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Archive for the ‘Kultur’ Category

 

Heldenhafte arabische Führer und ihre Armeen geben schwächlichen krummnasigen Jidden den Rest, legen Tel Aviv in Schutt und Asche – jedenfalls in ihren feuchten Vernichtungsträumen, die allerdings am 5. Juni 1967 ein jähes Ende finden. Israel, damals so wenig wie heute gewillt, der eigenen Vernichtung zu harren, zieht als Erster und die Araber bezahlen ihre Hoffart mit einer vernichtenden Niederlage und dem Verlust des Sinai, des Gazastreifens, der Westbank und der Golanhöhen.

Nun jährt sich der Sechstagekrieg zum 45. Mal, und an der Ablehnung des jüdischen Staates hat sich in der ohnehin brandgefährlichen Region nichts geändert. Was sich allerdings geändert hat, ist die Sicht von außen auf den Konflikt. War seinerzeit von Palästinensern noch nicht einmal im SPIEGEL die Rede, so erfreut sich das abenteuerliche arabische Narrativ vom heimtückischen Überfall Israels auf friedliebende Nachbarn und die Besetzung „palästinensischen“ Landes heute allgemeiner Akzeptanz. Auch Deutschland leidet, was das historische Gedächtnis inbezug auf Nahost betrifft, an offenbar unheilbarer Demenz.

Es kann daher nicht schaden, noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, wie man in den arabischen Ländern selbst die eigene Kriegslüsternheit und den Willen, den jüdischen Staat zu vernichten, zum Ausdruck brachte. Der stets vorzügliche Elder of Ziyon hat eine kleine, aber feine Karikaturen-Galerie zusammengestellt, die man jedem Dummschwätzer unter die Nase halten müsste.

 

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Die öffentliche Verbrennung von Flaggen westlicher Länder – insbesondere der Flagge Israels und der USA – ist in der islamischen Welt ein gesellschaftliches Event, ein gemeinschaftsstiftendes Ritual, ein Happening vergleichbar den traditionellen Protesten gegen den Castor-Transport in deutschen Landen.

Von Nordafrika bis Pakistan nehmen vorzugsweise Männer daran teil und erwecken dabei den Anschein spontaner Empörung, obwohl es zur Durchführung des Rituals im Vorfeld gewisser Vorkehrungen bedarf. Nicht immer ist eine industriell gefertigte Flagge zur Hand, oft genug müssen die für das Feuer bestimmten Tuche in mehr oder weniger mühsamer Eigenarbeit hergestellt werden. Ägypter, Palästinenser, Jordanier, Libanesen, Iraner, Iraker und Pakistanis hocken also auf dem Boden und bemalen weiße Rechtecke mit Stars & Stripes beziehungsweise mit dem Davidstern. Das Ergebnis ist mitunter enttäuschend. Eine Stilkritik.

 

Hier kommt westliche Technik zum Einsatz, um bei der Zerstörung eines mit viel Wohlwollen als israelische Flagge zu bezeichnenden Stoffs einen halbwegs imposanten Effekt zu erzielen. Aber seien wir ehrlich: Überzeugend ist das nicht.

 

Diese Ägypter haben sich bei der Fertigung der Fahne eher wenig Mühe gegeben, dafür ist der Akt als solcher ein Augenschmaus für jeden Pyromanen.

 

Schauplatz Jordanien: Diese Herren haben sehr nachlässig gearbeitet. Die roten Streifen sind im Verhältnis zu den weißen viel zu dünn, und statt der Sterne hat man doch tatsächlich nur einige Kreuzchen (!), ja, man muss es sagen: hingerotzt wie auf den Lottoschein. Da hilft auch die Entschuldigung nichts, dass Herstellung und Verbrennung zeitlich in einem eklatanten Missverhältnis zueinander stehen, schließlich ist das beim Kochen und Essen genauso. Pfusch!

 

Auch hier wurde geschludert. Den Union Jack zieren lächerlich dünne Streifen, die wie mit Wachsmalstiften ausgemalt scheinen, und auf der US-Flagge prangen blaue Pentagramme auf weißem Grund. Geht gar nicht.

 

Dieser Herr verzichtet auf die kollektive Entrüstung und zieht die traditionelle Show allein durch. Nicht ganz ungefährlich, es hat durchaus schon tragische Unfälle gegeben.

 

An der wohl im Handel erworbenen Flagge ist nichts auszusetzen, allerdings hat sie jemand in seiner Wut auf den großen Satan verkehrt herum an der Stange befestigt. Auch wenn das Malheur vor imposanter Kulisse passiert ist: kein Drama. Schließlich wurde schon der Heilige Petrus kopfüber gekreuzigt.

 

In diesem Fall müssen wir jedoch schimpfen. Die Flagge Marke Eigenbau hängt komplett verkehrt herum. Offenbar hat sich niemand bemüßigt gefühlt, „Das blaue Viereck nach oben links!“ zu rufen. Jetzt haben wir den Salat.

 

Kommen wir zu einem wirklich desaströsen Produkt. Das star spangled banner ist komplett misslungen, das blaue Feld schließt nicht oben ab, wir sehen nur vier, deutlich zu dick geratene Streifen, und die Anzahl der Sterne beläuft sich, auch wenn ein Schuh das schamhaft zu verdecken versucht, auf gerade einmal zwölf von fünfzig. Bei der israelischen haben die pakistanischen Wutbürger die blauen Streifen, die nach arabischem Narrativ für Nil und Euphrat stehen, schlicht vergessen, und wofür die beiden mit Kreuzen bemalten Rechtecke stehen sollen, bleibt ein Mysterium. Die Schweiz? Dänemark? Das Rote Kreuz? Sämtliche Optionen wären dramatisch schlecht umgesetzt. Enttäuschend.

 

Wo sogar T-Shirts und Oberhemden knapp sind, bleibt auch das Rohmaterial für Flaggen Mangelware – geschenkt. Das rechtfertigt jedoch nicht die schludrige Bemalung insbesondere des US-Banners! Diese Jungs müssen noch viel lernen.

 

Vor der Stürmung der israelischen Botschaft in Kairo bringen sich die Demonstranten auf ihre Art in Stimmung. Blau ist out, stattdessen setzt man im Arabischen Frühling auf ein frisches Türkis. Kann man unter „künstlerische Freiheit“ verbuchen.

 

Nein, das ist, Entschuldigung, popelig: Unter Verzicht auf eine Stange hält man das lieblos bearbeitete Laken (die Streifen nur hauchdünne Striche, der Davidstern viel zu groß und unproportioniert) mit der Hand fest, während es angezündet wird. Das ist billig, das ist nichts. Auch der Schlappen, mit dem auf das Objekt eingeprügelt wird, kann den verheerenden Gesamteindruck nicht aufpolieren.

 

Diese Israelkritiker brennen ein fast kreisrundes Loch in die bewusst unperfekt gestaltete Flagge mit dem Davidstern. Auch im arabischen Raum ist also durchaus die eine oder andere Innovation möglich. Ist da vielleicht noch mehr zu erwarten?

 

Tatsächlich! In Jordanien hat man eine US-Flagge um ein Grautier mit vier Buchstaben sowie eine israelische Flagge mit minderwertigem Schuhwerk drapiert. Die Stimmung ist allerdings mäßig, ein Mann hält das Bild für die Nachwelt fest, drei weitere feixen, der Rest schaut indifferent drein oder wendet sich sogar ab. Offensichtlich muss sich diese interessante Variante erst durchsetzen. Kann allerdings dauern, im Orient.

 

Im Irak erfreut sich diese Version als Alternative zum öden Zebrastreifen großer Beliebtheit. Entspannt schlendern die Menschen über eine XXXL-Flagge Amerikas, womöglich zu einer McDonald´s-Filiale, was dem ganzen eine pikante Note gäbe. Dennoch: Das hat was!

 

Oha, ein Promi! In einem ansonsten eher uninspirierenden Ambiente demonstriert kein Geringerer als Mahmud al-Zahar, einer der Altvorderen der demokratisch gewählten Hamas, dass er Israels Politik für kritikwürdig hält. Allerdings sieht er von einer Verbrennung des Fußbodenbelags demonstrativ ab, was seine grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft klar unterstreicht.
Herr Lüders, übernehmen Sie!

 

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Eidgenossin 2.0

Der Islam gehört auch zur Schweiz. Als Beispiel für gelungene Integration möge die Frauenbeauftragte des Vorstands des Islamischen Zentralrats dienen. Überzeugen Sie sich selbst. Besuchen Sie die Website, scrollen sie bis zur Dame im eleganten Weiß hinunter. Voilà – die Frauenbeauftragte!

Nicht zu verwechseln mit der Gleichstellungsbeauftragten. Gott bewahre.

 

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Geht doch!

Der „spontane Ausbruch des Volkszorns“, den Dr. Goebbels vor ziemlich genau 73 Jahren inszenierte, ist in muslimischen Ländern ein noch immer gern praktiziertes gesellschaftliches Event. Gerade heute war wieder von gewissen Ereignissen zu hören, die „möglicherweise (!) vom Regime orchestriert“ wurden, wie Spiegel online zu berichten weiß.

In Ermangelung einer jüdischen Minderheit, die sich drangsalieren, vertreiben oder totschlagen ließe, ist man von Nordafrika bis Indonesien auf amerikanische und israelische Flaggen angewiesen. Diese werden von den Demonstranten nicht selten eigens in liebevoller Handarbeit gefertigt, bevor man sie vor laufender Kamera mit verzerrten Gesichtszügen und unter wildem Gebrüll zerfetzt, in den Staub trampelt und zu guter Letzt dem Feuer übergibt.

Üblicherweise rekrutieren sich die „Demonstranten“ aus den unteren sozialen Schichten, sie sind gewissermaßen die fleischgewordene arabische Straße, die seit jeher auf Parolen wie „Tod Amerika!“, „Tod den Engländern!“ und „Tod den Juden!“ setzt. Lange Gewänder, lange Bärte, mutmaßlich kurzer Penis – Männer wie diese hier, die in Pakistan das traditionelle Flaggenritual zelebrieren:

Das aber ist nur eine Seite der Medaille. Wer sagt, dass moderate Islamisten nur solche sind, denen die Munition ausgegangen ist? Differenzierung tut Not, schließlich sind nicht alle Pakistanis Barbaren, die sich an archaischen Praktiken ergötzen. Auch in Islamabad gibt es würdevolle Herren, die noch wissen, was sich gehört. Gentlemen, die Anzug und Krawatte tragen und mit den Umgangsformen des Westens vertraut sind. An ihnen sollten sich die islamistischen Primitivos ein Beispiel nehmen. Ja, so sieht zivilisierter Protest aus, meine Herren!

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Eisige Stille im Gasometer

Für alle, die gestern Abend die Sendung mit dem Jauch verpasst haben, hier eine kurze Zusammenfassung: „Zehn Jahre 11. September – War es richtig, in den Krieg zu ziehen?“ lautete das Thema, und es nahmen teil (v.l.n.r.):

Springer-Chef Mathias Döpfner, der in die Runde passte wie, um es mit Stromberg zu sagen, „´n Hummer an ´nen Bockwurststand“, weil er gern über die Freiheit gesprochen hätte, die es gegen radikale Islamisten zu verteidigen gilt, aber niemanden fand, der sich auf dieses heikle Thema einlassen wollte. Dann Fußballtrainer Jürgen Klinsmann, wo seit 13 Jahren in Amärika läbt, und Altachtundsechzigerin Elke Heidenreich, die als eine Art Überlebende vorgestellt wurde, weil sie am 11. September 2001 in New York hätte gewesen sein können, es aber nicht war, weil man zu einer Einladung bei Harald Schmidt nicht Nein sagen kann.

Weiters Jürgen Todenhöfer, der als „Afghanistan-Kenner“ vorgestellt wurde, mit silbrigem Haar, salbungsvoller Stimme und ganz, ganz viel Mitgefühl für afghanische Zivilisten, sofern sie NATO-Luftangriffen zum Opfer fallen und nicht dem Terror der Taliban. Schließlich noch Ex-Verteidigungsminister Peter Struck, der erklärte, die Versicherung „uneingeschränkter Solidarität“, von der die Regierung Schröder schon bald nichts mehr wissen wollte, sei damals gewissermaßen alternativlos gewesen, sowie das als „Dust Lady“ bekannt gewordene Anschlagsopfer Marcy Border und Tanja Menz, Mutter eines in Afghanistan gefallenen deutschen Soldaten. Sie mochte sich über den Mörder ihres Sohnes, der als afghanischer Polizist den deutschen Verbündeten von hinten erschoss, allerdings kein Urteil erlauben, denn: „Man weiß ja nie, was der vorher erlebt hat“.

Leider wurde dem Zuschauer der Kameraschwenk Richtung Todenhöfer in diesem Augenblick vorenthalten. Er dürfte zustimmend genickt haben. Der Afghanistan-Kenner selbst schwieg von den Taliban, die Menschen in Fußballstadien hinzurichten pflegten (schade, denn sonst hätte Klinsmanns Anwesenheit doch noch irgendwie eine Berechtigung erfahren), und schwadronierte lieber lang und breit darüber, dass der Afghanistan-Krieg ein „schrecklicher Fehler“ sei, denn im Krieg sterben Menschen. Vor allem aber sprach er über sich: Er, Jürgen Todenhöfer, habe ein Waisenhaus für Dutzende afghanische Kinder gegründet; er, also Jürgen Todenhöfer, habe in einem libyschen Krankenhaus mit einem Arzt gesprochen; er, Jürgen Todenhöfer, habe in Kairo mit den Menschen auf dem Tahrir-Platz demonstriert. Und da er (Jürgen Todenhöfer, um ihn noch einmal zu erwähnen) nicht nur die Sünden des Westens auf sich nimmt, dafür Buße vulgo Gutes tut und noch öfter darüber redet, sondern auch immer dort auftaucht, wo das Elend am größten ist, hat er trotz dieses bewundernswerten Engagements noch die Zeit gefunden, sich in eine deutsche Talkshow zu bemühen.

Auf gewisse Errungenschaften in Afghanistan, die in einem Einspieler aufgeführt wurden, vom Rückgang der Kindersterblichkeit bis zu dem Umstand, dass jetzt auch Mädchen Schulen besuchen dürfen, ging Jürgen Todenhöfer allerdings ebenso wenig ein wie auf die Tatsache, dass die allermeisten Afghanen von „Aufständischen“, also Steinzeitislamisten getötet werden. Das hätte auch nicht in sein Argumentationsschema gepasst, das im Wesentlichen aus der Behauptung besteht, der Westen sei es, der schlimmen Krieg in einen ansonsten friedlichen und harmonischen Teil der Welt getragen hätte.

Ein Zitat aus einem herausragenden Essay von Mathias Döpfner, das eine Diskussion über den radikalen Islamismus, der ja irgendwie mit dem schicksalhaften Datum zu tun hat, hätte anstoßen können, wurde weitgehend ignoriert (einzig Peter Struck meinte, es habe was für sich, er wolle es jedoch so nicht unterschreiben), und als der Springer-Chef die falschen Lehren, die die Deutschen aus Krieg und Holocaust zogen, erwähnte („nie wieder Gewalt, nie wieder Krieg“), spendete das Klatschvieh an der falschen Stelle Beifall – der dann bezeichnenderweise ausblieb, als Döpfner von den Lehren sprach, die man hätten ziehen sollen: „Nie wieder Antisemitismus, nie wieder Diktatur“. Eisige Stille im Gasometer.

Der freundliche Herr Klinsmann wusste zur Debatte beizutragen, dass „der Amerikaner“ viel zu beschäftigt sei mit der Bewältigung des Alltags, und damit, nach vorne zu schauen, als dass er Nachrichten wirklich bewusst und in der Tiefe aufnehmen und reflektieren könne. Anders natürlich als wir Deutschen im allgemeinen und Elke Heidenreich im besonderen. Sie erklärte, Terror dürfen man nie „mit Terrorismus beantworten“ (Applaus) und wusste mit der Behauptung zu erheitern, die islamische Welt sehne sich nach Demokratie (wobei dort der Wunsch nach dem Sturz eines Tyrannen durchaus auch mit dem Wunsch einhergehen kann, den Frieden mit Israel aufzukündigen und schon mal vorsorglich die Botschaft des Landes zu stürmen). Darüber hinaus habe 9/11 eine „Vorgeschichte“, von wegen „Ursache und Wirkung“.

Aha, denkt sich der einschlägig vorgebildete Zuschauer, jetzt hören wir einmal mehr, warum die Amerikaner sich die Angriffe auf New York und Washington mit 3000 Toten letztlich selbst zuzuschreiben haben, aber dann kommt Elke Heidenreich leider nicht mehr dazu, einem Großteil der Deutschen aus der Seele zu sprechen. Der Afghanistan-Kenner mahnt noch einmal die Alternative zum Krieg an, die jetzt schon greifbar nahe sei, nämlich „Verhandlungen“; es müssten eben nur die Taliban versprechen, sich nicht mit Terroristen zu verbünden oder so ähnlich. Eine gute Schlusspointe für einen Fernsehabend, der des 11. September zwar gewiss nicht würdig war, aber doch immerhin merkwürdig.

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Sowohl bei den Bildagenturen als auch beim Qualitätsmedium DIE ZEIT geht man mit den Fakten nicht allzu pingelig um: Die stimmungsvolle Fotostrecke zum „Ramadan in Palästina“ schlägt Israels Hauptstadt Jerusalem Palästina zu, bezeichnet Jenin als „westjordanisch“ und verwechselt die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg mit dem Felsendom (siehe unten). Kann passieren. Darf aber nicht passieren. Wir plädieren eindringlich dafür, dem Redaktionspraktikanten die Zuständigkeit für derart sensible Themen zu entziehen.

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Anmerkungen zu nicht lange zurückliegenden, gegenwärtigen oder in naher Zukunft dräuenden Ereignissen sowie Personen, ohne die diese Welt reicher wäre.

A wie Antizionisten

Nach dem überwältigenden Propagandaerfolg des Mavi-Marmara-Zwischenfalls wollen die „Aktivisten“ es noch einmal wissen. Im Mai soll eine weitere Flottille von 15 Schiffen zwar nicht den Palästinensern helfen, aber doch den Israelis schaden. Da auch im Licht ganz anderer Erkenntnisse trübe Gestalten an ihrer grotesken Darstellung der Ereignisse an Bord festhalten, ist eine Neuauflage der dreisten Inszenierung so gut wie sicher.

B wie Boykotteure

Trotz des aufopferungsvollen Einsatzes von Bremer Friedensfreunden, welche die gute alte deutsche Tradition des „Kauft nicht bei Juden“ wiederbeleben wollten, habe ich gestern auf dem Wochenmarkt schon wieder Datteln und Clementinen aus Israel gesehen. Am Stand eines Türken! Auf die Volksgenossen ist offenbar genauso wenig verlass wie auf Bürger mit Migrationshintergrund. Ein idealer Aufhänger für den nächsten „Kommentar des Monats“. Melzer, übernehmen Sie!

C wie Coalition of the Willing

Anzahl von Staaten, die dem Diktator Gaddafi beim Versuch in den Arm fallen, aufständische Bürger wie tolle Hunde zu erschlagen. Wir Deutschen machen da nicht mit. Wir sind für die Maus, aber auch für die Katze.

D wie Dilemma

Israel will den Frieden, die Hamas ist scharf auf Krieg. Was tun, wenn man sich auf einen „Friedensprozess“ eingelassen hat, aber naturgemäß mehr zur anderen Seite neigt? Einerseits möchte die Fatah ja ein bisschen Frieden, um Verhandlungspartner, Vermittler und Sponsoren bei Laune zu halten, andererseits aber auch ein bisschen Terror, damit man der eigenen, entgegen weit verbreiteter Meinung noch immer nicht geänderten Charta nicht untreu wird und vor den arabischen Brüdern nicht als Verräter dasteht. Wie der kostbare Zwischenzustand zu erhalten ist, wird Mahmud Abbas beim nächsten Raïsparteitag dringend thematisieren müssen.

E wie Eichmann

Vor ziemlich genau 50 Jahren in Jerusalem angeklagter Nazi-Kriegsverbrecher, der als Organisator des Massenmords an den europäischen Juden unermüdlich und kreativ war, sich aber am Ende hängen ließ. Zum Jahrestag des Eichmann-Prozesses werden diverse TV-Dokumentationen ausgestrahlt.

F wie Fogel

Siedlerfamilie, die von einem palästinensischen Freiheitskämpfer im Schlaf getötet wurde. Da sich noch niemand persönlich zu diesem heroischen Akt bekannt hat, konnte noch keine Straße nach ihm benannt werden.

G wie Goldstone

Richter, der sein harsches Urteil fällte, nachdem er den Anklägern sein Ohr geliehen hatte. Jetzt hat er eingesehen, dass der Angeklagte weitaus glaubwürdiger war, was diesem allerdings, da längst verurteilt, nichts mehr nützt. Neben den Verleumdern steht jetzt immerhin auch der ehrenwerte Mr. Goldstone ohne Hemd und Hose da, von einem Verleger in Neu-Isenburg ganz zu schweigen, dem der „Report“ gleichsam als Bibel galt. Tja.

H wie Hamas

Juristische Expertengruppe mit Schwerpunkt Internationales Recht.

I wie Intifada-Seite

Auf Facebook gelöscht, weil sich ein Herr Edelstein bei einem Herrn Zuckerberg beschwert hatte. Darf man jetzt schon nicht mehr zur Gewalt aufrufen, nur weil es Juden nicht passt? Gemein!

J wie Jerusalem

10.000 Läufer hecheln durch eine Stadt. So what, könnte man sagen. Allein, wenn die Stadt Jerusalem heißt, bleiben Ärger und Proteste natürlich nicht aus. Da sollte die Strecke doch tatsächlich auch durch arabische Stadtteile führen. Unerhört!

K wie Klageweib

Seit dem tragischen Zerwürfnis zwischen Evelyn Hecht-Galinski und dem Betreiber der Plattform für die publizistischen Ergüsse der „Tochter“ hat sich Abraham Melzer das Narrengewand übergeworfen.

Inhaltlich und stilistisch ist das Ergebnis so armselig, dass der Wechsel dem uneingeweihten Betrachter gar nicht auffallen dürfte.

L wie Lachnummer

Neulich im Deutschlandfunk. Frage der Moderatorin: „Was bekommen denn die Menschen in Tripolis von den Bombardierungen mit?“ – Korrespondent: „Nun, sie haben die Möglichkeit, sich über die staatlichen Rundfunksender zu informieren…“

M wie Mentalist

Ein palästinensischer Ingenieur verschwindet in der Ukraine aus einem Zug – und taucht in einem Knast in Israel wieder auf.

(Palästina-Portal)
Dabei ist der Mann doch nur ein Ingenieur, wirklich! Wie dieser hier.

N wie Naqba-Ausstellung

Ausgefallene Darstellung eines tragischen Ereignisses. Weil 1948 aus der Auslöschung der Juden (Azzam Pascha, 1. Generalsekretär der Arabischen Liga: „Dies wird ein Krieg der Vernichtung [gemeint: der Juden] und ein gewaltiges Massaker, von dem man einmal in derselben Weise wie von den Massakern der Mongolen und den Kreuzzügen sprechen wird“) nichts wurde und stattdessen die Angreifer zu großen Teilen ihre Heimat verloren, muss diese historische Ungerechtigkeit in jeder größeren Stadt bejammert werden. Ersatzweise wird ein Wehklagen angestimmt, wenn ein OB eine derartige Obszönität in öffentlichen Räumen untersagt.

O wie Opfer, zivile

Seltsam, dass die Franzosen Ende August 1944 so euphorisch die Befreiung von Paris feierten – immerhin waren bei den Kämpfen in der Normandie rund 20.000 unschuldige Bürger umgekommen. Wie auch immer: In Libyen oder Afghanistan sind zivile Opfer unter allen Umständen zu vermeiden, weshalb sich die NATO aus diesen Ländern zurückzuziehen hat, nach unserer Kenntnis sofort, unverzüglich. Es wird danach zwar erst recht zivile Opfer geben, aber die gehen dann nicht auf das Konto des Westens. Näheres erklärt Guido Westerwelle.

P wie Palästina-Portal

Überflüssigste Kreation seit der Erfindung der Gesichtswurst, und noch deutlich unappetitlicher als diese. Aber wen wunderts? Wenn in Deutschland ein erfolgloser Künstler die Politik für sich entdeckt, besteht grundsätzlich Anlass zur Beunruhigung.

Q wie Qassam

Explosiver Ausdruck des Bedürfnisses palästinensischer Dschihadisten, Juden zu piesacken.
Die Krone der Militärtechnik ist das Geschoss nicht, deshalb bemüht man sich um die Einfuhr von größeren Kalibern, etwa Grad-Raketen, mit denen sich auch weiter entfernt liegende Städte beschießen lassen. So lange man nicht aus den Hügeln Samarias in den Großraum Tel Aviv hineinfeuern kann, muss man nehmen, was man hat. Apropos.

R wie Raketenbeschuss

Bestandteil des arabischen Zermürbungskrieges gegen Israel, der international nicht geahndet wird, den jüdischen Staat aber nicht zur Ruhe kommen lässt und im günstigsten Fall zu einer Militäroperation provoziert, womit die internationale Aufmerksamkeit wieder geweckt wird.

S wie Staatsgründung

Die palästinensische Autonomiebehörde strebt die staatliche Unabhängigkeit ohne lästige Verpflichtung zur Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts an und bemüht sich um die Akzeptanz der Staatengemeinschaft für diese alle bisherigen Abmachungen Hohn sprechende Maßnahme. Es wird interessant sein, zu beobachten, welche Länder ihr Desinteresse an einer friedlichen Lösung des Nahost-Konflikts endlich offen zeigen. Brasilien, Argentinien und Uruguay haben sich schon geoutet, Kolumbien hingegen hält offenbar am Land-für-Frieden-Prinzip fest. Buh-Rufe von der Westbank.

T wie Twitter

Online-Plattform zur raschen Verbreitung von Kurznachrichten, greift gravierend und in geradezu unzumutbarer Weise in die Arbeitsabläufe von Journalisten alten Schlages ein.
Diese nämlich sind ernsthaftes, gründliches, kenntnisreiches Arbeiten gewohnt, es handelt sich um erstklassige Rechercheure, die nicht mit neumodischem Schnickschnack behelligt werden wollen. Nur die Besten machen irgendwas mit Medien, weshalb die Reportergranate Robert Hetkämper aus Japan berichtet und Ulrike Putz auf dem Balkon ihrer Beiruter Wohnung sitzend die Lage in Bengasi beschreibt.

U wie Unruhen

Gegenwärtige Zustände in der arabischen Welt von Tunis über Kairo und Damaskus bis Sana´a. Es scheint so, als seien die Menschen dort mit ihren Regierungen unzufrieden. Dabei dachten wir immer, sie wachten morgens mit dem Gedanken an den israelisch-palästinensischen Konflikt auf und gingen abends mit dem Gedanken an den israelisch-palästinensischen Konflikt schlafen. Jedenfalls hat man uns doch immer erzählt, alles werde gut, wenn nur endlich „der Nahost-Konflikt“ gelöst würde. Sollte es etwa mehrere geben?

V wie Verkehrschaos

Kann sich jemand vorstellen, dass die Jaffa Road in Jerusalem, seit Jahrzehnten eine lärmende, dieselverpestete, von heruntergekommenen Läden gesäumte Hauptverkehrsader, schon bald eine aufgeräumte Straße sein wird, durch die silbrig glänzende Trams schnurren? Ich noch nicht.

W wie Waffenstillstand

Von palästinensischen Extremisten hin und wieder verkündete Absicht, eine kurze Zeit auf Terror gegen israelische Zivilisten zu verzichten, während der „bewaffnete Arm“ eine Rakete nach der anderen abschießt. Eher gibt Helmut Schmidt das Rauchen auf als dass Banden wie Hamas und Islamischer Dschihad wahrhaftig dem Terror entsagen, aber aus der taz wird man das nicht erfahren.

X wie Xenophobie

In Sharm el-Sheik kann man einem Juden vor laufender Kamera ja mal die Hand drücken, aber was man wirklich denkt, das sagt man dem eigenen Volk.

Y wie Yehuda

Yehuda Avners 730-Seiten-Wälzer „The Prime Ministers. An Intimate Narrative of Israeli Leadership“ beschreibt ebenso kenntnis- wie anekdotenreich israelische Politik der letzten Jahrzehnte und ihre Protagonisten. Das macht einen schon wehmütig. Premiers wie Begin und Golda hätten auf Terror, Raketenbeschuss, Vernichtungsdrohungen und die internationale Verleumdungs- und Delegitimierungskampagne in Politik und Medien entschlossener agiert als etwa ein Olmert, und dem Land wohl einiges erspart. Sehr zur Lektüre im Original empfohlen, denn in deutscher Übersetzung dürfte es kaum erscheinen.

Z wie Zeugen, glaubwürdige

Noam Chomsky, Sümeyye Ertekin, Norman Finkelstein, Neve Gordon, Glenn Greenwald, Arun Gupta, Amira Hass, Henning Mankell, Paul Larudee, Gideon Levy, Lubna Masarwa, Ken O’Keefe, Daniel Luban, Kevin Ovenden, Ilan Pappé, Henry Siegman, Ahdaf Soueif, Richard Tillinghast, Alice Walker, Stephen M. Walt, Philip Weiss, Norman Paech, Haneen Zoabi. Wer seine längst widerlegten Märchen aus 1001 Propagandanacht bedenkenlos von einem Ex-Terroristen verlegen lässt (siehe A), und zwar in der Sachbuch- statt in der Fiction-Abteilung, wäre bei jedem anderen Thema längst draußen. Nicht aber bei diesem. Schön für die üblichen Verdächtigen, ein Elend für alle anderen.

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