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Archive for the ‘Landeskunde Ausland’ Category

 

Heldenhafte arabische Führer und ihre Armeen geben schwächlichen krummnasigen Jidden den Rest, legen Tel Aviv in Schutt und Asche – jedenfalls in ihren feuchten Vernichtungsträumen, die allerdings am 5. Juni 1967 ein jähes Ende finden. Israel, damals so wenig wie heute gewillt, der eigenen Vernichtung zu harren, zieht als Erster und die Araber bezahlen ihre Hoffart mit einer vernichtenden Niederlage und dem Verlust des Sinai, des Gazastreifens, der Westbank und der Golanhöhen.

Nun jährt sich der Sechstagekrieg zum 45. Mal, und an der Ablehnung des jüdischen Staates hat sich in der ohnehin brandgefährlichen Region nichts geändert. Was sich allerdings geändert hat, ist die Sicht von außen auf den Konflikt. War seinerzeit von Palästinensern noch nicht einmal im SPIEGEL die Rede, so erfreut sich das abenteuerliche arabische Narrativ vom heimtückischen Überfall Israels auf friedliebende Nachbarn und die Besetzung „palästinensischen“ Landes heute allgemeiner Akzeptanz. Auch Deutschland leidet, was das historische Gedächtnis inbezug auf Nahost betrifft, an offenbar unheilbarer Demenz.

Es kann daher nicht schaden, noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, wie man in den arabischen Ländern selbst die eigene Kriegslüsternheit und den Willen, den jüdischen Staat zu vernichten, zum Ausdruck brachte. Der stets vorzügliche Elder of Ziyon hat eine kleine, aber feine Karikaturen-Galerie zusammengestellt, die man jedem Dummschwätzer unter die Nase halten müsste.

 

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Zuweilen das Falsche sagen, aber das Richtige tun – diese deutsche Israel-Politik ist uns im Zweifelsfall lieber als umgekehrt. Zum Glück bestimmt immer noch Angela Merkel die Richtlinien der Politik und nicht SPIEGEL-Chef Georg Mascolo, auch wenn der sich als Oberaufseher über die politische Klasse versteht und seinen Kolumnisten Jakob Augstein stellvertretend für die Mehrheit seiner Landsleute empört aufjaulen lässt ob der grandiosen Enthüllung seines Meinungsmagazins.

In der geheimen Rechercheaktion Alter Hut nämlich haben SPIEGEL-Reporter gewisse Hintergründe aufgedeckt, die weder überraschend noch skandalös sind. Im Gegenteil bedankt sich Verteidigungsminister Ehud Barak ebenso offen wie höflich für die geleistete Unterstützung:

Die Deutschen können stolz darauf sein, die Existenz des Staates Israel für viele Jahre gesichert zu haben.

In der Tat ist die Sicherung der Existenz Israels ein ehrenwertes Unterfangen, da gibt es kein Vertun. Man mag das anders sehen, allerdings um den Preis, sich im Lager arabischer Despoten und Massenmörder, vom Genozid träumenden Präsidenten im Endzeitrausch und anderen traurigen antisemitischen Gestalten wiederzufinden. Keine wirklich vorzeigbare Gesellschaft. Wir hingegen sind froh, auf der richtigen Seite zu stehen und werden jedes weitere in Kiel für Israel gebaute U-Boot begrüßen wie einen guten Freund.

Allzeit gute Fahrt!

 

 

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Auf dem Schlachtfeld hat es nie funktioniert, aber im Ringen mit dem „zionistischen Gebilde“ tragen muslimische Staaten neuerdings in der Schattenwelt der Geheimdienste einen Sieg nach dem anderen davon: Allerlei Getier, das von israelischen Nachrichtendiensten missbraucht wird, konnte bereits dingfest gemacht werden.

Die Türkei, so wird vermeldet, hat soeben einen Rackenvogel als israelischen Spion entlarvt; zuvor hatte Ägypten hinter einem Haiangriff im Roten Meer den Mossad vermutet, und in Saudi-Arabien war ein Gänsegeier unter Spionageverdacht geraten.

Unser persönlicher Favorit:

Der Iran verdächtigte Brieftauben, als diese in der Nähe einer Urananreicherungsanlage gesichtet wurden. Zuvor hatte der Geheimdienst bereits die Festnahme von 14 Eichhörnchen als Erfolg der iranischen Spionageabwehr vermeldet.

 


Ausgespielt: ein Mitglied des in Teheran gesprengten Spionagerings in glücklicheren Tagen

 

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Die öffentliche Verbrennung von Flaggen westlicher Länder – insbesondere der Flagge Israels und der USA – ist in der islamischen Welt ein gesellschaftliches Event, ein gemeinschaftsstiftendes Ritual, ein Happening vergleichbar den traditionellen Protesten gegen den Castor-Transport in deutschen Landen.

Von Nordafrika bis Pakistan nehmen vorzugsweise Männer daran teil und erwecken dabei den Anschein spontaner Empörung, obwohl es zur Durchführung des Rituals im Vorfeld gewisser Vorkehrungen bedarf. Nicht immer ist eine industriell gefertigte Flagge zur Hand, oft genug müssen die für das Feuer bestimmten Tuche in mehr oder weniger mühsamer Eigenarbeit hergestellt werden. Ägypter, Palästinenser, Jordanier, Libanesen, Iraner, Iraker und Pakistanis hocken also auf dem Boden und bemalen weiße Rechtecke mit Stars & Stripes beziehungsweise mit dem Davidstern. Das Ergebnis ist mitunter enttäuschend. Eine Stilkritik.

 

Hier kommt westliche Technik zum Einsatz, um bei der Zerstörung eines mit viel Wohlwollen als israelische Flagge zu bezeichnenden Stoffs einen halbwegs imposanten Effekt zu erzielen. Aber seien wir ehrlich: Überzeugend ist das nicht.

 

Diese Ägypter haben sich bei der Fertigung der Fahne eher wenig Mühe gegeben, dafür ist der Akt als solcher ein Augenschmaus für jeden Pyromanen.

 

Schauplatz Jordanien: Diese Herren haben sehr nachlässig gearbeitet. Die roten Streifen sind im Verhältnis zu den weißen viel zu dünn, und statt der Sterne hat man doch tatsächlich nur einige Kreuzchen (!), ja, man muss es sagen: hingerotzt wie auf den Lottoschein. Da hilft auch die Entschuldigung nichts, dass Herstellung und Verbrennung zeitlich in einem eklatanten Missverhältnis zueinander stehen, schließlich ist das beim Kochen und Essen genauso. Pfusch!

 

Auch hier wurde geschludert. Den Union Jack zieren lächerlich dünne Streifen, die wie mit Wachsmalstiften ausgemalt scheinen, und auf der US-Flagge prangen blaue Pentagramme auf weißem Grund. Geht gar nicht.

 

Dieser Herr verzichtet auf die kollektive Entrüstung und zieht die traditionelle Show allein durch. Nicht ganz ungefährlich, es hat durchaus schon tragische Unfälle gegeben.

 

An der wohl im Handel erworbenen Flagge ist nichts auszusetzen, allerdings hat sie jemand in seiner Wut auf den großen Satan verkehrt herum an der Stange befestigt. Auch wenn das Malheur vor imposanter Kulisse passiert ist: kein Drama. Schließlich wurde schon der Heilige Petrus kopfüber gekreuzigt.

 

In diesem Fall müssen wir jedoch schimpfen. Die Flagge Marke Eigenbau hängt komplett verkehrt herum. Offenbar hat sich niemand bemüßigt gefühlt, „Das blaue Viereck nach oben links!“ zu rufen. Jetzt haben wir den Salat.

 

Kommen wir zu einem wirklich desaströsen Produkt. Das star spangled banner ist komplett misslungen, das blaue Feld schließt nicht oben ab, wir sehen nur vier, deutlich zu dick geratene Streifen, und die Anzahl der Sterne beläuft sich, auch wenn ein Schuh das schamhaft zu verdecken versucht, auf gerade einmal zwölf von fünfzig. Bei der israelischen haben die pakistanischen Wutbürger die blauen Streifen, die nach arabischem Narrativ für Nil und Euphrat stehen, schlicht vergessen, und wofür die beiden mit Kreuzen bemalten Rechtecke stehen sollen, bleibt ein Mysterium. Die Schweiz? Dänemark? Das Rote Kreuz? Sämtliche Optionen wären dramatisch schlecht umgesetzt. Enttäuschend.

 

Wo sogar T-Shirts und Oberhemden knapp sind, bleibt auch das Rohmaterial für Flaggen Mangelware – geschenkt. Das rechtfertigt jedoch nicht die schludrige Bemalung insbesondere des US-Banners! Diese Jungs müssen noch viel lernen.

 

Vor der Stürmung der israelischen Botschaft in Kairo bringen sich die Demonstranten auf ihre Art in Stimmung. Blau ist out, stattdessen setzt man im Arabischen Frühling auf ein frisches Türkis. Kann man unter „künstlerische Freiheit“ verbuchen.

 

Nein, das ist, Entschuldigung, popelig: Unter Verzicht auf eine Stange hält man das lieblos bearbeitete Laken (die Streifen nur hauchdünne Striche, der Davidstern viel zu groß und unproportioniert) mit der Hand fest, während es angezündet wird. Das ist billig, das ist nichts. Auch der Schlappen, mit dem auf das Objekt eingeprügelt wird, kann den verheerenden Gesamteindruck nicht aufpolieren.

 

Diese Israelkritiker brennen ein fast kreisrundes Loch in die bewusst unperfekt gestaltete Flagge mit dem Davidstern. Auch im arabischen Raum ist also durchaus die eine oder andere Innovation möglich. Ist da vielleicht noch mehr zu erwarten?

 

Tatsächlich! In Jordanien hat man eine US-Flagge um ein Grautier mit vier Buchstaben sowie eine israelische Flagge mit minderwertigem Schuhwerk drapiert. Die Stimmung ist allerdings mäßig, ein Mann hält das Bild für die Nachwelt fest, drei weitere feixen, der Rest schaut indifferent drein oder wendet sich sogar ab. Offensichtlich muss sich diese interessante Variante erst durchsetzen. Kann allerdings dauern, im Orient.

 

Im Irak erfreut sich diese Version als Alternative zum öden Zebrastreifen großer Beliebtheit. Entspannt schlendern die Menschen über eine XXXL-Flagge Amerikas, womöglich zu einer McDonald´s-Filiale, was dem ganzen eine pikante Note gäbe. Dennoch: Das hat was!

 

Oha, ein Promi! In einem ansonsten eher uninspirierenden Ambiente demonstriert kein Geringerer als Mahmud al-Zahar, einer der Altvorderen der demokratisch gewählten Hamas, dass er Israels Politik für kritikwürdig hält. Allerdings sieht er von einer Verbrennung des Fußbodenbelags demonstrativ ab, was seine grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft klar unterstreicht.
Herr Lüders, übernehmen Sie!

 

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Eidgenossin 2.0

Der Islam gehört auch zur Schweiz. Als Beispiel für gelungene Integration möge die Frauenbeauftragte des Vorstands des Islamischen Zentralrats dienen. Überzeugen Sie sich selbst. Besuchen Sie die Website, scrollen sie bis zur Dame im eleganten Weiß hinunter. Voilà – die Frauenbeauftragte!

Nicht zu verwechseln mit der Gleichstellungsbeauftragten. Gott bewahre.

 

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Ganz Bethlehem ist von einer Mauer umgeben. Ganz Bethlehem? Nein…

 

Vorab eine Frage: Wäre ein deutscher Dokumentarfilm denkbar, in dem, sagen wir: einige Berliner vom Einmarsch der Roten Armee 1945 berichten („Sie vergewaltigten fast alle Frauen“, „Sie verübten unvorstellbare Gewalttaten“, „Sie stahlen uns alle Armbanduhren“), ohne dass wenigstens im Anschluss ein betroffen dreinschauender Guido Knopp ins Bild träte und mit salbungsvoller Stimme darauf hinwiese, dass all diese schrecklichen Dinge wirklich vorgekommen seien, jedoch in einem gewissen Kontext gesehen werden müssten? Etwa im Gefolge eines von Deutschen vom Zaun gebrochenen Angriffskriegs und unfassbarer Massaker in von der Wehrmacht besetzten Gebieten?
Ein Dokumentarfilm mithin, in dem kein Russe zu Wort kommt, keine einzige historische Einordnung vorgenommen wird, sondern die betroffenen Deutschen völlig unkommentiert alle Schuld auf die Russen abladen, sodass beim Zuschauer nichts anderes als der Eindruck erweckt wird, hier sei nur einer Seite Unrecht widerfahren?

Wohl eher nicht. Anders sieht es aus, wenn es um den Nahen Osten geht. In „Kinder der Steine, Kinder der Mauer“ lassen die Filmemacher Robert Krieg und Monika Nolte sechs Palästinenser und ein paar ihrer Verwandten erzählen, was Leute, die es nicht so mit dem jüdischen Staat haben, hören wollen. In 90 Minuten sind genau drei Fragen aus dem Off zu vernehmen, auf die wir noch zu sprechen kommen werden, ansonsten bleibt jede Aussage unkommentiert, geschweige denn kritisch hinterfragt. Vor einem Jahr missfiel das selbst der ZEIT, die sich sonst nicht zu schade ist, den Mythos vom ewigen palästinensischen Opfer nach Kräften zu befeuern. Der Meilenstein der Propagandafilmgeschichte lief damals im Kino und in der Besprechung wurde kritisiert, dass der Film „zu oft kommentarlos“ bleibe:

Unkommentierte Bilder geben eben nur vermeintlich ein objektives Bild der Wirklichkeit wieder.

Das ist, gelinde gesagt, dramatisch untertrieben. Denn ganz im Sinne des palästinensischen Credos „Lamento, ergo sum“ besteht der Film im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung von Anklagen, ergänzt durch abenteuerliche Interpretationen der Geschehnisse seit der ersten Intifada, einer deftigen Prise Pathos und unspannenden Bildern von alltäglichen Verrichtungen. Hin und wieder hält die Kamera auf aufgeregt umherlaufende Scharen von Ziegen und Hühnern. „Authentisch“ heißt das im Künstlerdeutsch.

Schauen wir uns den Film genauer an.

Das Filmteam besucht sechs Palästinenser Ende 20, die 1989 als Kinder, während der ersten Intifada, einmal mit zum Victory-Zeichen gespreizten Fingern für die Kameras posierten. Was ist aus ihnen geworden?, lautet die scheinheilige Frage der Autoren, dabei geht es ihnen, wie sich zeigen wird, ausschließlich darum, Israel von ihren Protagonisten auf die Anklagebank setzen zu lassen, ohne dass der Angeklagte die Möglichkeit hätte, etwas zu seiner Verteidigung zu sagen. In Filmemacherkreisen sind Anwälte Israels rar gesät, während an Anklägern kein Mangel herrscht. Krieg und Nolte suchen also Mohamed, Khader, Mosa, Baha´a und andere in Bethlehem auf und stellen eingangs die erste ihrer insgesamt drei Fragen aus dem Off:

„Früher wart ihr die Kinder der Steine – und heute?“

Die Kinder der Sprengstoffgürtel? Nein, das würde nicht ins Opferschema passen, also lautet die Antwort: „Die Kinder der Mauer, die bestimmt hier unser Leben.“

Die Gründe für den Mauerbau erfahren wir von den jungen Palästinensern nicht – und leider versäumen es auch die Filmemacher, auf dem Bau des Sperrzauns vorangegangene Terroranschläge hinzuweisen oder überhaupt auch nur ein einziges Mal das böse T-Wort zu bemühen. So erscheint die Maßnahme als reiner Willkürakt, und genau das ist beabsichtigt. Wer sich in der Materie auskennt, weiß zwar, dass insbesondere bis März 2002, dem blutigsten Monat der Terror-Intifada, etliche Anschläge in Südjerusalemer Stadtteilen von Bethlehemer Zellen der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden verübt wurden, weil Terroristen aus Bethlehem, Beit Jalla und Beit Sahur ungehindert eindringen konnten, aber der Film erweckt den Eindruck, als habe Israel die „Mauer“ aus Daffke gebaut bzw. aus dem einzigen Grund, die Palästinenser zu schikanieren.

Man könne nicht mehr bauen, denn „Bethlehem wird von der Mauer dicht umschlossen.“ Wie eine 1,3 Kilometer lange Betonmauer eine Stadt von mehr als 25.000 Einwohnern „dicht umschließen“ soll, bleibt ein Rätsel – dessen Lösung freilich ganz einfach darin liegt, dass die „Mauer“ nur im Norden, an Jerusalem grenzend, errichtet wurde, während die Stadt nach Süden und Osten völlig offen ist. Das gibt nur leider nicht so eindrucksvolle Bilder ab wie das von unten abgefilmte Monstrum, zu dem die sechs Freunde nun aufbrechen, um, nun ja: zu lamentieren:

„Diese Mauer hier wird nur verschwinden, wenn die ganze Welt dafür ist“, meint einer. Irrtum! Die Mauer wird verschwinden, wenn kein palästinensischer Terrorist mehr motiviert ist, in Jerusalem einen Anschlag zu verüben. Das aber haben die Palästinenser selbst in der Hand, und wenn sie sich noch so oft als unmündige Kinder der Steine oder der Mauer gerieren.

„Heute sind wir alle in ein einziges großes Gefängnis gesperrt. Wir scheinen uns frei zu bewegen, aber in Wirklichkeit sind wir gefangen.“ Trügt der Schein also? Und wenn ja – warum sagt dann einer der Männer: „Meine Freunde wandern aus, weil sie hier keine Arbeit gefunden haben“? Nur einer von vielen Widersprüchen, denn zu Besatzungszeiten scheint alles besser gewesen zu sein, Mohamed & Co. sagen es selbst:

„Wie konnten uns frei bewegen.“
„Damals gab es keine Mauer und die Menschen lebten besser als heute.“
„Früher haben wir unsere Waren in Jerusalem und Nablus verkauft… Damit ist es jetzt vorbei…“
„In Jerusalem haben wir viel mehr verdient.“
„Früher haben wir in Israel gearbeitet, das geht jetzt nicht mehr.“

Da ist natürlich was dran. Die Frage ist nur: Warum hatten die Palästinenser früher Arbeit in Israel und heute nicht mehr? Könnte es sein, dass der Terror von Hamas, Fatah, Tanzim, Islamischem Jihad und Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden die Palästinenser dorthin gebracht hat, wo sie heute stehen? Dass die Terrorbanden gewissermaßen die Mauer gebaut haben?

Selbstverständlich, aber der Zuschauer wird es, jedenfalls aus diesem „Dokumentarfilm“, nie erfahren. Dafür sieht er Mohamed, Mosa, Baha´a und die anderen ihr mühsames Tagwerk verrichten: Einer drängt christlichen Pilgern vor der Geburtskirche billigen Tand auf, ein anderer schneidet Hühnern im Akkord die Hälse ab („Die gleiche Arbeit jeden Tag… was ist das für ein Leben?“), einer vertreibt im Auftrag der Kommune irreguläre fliegende Händlerinnen von der Straße. Wieder ein anderer ist einmal zu sehen, als er in einem protzigen Villenviertel vor Hauseingängen emsig herumwerkelt.

Ich arbeite in meinem Hauptjob bei einem Geldwechsler. Vor meiner regulären Arbeitszeit habe ich noch einen anderen Job. Ich arbeite in den frühen Morgenstunden als Reinigungskraft bei reichen Palästinensern.

Reiche Palästinenser?! Von dieser Spezies hat man hierzulande ja noch niemals was gehört. Offenbar ist Hühnerhälseabschneiden und Straßenhökerei kein unabwendbares Schicksal, sondern jenen vorbehalten, deren „Schule die Straße“ war. Bildung hat zwar keines der sechs „Kinder der Mauer“ erwerben dürfen, aber das hält sie nicht davon ab, munter drauflos zu philosophieren oder ersatzweise im Ingenieurswesen zu dilettieren:

Damals haben wir uns verteidigt und Steine geworfen. Die Israelis haben Stein für Stein eingesammelt. Jetzt bauen sie damit immer mehr Siedlungen.

„Siedlungen“ wie Har Homa, das auf einem Hügel thront und den Palästinensern ein ständiger Dorn im Auge ist. „Früher haben da Bäume gestanden, jetzt stehen da nur noch Häuser“, sagt einer, und legt mit einer Fußmattenweisheit nach, die – auch wenn wir nichts unterstellen wollen – ihren Ursprung durchaus in einer Scripted Reality haben könnte:

Wer Bäume entwurzelt, entwurzelt auch Menschen.

Nicht notwendigerweise, sonst müsste man alle Holzfäller wegen Freiheitsberaubung ins Gefängnis stecken, aber ein plakatives Statement muss ja nicht wasserdicht sein. Hauptsache, es dient dem weit verbreiteten, aber darum nicht weniger fragwürdigen Argument, darin liege die Wurzel allen Übels:

Diese Siedlungen werden auf jeden Fall am Ende für die Friedensverhandlungen das größte Hindernis sein… Die Israelis haben sich… auf keinen Baustopp eingelassen…

Haben sie wohl, und zwar auf ein zehnmonatiges Moratorium bis Ende September 2010, das von palästinensischer Seite mit Gesprächsverweigerung beantwortet wurde, aber auch auf diese Richtigstellung kann man lange warten. Hier zählt nur ein Narrativ, und das ist das palästinensische. Da lässt sich ungeachtet der Tatsache, dass man es längst besser weiß bzw. wissen könnte, das Ammenmärchen vom israelisch provozierten Ausbruch der „Al-Aqsa-Intifada“ aufwärmen:

„Die Lage hat sich so verschlechtert, seit Sharon mit Soldaten die Al-Aqsa-Moschee betreten hat“ (sic!), klittert einer der Männer ein Stück Zeitgeschichte, denn Sharon und die Sicherheitsleute haben die Moschee definitiv nie betreten. Indes haben die jungen Männer nicht nur eine eigene Meinung, sondern auch eine eigene Realität:

„Ja, mit Sharon 2000 auf dem Tempelberg fingen alle unsere Schwierigkeiten an“ – und nicht etwa mit dem Terror, dem schon 1994 viele Israelis zum Opfer gefallen waren. Die Schwierigkeiten fingen an, als die Israelis zurückschlugen: „Sie haben uns provoziert. Wenn sie uns provozieren wollen, benutzen sie dafür unsere Heiligtümer.“ Dass der Tempelberg auch Juden heilig ist – und nichts anderes wollte der damalige Oppositionsführer Sharon seinerzeit demonstrieren – kommt den Palästinensern nicht in den Sinn.

„Um die Palästinenser schmerzhaft zu treffen, sind sie zur Al-Aqsa-Moschee gegangen“, pflichtet einer bei. „Weil die Verhandlungen (zwischen Barak und Arafat, Anm. CC) gescheitert waren, wollte Sharon den Druck erhöhen und hat die zweite Intifada ausgelöst. Die Menschen demonstrierten massenhaft, es flogen immer mehr Steine.“

Es flogen vor allem Kugeln im Herbst 2000, aber das Steine-Motiv zieht sich durch den ganzen unsäglichen Film, von Selbstmordattentaten, Überfällen mit Schusswaffen und ähnlichen Vorfällen, die zu Tausenden verübt wurden, ist schlicht nicht die Rede.

„Während der ersten Intifada wurden nur Steine geworfen“, behauptet einer der Männer. Was nicht stimmt, so wie die ganze Mär von der vermeintlich größtenteils gewaltlosen ersten Intifada mit der Wahrheit nicht viel zu tun hat. Tatsache ist, dass mindestens 3600 Molotow-Cocktails flogen, und dass radikale Palästinenser während des Aufstands um die 1000 „Kollaborateure“ ermordeten – oder solche Landsleute, die dafür gehalten wurden. Gewalt, die von Palästinensern ausgeht, ist aber gewiss nicht Thema dieses Films.

So wird auch die Wiederbesetzung Bethlehems im April 2002 während der Operation Defensive Shield als israelische Aggression geschildert, die offenbar keine Vorgeschichte hatte. Schnitt: Israelische Panzer rollen in die Stadt ein.

Dann sitzt die junge Frau eines der Palästinenser auf dem Sofa. Eine Stimme aus dem Off: „Wie hast du die Wiederbesetzung Bethlehems erlebt?“ Es folgt eine Leidensgeschichte, deren Wahrheitsgehalt im Unklaren bleibt und u.a. beinhaltet, dass israelische Soldaten damals ihren Gefechtsstand im Haus der Familie einrichteten. Die Soldaten, denen so etwas auch keinen Spaß machte, boten der Familie immerhin Cola, Saft und Kekse aus ihrer Verpflegungsration an, aber selbst diese menschliche Geste wird entwertet, weil der Hausherr stolz verkündet, von solchen Leuten natürlich nichts genommen zu haben. Dass Israelis, die im Film ausschließlich als uniformierte Besatzer auftauchen, auch als Menschen in Erscheinung treten können, verrät der Vater eines der Protagonisten. Husein Kwazba war in besseren Zeiten (also vor der palästinensischen Autonomie) bei der Busgesellschaft Egged angestellt, in seinem Ausbesserungsteam war er der einzige Araber unter 17 Juden. Offenbar kein Problem: „Wir haben uns sehr gut verstanden und kamen gut miteinander aus… Ich habe jeden Monat gutes Geld verdient.“ Warum diese Zeiten vorbei sind, bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen. Der jedenfalls muss davon ausgehen, dass Israelis lieber auf alles schießen, was sich bewegt. So erzählt die – wie übrigens 90 Prozent der im Film vorkommenden Frauen – sichtlich adipöse Mutter eines der jungen Männer von ihren gefahrvollen Erledigungen (Brotbeschaffung wie im Warschauer Ghetto!) während der Intifada:

„Überall waren Soldaten, und die Journalisten fragten mich: Hast du keine Angst? Ich erwiderte: Nein, ich habe keine Angst. Die Soldaten wollen mich tot sehen, aber mein Leben liegt in Gottes Hand.“ Die Frage der ebenso ahnungslosen wie sensationsgeilen Pressefritzen ist schon dämlich genug, die Mutmaßung der Frau nicht minder – aber erklärt wird, wieder einmal, nichts. So sollen auch Bilder, die während des ersten Aufstands entstanden, etwa von Verhaftungen oder vom Abschuss von Tränengasgranaten, für sich stehen. Was den Vorteil hat, dass man um – für Anhänger der palästinensischen Sache – unbequeme Tatsachen herumkommt, etwa die, dass sich zu jener Zeit 150 radikale Palästinenser ungebeten in der Geburtskirche verschanzten, um der Verhaftung durch das israelische Militär zu entgehen. Die nicht minder durch die Nase gebohrten Berufskollegen von Krieg und Nolte schafften es damals, diese Ungeheuerlichkeit in ein von Israelis begangenes Vergehen umzuetikettieren, indem sie von der „Belagerung der Geburtskirche“ sprachen und schrieben.

Apropos: Wie ist denn das nun mit den Christen in Bethlehem? Die stellten 1948, im Jahr der Gründung des Staates Israel, noch 80 Prozent der Stadtbevölkerung und sind heute, nachdem Tausende Christen von islamischen Extremisten fortgeekelt wurden, nur noch eine Minderheit, wie groß oder klein auch immer die ausfallen mag.

Im Film hört sich das allerdings ganz anders an. O-Ton:

Hier in diesem Viertel gibt es 80 Prozent Christen und 20 Prozent Muslime. Wir leben alle wie eine große Familie zusammen.

Nicht, dass es in großen Familien nicht auch mal ganz schön knallen könnte, aber so hat es der ganz der Wahrheit und nichts als der Wahrheit verpflichtete muslimische Bürger Bethlehems sicher nicht gemeint. Alles in Butter also, jedenfalls nach dem arabischen Narrativ, demzufolge Israel die ans Paradiesische grenzende Harmonie in Palästina mutwillig zerstört habe. Etwa, indem es den arglosen Eingeborenen, die wirklich alles für den Frieden gegeben hätten, „aufgelauert“ habe, um sie dann hinterrücks zu überfallen. Selbst für die Bandenkriege zwischen Hamas und Fatah ist natürlich der jüdische Staat verantwortlich:

Unsere politischen Organisationen haben zusammengehalten, dann kamen die Israelis und spalteten sie.

Und setzten den armen Menschen in Palästina – einfach so – eine Mauer vor die Nase.

Ach ja: die Mauer.

„Ich hoffe, dass ihnen die Mauer auf die Köpfe fällt. Wie die Mauer in Berlin, die fiel auch erst nach langer Zeit“, meint eines der „Kinder der Mauer“. Ein Schelm, wer glaubt, so ein Spruch sei tatsächlich auf dem Mist des Tandhökers gewachsen. Im Film mutiert dieser aber, gemeinsam mit dem Hühnerhalsabschneider und der Reinigungskraft, zum Nahostexperten. Gemeinsam interpretieren sie sehr frei Inhalt und Umsetzung der „Roadmap“ („Wir haben alles so gemacht wie Israel es wollte, wie die Uno es wollte, wie das Nahost-Quartett es wollte, und Israel tut und macht, was es will!“) oder sitzen um eine große Landkarte der Westbank herum und beklagen den „Landraub“ seit dem Mauerbau und die vermeintlich zusammengeschmolzenen „Grenzen von 1948“, wobei von Jordanien keine Rede ist. Und dann die vielen Checkpoints! So ist es ein wenig überraschend, dass jemand aus der Runde spontan den Vorschlag macht, einen „Freund in Nablus“ zu besuchen. Für Gefängnisinsassen. als die sich die jungen Männer im Film darstellen, kein leichtes Unterfangen, sollte man meinen. Einer der Männer fragt denn auch (oder sagt aus dramaturgischen Gründen seinen Text auf):

„Was ist mit den Kontrollpunkten? Zwingen sie uns, auszusteigen?“

„Nein, nein, nicht mehr“, beruhigt ihn der andere. „Es ist seit kurzem ein bisschen leichter geworden.“ Und so machen die Sechs einen Ausflug, selbstredend ohne Frauen, passieren insgesamt zwei (in Worten: zwei) Checkpoints und werden an beiden auch noch lässig durchgewinkt. Dass dies wegen der verbesserten Sicherheitslage möglich ist, wird dem Zuschauer vorenthalten, sonst käme er womöglich auf den Gedanken, palästinensisches Verhalten (Terror oder nicht Terror?) könnte irgendeinen Einfluss auf ihre Lebensumstände haben.

Aber gönnen wir den sechs Freunden ihren Vatertagsausflug. Da geht´s mitunter heiter zu. Man passiert zum Beispiel eine Siedlung: „Mosa, hier darfst du nicht bauen!“, scherzt einer der Männer. Antwort: „Das geht mir am Arsch vorbei.“ Gelächter. Wieder der eine: „Mosa möchte hier vielleicht Land kaufen… Ein Palästinenser darf hier nicht bauen.“

Mag sein. Fest steht jedenfalls, dass ein Jude in Palästina nicht nur nicht bauen darf, sondern dass jeder Palästinenser, der Land an Juden verkauft, der Todesstrafe anheimzufallen droht. Muss der TV-Konsument, der sich den Propagandastreifen zur Geisterstunde zu Gemüte führt, aber auch nicht wissen. Der ist ohnehin einschlägig präpariert, weshalb ihn vor allem folgende Szene empören dürfte: Der Wagen passiert ein Feld mit angeblich gefällten Olivenbäumen bei Ma´aleh Adumim. Für namentlich deutsche Zuschauer dürfte das Maß nun endgültig voll sein, denn: Erst stirbt der Wald, und dann der Mensch. Weiß man ja.

In Nablus machen die Freunde einen Shopping-Abstecher und erwerben, ungeachtet der Klagen, sich rein gar nichts mehr leisten zu können, etwa Pampers für die Kinder, in einem Ramschladen ausnehmend scheußliche Kerzenständer und Aschenbecher aus Patronenhülsen. Es müssen nicht immer olivenholzgeschnitzte Kamele sein!

Wieder zurück aus Nablus, das mit seinen Wohnblöcken den auch aus ästhetischen Gründen gern verteufelten jüdischen Vierteln wie Har Homa durchaus ähnelt, sieht man die Männer beim Billard in einem ausschließlich von Männern bevölkerten Etablissement, in dem Yassir Arafat aus einem Goldrahmen grüßt, und beim entspannten Shisha-Rauchen. Einer schaut sich ein Video auf seinem Smartphone an, und man erkennt: Es ist kein iPhone, sondern nur ein popeliges Nokia-Modell! Das Elend im Nahen Osten hat viele Gesichter.

Sagten wir gerade Gesicht? Dann wäre eigentlich auch über Mosa Masalmehs Frau zu sprechen, deren rechtes Auge ein sehr unschönes Veilchen schmückt. Da dieses Detail jedoch nicht den Israelis angelastet wird, lässt sich über dessen Entstehung nur spekulieren. Vor der Kamera jedenfalls präsentiert sich ihr Mann als besorgter Vater seiner Kinder und Anwalt der weiblichen Emanzipation. Dabei sollten wir es bewenden lassen. Wer unbedingt mehr über das Ausmaß häuslicher Gewalt in Palästinenserfamilien erfahren will, möge bei Steven Pinker nachschlagen („Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit“, S. 610 ff). Auch in dieser Statistik nehmen die Palästinenser einen unrühmlichen Spitzenplatz ein.

Wie wir jedoch schon erfahren haben, ist von Palästinensern ausgeübte Gewalt in „Kinder der Steine, Kinder der Mauer“ nicht existent. Bombenattentate auf Cafés, Autobusse und Diskotheken werden notfalls wie folgt umschrieben:

Als dann während der zweiten Intifada die Waffen bei uns ins Spiel kamen, verschlechterte sich unsere Lage total… Ich wünschte, es wäre bei den Steinen geblieben.

Merke: Zu den Waffen wurde nicht etwa gegriffen, sie kamen ins Spiel, weiß der Teufel, wie. Steine waren seit dem mit der Einrichtung der Autonomie 1994 forcierten Terror mit Bomben und Schusswaffen zwar längst kein Thema mehr, passen aber nur zu gut ins romantische Bild vom arabischen David, der gegen den jüdischen Goliath antreten muss. Nur zur Selbstverteidigung, versteht sich. Daher ist das Programm von Fatah oder gar Hamas für Krieg und Nolte tabu. Sehr schade, denn ein nebenbei geäußerter Satz wie „Wäre die zweite Intifada friedlich geblieben, hätten wir wahrscheinlich alles erreichen können“ macht deutlich, wo das eigentliche Problem liegt. An dem sind die deutschen Filmemacher aber nicht interessiert. Ein von penetranten Saxophonklängen untermalter Kameraschwenk über einen Friedhof oder am Straßenrand hockende Gemüseverkäuferinnen älteren Semesters muss reichen, um die Trostlosigkeit der Situation sicht- und hörbar zu machen. Wer für den ganzen Balagan verantwortlich ist, ist sowieso klar. Und falls es immer noch nicht jedem klar sein sollte, schafft Mohamad Abhilfe: Im Internet-Café chattet er mit Ausländern und erzählt ihnen vom Leben in Palästina.

Ich berichte über die Mauer, über unser Leben. Ich schreibe ihnen, sie könnten hierher kommen, aber sie haben Angst, weil sie glauben, dass es hier nur Krieg gibt. Ich sage, dass die Israelis mittels Fernsehen und Medien ein falsches Bild über die Palästinenser vorspiegeln und über uns hetzen.

So etwas könnte Robert Krieg und Monika Nolte nicht passieren. Sie vermitteln lieber in einem als Dokumentarfilm getarnten Propagandastück ein falsches Bild von den Israelis. Und sie kennen keine Parteien wie Hamas und Fatah, sondern nur noch Palästinenser. (Nahost-)Geschichte wird längst nicht mehr von den Siegern geschrieben, sondern von den Verlierern, und deutsche Filmemacher reichen da, jedenfalls wenn es gegen die Juden geht, gern die helfende Hand. Gefördert von der Filmstiftung NRW.

 

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Geht doch!

Der „spontane Ausbruch des Volkszorns“, den Dr. Goebbels vor ziemlich genau 73 Jahren inszenierte, ist in muslimischen Ländern ein noch immer gern praktiziertes gesellschaftliches Event. Gerade heute war wieder von gewissen Ereignissen zu hören, die „möglicherweise (!) vom Regime orchestriert“ wurden, wie Spiegel online zu berichten weiß.

In Ermangelung einer jüdischen Minderheit, die sich drangsalieren, vertreiben oder totschlagen ließe, ist man von Nordafrika bis Indonesien auf amerikanische und israelische Flaggen angewiesen. Diese werden von den Demonstranten nicht selten eigens in liebevoller Handarbeit gefertigt, bevor man sie vor laufender Kamera mit verzerrten Gesichtszügen und unter wildem Gebrüll zerfetzt, in den Staub trampelt und zu guter Letzt dem Feuer übergibt.

Üblicherweise rekrutieren sich die „Demonstranten“ aus den unteren sozialen Schichten, sie sind gewissermaßen die fleischgewordene arabische Straße, die seit jeher auf Parolen wie „Tod Amerika!“, „Tod den Engländern!“ und „Tod den Juden!“ setzt. Lange Gewänder, lange Bärte, mutmaßlich kurzer Penis – Männer wie diese hier, die in Pakistan das traditionelle Flaggenritual zelebrieren:

Das aber ist nur eine Seite der Medaille. Wer sagt, dass moderate Islamisten nur solche sind, denen die Munition ausgegangen ist? Differenzierung tut Not, schließlich sind nicht alle Pakistanis Barbaren, die sich an archaischen Praktiken ergötzen. Auch in Islamabad gibt es würdevolle Herren, die noch wissen, was sich gehört. Gentlemen, die Anzug und Krawatte tragen und mit den Umgangsformen des Westens vertraut sind. An ihnen sollten sich die islamistischen Primitivos ein Beispiel nehmen. Ja, so sieht zivilisierter Protest aus, meine Herren!

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Jedes Land hat seine Helden. In Gaza und Ramallah feiert man die im Austausch gegen den gekidnappten Gilad Shalit freigepressten Terroristen als Heroen. Für zivilisierte Menschen sehen sie allerdings nicht wirklich so aus.

Als ganz besonders verdienter Kämpfer gilt den Palästinensern Walid Abd-el Asis Andschas. Er ist Drahtzieher des Selbstmordanschlags auf das „Café Moment“ in Jerusalem 2002 (11 Tote), des Selbstmordanschlags auf die Mensa der Hebräischen Universität 2002 (neun Tote) und des Selbstmordanschlags auf eine Diskothek in Rischon LeZion 2002 (16 Tote).

In der gleichen Liga spielt Nasser Sami Yataima, Drahtzieher des Anschlags 2002 auf die Pessach-Feier im „Park-Hotel“ (30 Tote, 140 Verletzte), ebenso wie Ma’ed Wa’al Scharach, Maschdi Muhammad Ammr und Fadi Muchamad al-Dscha’ab, alle drei Drahtzieher des Selbstmordanschlags 2002 in Haifa auf Linienbus 37 mit 18 Toten.

Lange vor der „Al-Aqsa-Intifada“, nämlich 1989, steuerte Abd al-Hadi Rafa Ghanim den Überlandbus 405 nach Jerusalem in einen Abgrund. 16 Menschen starben, über 40 wurden verletzt, der Massenmörder überlebte.

Tamimi Aref Achlam und Muhammad Wa’al Douglas hingegen glaubten, dass die Ermordung von Besuchern eines Pizza-Schnellrestaurants als Widerstandsakt locker gerechtfertigt ist – oder dass die Ermordung von Juden generell sie zu Volkshelden machen würde, womit sie richtig lagen. Die beiden waren Drahtzieher des Selbstmordanschlags im „Sbarro-Restaurant“ in Jerusalem 2001 mit 15 Toten.

Da radikale Islamisten jedoch nicht nur Juden hassen, sondern auch Palästinenser, die sich mit ihnen arrangieren bzw. die ewige Gewalt satt haben und im Zweifelsfall lieber die Urheber der Misere verpfeifen, hat sich Ismail Mussa Hussein Bahit darauf spezialisiert, Landsleute zu ermorden: Sechs Palästinenser mussten sterben, weil er sie der Kollaboration verdächtigte, vier weitere Palästinenser versuchte er zu töten. Außerdem verübte er einen Terroranschlag, dem ein Israeli zum Opfer fiel.

Masen Muhammad Suleiman Faqha plante 2002 einen Selbstmordanschlag auf einen Bus in Safed, bei dem neun Passagiere starben, Ibrahim Sulaim Mahmud Schammasina war beteiligt an der Ermordung der kleinen Jungen Ronen Kramni und Lior Tuboul sowie des Taxifahrers Rafi Doron und des Soldaten Yehushua Friedberg.

Besonders perfide ging Mona Dschaud Awana vor. Im Internet gab sich die Palästinenserin als amerikanische Touristin aus und bändelte mit dem 16-jährigen Schüler Ofir Rahum an. Sie verabredete sich mit ihm, lockte ihn in ein Gebiet außerhalb Ramallahs und lieferte ihn dort drei Terroristen aus, die Ofir aus nächster Nähe erschossen.

Dann ist da noch ein junger Mann, dessen Bild um die Welt ging: Abd al-Aziz Yussuf Mustafa Salehi war beteiligt am Lynchmord an den Reservisten Vadim Nurzhitz und Yossi Avrahami, die am 12. Oktober 2000 die falsche Abzweigung nahmen und in Ramallah vom Mob auf barbarische Weise gelyncht wurden. Anschließend hielt Salehi seine blutverschmierten Hände in die Kameras. Auf so einen neuen Nachbarn freut man sich in Arabien.

Ahmed Dschibril Othman al-Takruri verübte einen Feuerbombenanschlag auf einen Bus in Jericho, bei dem eine Mutter, ihre drei Kinder und ein zu Hilfe eilender Soldat starben, was ihm zwischen Jenin und Gaza Ruhm und Ehre einbringt. Die heroische Tat von Fuad Muhammad Abdulhadi Amrin bestand darin, das 15-jährige Schulmädchen Helena Rapp auf seinem Schulweg in Bat Yam zu erstechen.

Wer Juden so hasst, wie es selbst ernannte islamische Gotteskrieger tun, ermordet sie, wo er kann, unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht und erst recht ihrer Gesinnung. Wie Tarek Ahmed Abd al-Karim Hasayin, der 2003 einen bewaffneten Überfall auf dem Highway 6 verübte, bei dem das siebenjährige Mädchen Noam Leibovitz starb. Mit derlei Kleinkram wollte sich Muchamad Mussa Chamada nicht aufhalten. Er plante ein richtig großes Ding: den Beschuss des Teddy-Stadions in Jerusalem mit Raketen. Der Widerstandsakt – Palestinian Style – wurde vereitelt, Chamada festgenommen. Jetzt ist er wieder auf freiem Fuß.

Es dürfte nur wenige Menschen geben, die diesen Abschaum nicht hinter Schloss und Riegel sehen möchten. Aber, noch einmal: In Palästina sind sie Volkshelden. Die genannten Verbrecher und 1000 weitere. Ein Volk, dessen Führung derzeit unter Umgehung einer Verständigung mit Israel versucht, die Eigenstaatlichkeit zu erlangen. Irgendjemand da draußen, der einen solchen Staat guten Gewissens entstehen sehen möchte?

Blut an den Händen: Für Palästinenser ist der Lynchmörder Abd al-Aziz Yussuf Mustafa Salehi ein Held.

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Treffen sich ein Israeli und ein Ägypter. Sagt der Israeli: „Ich darf jederzeit gegen die Regierung in Jerusalem demonstrieren!“ Worauf der Ägypter antwortet: „Genau wie bei uns! Auch ich darf jederzeit gegen die israelische Regierung demonstrieren!“

Gegen die eigene Regierung auf die Straße gehen – das darf man im arabischen Raum zwar immer noch nicht, aber man tut es. Und das ist gut so. Grundsätzlich. Zumal kein einziges arabisches Land von wirklich demokratisch gewählten Politikern regiert wird. Beunruhigend ist allein, dass es in der islamischen Welt nicht die Übelsten unter jenen sind, die jetzt um ihre Macht bangen müssen. Die Übelsten (siehe Teheran) schlagen Proteste mit eiserner Faust nieder. Dort, wo eine Art Diktatur light herrscht und die Regierung einigermaßen prowestlich agiert (siehe Tunis, Kairo, Amman), ist hingegen zu befürchten, dass an deren Stelle nicht über Nacht die Demokratie Einzug hält sondern auf das Chaos die Machtübernahme derer folgt, die am besten organisiert sind und die wenigsten Skrupel an den Tag legen. Merke: Es kann alles immer noch schlimmer kommen, dafür bieten die Türkei, Libanon und der Iran schauerliche Beispiele. Jeder, der jetzt in Euphorie ausbricht, weil in Ägypten die Menschen auf die Straße gehen (gegen einen Diktator, der bislang, jedenfalls in unseren Medien, nie als solcher firmierte sondern stets ein gefragter Interviewpartner war, wenn es galt, Israel anzuklagen), sollte sich daran erinnern, was in den palästinensischen Autonomiegebieten passierte, als man eine Wahl zuließ, ohne dass demokratische Parteien vorhanden gewesen wären, durch die sich der in einer Zivilgesellschaft frei diskutierte Wille der Menschen hätte artikulieren können. Was wollt Ihr: Hamas oder Fatah? Pest oder Cholera? Entscheidet Euch, rasch. Ah, die Pest. Na dann.

Wenn die Ereignisse der vergangenen Woche eines zeigen, dann, dass die islamische Welt eben nicht am israelisch-palästinensischen Konflikt krankt, sondern an Unterdrückung, Terror und Gewalt. Schon deshalb führt an der Demokratisierung des Orients kein Weg vorbei; George W. Bush hat es begriffen, und irgendwann werden es auch die Bush-Basher begreifen. Deshalb galt und gilt es, die Regime unter Druck zu setzen, um längst überfällige Reformen, Meinungsfreiheit, Opposition, schließlich freie Wahlen zuzulassen. Mittelfristig werden die Menschen dort nicht gegen die eigenen Interessen wählen; aber so lange ein freier Diskurs ausbleibt und „die Straße“ sich zuweilen antiwestlicher und antiisraelischer aufführt als die Regierung, mithin derjenige auf den Schild gehoben werden dürfte, der sich am radikalsten gebärdet, lautet die Alternative zu einer ätzenden Autokratie wie der Mubaraks nicht Demokratie, sondern Anarchie – spätere Füllung des Machtvakuums durch radikale Islamisten nicht ausgeschlossen. Die politische Landkarte des Nahen und Mittleren Ostens gibt schon jetzt genügend Anlass zur Besorgnis: Hamas-Gaza, Hisbollah-Libanon, Mullah-Iran, Erdogans islamisierte Türkei und, wer weiß, vielleicht bald auch noch die Muslimbruderschaft am Ruder eines 80-Millionen-Volkes mit Riesenarmee. Nach dem noch so kalten Frieden der letzten 30 Jahre wird man sich dann schon sehr bald zurücksehnen.


Auch ein bisschen Frieden ist manchem schon zu viel.

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Das Gegenteil dessen, was man in Italien unter dem schönen Begriff fare una bella figura versteht, ist in Gaza Landessitte, wofür u.a. hier, hier und hier Beispiele aufgeführt werden und was ein Vorfall von heute einmal mehr unterstreicht. „Spontaner Volkszorn“ als vollendeter Ausdruck der Leidens- und Empörungskultur. Allein: Kultur ist eben doch was anderes als Zivilisation.

Ein Besuch von Frankreichs Außenministerin Michèle Alliot-Marie im Gaza-Streifen ist am Freitag von Protesten wütender Palästinenser begleitet worden. Der Konvoi der Politikerin wurde bei der Einreise in das Gebiet mit Schuhen beworfen. Alliot-Marie hat sich den Zorn mit einem Besuch beim Vater des im Jahr 2006 von palästinensischen Extremisten entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit zugezogen. Einer der rund 50 Demonstranten kletterte auf das Auto der Ministerin.

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