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Archive for the ‘Kultur’ Category

Geht doch!

Der „spontane Ausbruch des Volkszorns“, den Dr. Goebbels vor ziemlich genau 73 Jahren inszenierte, ist in muslimischen Ländern ein noch immer gern praktiziertes gesellschaftliches Event. Gerade heute war wieder von gewissen Ereignissen zu hören, die „möglicherweise (!) vom Regime orchestriert“ wurden, wie Spiegel online zu berichten weiß.

In Ermangelung einer jüdischen Minderheit, die sich drangsalieren, vertreiben oder totschlagen ließe, ist man von Nordafrika bis Indonesien auf amerikanische und israelische Flaggen angewiesen. Diese werden von den Demonstranten nicht selten eigens in liebevoller Handarbeit gefertigt, bevor man sie vor laufender Kamera mit verzerrten Gesichtszügen und unter wildem Gebrüll zerfetzt, in den Staub trampelt und zu guter Letzt dem Feuer übergibt.

Üblicherweise rekrutieren sich die „Demonstranten“ aus den unteren sozialen Schichten, sie sind gewissermaßen die fleischgewordene arabische Straße, die seit jeher auf Parolen wie „Tod Amerika!“, „Tod den Engländern!“ und „Tod den Juden!“ setzt. Lange Gewänder, lange Bärte, mutmaßlich kurzer Penis – Männer wie diese hier, die in Pakistan das traditionelle Flaggenritual zelebrieren:

Das aber ist nur eine Seite der Medaille. Wer sagt, dass moderate Islamisten nur solche sind, denen die Munition ausgegangen ist? Differenzierung tut Not, schließlich sind nicht alle Pakistanis Barbaren, die sich an archaischen Praktiken ergötzen. Auch in Islamabad gibt es würdevolle Herren, die noch wissen, was sich gehört. Gentlemen, die Anzug und Krawatte tragen und mit den Umgangsformen des Westens vertraut sind. An ihnen sollten sich die islamistischen Primitivos ein Beispiel nehmen. Ja, so sieht zivilisierter Protest aus, meine Herren!

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Eisige Stille im Gasometer

Für alle, die gestern Abend die Sendung mit dem Jauch verpasst haben, hier eine kurze Zusammenfassung: „Zehn Jahre 11. September – War es richtig, in den Krieg zu ziehen?“ lautete das Thema, und es nahmen teil (v.l.n.r.):

Springer-Chef Mathias Döpfner, der in die Runde passte wie, um es mit Stromberg zu sagen, „´n Hummer an ´nen Bockwurststand“, weil er gern über die Freiheit gesprochen hätte, die es gegen radikale Islamisten zu verteidigen gilt, aber niemanden fand, der sich auf dieses heikle Thema einlassen wollte. Dann Fußballtrainer Jürgen Klinsmann, wo seit 13 Jahren in Amärika läbt, und Altachtundsechzigerin Elke Heidenreich, die als eine Art Überlebende vorgestellt wurde, weil sie am 11. September 2001 in New York hätte gewesen sein können, es aber nicht war, weil man zu einer Einladung bei Harald Schmidt nicht Nein sagen kann.

Weiters Jürgen Todenhöfer, der als „Afghanistan-Kenner“ vorgestellt wurde, mit silbrigem Haar, salbungsvoller Stimme und ganz, ganz viel Mitgefühl für afghanische Zivilisten, sofern sie NATO-Luftangriffen zum Opfer fallen und nicht dem Terror der Taliban. Schließlich noch Ex-Verteidigungsminister Peter Struck, der erklärte, die Versicherung „uneingeschränkter Solidarität“, von der die Regierung Schröder schon bald nichts mehr wissen wollte, sei damals gewissermaßen alternativlos gewesen, sowie das als „Dust Lady“ bekannt gewordene Anschlagsopfer Marcy Border und Tanja Menz, Mutter eines in Afghanistan gefallenen deutschen Soldaten. Sie mochte sich über den Mörder ihres Sohnes, der als afghanischer Polizist den deutschen Verbündeten von hinten erschoss, allerdings kein Urteil erlauben, denn: „Man weiß ja nie, was der vorher erlebt hat“.

Leider wurde dem Zuschauer der Kameraschwenk Richtung Todenhöfer in diesem Augenblick vorenthalten. Er dürfte zustimmend genickt haben. Der Afghanistan-Kenner selbst schwieg von den Taliban, die Menschen in Fußballstadien hinzurichten pflegten (schade, denn sonst hätte Klinsmanns Anwesenheit doch noch irgendwie eine Berechtigung erfahren), und schwadronierte lieber lang und breit darüber, dass der Afghanistan-Krieg ein „schrecklicher Fehler“ sei, denn im Krieg sterben Menschen. Vor allem aber sprach er über sich: Er, Jürgen Todenhöfer, habe ein Waisenhaus für Dutzende afghanische Kinder gegründet; er, also Jürgen Todenhöfer, habe in einem libyschen Krankenhaus mit einem Arzt gesprochen; er, Jürgen Todenhöfer, habe in Kairo mit den Menschen auf dem Tahrir-Platz demonstriert. Und da er (Jürgen Todenhöfer, um ihn noch einmal zu erwähnen) nicht nur die Sünden des Westens auf sich nimmt, dafür Buße vulgo Gutes tut und noch öfter darüber redet, sondern auch immer dort auftaucht, wo das Elend am größten ist, hat er trotz dieses bewundernswerten Engagements noch die Zeit gefunden, sich in eine deutsche Talkshow zu bemühen.

Auf gewisse Errungenschaften in Afghanistan, die in einem Einspieler aufgeführt wurden, vom Rückgang der Kindersterblichkeit bis zu dem Umstand, dass jetzt auch Mädchen Schulen besuchen dürfen, ging Jürgen Todenhöfer allerdings ebenso wenig ein wie auf die Tatsache, dass die allermeisten Afghanen von „Aufständischen“, also Steinzeitislamisten getötet werden. Das hätte auch nicht in sein Argumentationsschema gepasst, das im Wesentlichen aus der Behauptung besteht, der Westen sei es, der schlimmen Krieg in einen ansonsten friedlichen und harmonischen Teil der Welt getragen hätte.

Ein Zitat aus einem herausragenden Essay von Mathias Döpfner, das eine Diskussion über den radikalen Islamismus, der ja irgendwie mit dem schicksalhaften Datum zu tun hat, hätte anstoßen können, wurde weitgehend ignoriert (einzig Peter Struck meinte, es habe was für sich, er wolle es jedoch so nicht unterschreiben), und als der Springer-Chef die falschen Lehren, die die Deutschen aus Krieg und Holocaust zogen, erwähnte („nie wieder Gewalt, nie wieder Krieg“), spendete das Klatschvieh an der falschen Stelle Beifall – der dann bezeichnenderweise ausblieb, als Döpfner von den Lehren sprach, die man hätten ziehen sollen: „Nie wieder Antisemitismus, nie wieder Diktatur“. Eisige Stille im Gasometer.

Der freundliche Herr Klinsmann wusste zur Debatte beizutragen, dass „der Amerikaner“ viel zu beschäftigt sei mit der Bewältigung des Alltags, und damit, nach vorne zu schauen, als dass er Nachrichten wirklich bewusst und in der Tiefe aufnehmen und reflektieren könne. Anders natürlich als wir Deutschen im allgemeinen und Elke Heidenreich im besonderen. Sie erklärte, Terror dürfen man nie „mit Terrorismus beantworten“ (Applaus) und wusste mit der Behauptung zu erheitern, die islamische Welt sehne sich nach Demokratie (wobei dort der Wunsch nach dem Sturz eines Tyrannen durchaus auch mit dem Wunsch einhergehen kann, den Frieden mit Israel aufzukündigen und schon mal vorsorglich die Botschaft des Landes zu stürmen). Darüber hinaus habe 9/11 eine „Vorgeschichte“, von wegen „Ursache und Wirkung“.

Aha, denkt sich der einschlägig vorgebildete Zuschauer, jetzt hören wir einmal mehr, warum die Amerikaner sich die Angriffe auf New York und Washington mit 3000 Toten letztlich selbst zuzuschreiben haben, aber dann kommt Elke Heidenreich leider nicht mehr dazu, einem Großteil der Deutschen aus der Seele zu sprechen. Der Afghanistan-Kenner mahnt noch einmal die Alternative zum Krieg an, die jetzt schon greifbar nahe sei, nämlich „Verhandlungen“; es müssten eben nur die Taliban versprechen, sich nicht mit Terroristen zu verbünden oder so ähnlich. Eine gute Schlusspointe für einen Fernsehabend, der des 11. September zwar gewiss nicht würdig war, aber doch immerhin merkwürdig.

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Sowohl bei den Bildagenturen als auch beim Qualitätsmedium DIE ZEIT geht man mit den Fakten nicht allzu pingelig um: Die stimmungsvolle Fotostrecke zum „Ramadan in Palästina“ schlägt Israels Hauptstadt Jerusalem Palästina zu, bezeichnet Jenin als „westjordanisch“ und verwechselt die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg mit dem Felsendom (siehe unten). Kann passieren. Darf aber nicht passieren. Wir plädieren eindringlich dafür, dem Redaktionspraktikanten die Zuständigkeit für derart sensible Themen zu entziehen.

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Anmerkungen zu nicht lange zurückliegenden, gegenwärtigen oder in naher Zukunft dräuenden Ereignissen sowie Personen, ohne die diese Welt reicher wäre.

A wie Antizionisten

Nach dem überwältigenden Propagandaerfolg des Mavi-Marmara-Zwischenfalls wollen die „Aktivisten“ es noch einmal wissen. Im Mai soll eine weitere Flottille von 15 Schiffen zwar nicht den Palästinensern helfen, aber doch den Israelis schaden. Da auch im Licht ganz anderer Erkenntnisse trübe Gestalten an ihrer grotesken Darstellung der Ereignisse an Bord festhalten, ist eine Neuauflage der dreisten Inszenierung so gut wie sicher.

B wie Boykotteure

Trotz des aufopferungsvollen Einsatzes von Bremer Friedensfreunden, welche die gute alte deutsche Tradition des „Kauft nicht bei Juden“ wiederbeleben wollten, habe ich gestern auf dem Wochenmarkt schon wieder Datteln und Clementinen aus Israel gesehen. Am Stand eines Türken! Auf die Volksgenossen ist offenbar genauso wenig verlass wie auf Bürger mit Migrationshintergrund. Ein idealer Aufhänger für den nächsten „Kommentar des Monats“. Melzer, übernehmen Sie!

C wie Coalition of the Willing

Anzahl von Staaten, die dem Diktator Gaddafi beim Versuch in den Arm fallen, aufständische Bürger wie tolle Hunde zu erschlagen. Wir Deutschen machen da nicht mit. Wir sind für die Maus, aber auch für die Katze.

D wie Dilemma

Israel will den Frieden, die Hamas ist scharf auf Krieg. Was tun, wenn man sich auf einen „Friedensprozess“ eingelassen hat, aber naturgemäß mehr zur anderen Seite neigt? Einerseits möchte die Fatah ja ein bisschen Frieden, um Verhandlungspartner, Vermittler und Sponsoren bei Laune zu halten, andererseits aber auch ein bisschen Terror, damit man der eigenen, entgegen weit verbreiteter Meinung noch immer nicht geänderten Charta nicht untreu wird und vor den arabischen Brüdern nicht als Verräter dasteht. Wie der kostbare Zwischenzustand zu erhalten ist, wird Mahmud Abbas beim nächsten Raïsparteitag dringend thematisieren müssen.

E wie Eichmann

Vor ziemlich genau 50 Jahren in Jerusalem angeklagter Nazi-Kriegsverbrecher, der als Organisator des Massenmords an den europäischen Juden unermüdlich und kreativ war, sich aber am Ende hängen ließ. Zum Jahrestag des Eichmann-Prozesses werden diverse TV-Dokumentationen ausgestrahlt.

F wie Fogel

Siedlerfamilie, die von einem palästinensischen Freiheitskämpfer im Schlaf getötet wurde. Da sich noch niemand persönlich zu diesem heroischen Akt bekannt hat, konnte noch keine Straße nach ihm benannt werden.

G wie Goldstone

Richter, der sein harsches Urteil fällte, nachdem er den Anklägern sein Ohr geliehen hatte. Jetzt hat er eingesehen, dass der Angeklagte weitaus glaubwürdiger war, was diesem allerdings, da längst verurteilt, nichts mehr nützt. Neben den Verleumdern steht jetzt immerhin auch der ehrenwerte Mr. Goldstone ohne Hemd und Hose da, von einem Verleger in Neu-Isenburg ganz zu schweigen, dem der „Report“ gleichsam als Bibel galt. Tja.

H wie Hamas

Juristische Expertengruppe mit Schwerpunkt Internationales Recht.

I wie Intifada-Seite

Auf Facebook gelöscht, weil sich ein Herr Edelstein bei einem Herrn Zuckerberg beschwert hatte. Darf man jetzt schon nicht mehr zur Gewalt aufrufen, nur weil es Juden nicht passt? Gemein!

J wie Jerusalem

10.000 Läufer hecheln durch eine Stadt. So what, könnte man sagen. Allein, wenn die Stadt Jerusalem heißt, bleiben Ärger und Proteste natürlich nicht aus. Da sollte die Strecke doch tatsächlich auch durch arabische Stadtteile führen. Unerhört!

K wie Klageweib

Seit dem tragischen Zerwürfnis zwischen Evelyn Hecht-Galinski und dem Betreiber der Plattform für die publizistischen Ergüsse der „Tochter“ hat sich Abraham Melzer das Narrengewand übergeworfen.

Inhaltlich und stilistisch ist das Ergebnis so armselig, dass der Wechsel dem uneingeweihten Betrachter gar nicht auffallen dürfte.

L wie Lachnummer

Neulich im Deutschlandfunk. Frage der Moderatorin: „Was bekommen denn die Menschen in Tripolis von den Bombardierungen mit?“ – Korrespondent: „Nun, sie haben die Möglichkeit, sich über die staatlichen Rundfunksender zu informieren…“

M wie Mentalist

Ein palästinensischer Ingenieur verschwindet in der Ukraine aus einem Zug – und taucht in einem Knast in Israel wieder auf.

(Palästina-Portal)
Dabei ist der Mann doch nur ein Ingenieur, wirklich! Wie dieser hier.

N wie Naqba-Ausstellung

Ausgefallene Darstellung eines tragischen Ereignisses. Weil 1948 aus der Auslöschung der Juden (Azzam Pascha, 1. Generalsekretär der Arabischen Liga: „Dies wird ein Krieg der Vernichtung [gemeint: der Juden] und ein gewaltiges Massaker, von dem man einmal in derselben Weise wie von den Massakern der Mongolen und den Kreuzzügen sprechen wird“) nichts wurde und stattdessen die Angreifer zu großen Teilen ihre Heimat verloren, muss diese historische Ungerechtigkeit in jeder größeren Stadt bejammert werden. Ersatzweise wird ein Wehklagen angestimmt, wenn ein OB eine derartige Obszönität in öffentlichen Räumen untersagt.

O wie Opfer, zivile

Seltsam, dass die Franzosen Ende August 1944 so euphorisch die Befreiung von Paris feierten – immerhin waren bei den Kämpfen in der Normandie rund 20.000 unschuldige Bürger umgekommen. Wie auch immer: In Libyen oder Afghanistan sind zivile Opfer unter allen Umständen zu vermeiden, weshalb sich die NATO aus diesen Ländern zurückzuziehen hat, nach unserer Kenntnis sofort, unverzüglich. Es wird danach zwar erst recht zivile Opfer geben, aber die gehen dann nicht auf das Konto des Westens. Näheres erklärt Guido Westerwelle.

P wie Palästina-Portal

Überflüssigste Kreation seit der Erfindung der Gesichtswurst, und noch deutlich unappetitlicher als diese. Aber wen wunderts? Wenn in Deutschland ein erfolgloser Künstler die Politik für sich entdeckt, besteht grundsätzlich Anlass zur Beunruhigung.

Q wie Qassam

Explosiver Ausdruck des Bedürfnisses palästinensischer Dschihadisten, Juden zu piesacken.
Die Krone der Militärtechnik ist das Geschoss nicht, deshalb bemüht man sich um die Einfuhr von größeren Kalibern, etwa Grad-Raketen, mit denen sich auch weiter entfernt liegende Städte beschießen lassen. So lange man nicht aus den Hügeln Samarias in den Großraum Tel Aviv hineinfeuern kann, muss man nehmen, was man hat. Apropos.

R wie Raketenbeschuss

Bestandteil des arabischen Zermürbungskrieges gegen Israel, der international nicht geahndet wird, den jüdischen Staat aber nicht zur Ruhe kommen lässt und im günstigsten Fall zu einer Militäroperation provoziert, womit die internationale Aufmerksamkeit wieder geweckt wird.

S wie Staatsgründung

Die palästinensische Autonomiebehörde strebt die staatliche Unabhängigkeit ohne lästige Verpflichtung zur Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts an und bemüht sich um die Akzeptanz der Staatengemeinschaft für diese alle bisherigen Abmachungen Hohn sprechende Maßnahme. Es wird interessant sein, zu beobachten, welche Länder ihr Desinteresse an einer friedlichen Lösung des Nahost-Konflikts endlich offen zeigen. Brasilien, Argentinien und Uruguay haben sich schon geoutet, Kolumbien hingegen hält offenbar am Land-für-Frieden-Prinzip fest. Buh-Rufe von der Westbank.

T wie Twitter

Online-Plattform zur raschen Verbreitung von Kurznachrichten, greift gravierend und in geradezu unzumutbarer Weise in die Arbeitsabläufe von Journalisten alten Schlages ein.
Diese nämlich sind ernsthaftes, gründliches, kenntnisreiches Arbeiten gewohnt, es handelt sich um erstklassige Rechercheure, die nicht mit neumodischem Schnickschnack behelligt werden wollen. Nur die Besten machen irgendwas mit Medien, weshalb die Reportergranate Robert Hetkämper aus Japan berichtet und Ulrike Putz auf dem Balkon ihrer Beiruter Wohnung sitzend die Lage in Bengasi beschreibt.

U wie Unruhen

Gegenwärtige Zustände in der arabischen Welt von Tunis über Kairo und Damaskus bis Sana´a. Es scheint so, als seien die Menschen dort mit ihren Regierungen unzufrieden. Dabei dachten wir immer, sie wachten morgens mit dem Gedanken an den israelisch-palästinensischen Konflikt auf und gingen abends mit dem Gedanken an den israelisch-palästinensischen Konflikt schlafen. Jedenfalls hat man uns doch immer erzählt, alles werde gut, wenn nur endlich „der Nahost-Konflikt“ gelöst würde. Sollte es etwa mehrere geben?

V wie Verkehrschaos

Kann sich jemand vorstellen, dass die Jaffa Road in Jerusalem, seit Jahrzehnten eine lärmende, dieselverpestete, von heruntergekommenen Läden gesäumte Hauptverkehrsader, schon bald eine aufgeräumte Straße sein wird, durch die silbrig glänzende Trams schnurren? Ich noch nicht.

W wie Waffenstillstand

Von palästinensischen Extremisten hin und wieder verkündete Absicht, eine kurze Zeit auf Terror gegen israelische Zivilisten zu verzichten, während der „bewaffnete Arm“ eine Rakete nach der anderen abschießt. Eher gibt Helmut Schmidt das Rauchen auf als dass Banden wie Hamas und Islamischer Dschihad wahrhaftig dem Terror entsagen, aber aus der taz wird man das nicht erfahren.

X wie Xenophobie

In Sharm el-Sheik kann man einem Juden vor laufender Kamera ja mal die Hand drücken, aber was man wirklich denkt, das sagt man dem eigenen Volk.

Y wie Yehuda

Yehuda Avners 730-Seiten-Wälzer „The Prime Ministers. An Intimate Narrative of Israeli Leadership“ beschreibt ebenso kenntnis- wie anekdotenreich israelische Politik der letzten Jahrzehnte und ihre Protagonisten. Das macht einen schon wehmütig. Premiers wie Begin und Golda hätten auf Terror, Raketenbeschuss, Vernichtungsdrohungen und die internationale Verleumdungs- und Delegitimierungskampagne in Politik und Medien entschlossener agiert als etwa ein Olmert, und dem Land wohl einiges erspart. Sehr zur Lektüre im Original empfohlen, denn in deutscher Übersetzung dürfte es kaum erscheinen.

Z wie Zeugen, glaubwürdige

Noam Chomsky, Sümeyye Ertekin, Norman Finkelstein, Neve Gordon, Glenn Greenwald, Arun Gupta, Amira Hass, Henning Mankell, Paul Larudee, Gideon Levy, Lubna Masarwa, Ken O’Keefe, Daniel Luban, Kevin Ovenden, Ilan Pappé, Henry Siegman, Ahdaf Soueif, Richard Tillinghast, Alice Walker, Stephen M. Walt, Philip Weiss, Norman Paech, Haneen Zoabi. Wer seine längst widerlegten Märchen aus 1001 Propagandanacht bedenkenlos von einem Ex-Terroristen verlegen lässt (siehe A), und zwar in der Sachbuch- statt in der Fiction-Abteilung, wäre bei jedem anderen Thema längst draußen. Nicht aber bei diesem. Schön für die üblichen Verdächtigen, ein Elend für alle anderen.

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Schlicht und ergreifend

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Achtung, Kinofreunde – hier kommt der Blockbuster aus Palästina!

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Auch im Jahr 2010 wieder ein schöner Anblick. Und keine Sorge: Als echte Dogmatiker haben wir selbstverständlich schweren Herzens darauf verzichtet, uns die abgebildeten Bikinis zu kaufen.

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Wenn der Muezzin ruft

Laut einer Umfrage wären 43 Prozent der Israelis gegen ein Minarett-Verbot, 28 Prozent dafür, der Rest unentschlossen.

Bemerkenswert ist, dass die Wähler der Partei, die als „rechteste“ in der Knesset gilt, die National Union, sich sogar zu 92 Prozent gegen ein Verbot aussprachen, bei den Haredim sieht es tendenziell ähnlich aus: bei den Wählern von United Torah Judaism sind es 68 Prozent, bei Shas-Unterstützern auch noch 55 Prozent – was zeigt, dass ganz schön auf den Bauch fallen kann, wer sich auf die üblichen Rechts-Links-Schubladen verlässt.

Interessant wäre nun natürlich, den Wohnort der jeweils Befragten zu kennen. Wer in der Sheinkin wohnt und im Leben noch keinen Muezzin vernommen hat, mag da toleranter sein als jemand, der, sagen wir: in Bat Chefer an der Green Line lebt und vom etliche Minuten langen jammernden Gebetsruf aus den Lautsprechern Tulkarems morgens um 4.00 Uhr, wenn es noch stockdunkel ist, aus dem Schlaf gerissen wird (selbst erlebt). Auch wenn die israelische Freundin meinte, sie höre den schon gar nicht mehr.

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Vor einem Vierteljahr berichteten wir von einem libanesischen Triumph der etwas anderen Art.

Nun droht der Rekord schon wieder zu fallen: Ein arabisches Dorf hat angekündigt, eine doppelte Portion Kichererbsenbrei anzurühren, und der Name des Herausforderers hat in Israel, jedenfalls was Humus betrifft, einen Ruf wie Donnerhall: Abu Gosh, eine 7000-Seelen-Gemeinde 10 Kilometer westlich der Hauptstadt, gut sichtbar vom Highway Tel-Aviv – Jerusalem.

Abu Gosh ist so ziemlich das Gegenteil von Umm el-Fachem, einer Hochburg islamistischer Scharfmacher im sogenannten Dreieck. Denn die freundlichen Einwohner von Abu Gosh pflegen das, was allen, die vom und für den Konflikt leben und daher alles tun, um ihn am Kochen zu halten, ein Gräuel ist: gutnachbarschaftliche Beziehungen zu den Juden – für den Israelfeind also nicht weniger als unverzeihliche Kollaboration.

Der Kibbuz Kiryat Anavim etwa, der 1914 gegründet wurde, entstand auf Grund und Boden, den man einem Bewohner von Abu Gosh abgekauft hatte. Während „jüdische“ Fahrzeuge bereits vor dem Unabhängigkeitskrieg oft genug von Freischärlern aus arabischen Dörfern überfallen wurden, hielt sich Abu Gosh aus den Kämpfen von 1948/49 heraus – als einziges von 36 Dörfern der Umgebung. Es blieb trotz des Drucks arabischer Extremisten neutral, trug wohl sogar einiges dazu bei, dass der Versorgungskorridor zum belagerten Westjerusalem aufrechterhalten werden konnte, und wurde so vom Palmach verschont.

Auch heute wird in Abu Gosh nicht gejammert, sondern gearbeitet – vor allem in den Restaurants, die auch von zahlreichen jüdischen Israelis frequentiert werden. „Humus essen in Abu Gosh“, das ist eine Verheißung, während Humus essen in Tulkarem spätestens seit dem Mord an Etgar Zeitouni and Moti Dayan im Jahr 2001 mit unkalkulierbaren Risiken verbunden ist. Gefeiert wird auch: Jedes Jahr zu Shavuot und Sukkot finden in Abu Gosh Musikfestivals statt (es gibt sogar Konzerte in der alten Kreuzfahrerkirche und in der modernen Kirche Notre Dame Arche D’Alliance). Und gejubelt: bei den Drittligaspielen des gemischten arabisch-jüdischen Fußballvereins Hapoel Abu Gosh / Mevasseret Zion.

Tipp: Falls beim nächsten Jerusalem-Trip im traditionellen Stau am Sha´ar HaGai Frust aufkommen sollte, lohnt sich ein Abstecher zu Abu Shukri, dem König der Humus-Könige. Wir jedenfalls setzen im friedlichen Ringen um die Kichererbsenbreikrone auf Abu Gosh. Gosh! They´ve got the Spirit.


No-go-area für Extremisten: Abu Gosh

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