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Archive for the ‘Halunken’ Category

Richard Chaim Schneider fährt mit der neuen Jerusalemer Stadtbahn – die übrigens von vielen arabischen Bewohnern frequentiert wird, auch wenn Mahmoud Abbas und Konsorten sich vehement gegen das Projekt stemmten – vom Herzl-Berg bis Pisgat Ze´ev.

Der nicht unsympathische Gedanke dahinter: zwischendurch auszusteigen und Menschen vorzustellen, die aus unterschiedlichen Milieus kommen. So unterhält sich RCS auf dem Mahane Yehuda-Markt mit einem israelischen Koch und in Mea Shearim mit einem Hutmacher, der Haredim mit unzeitgemäßen Kopfbedeckungen ausstattet, mit einem armenischen Porzellanhersteller und mit arabischen Jugendlichen in Shuafat, die den Mauerabschnitt, den der Terror der „Al-Aqsa-Intifada“ leider notwendig machte (erinnert sei an das Selbstmordattentat in einem Linienbus in Pisgat Ze´ev vor etwas mehr als zehn Jahren, sieben Tote, Dutzende Verletzte, der Täter hatte sich als orthodoxer Jude verkleidet), mit Graffiti verzieren: „This wall will fall“.

Berührungsängste hat RCS also nicht. Mal sehen, was wir aus einem Gespräch mit den als „Siedlern“ titulierten Bewohnern des Stadtteils Pisgat Ze´ev lernen! Schneider steigt gerade aus:

So, dies ist unsere letzte Station, Pisgat Ze´ev! Aber anders als bei unseren anderen Stationen sind wir hier mit niemandem verabredet. Denn Pisgat Ze´ev ist eine Schlafstätte (sic!). Die Menschen fahren morgens in die Innenstadt zur Arbeit und kehren erst abends zurück.

Mehr als 40.000 Menschen, Frauen und vor allem viele Kinder inklusive (40 Prozent der Bewohner des Viertels sind unter 21), und tagsüber ist keiner zuhause! Da lohnt es sich natürlich nicht für RCS, einen der 58 Kindergärten oder eine der 14 Schulen Pisgat Ze´evs aufzusuchen.

Jammerschade, dass sie alle weg sind! Oder dass Herr Schneider – der die Landessprache beherrscht und dem man keine Ahnungslosigkeit attestieren könnte oder auch nur wollte – und seine BR-Redaktion sich auf diese Erklärung für eine Nicht-Verabredung geeinigt haben. Sonst hätte der Zuschauer vielleicht erfahren, dass in Pisgat Ze´ev religiöse und säkulare Juden Tür an Tür wohnen – mit mehr als 1300 Arabern, die dorthin gezogen sind! Und in der „Siedlung“ nicht schlecht leben.

Das wäre mal ein Termin gewesen, der dem deutschen Fernsehzuschauer ein paar neue Erkenntnisse vermittelt hätte. Aber eben auch politisch verstören könnte. Also wird ein Stadtteil mit -zigtausenden Bewohnern zur „Schlafstätte“ erklärt, in der leider niemand anzutreffen sei. Man wüsste zu gern, wer wohl auf diese höchst kreative Ausrede verfallen ist.

 

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„Palästinenserpräsident“ Mahmoud Abbas, dessen Amtszeit, von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt, vor etwas mehr als drei Jahren ausgelaufen ist, hat einen neuen Frühstückspremierminister auserwählt. Rami Hamdallah leitete bisher die Universität von Nablus, über die Christoph Sydow auf SpiegelOnline schreibt:

Die Nadschah-Universität in Nablus gehört zu den wenigen palästinensischen Institutionen, die reibungslos funktionieren. Trotz aller Widrigkeiten und der israelischen Besatzung hat sich die Hochschule in den vergangenen Jahren einen Ruf als seriöse und prestigeträchtige Bildungseinrichtung erworben – über die Grenzen des Westjordanlands hinaus.

Über die Grenzen des Westjordanlands hinaus – vielleicht sogar bis nach Umm el-Fachem! Ohne uns länger damit aufzuhalten, dass die An-Najah-Universität im Jahr 1977 gegründet wurde, mithin erst unter der israelischen „Besatzung“, rufen wir uns ein Ereignis ins Gedächtnis, das sich während der „Al-Aqsa-Intifada“ zutrug.

Am 9. August 2001 drückte der Palästinenser Izz al-Din al-Masri in der „Sbarro“-Pizzeria in Jerusalem auf den Auslöser seines mit 5-10 Kilo Sprengstoff, Nägeln, Schrauben und Bolzen gefüllten Gürtels und ermordete 15 Menschen, 130 wurden verletzt. Unter den Toten waren u.a. eine schwangere Brasilianerin, zwei Rentner, zwei Teenager und sieben (Klein-)Kinder, drei von ihnen kamen gemeinsam mit ihren Eltern um.

Gut zwei Wochen später fand in den Palästinensischen Autonomiegebieten eine Ausstellung statt, in der das Blutbad glorifiziert wurde. Wie u.a. BBC und Associated Press meldeten, gab es in den Ausstellungsräumen durchaus Ungewöhnliches zu bestaunen: nachgebildete Körperteile und -fetzen sowie Pizzastücke, die auf dem Boden verstreut lagen; mit roter Farbe wurde verspritztes Blut an den Wänden dargestellt.

In einem weiteren Raum wurde der „Märtyrer“ gedacht, die solche Heldentaten vollbringen, mit dem Koran in der einen und der Kalaschnikow in der anderen Hand. Auch wurde den Izz ad-Din al-Qassem-Brigaden, also der Hamas-Terrorgruppe, die für das Massaker in Jerusalem verantwortlich war, Referenz erwiesen mit dem Spruch: „Qassami-Pizza ist die Köstlichste.“ Mahlzeit! Man weiß nicht, ob diese perverse Veranstaltung selbst Yassir Arafat zu geschmacklos war oder ob er nur weiteren Imageschaden fürchtete, jedenfalls ordnete er ein paar Wochen später die Schließung der Pally Horror Picture Show an.

Zeit für die Pointe: Der Ausstellungsort war die An-Najah-Universität in Nablus, jene Institution also, von der SpiegelOnline schreibt, sie habe sich „einen Ruf als seriöse und prestigeträchtige Bildungseinrichtung“ erworben. Prestige genießt die Uni allerdings vornehmlich als Brutstätte des islamistischen Terrorismus, mindestens sieben Selbstmordattentäter in der Frühzeit der zweiten „Intifada“ rekrutierten sich aus der Studentenschaft, und es ist beileibe nicht so, dass man sich dortselbst für sie schämen würde; im Gegenteil wurden ihnen bei einer Feier für Uni-Absolventen noch symbolisch ein paar Plätze freigehalten.

Präsident der Al-Najah-Universität war damals schon, seit drei Jahren, Dr. Rami Hamdallah, der designierte Ministerpräsident der Palästinensischen Autonomiebehörde. Seine wichtigste Aufgabe, laut Christoph Sydow: „Er muss die internationalen Geldgeber bei Laune halten.“ Das wird Dr. Hamdallah zweifellos gelingen, denn wenn ihm schon die barbarische Feier eines Massenmordes nicht krumm genommen wird, was sollte dann noch seinen Ruf schädigen? Die Millionen werden weiter fließen. Und wer weiß, vielleicht fällt ja auch was für die eine oder andere Ausstellung an seiner seriösen und prestigeträchtigen Hochschule ab, die von der Hamas anerkennend „Gewächshaus für den Jihad“ genannt wird, deren Studentenvertretung sich fest in der Hand von Hamas, Fatah und Islamischem Jihad befindet und die nach wie vor den „Heiligen Krieg“ gegen Israel propagiert.

 

Nablus1

Nablus2

Nablus3

Andere Länder, andere Sitten: Terrorausstellung an der Uni Nablus

 

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Der eindrucksvolle Schlag der israelischen Luftwaffe in Syrien vor wenigen Tagen lässt die syrische Luftabwehr recht alt aussehen. Um wenigstens den Anschein eines Erfolgs zu erwecken, hat offenbar die syrische „Nachrichtenagentur“ dampress die Meldung in die Welt gesetzt, ein israelischer Kampfjet sei abgeschossen, die beiden Piloten gefangen genommen worden. Jedenfalls beruft sich das deutsche Programm des iranischen Radiosenders IRIB auf diese dubiose Quelle.

Und schon jubiliert die Schar der Kommentatoren. Auszüge (Orthographie unverändert):

…Es ist bekannt das Länder wie Amerika und Israel, nur dann stark sind, wenn sie schwache Gegner haben, die sich nicht mehr wehren können…
Daher ist es nun die Pflicht vom Iran, seinen Brüdern zur Seite zu stehen um den Zionisten ein für alle Male klar zu machen, sie sind nichts als feige Hunde die nur stark sind, wenn sie Zivilisten angreifen. Mit Iran haben sie einen Gegner, der sie vernichten kann.

Weiter so! Vernichtet diese zionistischen Barbaren!

Der Verbercherstaat Israel wird jetzt über kurz oder lang untergehen,dies er illegale Angriff auf ein souveränes Land ist nur mehr das letzte Zucken eines total irren verbrecherische n Regimes.

Herzlichen Glückwunsch!!,a n die Helden der syrischen Flugabwehr!

Allein: Die Meldung ist eine klassische Ente, Ausgeburt eines krankhaften Wunschdenkens, das ebenso unfreiwillig komisch wie hinderlich ist. Man sollte sich durchaus nicht auf die Comical Alis dieser Welt verlassen, es sei denn, man klöppelt sich die Realität gewohnheitsmäßig so zurecht, wie man sie gern hätte. Genau diese Mentalität scheint das Problem zu sein, und sie verhindert heute wie gestern schon und übermorgen auch noch, dass man sich mit den Gegebenheiten arrangiert. Pallywood hält ahnungslose und willfährige Medien sowie die Weltöffentlichkeit zum Narren; sich selbst auch noch zu bescheißen, um sich über gefühlte Siege zu freuen, wo die Wirklichkeit nur weh tun könnte, hat noch einmal eine andere Qualität.

 

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Während die Hamas Kinder im Umgang mit Kalaschnikows schult, feiert die Fatah den Mörder eines Vaters von fünf Kindern als Helden.

Zur Erinnerung: In der erstgenannten Organisation vermutet Claudia Roth „einen pragmatischen Teil“, mit dem Israel verhandeln solle, mit der anderen teilt die SPD „gemeinsame Ziele“ und „gemeinsame Werte“. Wer einen Nahost-„Friedensprozess“ voranbringen will, sollte im Herbst also unbedingt rot-grün wählen.

 

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Kein Geringerer als „der arabische Oskar Schindler“ wurde in der Dokumentation gesucht, die Arte gestern am späten Abend ausstrahlte.

Der jüdische amerikanische Historiker Robert Satloff begab sich auf Spurensuche in den Maghreb, um zu recherchieren, ob es nachweislich vorkam, dass Araber im Zweiten Weltkrieg Juden vor den Nazis bzw. den Schergen des ebenso antisemitischen Vichy-Regimes retteten. Um es kurz zu machen: Es gab solche Fälle, jedenfalls konnte Satloff einige, natürlich sehr ehrenwerte, ausfindig machen. Dass die große Masse der Araber ungeduldig den Durchbruch Rommels herbeisehnte – geschenkt. Interessant war vor allem, dass der sonst so gern ignorierte arabische Antisemitismus (und auch die Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern in den 50er-Jahren) ebenso zur Sprache kam wurde wie der Umgang mit dem Holocaust in der islamischen Welt.

Wie von einer Kultur, in der man Selbstmordattentäter in israelische Städte schickt und sich hinterher über den Bau einer Sicherheitsanlage beschwert, zu erwarten, wird eine stringente Argumentation dort für absolut verzichtbar gehalten. Nach dem Motto „Ich habe mir nie eine Vase von dir ausgeliehen; erinnere mich noch genau, dass ich sie dir heil zurückgegeben habe; und außerdem war sie vorher schon zerbrochen“ fährt die Logik fröhlich Achterbahn. Im wesentlichen, das wird auch im Film gezeigt, läuft die Rezeption des Völkermords an den Juden im Orient auf drei Erklärungsmuster hinaus: Leugnung, Rechtfertigung und Relativierung. Und sie können mühelos nebeneinander existieren, so wie Mahmud Ahmadinedschad ja auch keinen Widerspruch darin erkennt, immer wieder die vermeintliche Allmacht der Juden als Gefahr für die Menschheit zu beschwören und gleichzeitig von „Mikroben“ und „Kakerlaken“ zu sprechen, die der Iran mit einem müden Arschrunzeln ausradieren könne.

Bleibt anzumerken, dass von Casablanca bis Teheran nicht irgendwelche x-beliebigen Ladenschwengel oder Karussellbremser das Holocaust-Feld so abenteuerlich beackern, sondern Politiker, Journalisten, Geistliche und „Historiker“ – so wie ja überhaupt arabische Intellektuelle deutlich mehr antisemitische PS unter der Haube haben als jeder Fellache im Nildelta.

Jetzt aber die köstlichen Holocaust-Erklärungen aus tausendundeiner Nacht – ein Geschichtsunterricht der besonderen Art. Genießen Sie’s.

Leugnung

Leugnung

 

Rechtfertigung

Rechtfertigung1

Rechtfertigung2

 

Relativierung

Relativierung1

Relativierung2

 

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Todesmut eines Schöngeistes

ulrichwickert

 

Das ist der Journalist und Autor Ulrich Wickert. Ulrich Wickert zeigt Gesicht. Er hat Zivilcourage. Sollte er mal spätabends in der U-Bahn mitbekommen, wie eine Gruppe junger Männer mit südländischem Migrationshintergrund von „Scheißjuden“ spricht, wird Wickert der erste Fahrgast sein, der mannhaft aufsteht und sagt: „So nicht! Ich heiße Uri Wickert und ich bin Jude, und ich verbitte mir diese abfälligen Reden!“ Ganz sicher würde er das tun.

Wenn er doch nur mal mit der U-Bahn fahren würde.

 

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Ausgerechnet der „Hardliner“ der Hamas signalisierte in den vergangenen Jahren einen Kurswechsel und die Bereitschaft, den militanten Widerstand (= Terror, C.C.) zumindest temporär aufzugeben

verkündete Susanne Knaul am 7. Dezember vergangenen Jahres, als Hamas-Chef Khaled Meschaal den Gazastreifen besuchte, unter dem Jubel Zehntausender aus einer Pappmache-Rakete kletterte und den von Knaul behaupteten Kurswechsel wie folgt zusammenfasste:

Palestine is ours, from the river to the sea and from the south to the north. There will be no concession on an inch of the land,“ he told the crowd on his first visit to Gaza. „We will never recognise the legitimacy of the Israeli occupation and therefore there is no legitimacy for Israel, no matter how long it will take.

Um darin eine auch nur temporäre Abkehr vom Terror-Programm zu erkennen, muss man schon über eine Phantasie verfügen, die für das Drehbuch eines veritablen Science-fiction-Films ausreicht, für einen Artikel in einer halbwegs seriösen Tageszeitung allerdings nicht geeignet ist. Allein, seit Frau Knaul alle journalistischen Standards über Bord geworfen hat, fühlt sie sich leicht und frei, immer weiter das Blaue vom Himmel herunterzulügen.

Gemäßigt und ambitioniert

nennt sie Meschaal diesmal anlässlich seiner „Wiederwahl“ durch den Rat der Hamas. Ach ja, und „kompromissbereit“ wird er in der Bildunterschrift auch genannt. „Versöhnung ist seine Mission“, schreibt Knaul, womit allerdings im besten Falle die Beendigung des Kriegszustandes mit der rivalisierenden Fatah gemeint ist, wenn diese sich auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel (Abschaffung Israels) zur selben Taktik bekennt wie die Hamas.

Gemäßigt, kompromissbereit, versöhnlich – wenn zuträfe, was Knaul von Meschaal behauptet, wäre der radikale Islamist („der studierte Physiker“, wie die Terrorversteherin ihn nennt, wobei sie zu erwähnen vergisst, dass er auch Vater von sieben Kindern ist) ein idealer Kandidat für das Papstamt gewesen. Man fragt sich wirklich, was in Oberstübchen wie dem der taz-Redakteurin vor sich geht. In einer Medienlandschaft, die, wie heute Spiegel online, den Raketenbeschuss Israels durch die Hamas und den darauf folgenden Beschuss der Terrorziele durch die israelische Luftwaffe mit dem Satz „Damit haben beide Konfliktparteien die Waffenruhe gebrochen“ kommentiert, wundert einen allerdings schon lange nichts mehr.

Der Wahnsinn geht weiter.

 

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Adolf war gerade an der Macht
Im Februar dreiunddreißig,
Da kam in einer dunklen Nacht
Der Gerd zur Welt, das weiß ich.

Als 18 sich die Kugel gab
War unser Gerhard noch ein Kind
Doch wusste er, bis dass er starb,
Wie übel doch die Juden sind.

Aus dem Hintergrund schoss Rahn
Doch unserm Gerhard war es gleich;
Er himmlerte den Führer an
Und das vergang´ne Dritte Reich.

Die andern sahen alle „Dallas“
Und lasen sogar Donald Duck;
Doch Gerd, der gab für Deutschland alles
Und Braunes-Pack-Papier in Druck.

Er schrieb, wie arg der Ami sei
Und wie die finstren Juden lögen;
Die Arbeit machte Gerhard frei
Und er mit Immobilien ein Vermögen.

Von Auschwitz, von den deutschen Sünden
Wollt´ unser Gerd nichts hören;
Er war so Frey, die DVU zu gründen
und über „Schuld“ sich zu empören.

Was er verlegte, war schon krass
Wie damals Streichers Stürmer;
Am Ende las er Günter Grass – 
Nun warten schon die Würmer:

Denn Gerd ist jetzt auf großer Fahrt
Mit Charons dunklen Fähren;
Freude im Gau und im Protektorat
Von Böhmen und von Mähren!

Der Schoß, aus dem der Gerhard kroch,
Ist fruchtbar, keine Frage;
Doch Israel gibt´s immer noch
Und Gerd liegt schon im Grabe.

 

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Ihr Herz ist bei ihm

Dass im Gefängnis einsitzende Vergewaltiger und Frauenmörder weibliche Groupies haben, die ihnen Liebesbriefe schreiben, sie im Knast besuchen oder gar heiraten, kommt immer wieder vor. Entsprechend hat auch Samer Issawi, Mitglied der terroristischen PFLP (erklärtes Ziel: “Befreiung ganz Palästinas im bewaffneten Kampf”), der wegen illegalen Waffenbesitzes und Bildung militärischer Zellen in einem israelischen Gefängnis brummt und sich seit längerem im Hungerstreik befindet, Sympathisanten unter jenen, denen er ans Leder will. Eine von ihnen hat ihm jetzt geschrieben.

Lieber Samer al Issawi,

ich kenne Dich nicht persönlich. So habe ich 1979 geschrieben und wußte damals nicht, daß man es im Jahr 2013 lesen wird, als ob es hier und jetzt geschieht. Ich habe Dich auf einem Bild gesehen, auf einer Pressemitteilung von Annette Groth, der Menschenrechtlerin der Partei Die LINKE im deutschen Parlament. Darin fordert sie, Deine Administrativhaft in einem israelischen Gefängnis zu beenden, um Dein Leben zu retten.
Du kämpfst, Samer, mit Deiner letzten Waffe, Deinem Körper, gegen eine verbrecherische Besatzung.
Ich habe als Anwältin Hunderte Deiner hungerstreikenden Brüder betreut während der Jahre der Besatzung. Ich habe manche dazu gebracht, den Hungerstreik zu beenden, um am Leben bleiben zu können. Ich habe sie und ihre Familien geliebt und ich wollte sie als Kämpfer für die Freiheit und für den Frieden am Leben behalten.
Lieber Samer, ich verabscheue die Willkür Deiner Haft, kämpfe dagegen, und ich wünsche Dir Erfolg und noch ein langes Leben.
Ich bin weit weg von Dir, aber mein Herz ist bei Dir.

Deine Felicia Langer

Postskriptum: Felicia Langer, die sich hier unzweideutig der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verdächtig macht, ist wegen ihrer Verdienste um Menschenrechte im Jahre 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet worden. Im Jahre 2006 bekam sie den “Menschenrechtspreis” der “Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde”, die im Jahre 1991 u.a. von entlassenen DDR-Wissenschaftlern, Juristen und ehemaligen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit gegründet wurde.

 

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Horseshit Dance


Sechs Palästinenser tanzen „Gangnam Gaza Style“ – und schaffen es damit, nein: nicht ins Feuilleton, was schon erstaunlich genug wäre, sondern in den Politikteil (!) von SZ online.

Nun gut, in einer Zeit, in der mangels Möglichkeiten (Fatah in der Westbank) beziehungsweise mangels Lust (Hamas im Gazastreifen, nach der erzieherischen Maßnahme im November 2012) nicht gefeuert, also auch nicht zurückgefeuert wird, und angesichts des für notorisch israelkritische Kommentatoren unbefriedigenden Wahlausgangs – aus dem prognostizierten „Rechtsruck“ wurde nichts, sodass der Prügelknabe bis auf weiteres leider keine Angriffsfläche bietet – muss man nehmen, was kommt. Wenigstens eine, wenn auch an Haaren herbeigezogene, Gelegenheit für die Münchner Kollegen, einmal mehr „das Leid der Palästinenser“ zu thematisieren, also die ebenso sattsam bekannten wie ungerechtfertigten Vorwürfe an Jerusalem zu richten:

Die Lage im Gaza-Streifen gilt als prekär. Die Arbeitslosigkeit unter den etwa 1,7 Millionen Einwohnern liegt bei mehr als 30 Prozent, nach Angaben der Unesco sind 72 Prozent der 15- bis 19-Jährigen ohne Job. Die Versorgung mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Strom ist gefährdet, weil Israel die Grenze kontrolliert – als Schutz vor der Hamas, die seit fünf Jahren in Gaza herrscht und deren erklärtes Ziel es ist, Israel mit terroristischen Mitteln zu beseitigen.

Bis auf den letzten Halbsatz stimmt hier so gut wie nichts. Die Lage in Gaza ist nicht „prekär“, die Menschen dort sind grundsätzlich mit allem versorgt, sie hungern nicht, sie dürsten auch nicht, und Lebensmittel und Strom werden ohnehin nach wie vor von Israel geliefert – dem Land, das von Gaza aus beschossen wird. Übrigens ein historisch einmaliger Vorgang, dass ein Staat seine erklärten Feinde mit allem Nötigen versorgt. Erst vor zwei Tagen war zu lesen:

Die unterirdischen elektrischen Leitungen, die den nördlichen
Gazastreifen von Israel aus mit Elektrizität versorgen, sind in der
vergangenen Woche saniert und aufgerüstet worden.

Diese Leitungen liefern täglich 12,5 MW Elektrizität, das sind zehn
Prozent der Gesamtmenge an Elektrizität, die Israel jeden Tag in den
Gazastreifen liefert. Der Großteil der von den Bürgern des Gazastreifens verbrauchten Energie kommt aus Israel.

Die Aufrüstung der Leitungen hat nun deren Kapazitäten deutlich
erweitert, sodass die Stabilität der Energieversorgung besser
gewährleistet wird. Im nördlichen Gazastreifen liegen mit Beit Hanoun und Beit Lahia zwei größere Städte mit zusammen etwa 70.000 Einwohnern.

Die israelische Regierung verfolgt eine konsequente Politik der
Unterstützung der palästinensischen Zivilbevölkerung im Gazastreifen.

Dass die Arbeitslosigkeit im Gazastreifen hoch ist, ist nicht Israel anzulasten: Die dort herrschende Hamas unternimmt nichts, um diesen Missstand zu beheben (warum auch, ihr Daseinszweck ist die Bekämpfung Israels und die Talibanisierung der eigenen Gesellschaft), dafür werden die Millionen, die die Terrororganisation von Zeit zu Zeit zugesteckt bekommt, gern in Raketen investiert, mit denen man dann den Lebensmittel- und Stromlieferanten beschießt. Eine reichlich absurde Situation, sollte man meinen, zumal nicht nur „Israel die Grenze kontrolliert“, sondern auch Ägypten. Von dort werden allerdings nur die iranischen Raketen importiert, der Strom kommt ja von den verhassten „Abkömmlingen von Affen und Schweinen“. Nahost eben.

Sechs Palästinenser tanzen „Gangnam Gaza Style“. Und vor dem Fenster der Teeküche der SZ-Onlineredaktion rauscht die Linde.

 

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