: Krieg. Und noch einer, und noch einer – jedes Mal mit einer für Israel schlechteren Ausgangsposition. Schauen Sie auf die Landkarte, vergegenwärtigen Sie sich die Israel-(und Juden-)Feindlichkeit in der arabischen Welt im allgemeinen und den abgrundtiefen Hass der islamischen Fundamentalisten im besonderen; sehen Sie sich an, wie bereits heute die israelische Bevölkerung im Schatten zehntausender Raketen etwa der Hisbollah lebt. An Israels Grenzen braut sich eine radikale islamistische Ablehnungsfront zusammen, selbst die beiden Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien können jederzeit aufgekündigt werden. Und Mahmoud Abbas schickt sich an, am 65. Jahrestag der Ablehnung des UN-Teilungsplans durch die Araber die Osloer Abkommen endgültig zu beerdigen. Und Sie, Frau Wieczorek-Zeul, schippen noch ein bisschen Sand dazu.

So wird es nicht funktionieren. Palästinensische Eigenstaatlichkeit ist ohne eine Anerkennung Israels nicht zu haben, darauf beharrt Barack Obamas Administration ebenso wie Frau Merkel, und das ist keine „Einseitigkeit“, wie Sie das zu bezeichnen belieben, sondern das berechtigte Pochen auf Einhaltung unterschriebener Abkommen, also eine Selbstverständlichkeit – es sei denn, man ist an einem Nahostfrieden eben nicht interessiert.

Wenn Sie den Palästinensern (und den Israelis) etwas Gutes tun wollen, dann sagen Sie ihnen, dass Deutschland darauf besteht, dass das Prinzip „Land für Frieden“ eingehalten wird. Dies beinhaltet für die palästinensische Seite eine Anerkennung Israels als jüdischer Staat, die Einstellung der antiisraelischen und antijüdischen Agitation in palästinensischen Medien (keine schlechte Idee nach 20 Jahren „Friedensprozess“), die Wiederaufnahme von Verhandlungen, der Verzicht auf ein unrealistisches „Rückkehrrecht“ (= endgültige Vereitelung der Zweistaatenlösung mit demographischen Mitteln) und die Vorbereitung der palästinensischen Bevölkerung auf notwendige territoriale Kompromisse. Ach ja: Wahlen wären auch keine schlechte Idee. Nur diesmal idealerweise mit demokratischen Parteien.

Bis dahin überlassen Sie es bitte den Israelis selbst, zu entscheiden, was in ihrem Interesse liegt.

 

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Insgesamt ist erstaunlich wenig an Zerstörung in Gaza-Stadt zu sehen. Obwohl Israel nach eigenen Angaben über 1500 Ziele im Gaza-Streifen attackieren ließ, muss man die Trümmerhaufen geradezu suchen.

steht nicht etwa in der Jerusalem Post sondern in einem Artikel von Raniah Salloum auf Spiegel online und wirft die Frage auf, warum zuvor – nicht nur im Hamburger Meinungsmagazin – der Eindruck wurde, als legte die israelische Luftwaffe mit „schweren Bombardements“ den ganzen Gazastreifen in Schutt und Asche.

Denn sowohl der Augenschein als auch die Tatsache, dass von den bei 1500 Einsätzen in acht Tagen insgesamt 177 getöteten Palästinensern nur 57 Zivilisten waren (die wegen der kriegsverbrecherischen Kampfführung der Hamas auch dieser anzulasten sind), sprechen eine allzu deutliche Sprache: Die Israelis haben alles dafür getan, Unbeteiligte zu schonen – dafür gibt es in der gesamten Kriegsgeschichte keinen Präzendenzfall, auch wenn die palästinensische Propaganda für den Medienkrieg Bilder aus Syrien für solche aus Gaza verkauft, bunte Spielsachen fotogen in grauen Trümmerhaufen drapiert oder für Kameraleute und Fotografen ein paar dramatische Szenen zum Besten gibt.

Das ist Pallywood, und das sind wir seit dem ersten Libanonkrieg gewohnt, als die PLO (vulgo: die verfolgende Unschuld) sich als Opfer gerierte, nachdem sie den Norden Galiläas eine gefühlte Ewigkeit lang mit Katschuscha-Raketen beschossen hatte, ganz so wie jetzt die Hamas aus dem Gazastreifen schießt.

Unterm Strich stellen wir immerhin fest, dass diesmal nicht alle Medien diesen Zirkus mitgemacht haben, schon weil die offen übers Internet kommunizierte Strategie der IDF und die rasche Entlarvung besonders dreister Pallywood-Produktionen es den üblichen Verdächtigen schwermachten, so einseitig und dreist wie gewohnt zu „berichten“. Die Grundtendenz wurde natürlich weitgehend beibehalten, der Großteil der Journaille war bestenfalls bereit, Israel und die Hamas gleichermaßen über einen Kamm zu scheren. Aber man ist es mittlerweile leid, immer wieder auf das Offensichtliche hinweisen zu müssen, daher sagen wir es klipp und klar: Wer ernsthaft zu behaupten wagt, dass wir es hier mit zwei auch nur im entferntesten irgendwie ähnlichen Kontrahenten zu tun haben und den Eindruck erweckt, als müsste man überhaupt erst einmal darüber nachdenken, mit wem man sich hier zu solidarisieren hat, also entweder mit einer pluralistischen Demokratie, die selbst noch im Krieg die feindselige Bevölkerung auf der anderen Seite des Zauns mit Lebensmitteln, Medikamenten, Strom und Wasser versorgt, in israelischen Krankenhäusern behandelt und den Blutzoll auf beiden Seiten mit hohem Aufwand zu minimieren bemüht ist, oder mit einer Mörderbande, die Zivilisten gezielt unter Feuer nimmt, auch mal die eigenen Landsleute auf offener Straße lyncht und deren Leichen durch die Straßen schleift, stellt sich selbst ein Armutszeugnis erster Klasse aus.

Was natürlich nicht heißt, dass, wer so denkt oder schreibt, beim nächsten Mal vorsichtiger sein wird. Und das nächste Mal kommt bestimmt, das liegt in der Natur der Hamas und des Islamischen Jihad, und im Nahen Osten war Nachkriegszeit immer schon Vorkriegszeit. Stellen wir uns darauf ein: Diplomatie und Medien werden auch dann wieder versuchen, Israel daran zu hindern, mit solchen Banden dauerhaft aufzuräumen, und sie werden letzteren erneut die Gelegenheit geben, sich in eine falsche Siegerpose zu werfen. Offen bleibt eigentlich nur die Frage, ob es eine Regierung in Jerusalem trotzdem wagt, das Notwendige zu tun. Das läge schließlich nicht nur im Interesse der Israelis, sondern auch derjenigen Palästinenser, für die mit dem Sturz der Hamas ein Albtraum zu Ende ginge.

Um eine Welt aber, der nicht mehr einleuchtet, dass, wer für den Frieden im Nahen Osten ist, auch notwendigerweise dafür sein muss, die Terrorbanden auszuheben, die ihn fortwährend verhindern, muss man sich ernsthaft Sorgen machen.

 

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In einem selten dämlichen Artikel auf Spiegel online schreibt Raniah Salloum unter anderem:

Auf dem Platz des unbekannten Soldaten findet erstmals seit der Machtübernahme der Hamas 2006 eine große Demonstration der rivalisierenden Fatah-Partei statt. Die Demonstration wurde von der Hamas zugelassen, denn die Fatah-Anhänger jubeln an diesem Donnerstag für die Hamas.

Na, das nennt man wohl den vollendeten Ausdruck einer vitalen Demokratie! Nehmen wir diese Kundgebung und setzen sie in Zusammenhang mit Abu Mazens jüngster Ankündigung, sich mit der Hamas versöhnen zu wollen, drängt sich eine beunruhigende Gleichung auf:

Die Hamas bekennt sich offen zu Raketenangriffen auf zivile Ziele und begrüßte zuletzt den Busbombenanschlag in Tel Aviv vom 21. November, sie lagert Kriegsgerät in dicht besiedelten Gebieten und feuert aus denselben Raketen ab, foltert, mordet und verstümmelt so genannte Kollaborateure – verstößt also vielfach gegen die Genfer Konvention und ist damit diverser Kriegsverbrechen schuldig.

Die Fatah sucht den Schulterschluss mit der Hamas.

Und die SPD meint, mit der Fatah „gemeinsame Werte“ zu teilen, unter anderem „die Ablehnung von Gewalt“.

So oder so hängt man also mit drin. Man muss schon sagen: Feine Freunde, die sich die altehrwürdige Sozialdemokratische Partei Deutschlands da angelacht hat.

 

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