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Archive for the ‘Landeskunde’ Category

Welche Nationalbewegung ist älter – die jüdisch-zionistische oder die arabisch-palästinensische? Man lese es bei Benny Morris nach („One State, Two States“, New Haven & London 2009), dem vormaligen „postzionistischen“ Historiker, der einst Darling aller arabischen Israelfeinde und ihrer westlichen Brüder im Geiste war, bis er seine Sicht der Dinge im Licht der jüngeren Entwicklungen revidierte und bei den Antizionisten in Ungnade fiel.

Wir werden Morris´ Buch demnächst ausführlicher besprechen. Bis dahin halten wir fest: So wie die palästinensische Nationalbewegung eine Kopie der jüdischen war, so begann man im Lauf der Zeit ein Symbol nach der anderen nachzuäffen: Die Juden hatten einen Holocaust erlebt und gedachten seiner Opfer am Yom HaShoah, also führte man auf der anderen Seite den „Naqba“-Tag ein, an dem nun ebenfalls Sirenen ertönten.

In Israel wurde ein Rückkehrgesetz erlassen, das jedem Juden, wo auch immer er lebt, das Recht zubilligt, nach Israel einzuwandern. Folgerichtig begannen nun auch die Palästinenser auf einem „Rückkehrrecht“ zu bestehen.

Und gelegentlich war auch schon von so genannten Aktivisten eine Analogie zu hören, was das Brechen einer Blockade vor der Küste des Heiligen Landes betraf.

Original und miese Fälschung

All diese Beispiele haben nicht nur gemein, dass da einem Original ein Nachahmerprodukt folgte, sondern auch, dass die jeweiligen Kopien schwach bis unsäglich ausfielen.
Aus der teilweise eingewanderten arabischen Bevölkerung eines von Briten verwalteten Landes wurde ein angeblich seit Urzeiten ansässiges Volk der „Palästinenser“ generiert, das allerdings den Beweis, sich von anderen Arabern durch Sprache, Kultur etc. zu unterscheiden, schuldig blieb.
Die Shoah war nicht weniger als die Vernichtung der europäischen Juden, die „Naqba“ der selbstverschuldete Verlust von Haus und Hof in einem Krieg, den man selbst vom Zaun gebrochen hatte.
Das israelische Rückkehrgesetz bietet Juden eine Heimat in einem jüdischen Staat, das von den Palästinensern eingeforderte „Rückkehrrecht“ aber bezieht sich nicht etwa auf die offerierte Einwanderung in einen prospektiven Staat Palästina, sondern auf Israel: Nicht um eine lebenswerte Zukunft der Exilpalästinenser geht es, sondern schnöde darum, die Juden in Israel zur Minderheit zu machen.
Und was die Blockadebrecher betrifft, so befanden sich auf der Exodus und Hunderten anderen Schiffen Überlebende der Konzentrationslager, die man sonst nirgendwo auf der Welt haben wollte, und die eine Zukunft in einem eigenen Land ersehnten, während die Decks der Gaza-Konvois von Möchtegerndschihadisten und westlichen Wichtigtuern bevölkert werden, denen es allein darum geht, den jüdischen Staat vor aller Welt anzuschwärzen.

Ein ziemlich trostloses Bild also, das die Kopien im Vergleich zum Original abgeben. Wo die Qualität fehlt, muss es notgedrungen die Masse machen. Kaum war der „Naqba“-Tag vergangen, an dem wieder einmal eine Anzahl Araber zum Wohle der Propaganda als Kanonenfutter verheizt worden war, da dräute schon der „Naqsa“-Tag am Horizont. Ich muss gestehen, dass ich von diesem trotz jahrzehntelanger intensiver Beschäftigung mit dem Nahen Osten zum ersten Mal hörte. Offensichtlich handelte es sich bei der Naqsa um den kleinen Bruder der Naqba, und Bashar al-Assad kam der Jahrestag heuer aus bekannten Gründen sehr gelegen. Dennoch brachte sein ebenso zynisches wie durchschaubares Ablenkungsmanöver am 5. Juni – gedungene Krawallbrüder mit Bussen auf den Golan karren, sie die Grenzbefestigung erklimmen und abschießen lassen – nicht den erhofften Erfolg; man scheint ihm die Brutalität, mit der er gewisse Proteste in seinem eigenen Land niederkartätscht,im Ausland tatsächlich übelzunehmen. Jedenfalls fiel die weltweite Empörung, so unser subjektiver Eindruck, weit weniger heftig als gewohnt aus. Aus den Medien war immerhin zu erfahren, „Naqsa“ erinnere an den Sechstagekrieg im Juni 1967 und bedeute so viel wie Rückschlag.

Schlacht verloren, Krieg geht weiter

Das wiederum war nun interessant: Der Beginn des israelischen Präventivkriegs gegen drei Staaten, die zum Zweck der Vernichtung Israels Militärbündnisse geschlossen hatten, wird nicht als Unrecht bezeichnet, als Überfall, Landnahme, Invasion oder ähnliches, sondern als Rückschlag. Und das ist vielsagender, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Denn dieser Begriff verdeutlicht aufs Vortrefflichste, worum es wirklich geht: um die kategorische Weigerung der Araber, den jüdischen Staat in ihrer Region dauerhaft zu dulden, wie klein er auch immer sei. Nicht erst seit dem Sechstagekrieg 1967, nicht seit der Staatsgründung 1948, sondern seit gut neunzig Jahren. Der Angriff auf Tel Chai fand am 1. März 1920 statt, die Haganah wurde im Sommer desselben Jahres gegründet, weil die Juden sich gegen arabische Attacken zur Wehr setzen mussten.

Noch einmal: Der Krieg der Araber gegen die Juden in Eretz Israel währt seit 90 Jahren, Naqba und Naqsa hin oder her. Er wird seither auf vielfältige Weise geführt: mit Terror gegen Zivilisten, mit Erpressung (man erinnere sich an das britische Weißbuch, aber auch an die Ölkrise 1973), mit Propaganda; mit Krieg im großen Stil mit Panzern und Kampfjets; mit Raketenbeschuss, auf Schlachtfeldern und vor den Kameras der Weltmedien, diplomatisch, politisch, militärisch. Die Feinde Israels scheuen sich seit jeher nicht, alle Register zu ziehen. Man erinnere sich daran, wenn Erekat oder ein anderer Repräsentant seines Schlages das nächste Mal über Siedlungen jammert, über Israels Weigerung, Jerusalem erneut zu teilen, über die angeblichen „22 Prozent des historischen Palästina“, die den Arabern blieben. All das ist Bullshit. Naqsa heißt Rückschlag, und die herbe Niederlage von 1967 ist demnach nicht mehr als eine Etappenpleite, ein Rückschlag in dem seit 90 Jahren anhaltenden Bestreben, die Juden aus dem kleinen Land zwischen Mittelmeer und Jordan zu vertreiben. In einer Region, die den Staat Israel als fremdartiges Gebilde in der Tradition der Kreuzfahrerstaaten wahrnimmt, mit denen es schließlich auch einmal ein Ende hatte, pflegt man in großen Zeitabständen zu denken, schmiedet in mageren Zeiten „Stufenpläne“ und bietet, weil es sich in den Ohren der Ahnungslosen gut anhört, auch mal einen „langfristigen Waffenstillstand“ an, um dann nach zehn oder zwanzig Jahren den nächsten Krieg zu beginnen. Hauptsache, das Ende des Judenstaates kommt – eine Phantasie, die der Präsident des Iran bei jeder Gelegenheit gern öffentlich macht, ob im Aktiv oder Passiv. Wirklich etwas zu verlieren hat man ja nicht, dafür hat der Gegner zu viele Skrupel, also arbeitet man weiter auf allen Ebenen an der Abschaffung Israels. Noch finden sich rund um den Globus genügend willige Handlanger in Regierungsstellen, im diplomatischen Dienst und in Redaktionsräumen, wenn es mit Selbstmordattentaten, Panzern und Raketen mal wieder nicht geklappt hat. Im endlosen Krieg gegen den jüdischen Staat wird der eine oder andere Rückschlag gern in Kauf genommen; selbst eine militärische Niederlage wird noch als Möglichkeit genutzt, sich als Opfer einer Aggression zu gerieren.

Das ist die Lage, plain and simple. Und Israel bleibt nicht mehr, als Hamas, Hisbollah, den Mullahs und allen anderen erklärten Feinden eine Naqsa nach der anderen zu verpassen. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist zwar weit entfernt von dem, was man sich in Israel lange erhofft und erträumt hat, aber eine Alternative dazu gibt es nicht. Scheißspiel.

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Anmerkungen zu nicht lange zurückliegenden, gegenwärtigen oder in naher Zukunft dräuenden Ereignissen sowie Personen, ohne die diese Welt reicher wäre.

A wie Antizionisten

Nach dem überwältigenden Propagandaerfolg des Mavi-Marmara-Zwischenfalls wollen die „Aktivisten“ es noch einmal wissen. Im Mai soll eine weitere Flottille von 15 Schiffen zwar nicht den Palästinensern helfen, aber doch den Israelis schaden. Da auch im Licht ganz anderer Erkenntnisse trübe Gestalten an ihrer grotesken Darstellung der Ereignisse an Bord festhalten, ist eine Neuauflage der dreisten Inszenierung so gut wie sicher.

B wie Boykotteure

Trotz des aufopferungsvollen Einsatzes von Bremer Friedensfreunden, welche die gute alte deutsche Tradition des „Kauft nicht bei Juden“ wiederbeleben wollten, habe ich gestern auf dem Wochenmarkt schon wieder Datteln und Clementinen aus Israel gesehen. Am Stand eines Türken! Auf die Volksgenossen ist offenbar genauso wenig verlass wie auf Bürger mit Migrationshintergrund. Ein idealer Aufhänger für den nächsten „Kommentar des Monats“. Melzer, übernehmen Sie!

C wie Coalition of the Willing

Anzahl von Staaten, die dem Diktator Gaddafi beim Versuch in den Arm fallen, aufständische Bürger wie tolle Hunde zu erschlagen. Wir Deutschen machen da nicht mit. Wir sind für die Maus, aber auch für die Katze.

D wie Dilemma

Israel will den Frieden, die Hamas ist scharf auf Krieg. Was tun, wenn man sich auf einen „Friedensprozess“ eingelassen hat, aber naturgemäß mehr zur anderen Seite neigt? Einerseits möchte die Fatah ja ein bisschen Frieden, um Verhandlungspartner, Vermittler und Sponsoren bei Laune zu halten, andererseits aber auch ein bisschen Terror, damit man der eigenen, entgegen weit verbreiteter Meinung noch immer nicht geänderten Charta nicht untreu wird und vor den arabischen Brüdern nicht als Verräter dasteht. Wie der kostbare Zwischenzustand zu erhalten ist, wird Mahmud Abbas beim nächsten Raïsparteitag dringend thematisieren müssen.

E wie Eichmann

Vor ziemlich genau 50 Jahren in Jerusalem angeklagter Nazi-Kriegsverbrecher, der als Organisator des Massenmords an den europäischen Juden unermüdlich und kreativ war, sich aber am Ende hängen ließ. Zum Jahrestag des Eichmann-Prozesses werden diverse TV-Dokumentationen ausgestrahlt.

F wie Fogel

Siedlerfamilie, die von einem palästinensischen Freiheitskämpfer im Schlaf getötet wurde. Da sich noch niemand persönlich zu diesem heroischen Akt bekannt hat, konnte noch keine Straße nach ihm benannt werden.

G wie Goldstone

Richter, der sein harsches Urteil fällte, nachdem er den Anklägern sein Ohr geliehen hatte. Jetzt hat er eingesehen, dass der Angeklagte weitaus glaubwürdiger war, was diesem allerdings, da längst verurteilt, nichts mehr nützt. Neben den Verleumdern steht jetzt immerhin auch der ehrenwerte Mr. Goldstone ohne Hemd und Hose da, von einem Verleger in Neu-Isenburg ganz zu schweigen, dem der „Report“ gleichsam als Bibel galt. Tja.

H wie Hamas

Juristische Expertengruppe mit Schwerpunkt Internationales Recht.

I wie Intifada-Seite

Auf Facebook gelöscht, weil sich ein Herr Edelstein bei einem Herrn Zuckerberg beschwert hatte. Darf man jetzt schon nicht mehr zur Gewalt aufrufen, nur weil es Juden nicht passt? Gemein!

J wie Jerusalem

10.000 Läufer hecheln durch eine Stadt. So what, könnte man sagen. Allein, wenn die Stadt Jerusalem heißt, bleiben Ärger und Proteste natürlich nicht aus. Da sollte die Strecke doch tatsächlich auch durch arabische Stadtteile führen. Unerhört!

K wie Klageweib

Seit dem tragischen Zerwürfnis zwischen Evelyn Hecht-Galinski und dem Betreiber der Plattform für die publizistischen Ergüsse der „Tochter“ hat sich Abraham Melzer das Narrengewand übergeworfen.

Inhaltlich und stilistisch ist das Ergebnis so armselig, dass der Wechsel dem uneingeweihten Betrachter gar nicht auffallen dürfte.

L wie Lachnummer

Neulich im Deutschlandfunk. Frage der Moderatorin: „Was bekommen denn die Menschen in Tripolis von den Bombardierungen mit?“ – Korrespondent: „Nun, sie haben die Möglichkeit, sich über die staatlichen Rundfunksender zu informieren…“

M wie Mentalist

Ein palästinensischer Ingenieur verschwindet in der Ukraine aus einem Zug – und taucht in einem Knast in Israel wieder auf.

(Palästina-Portal)
Dabei ist der Mann doch nur ein Ingenieur, wirklich! Wie dieser hier.

N wie Naqba-Ausstellung

Ausgefallene Darstellung eines tragischen Ereignisses. Weil 1948 aus der Auslöschung der Juden (Azzam Pascha, 1. Generalsekretär der Arabischen Liga: „Dies wird ein Krieg der Vernichtung [gemeint: der Juden] und ein gewaltiges Massaker, von dem man einmal in derselben Weise wie von den Massakern der Mongolen und den Kreuzzügen sprechen wird“) nichts wurde und stattdessen die Angreifer zu großen Teilen ihre Heimat verloren, muss diese historische Ungerechtigkeit in jeder größeren Stadt bejammert werden. Ersatzweise wird ein Wehklagen angestimmt, wenn ein OB eine derartige Obszönität in öffentlichen Räumen untersagt.

O wie Opfer, zivile

Seltsam, dass die Franzosen Ende August 1944 so euphorisch die Befreiung von Paris feierten – immerhin waren bei den Kämpfen in der Normandie rund 20.000 unschuldige Bürger umgekommen. Wie auch immer: In Libyen oder Afghanistan sind zivile Opfer unter allen Umständen zu vermeiden, weshalb sich die NATO aus diesen Ländern zurückzuziehen hat, nach unserer Kenntnis sofort, unverzüglich. Es wird danach zwar erst recht zivile Opfer geben, aber die gehen dann nicht auf das Konto des Westens. Näheres erklärt Guido Westerwelle.

P wie Palästina-Portal

Überflüssigste Kreation seit der Erfindung der Gesichtswurst, und noch deutlich unappetitlicher als diese. Aber wen wunderts? Wenn in Deutschland ein erfolgloser Künstler die Politik für sich entdeckt, besteht grundsätzlich Anlass zur Beunruhigung.

Q wie Qassam

Explosiver Ausdruck des Bedürfnisses palästinensischer Dschihadisten, Juden zu piesacken.
Die Krone der Militärtechnik ist das Geschoss nicht, deshalb bemüht man sich um die Einfuhr von größeren Kalibern, etwa Grad-Raketen, mit denen sich auch weiter entfernt liegende Städte beschießen lassen. So lange man nicht aus den Hügeln Samarias in den Großraum Tel Aviv hineinfeuern kann, muss man nehmen, was man hat. Apropos.

R wie Raketenbeschuss

Bestandteil des arabischen Zermürbungskrieges gegen Israel, der international nicht geahndet wird, den jüdischen Staat aber nicht zur Ruhe kommen lässt und im günstigsten Fall zu einer Militäroperation provoziert, womit die internationale Aufmerksamkeit wieder geweckt wird.

S wie Staatsgründung

Die palästinensische Autonomiebehörde strebt die staatliche Unabhängigkeit ohne lästige Verpflichtung zur Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts an und bemüht sich um die Akzeptanz der Staatengemeinschaft für diese alle bisherigen Abmachungen Hohn sprechende Maßnahme. Es wird interessant sein, zu beobachten, welche Länder ihr Desinteresse an einer friedlichen Lösung des Nahost-Konflikts endlich offen zeigen. Brasilien, Argentinien und Uruguay haben sich schon geoutet, Kolumbien hingegen hält offenbar am Land-für-Frieden-Prinzip fest. Buh-Rufe von der Westbank.

T wie Twitter

Online-Plattform zur raschen Verbreitung von Kurznachrichten, greift gravierend und in geradezu unzumutbarer Weise in die Arbeitsabläufe von Journalisten alten Schlages ein.
Diese nämlich sind ernsthaftes, gründliches, kenntnisreiches Arbeiten gewohnt, es handelt sich um erstklassige Rechercheure, die nicht mit neumodischem Schnickschnack behelligt werden wollen. Nur die Besten machen irgendwas mit Medien, weshalb die Reportergranate Robert Hetkämper aus Japan berichtet und Ulrike Putz auf dem Balkon ihrer Beiruter Wohnung sitzend die Lage in Bengasi beschreibt.

U wie Unruhen

Gegenwärtige Zustände in der arabischen Welt von Tunis über Kairo und Damaskus bis Sana´a. Es scheint so, als seien die Menschen dort mit ihren Regierungen unzufrieden. Dabei dachten wir immer, sie wachten morgens mit dem Gedanken an den israelisch-palästinensischen Konflikt auf und gingen abends mit dem Gedanken an den israelisch-palästinensischen Konflikt schlafen. Jedenfalls hat man uns doch immer erzählt, alles werde gut, wenn nur endlich „der Nahost-Konflikt“ gelöst würde. Sollte es etwa mehrere geben?

V wie Verkehrschaos

Kann sich jemand vorstellen, dass die Jaffa Road in Jerusalem, seit Jahrzehnten eine lärmende, dieselverpestete, von heruntergekommenen Läden gesäumte Hauptverkehrsader, schon bald eine aufgeräumte Straße sein wird, durch die silbrig glänzende Trams schnurren? Ich noch nicht.

W wie Waffenstillstand

Von palästinensischen Extremisten hin und wieder verkündete Absicht, eine kurze Zeit auf Terror gegen israelische Zivilisten zu verzichten, während der „bewaffnete Arm“ eine Rakete nach der anderen abschießt. Eher gibt Helmut Schmidt das Rauchen auf als dass Banden wie Hamas und Islamischer Dschihad wahrhaftig dem Terror entsagen, aber aus der taz wird man das nicht erfahren.

X wie Xenophobie

In Sharm el-Sheik kann man einem Juden vor laufender Kamera ja mal die Hand drücken, aber was man wirklich denkt, das sagt man dem eigenen Volk.

Y wie Yehuda

Yehuda Avners 730-Seiten-Wälzer „The Prime Ministers. An Intimate Narrative of Israeli Leadership“ beschreibt ebenso kenntnis- wie anekdotenreich israelische Politik der letzten Jahrzehnte und ihre Protagonisten. Das macht einen schon wehmütig. Premiers wie Begin und Golda hätten auf Terror, Raketenbeschuss, Vernichtungsdrohungen und die internationale Verleumdungs- und Delegitimierungskampagne in Politik und Medien entschlossener agiert als etwa ein Olmert, und dem Land wohl einiges erspart. Sehr zur Lektüre im Original empfohlen, denn in deutscher Übersetzung dürfte es kaum erscheinen.

Z wie Zeugen, glaubwürdige

Noam Chomsky, Sümeyye Ertekin, Norman Finkelstein, Neve Gordon, Glenn Greenwald, Arun Gupta, Amira Hass, Henning Mankell, Paul Larudee, Gideon Levy, Lubna Masarwa, Ken O’Keefe, Daniel Luban, Kevin Ovenden, Ilan Pappé, Henry Siegman, Ahdaf Soueif, Richard Tillinghast, Alice Walker, Stephen M. Walt, Philip Weiss, Norman Paech, Haneen Zoabi. Wer seine längst widerlegten Märchen aus 1001 Propagandanacht bedenkenlos von einem Ex-Terroristen verlegen lässt (siehe A), und zwar in der Sachbuch- statt in der Fiction-Abteilung, wäre bei jedem anderen Thema längst draußen. Nicht aber bei diesem. Schön für die üblichen Verdächtigen, ein Elend für alle anderen.

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Ungleiche „Partner“

Jetzt reden sie wieder. Und dabei wird es auch bleiben, denn die Palästinenserführung hat bereits klargemacht, dass sie weiterhin nicht daran denkt, sich auch nur einen Millimeter vorwärts zu bewegen. Asymmetrische Verhandlungen gewissermaßen, die nicht überraschen, wenn man gewisse grundsätzliche Diskrepanzen bedenkt.

Moderate Israeli

Moderate Palästinenser

Happening in Tel Aviv

Happening in Gaza

Prozionistische Demonstranten

Antizionistische Demonstranten

Ausstellung in Jerusalem

Ausstellung in Nablus

Heiligste Stätte der Juden

Heiligste Stätte der Muslime

Held für Israelis

Held für Palästinenser

Begräbnis in Israel

Begräbnis in Palästina

Strandnixen in Tel Aviv

Strandnixen in Gaza

Politische Karikatur in einer israelischen Zeitung

Politische Karikatur in einer palästinensischen Zeitung

Das macht man in Israel mit Extremisten

Das macht man in Arabien mit Extremisten

Ärsche in Israel

Ärsche in Palästina

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Kürzlich beanstandete ein Leser, die Fotostrecken auf diesem Blog zeigten, wie hier, hier und hier, fast immer nur Jerusalem und Tel Aviv. Wir haben nun im Archiv gekramt, um eine Reise durch das gesamte zionistische Gebilde zu dokumentieren – von Galiläa bis zum Roten Meer.


Haifa, Bahai-Gärten. Die einst natürliche Begrünung des Berghangs musste einer sterilen, kalt-symmetrischen Reißbrettgartenanlage weichen.

Die Achmed Al-Jazzar-Moschee in Akko. Al-Jazzar bedeutet angeblich „Der Schlächter“, aber das ist zionistische Propaganda.

Zfat, eigentlich Safed. Hier stand die Wiege von Abu Mazen.

Der See Genezareth, ein sterbendes Gewässer.

Bunker auf dem Golan. Hierher flüchteten sich vor 1967 die syrischen Bewohner, wenn die Zionisten aus den Kibbuzim am Seeufer auf die Höhen hinauffeuerten.

Selten legen die Zionisten ihre maßlosen Expansionspläne so unverfroren offen.


Unglaublich: Auf Hebräisch und Englisch wird vor Minen gewarnt, auf Arabisch hingegen heißt es: „Herumtollen gestattet.“ Menschenverachtung pur.

Die jüdische Siedlung Alfei Menashe. Die Zionisten wollen das geraubte Land nicht zurückgeben. Von hier aus, so behaupten sie, ließe sich mit Artillerie oder Raketen in den Großraum Tel-Aviv (am Horizont) hineinschießen. Als wenn Hamas und Fatah so etwas jemals in den Sinn käme!

Die acht Meter hohe Apartheidmauer aus Beton.

Sabres, Kaktusfrüchte. So nennt man auch die in Palästina geborenen Juden: außen stachelig und innen ungenießbar.

Büttel der Autolobby: Potenzielle Radwege knallen die Stadtverwaltungen mit nutzlosen Palmen zu.

Der Ayalon-Highway, eine großspurige Angeberstadtautobahn.

Das Werk eines sehbehinderten Architekten mit Gleichgewichtsstörungen.

Politische Kunst an einem Haus in Neve Zedek: Eine verzweifelte Palästinenserin hängt am Abgrund, die jüdische Mehrheit schaut ungerührt zu.

In jedem zweiten Gebäude ein modernes Cafe mit Air Condition, aber Strommasten, für die sich Kaiser Wilhelm geschämt hätte.

Das Palmach-Museum. Hier feiert man eine paramilitärische Organisation, die u.a. 1945 das Internierungslager Atlit überfiel und rund 200 gefährliche Holocaustflüchtlinge aus britischem Gewahrsam befreite.

Die völkerrechtswidrige Aktion wurde unter der Führung von Yitzchak Rabin (am linken Bildrand) verübt.

Wie Meir Dizengoff, der erste Bürgermeister Tel Avivs, schon sagte: „Juden haben kein Interesse daran, im Meer zu baden.“

Deshalb pflastern die Juden die Naturstrände zu.

Typisch Zionisten: Von den Palästinensern verlangen, ihre Milizen aufzulösen, aber an die Toten der „Altalena“ erinnern!

Shakshuka sieht aus wie das, was aus dem Eyjafjallajökull herausquillt. Diese unappetitliche Melange aus Eiern, Tomaten, Paprika, Olivenöl, Knoblauch und Gewürzen wie Cayennenpfeffer, Koriander und Kreuzkümmel gilt als Highlight der einheimischen Küche. Dabei sind die Israelis die Engländer des Nahen Ostens. Kulinarisch gesehen.

Wer soll sich da noch zurechtfinden? Früher war al-Quds überschaubarer.


Die Knesset. Seit 1985 ist gesetzlich festgelegt, dass niemand gewählt werden kann, der das Existenzrecht des Staates Israel verneint oder rassistische Positionen einnimmt. Und so was nennt sich Demokratie.

Der Oberste Gerichtshof. Eine Farce, bei der mitunter sogar arabische Richter mitspielen.

Das pompöse Mausoleum von Yitzchak und Lea Rabin auf dem Herzl-Berg.

„Yad VaShem ist eine einzige Manipulation“ (Gideon Spiro).

Die Westmauer. Von hier bewerfen radikale Juden an Feiertagen gern muslimische Gläubige auf dem Haram al-Sharif mit Steinen.

Russische Einwanderer machen sich jetzt schon auf dem Ölberg im arabischen Ostjerusalem breit.


Das Tote Meer. Es fiel schon im Altertum einer gezielten Tötung zum Opfer.

Wasserfall im Naturreservat En-Gedi. Hier lassen es die Zionisten üppig sprudeln, während den Palästinensern die Zunge am Gaumen klebt.

In ihrer Überheblichkeit pflanzten ideologisch verblendete Botaniker im Kibbuz En-Gedi einen Baum, dessen Stamm wie ein Victory-Zeichen aussieht.

Klippschliefer (procavia capensis, aus der Familie der Hyracoiden) in den Bergen am Toten Meer. Klippschliefer leben auch in Südafrika. Noch Fragen?

Der Negev ist noch immer nicht in großem Stil besiedelt worden. Damit ist eine weitere Vision Ben-Gurions dramatisch gescheitert.

Am Dolphin Reef in Eilat. Der Kontakt zu Menschen soll einen positiven mentalen Einfluss auf gestörte Delphine haben, weshalb man aus aller Welt Kinder dorthin verfrachtet.

Der Gipfel des Zynismus: In einem Unterwasserrestaurant in Eilat tafeln die Gäste mit Blick auf Palästinenser, die man am Boden des Roten Meeres angekettet hat. Deren Kinder sind der Renner auf der Speisekarte.

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Während sich alle Welt über den Bau von Wohnungen in Ecken aufregt, die ohnehin bei Israel verbleiben werden, treibt es die Palästinensische Autonomiebehörde munter so wie eh und je.

Zweifellos eine nette Geste in Richtung Hamas, zwar Konkurrent der Fatah im Ringen um die Macht, gleichwohl Partner im Kampf gegen den jüdischen Staat. Aber auch ein weiterer Sargnagel für den „Friedensprozess“, der nie einer war.

Update: Barry Rubin bringt es auf den Punkt.

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In Jerusalem ist erneut ein Sack Reis umgefallen. Klar, dass das bei uns nicht ohne mediales Echo bleibt. Und dass ein Agenturjournalist mal wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Neue Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern: Die Stadt Jerusalem hat den Abriss von etwa 40 Häusern, in denen Palästinenser leben, angekündigt. Auf dem Gebiet im arabischen Osten der Stadt soll ein archäologischer Bibelpark entstehen.

heißt es auf SPIEGEL ONLINE

Neue Spannungen also. Wir erinnern uns: Erst gestern las man davon, dass arabische Jugendliche Touristen (!) mit Steinen angegriffen haben – worin auch immer die „Provokation“, also die übliche Entschuldigung für arabische Gewalttaten, diesmal bestanden haben mag. Nun sind es wieder die Juden, die „im arabischen Osten der Stadt“ zündeln. Wobei der Osten der Stadt mitnichten „arabisch“ ist, sondern gemischt arabisch (245.000 Einwohner) und jüdisch (180.000). Die Araber leben mehrheitlich in Stadtteilen wie Shuafat, Beit Hanina, Jabal Mukaber und Ras el-Amud, die Juden in Vierteln wie Pisgat Ze’ev, Gilo, Neve Ya’acov und Ost-Talpiot. Wenn der Osten der Stadt jemals arabisch war, dann während der jordanischen Herrschaft zwischen Unabhängigkeits- und Sechstagekrieg – weil alle Juden vertrieben worden waren.

Nach einem Bericht des staatlichen israelischen Rundfunks sollen etwa 40 Häuser von Palästinensern abgerissen werden, die ohne Genehmigung gebaut wurden.

Das hört sich ja nun schon einmal etwas anders an. Es handelt sich also um Häuser, die ohne Genehmigung errichtet wurden.

Als Entschädigung sollten die Besitzer Grundstücke am Rande des Parks erhalten sowie die Erlaubnis, dort zu bauen.

Auch dies klingt nicht nach Diskriminierung: Im Gegenteil werden sich die arabischen Bewohner am Ende als legale Bauherren auf sichererem juristischen Terrain befinden als es jetzt noch der Fall ist.

Das Vorhaben rief bereits heftige Proteste von palästinensischen Bewohnern und arabisch-israelischen Parlamentsabgeordneten hervor.

Wie könnte es auch anders sein.

Nach Meinung der israelischen Nichtregierungsorganisation Ir Amim gehört das Projekt zu einem groß angelegten Plan, den arabischen Ostteil Jerusalems durch „biblische Parks“ rund um die Altstadt jüdischer zu machen.

Dass man auf NGO’s mit einer, sagen wir: gewissen regierungskritischen Agenda lieber hört als auf den Bürgermeister, der im SPON-Artikel natürlich nicht zu Wort kommt, ist man ja gewöhnt. Dennoch bleibt die Frage: Was macht die Stadt jüdischer, wenn die arabischen Bewohner dereinst „am Rande des Parks“ wohnen sollten?

Für Unmut sorgt zudem die Weigerung von Bürgermeister Barkat, eine Anweisung des Obersten Gerichts von Israel umzusetzen, wonach ein mehrstöckiges Gebäude in Silwan abgerissen werden soll. In dem illegal errichteten Haus leben ultranationalistische jüdische Siedler.

Ohne uns mit der Frage aufzuhalten, was „Ultranationalisten“ sind und inwiefern sie sich von gewöhnlichen Nationalisten oder gar Patrioten unterscheiden (nach SPIEGEL-Lesart sind letztere wohl die Palästinenser, denn sie werden niemals mit dem Etikett „Ultranationalist“ versehen, während sich ein Israeli dieses schon durch das Heraushängen einer Flagge verdient), fällt auf, dass der Sachverhalt heute in der Jerusalem Post durchaus anders dargestellt wird. Dort heißt es:

Due to opposition from municipal legal adviser Yossi Havilio and State Attorney Moshe Lador, Barkat has threatened to implement a long list of court orders dealing with illegal construction in the area – including the evacuation and sealing of the seven-story Jewish-owned Beit Yehonatan, but also encompassing dozens of Arab-populated properties.

Mit anderen Worten: „Beit Yonathan“ steht sehr wohl zur Disposition, auch wenn der gewohnt tendenziöse SPON-Beitrag das Gegenteil suggeriert. So wie der Artikel das eigentliche Thema (illegale Bautätigkeit in Jerusalem) verfehlt und das traditionelle arabische Gemaule zum Anlass nimmt, Israel einmal mehr die Verantwortung für vergangene, gegenwärtige und zukünftige Spannungen zuzuschustern. Dies ist insbesondere deshalb unfair und kontraproduktiv als slumähnliche Viertel wie Al Bustan oder Silwan die Heilige Stadt nicht eben attraktiver machen und Wohngegenden wie diese dringend mehr als eines neuen Anstrichs bedürfen. In diesem Sinne plant Bürgermeister Barkat denn auch eine Restrukturierung der Gegend, die letztlich allen, auch den arabischen Bewohnern, zugute kommen wird:

The plans call for the demolition of nearly 100 homes built without the proper permits in Gan Hamelech, followed by a large-scale construction project that would see the entire area rebuilt and the Palestinian residents rehoused in new multistory buildings.

City Hall sources have called the plan a “pilot project to begin regulating building in east Jerusalem.”

It is also intended to improve living conditions for the 750 residents of Gan Hamelech, they have said.

The mayor’s proposal for the area also includes the construction of a commercial center, with businesses operating on the ground floors of the four-story residential buildings that will constitute the residents’ new homes.

Additionally, the plans call for hotels for an anticipated tourism influx, and health clinics and daycare centers for the local residents.

Aber eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Araber in Israel ist nichts, was einen SPIEGEL-Redakteur oder seine Leser in Wallung bringen könnte. Weder dieser noch jene fragen sich, ob man etwa in Hamburg ohne Genehmigung ein Haus hochziehen darf, wo es einem gerade passt, und ob die Stadt da nicht auch beizeiten einschreiten würde, wenn es jemand täte. Und erst recht nicht zählen sie eins und eins zusammen, denn sonst würde ihnen vielleicht dämmern, worum es den Palästinensern wirklich geht, wenn Saeb Erekat die Einstaaten-Katze aus dem Sack lässt und wenn die Palästinenser in Hebron Amok laufen, nachdem Haniya zur „dritten Intifada“ aufgerufen hat.

Und das, worum es den Palästinensern wirklich geht, ist die allen historischen Tatsachen Hohn sprechende Negierung einer jüdischen Verbindung zum Land Israel, weswegen sie bei der Eröffnung eines Hasmonäertunnels in Tempelbergnähe ebenso ausrasten wie bei archäologischen Funden in der Davidsstadt oder bei der geplanten Restaurierung einer Stätte, die Muslimen und Juden heilig ist. Um die stets schwelende Gewaltbereitschaft zur Entfaltung kommen zu lassen, wird bei Bedarf eben einer der beiden Dauerbrenner „Grundsteinlegung auf dem Tempelberg“ oder „Einsturzgefahr für Al-Aqsa“ aktiviert, und die Zündelei am Pulverfass besorgen muslimische Geistliche in Komplizenschaft mit der politischen Führung der Palästinenser.

Man kann es nicht oft genug betonen, es geht hier – wieder einmal – ums Ganze: um die Weigerung der Palästinenser, das Land mit den Juden zu teilen, und da jeder archäologische Fund, der die jüdische Präsenz im Land belegt, ein weiterer Sargnagel für ihren behaupteten Exklusivanspruch ist, muss man nicht bis zehn zählen, um das Wutgeheul darob zu vernehmen. Man wünschte sich beizeiten, dass das Gros der Medienschaffenden das endlich mal begriffe statt der fadenscheinigen Propaganda der Palästinenser und ihrer NGO-Freunde jeden Tag aufs Neue auf den Leim zu gehen.

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Auch im Jahr 2010 wieder ein schöner Anblick. Und keine Sorge: Als echte Dogmatiker haben wir selbstverständlich schweren Herzens darauf verzichtet, uns die abgebildeten Bikinis zu kaufen.

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Zitat des Tages

The good news: For the first time ever, the Palestinians have someone willing to think constructively and build their society.
Bad news: He is not representative.

Dan Schueftan über Salaam Fayyad

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Echte Kerle

Lieberman ist nur einer von vielen Akteuren in Nahost. Aber auch diese Männer spielen oder spielten eine Rolle:

Buhman

Blödman

Böserman

Forderman

Hinterman

Toterman

Pyroman

Guterman

Kleptoman und Egoman

Schutzman

Ballerman

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Je schwächer sein Faktenwissen ist, desto meinungsstärker tritt der gemeine Israelkritiker auf. Nur allzu oft belästigt er seine Umwelt mit vermeintlichen Gewissheiten, die zwar idiotisch, aber epidemisch verbreitet sind. Wir bleiben gelassen, weil wir die besseren Argumente haben. Jede der antiisraelischen Plattitüden lässt sich im Handumdrehen zerlegen – mit Antworten, die in geraffter Form so aussehen könnten wie im folgenden ausgeführt.

„Israel will doch gar keinen Frieden“

Bullshit. Israel will einen echten Frieden und keinen Waffenstillstand nach den Vorstellungen arabischer Gewaltherrscher. Schon in der Unabhängigkeitserklärung war ein Friedensangebot an die arabischen Staaten enthalten (beantwortet wurde es mit dem Angriff von Armeen aus fünf arabischen Staaten am Tag nach der Staatsgründung). Israel hat nach dem Sechstagekrieg die Rückgabe der Gebiete (Ausnahme: Jerusalem) offeriert – beantwortet wurde dies mit den drei Neins von Karthoum. Israel hat mit Ägypten Frieden geschlossen (den Sinai geräumt), und mit Jordanien, und es hat auch mit den Palästinensern in Oslo das Prinzip „Land für Frieden“ vereinbart. Beantwortet wurden die Rückzüge aus Gaza und Jericho wie aus den großen Städten der Westbank mit einer bis dahin nicht erlebten Terrorwelle. Der Rückzug aus dem Südlibanon und der Rückzug aus dem Gazastreifen inkl. Evakuierung aller 7000 Siedler hatte jeweils einen Raketenhagel auf Ortschaften innerhalb Israels zur Folge. Nur ein Narr kann glauben, dass ein Rückzug aus dem gesamten Westjordanland und Jerusalem Frieden bringen wird.

Israel ist ein kleines Land mit einer Bürgerarmee, für jeden einzelnen Soldaten, der im Kampf fällt, müssen sich die Regierenden rechtfertigen. Der Militärhaushalt verschlingt riesige Summen, die dringend woanders gebraucht werden, etwa bei der Integration von Neueinwanderern. Gleichwohl muss das Land wehrhaft bleiben, so lange es in einer derart rohen Umgebung exisitiert. Israel hat nicht Dänemark, Holland und die Schweiz als Nachbarn, sondern Länder wie Libanon und Syrien, etwas weiter entfernt Irak und Iran. Kompromissbereitschaft wird im Orient gern als Zeichen von Schwäche gedeutet – dies erklärt, warum der Terror und der Hass ausgerechnet seit den Friedensabkommen von Oslo schlimmer geworden sind denn je. Jeder, der mit seiner europäischen Denke an den Nahost-Konflikt herangeht, hat schon verloren. „Ich bin okay, du bist okay“ – das mag, wenn überhaupt, in Helsinki oder in Bern funktionieren, in Gesellschaften, die von Despoten und Terroristen beherrscht werden, funktioniert es nicht.

Israel ist bereit, für den Frieden Opfer zu bringen, hat bereits welche gebracht: Gebiete geräumt, Siedlungen abgebaut. Dafür hat es nur noch mehr Terror erhalten, da beißt die Maus keinen Faden ab. Deshalb ist die israelische Friedensbewegung, die in guten Zeiten Hunderttausende mobilisieren konnte, heute bedeutungslos: Man hat realisiert, dass es so nicht weitergehen kann, dass man (noch) keinen Partner für den Frieden hat. Den Platz von „Shalom achshav“ haben inzwischen obskure Grüppchen eingenommen, die wider besseres Wissen und wider alle Erfahrung behaupten, der Friede scheitere nicht am palästinensischen Terror. Es sind dies die immer gleichen Individuen, die sich aus den Frauen in Schwarz, Machsom Watch, Betselem, Avnerys Gush Shalom etc. rekrutieren. In der sehr heterogenen und streitlustigen israelischen Gesellschaft führen sie zu Recht eine Randexistenz, werden lediglich von dem einen oder anderen Ha´aretz-Feuilletonredakteur wahrgenommen. Gehör finden sie nur bei denen, die das hören wollen, was sie sagen.

Wie sieht es auf der anderen Seite aus? Es gibt keine palästinensische Friedensbewegung und es hat nie eine gegeben. Eine Person des öffentlichen Lebens, die erklärte, der Frieden scheitere an den Palästinensern, würde als Verräter und Kollaborateur gebrandmarkt und wäre ihres Lebens fortan nicht mehr sicher. Jahrzehntelang haben die Palästinenser von ihrer Führung gehört, dass „unveräußerliche Rechte“ nicht aufgegeben werden, Kompromisse sind also tabu. Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, kann nicht mehr zurück, in dieser selbstgebauten Falle stecken alle Palästinenserführer bis heute. 100 Prozent Westbank & Gaza plus Jerusalem und „Rückkehrrecht“ (nach Israel!) für alle Palästinenser, die vor 60 Jahren flüchteten – und für ihre Kinder und Enkel und Urenkel. Darunter machen sie es nicht, und daran wird eine Friedenslösung bis auf weiteres scheitern. Vor die Wahl gestellt, einen Staat auf dem Gebiet Gazas und 97 Prozent Westbank zu bekommen, Milliardenhilfen aus dem Ausland, die Aussicht auf eine friedliche und lebenswerte Zukunft für kommende Generationen – oder dem Beharren auf den Maximalforderungen mit der Folge, weiter mit leeren Händen dazustehen, hat sich die Palästinenserführung noch immer für die zweite Option entschieden.

Die Tatsache, dass heute ein allgemein als „Hardliner“ verrufener Likud-Ministerpräsident den israelischen Konsens verkörpert, der – vorausgesetzt, die Sicherheit ist gewährleistet – die Schaffung eines Palästinenserstaates akzeptiert und der trotzdem bei der bockbeinigen Palästinenserführung auf Granit beißt, sollte zu denken geben. Fazit: Es ist die Palästinenserführung, die keine endgültigen Verhandlungen will – weil sie nicht bereit ist, Kompromisse zu machen, weil sie, nicht nur heimlich, von der Fortführung des Konflikts auch nach der Staatsgründung träumt, weil sie mit dem Status Quo gut leben kann (sie ist versorgt und kann sich trotzdem wort- und gestenreich beschweren) und weil sie sich vor dem Tag fürchtet, an dem sie selbst die Müllabfuhr organisieren muss. So ist das bei Revoluzzern.

„Der palästinensische ,Terror´ ist legitimer Widerstand“

Horseshit. Terror hat keine Legitimation, und der besonders brutale palästinensische Terror schon gar nicht. Er zielt zuvörderst auf Zivilisten in Israel (in Linien- und Schulbussen, Kindergärten, Schulen, Cafes, Einkaufszentren), aber auch auf Juden im Ausland (Massaker in Synagogen in Wien und Istanbul, Flughafen Rom etc.). Durch die Auswahl seiner Opfer versucht der Terrorismus, ob nun verübt von Hamas oder Fatah-Ablegern, Angst und Schrecken zu verbreiten. Da Anschläge auf Juden seit 90 Jahren stattfinden, hat sich diese brutale Methode bis heute offensichtlich nicht ausgezahlt, es sei denn, der Mord an Holocaust-Überlebenden während einer Pessach-Feier oder an Jeschiwa-Schülern in der Bibliothek oder an Studenten in der Uni-Cafeteria oder an zwei Jungen beim Spielen in Tekoah wird an sich bereits als gutes Werk betrachtet. Dass die Palästinenserführung bis heute daran festhält, spricht für die zweite These. Als strategisches Mittel oder als Fortführung der Politik mit anderen Mitteln macht er keinen Sinn, denn je brutaler der Terror ist, desto schlechter stehen die Palästinenser am Ende da. Über die moralische Verwerflichkeit eines Mordes an einem Säugling im Kinderwagen (Shalhevet Paz) oder an einer Schwangeren (Tali Hatu´el) und ihren vier kleinen Töchtern muss wohl nicht diskutiert werden.

Dass der palästinensische Terror ausgerechnet während des „Friedensprozesses“ eskalierte, an Intensität wie an Grausamkeit, spricht Bände. Wenn es Grund zur Hoffnung gibt, kann Verzweiflung erst recht nicht als Motiv herhalten. Tatsächlich ist es so, dass etwa Selbstmordattentäter immer (!) von einer der verschiedenen Terrororganisationen angeworben, bewaffnet und zum Tatort geschickt werden. Am Vorabend des Massenmordes nehmen sie nicht selten eine Videobotschaft auf, in der sie verkünden, wie stolz sie sind, als Märtyrer ins Paradies eingehen zu dürfen. Nach der Tat erklärt die Familie, wie stolz sie auf den toten Sohn, zuweilen auch die Tochter ist, und der Mörder erlangt Heldenstatus. Kinder tauschen Sammelbildchen mit dem Konterfei des Mörders, und wenn er besonders viele Juden umgebracht hat, wird auch schon mal eine Straße nach ihm benannt.

„Die Mauer ist ein Hindernis für den Frieden“

Quatsch. Der israelische Grenzwall ist zuallererst ein Hindernis für Terroristen. Sinn und Zweck der Anlage ist es, das Einsickern von Terroristen aus der Westbank nach Israel proper zu unterbinden, und diesen Zweck erfüllt sie: Es gelingt keinem Selbstmordattentäter mehr, sich in Netanya, Chadera oder Tel Aviv in die Luft zu sprengen. Das ist die Hauptsache. Dass der Hightech-Limes mancherorts Unbill für palästinensische Anrainer mit sich bringt (Einzelfälle werden von Feinden Israels gern als pars pro toto angeprangert), ist bedauerlich, aber das menschliche Leben hat Vorrang vor dem Recht, eine Strecke von A nach B in soundsoviel Minuten zurücklegen zu können. Auch ästhetische Bedenken müssen hier zurücktreten. Von einer „Apartheidmauer“ kann keine Rede sein, schon weil 1,4 Millionen Araber diesseits der Anlage leben, und was die Absicht, Selbstmordattentäter aus den eigenen Städten fernzuhalten, mit Apartheid zu tun haben soll, bleibt das Geheimnis der antizionistischen Schreihälse. Die schon einmal gehörte Behauptung, die Mauer solle verhindern, dass man sieht, was sich dahinter tut, ist genauso purer Nonsens. Es klingt auch nicht gerade logisch, wenn „Stop the Wall“-Aktivisten verbreiten, die Anlage diene dem „Landraub“, im Gegenteil darf man davon ausgehen, dass Israel, das schließlich einmal die ganze Westbank verwaltete, alles Land jenseits des Grenzwalls bereits abgeschrieben hat. Und das ist nicht wenig, denn mit drei Ausnahmen reicht der Zaun nirgendwo mehr als ein, zwei Kilometer in die Westbank hinein und verläuft eben nicht „mitten durch“. Der Verlauf wird in erster Linie von Sicherheitsaspekten bestimmt, gibt aber auch mehr oder weniger den künftigen Grenzverlauf zwischen Israel und dem prospektiven Palästinenserstaat vor, was also auch auf der Gegenseite positiv registriert werden könnte, es sei denn, man will dort überhaupt keine Grenze, weil man immer noch nach Haifa, Yafo und Ramle schielt.
Zuletzt: In Stücke gebombte Menschen bleiben tot, während der Verlauf einer Sperranlage, wie bereits mehrmals geschehen, geändert werden kann – und wie sich sogar prinzipiell die ganze Anlage wieder abbauen lässt. Den Zaun wird es aber so lange geben, wie die Gründe, die zu seinem Bau geführt haben, nicht aus der Welt geschafft sind.

„Die Siedlungsfrage ist der Kern des Nahostproblems“

Blödsinn. Wer so etwas behauptet, hat keine Ahnung davon, dass die arabische Ablehnung eines jüdischen Staates der Kern des Nahost-Konflikts ist – bis heute. Frieden gab es nicht vor der Staatsgründung, und es gab ihn nicht zwischen 1948 und 1967 – als Ägypten den Gazastreifen besetzt hielt und Jordanien die Westbank, und in diesen Gebieten kein einziger Jude lebte. Wenn das Wort von der „ethnischen Säuberung“ jemals auf den Nahen Osten zutraf, dann auf die Vertreibung sämtlicher Israelis aus Gebieten, die von Arabern besetzt wurden – die Altstadt von Jerusalem eingeschlossen. (Neu-)Gründungen von Siedlungen entstanden erst Ende der 60er-Jahre, als ohnehin keine Aussicht auf Frieden bestand und man sich in Israel auf eine dauerhafte Präsenz in den eroberten Gebieten einzurichten begann. Die meisten dieser Siedlungen hatten vor allem strategische Bedeutung, ideologische Gründe spielten zunächst keine Rolle, obwohl es sich bei Judäa und Samaria um das biblische Kernland handelt (wie der Siedleraktivist Elyakim Haetzni es ausdrückte: „Tel Aviv, das ist die Küstenebene, das Land der Philister“). Später wurde der Siedlungsbau in oder bei Städten wie Hebron (wo bereits seit jeher eine jüdische Gemeinde existierte und noch vor der Staatsgründung, 1929, Opfer eines Pogroms wurde) oder Schchem/Nablus forciert und vor allem von der Likud-Regierung gefördert. Ob der Siedlungsbau legitim ist oder nicht, darüber gehen die Meinungen auseinander (manche argumentieren mit einem gewissen Recht, dass es sich völkerrechtlich um „umstrittene Gebiete“ handelt, da sie zuvor Mandatsgebiet bzw. später von Jordanien besetzt und völkerrechtswidrig annektiert worden waren), ob er politisch klug war, ist wieder eine andere Frage. Der Grund für den Nahostkonflikt ist er nicht. Es gab den Terror und die arabische Ablehnung Israels vor, während und nach dem Bau von jüdischen Kommunen. Und selbst der Abbruch derselben, wie Anfang der 80er-Jahre in Yamit/Sinai und 2005 im Gazastreifen, hindert palästinensische Fanatiker nicht daran, Raketen auf israelische Städte abzufeuern. Es geht ihnen nicht um die Siedlungen, es geht ihnen um Israel, ob dort gerade die Arbeitspartei regiert oder der Likud oder Kadima ist ihnen schnurz. Für sie ist auch Tel Aviv eine „illegale Siedlung“.

Die palästinensische Führung, die derzeit alle Verhandlungen ablehnt, hat natürlich ein Interesse daran, die Siedlungsfrage zum Knackpunkt zu machen – so hat sie eine billige Entschuldigung für ihre Verweigerungshaltung. Sie besteht darauf, dass sämtliche israelischen Kommunen in der Westbank geräumt werden, will also jegliche jüdische Präsenz dort ausmerzen – im Sinne der bereits erwähnten ethnischen Säuberung, die schon einmal praktiziert wurde. Dies wird nicht geschehen. Der Großteil der Siedler (80 Prozent) lebt in drei, vier großen Siedlungsblöcken, die Israel nicht aufgeben wird, für die es gleichwohl einen land swap einzugehen bereit ist. Das Territorium, das dann annektiert werden müsste, macht nur etwa drei, vier Prozent der Westbank aus. Mit etwas gutem Willen ließe sich hier eine Lösung finden. Der aber ist auf palästinensischer Seite auch im Jahr 16 nach Aufnahme des „Friedensprozesses“ beim besten Willen nicht zu erkennen.

„Man muss mit der Hamas reden“

Nö. Mit einer von allen ernst zu nehmenden Staaten als Terrororganisation betrachteten Bande muss man genauso wenig reden wie mit der NPD. Worüber auch? Die Hamas macht aus ihrem antisemitischen Programm (siehe Charta) keinen Hehl, und wer behauptet, es gäbe etwas mit ihr zu bereden, der sollte auch sagen, was. Etwa die Modalitäten einer Auflösung Israels? Das Argument, die Hamas habe eben einen „militärischen Flügel“, sei aber auch politisch und karitativ tätig, zieht nicht. Die Nazis stützten ihre Macht auf SA, SS und Wehrmacht, und nebenbei veranstalteten sie auch hübsche Zeltlager für die Jugend und KdF-Fahrten für gestresste Volksgenossen, aber verbrecherisch blieben sie trotzdem. Wer die islamofaschistische Hamas als Wohltätigkeitsverein mit angeschlossener Jagdsportabteilung verharmlost, ist nur darauf aus, ihr unverdiente Legitimität zu verschaffen. Die aber nützt niemandem außer den bärtigen Gotteskriegern selbst, die ihrerseits ihre Daseinsberechtigung aus dem Kampf gegen Israel herleiten, was schon ihr Name belegt, und deshalb haben sie in einem „Friedensprozess“ soviel zu suchen wie ein Kinderschänder im Hort. Wer dem Nahen Osten etwas Gutes tun will, boykottiert die Hamas (am besten: zieht sie aus dem Verkehr); wer sie hoffähig machen will, ist an der Fortführung des Konflikts bis zum St. Nimmerleinstag interessiert, soviel ist sicher.

„In der UNO ist Israel isoliert, nur Amerika hält seine schützende Hand über das Land“

Stimmt. Das spricht aber nicht gegen Amerika, sondern gegen die Vereinten Nationen, eine Organisation, die, unfähig und korrupt, längst von Ländern dominiert wird, die mit der UN-Charta nichts am Hut haben und Völkermördern, Diktatoren und Operettenpräsidenten jederzeit eine Bühne bietet, die selbst ihren Menschenrechtsrat von Schurkenstaaten aus allzu durchsichtigen Gründen zweckentfremden lässt – nämlich um von den eigenen Menschenrechtsverletzungen abzulenken. Klassenkeile bezieht dann eben der Streber mit der Brille: Israel, der Jude unter den Völkern. Für eine Resolution gegen Israel findet sich in der Vollversammlung immer eine Mehrheit, und Entwürfe, in denen der jüdische Staat für seine Reaktion auf Angriffe etwa durch Hisbollah oder Hamas verurteilt wird, ohne dass diese Aggressionen überhaupt erwähnt werden, würden tatsächlich durchgewinkt, wenn nicht die USA den Mumm hätten, dieser Farce im Weltsicherheitsrat regelmäßig ein Ende zu bereiten. England und Frankreich sind meist zu feige dazu, Russland und China haben noch weniger Berechtigung als die meisten anderen UN-Mitgliedsstaaten, sich zum Richter über Israel aufzuschwingen. Mit Moral hat das alles nichts zu tun, die UN sind die Summe ihrer Mitgliedsstaaten, nicht mehr und nicht weniger, und die sind selten genug demokratisch. Wenn sich Gewaltherrscher darauf einigen, eine Demokratie zum Paria zu machen, nützt auch die Mehrheit nichts – das Unterfangen bleibt unmoralisch und eine Schande für die Weltorganisation. Es wird höchste Zeit, dass diese unwürdige Veranstaltung, die natürlich auch vor allem von den USA bezahlt wird, einer Liga der demokratischen Staaten Platz macht. Diesem Club wird dann zwar nicht jeder angehören, aber Qualität geht vor Quantität. Es ist nicht einzusehen, dass Burkina Faso, Bhutan und Somalia darüber entscheiden dürfen, ob ein militärischer Feldzug im Libanon oder Gaza berechtigt ist oder nicht. Israel ist ein souveräner Staat, der einzige ironischerweise, dessen Gründung die Legitimation der UN hat (bei den heutigen Mehrheitsverhältnissen undenkbar), und er ist nicht ins Leben gerufen worden, damit andere über das Schicksal von Juden bestimmen. Um ein Minimum an Glaubwürdigkeit beanspruchen zu können, müssten die Vereinten Nationen auch die guten Gründe berücksichtigen, die Israel etwa zum Gazakrieg bewogen oder dazu, auf dem Prinzip Land für Frieden (die berühmte Resolution 242!) zu bestehen. Dies tun sie nicht, und daher sind ihre einseitigen Verurteilungen ausgerechnet Israels lächerlich und gottlob auch nicht bindend. Die automatische Mehrheit gegen den jüdischen Staat hat sich moralisch längst selbst disqualifiziert.

„Niemand leidet so wie die Palästinenser“

Unfug. Diese Behauptung ist geradezu obszön. Zig Millionen Flüchtlinge weltweit leiden wirklich, es fehlt ihnen am nötigsten, und sie haben nicht die Möglichkeit, ihr Los durch Kompromissbereitschaft von heute auf morgen zu verbessern. Es gibt ein UN-Flüchtlingshilfswerk für alle Flüchtlinge weltweit und ein zweites für die Palästinenser allein (UNRWA). Sie sind auch die einzigen, die ihren Flüchtlingsstatus weitervererben dürfen, und die einzigen, bei denen alles getan wird, damit sie weiter Flüchtlinge bleiben. Für ihren Unterhalt und ihre Ausbildung zahlt die Weltgemeinschaft; den Löwenanteil (fast ein Viertel) trägt das gern verteufelte Amerika, die teils steinreichen arabischen Staaten, deren Lippenbekenntnisse für die palästinensische Sache zahlreich sind, tragen – mit der Ausnahme Saudi-Arabiens, 12,4 Prozent – kaum etwas bei zum UNRWA-Haushalt bei.

Anders als die 650.000 Juden, die aus arabischen Ländern vertrieben wurden, sind die palästinensischen Flüchtlinge nirgendwo außer in Jordanien integriert worden. Vergleichsweise elend leben die Palästinenser im Libanon, während es in Israel kein einziges „Flüchtlingslager“ gibt. Die Araber dort, die 1948 nicht flohen, sind israelische Staatsbürger.
Selbst im „blockierten“ Gazastreifen ist das Leben alles andere als die Hölle. Das Westjordanland, wegen der verbesserten Sicherheitslage von hunderten Checkpoints erlöst, boomt (Wachstum 2009: 8 Prozent), und wer sich in Jenin, Bethlehem und vor allem Ramallah umschaut, mag vieles sehen, aber gewiss keine „humanitäre Katastrophe“. Das ist ein billiger Kampfbegriff aus dem Arsenal antiisraelischer Propagandisten, mehr nicht.

„Jerusalem muss Hauptstadt beider Staaten werden“

Keineswegs. Zum einen wäre dies ein weltgeschichtliches Novum. Warum sollte das ausgerechnet am brisantesten Ort des Planeten gelingen? Jerusalem war nie Hauptstadt eines arabischen Staates – selbst unter jordanischer Herrschaft nicht – und ein Staat Palästina könnte auch mit einer Kapitale Ramallah leben. Oder Abu Dis. Jerusalem ist unter israelischer Verwaltung zu einer blühenden, beeindruckenden Metropole geworden und nach Jahrhunderten der Verwahrlosung überhaupt erst seitdem wieder von Bedeutung. Die Juden werden mehr, die Araber werden sogar noch mehr (und nicht weniger!), und die Stadt ist lebenswert für alle ihre Bewohner.

Nur Israel garantiert den freien Zugang zu den Heiligen Stätten aller Religionen. Zwischen 1948 und 1967 wurde Juden der Zugang zur Westmauer verwehrt, und die Palästinenser würden es nicht anders halten als die Jordanier. Sie leugnen heute jeden historischen Bezug der Juden zu Jerusalem, und schon deshalb kommt ihre Kontrolle über die Stadt nicht infrage, wäre eine Katastrophe für alle Bewohner, ob Juden oder Araber. Was die Teilung einer Stadt betrifft, so könnten die Bürger Berlins einiges über deren Auswirkungen sagen. Sehnt sich wirklich irgendjemand nach Mauer und Stacheldraht zurück? Vielleicht diejenigen, die sich über den Bau von einigen Wohneinheiten im Stadtteil Gilo aufregen können, während ein Massaker im Kongo sie kaltlässt; diese müssen sich gewisse Rückschlüsse auf ihr Verständnis von Menschenrechten gefallen lassen. Eine Rückkehr zum status quo ante würde jedenfalls nirgendwo so kontraproduktiv sein wie in Jerusalem. „Wat fott es, es fott!“, pflegt der rheinische Volksmund salopp zu sagen. Und genau so ist es.

„Nur durch einen Palästinenserstaat bekommt Israel dauerhaft Sicherheit“

Mitnichten. Das Gegenteil dürfte der Fall sein – jedenfalls wenn die Palästinenser einen Staat bekämen, der weiter Ansprüche stellt, der sich bis an die Zähne bewaffnen und mit Israel feindlich gesinnten Staaten verbünden darf. Dann ist der nächste Waffengang nur eine Frage der Zeit – mit für Israel extrem schwer zu verteidigenden Grenzen, zumal wenn die PLO oder gar die Hamas auf den Höhenzügen über der Küstenebene sitzen würde. Ein Albtraum, der weder Israelis noch Palästinensern etwas Gutes brächte. Daher besteht die Regierung Netanyahu mit Recht auf Vorkehrungen, die diese gruselige Option ausschließen. Wer die Palästinenserführung in ihrer Alles-oder-Nichts-Haltung bestärkt, kann keinen Frieden wollen. Schaut man sich die erste Reihe der vorgeblichen Palästinenserfreunde an, ist das auch kein Wunder.

Hinzu kommt die begründete Sorge, dass der Palästinenserstaat wie fast alle arabischen Staaten aussehen wird, mutmaßlich noch bedenklicher: Ob von Fatah oder Hamas beherrscht, dieser Staat wird keine Demokratie sein, dazu bedürfte es nicht nur „freier“ Wahlen, sondern demokratischer Parteien, und das sind sie beide nicht. Khaled Abu Toameh, ein arabischer Journalist, der für die Jerusalem Post arbeitet, vergleicht sie zu Recht mit zwei rivalisierenden Gangsterbanden, die ihre Machtkämpfe auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Palästina ein weiterer failed state wird, den die Welt nicht braucht, ist extrem hoch. Solch ein Staat wäre eine Gefahr für seine eigenen Bürger und natürlich auch für seine Nachbarn. Man erinnere sich an die destabilisierende Rolle, welche die PLO Arafats in Jordanien und im Libanon spielte.

„Wenn der israelisch-arabische Konflikt gelöst ist, herrscht Ruhe im Nahen Osten“

Reines Wunschdenken. Die Muslimbruderschaft und damit der politische Islam mit seinem dschihadistischen Programm ist älter als der Nahost-Konflikt, und wenn Bin Ladens Al-Qaida in New York und Washington Wolkenkratzer und ein Ministerium angreift, wenn in Pakistan, Indien, Afghanistan, Irak, Marokko, Ägypten, Indonesien, Jemen und anderen Ländern Islamisten blutige Anschläge verüben, hat das mit Israel und dem, was es tut oder unterlässt, nichts, aber auch gar nichts zu tun. Ebensowenig der Westsaharakonflikt, der Völkermord im Sudan, der Krieg Ägyptens im Jemen Mitte der 60er-Jahre, der Bürgerkrieg in Libanon ab Mitte der 70er-Jahre, der Machtkampf zwischen PLO und Jordaniens König Hussein, der Krieg Iraks gegen Iran, gegen die Kurden, gegen Kuweit, der Krieg in Afghanistan, die Unruhen in Tunesien, Libyen, Ägypten, der Bürgerkrieg in Syrien et cetera et cetera. Die Region ist, wie sie ist, und das liegt ganz sicher nicht an einem 20.000-Quadratkilometer-Staat, der sich dort seit 60 Jahren seiner Haut erwehren muss. Ein ganz schlechter Witz ist das.

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