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Wenn es darum geht, die verhassten Juden vom Leben zum Tode zu befördern, waren palästinensische Terroristen noch nie wählerisch. Seit ihre Sprengstoffgürtelträger wegen der furchtbaren Apartheidmauer nicht mehr in israelische Städte gelangen und ihre Raketen vom Iron Dome abgefangen werden, setzen sie notgedrungen – oder inspiriert vom Islamischen Staat – wieder auf Attacken mit traditionellen Waffen wie Messer und Beil. Groß in Mode ist schon länger, mit Fahrzeugen aller Art, vom Bus über den Bagger (im SPIEGEL, der wenigstens da mal richtig korrekt sein will: „Radlader“) bis zum Pkw, Menschen zu überfahren, was dann bei SpOn verkehrsunfallverdächtig mit „Autofahrer steuert in Menschenmenge“ umschrieben wird.

Von Terror mag auch Torsten Teichmann nicht reden, schließlich hat er das, was von Matti Friedman die „Israel Story“ genannt wird“, ebenso verinnerlicht wie die versammelte Pressemeute vor Ort, weshalb er sich strahlend neben dem „großartigen“ Etgar Keret ablichten lässt und mit säuerlicher Miene neben dem „Falken“ Moshe Arens. Als sei noch nicht geklärt, ob es sich um den x-ten Terroranschlag dieser Art handelt, ließ sich der ARD-Korrespondent vor 17 Stunden auf Twitter wie folgt vernehmen:

In #Ostjerusalem soll ein Fahrer in eine Gruppe von Polizistinnen gefahren sein via @ynetnews 3Menschen verletzt.

Wenig später, als ein Palästinenser in Hebron auf einen israelischen Soldaten eingestochen hatte und hernach erschossen worden war:

In #Hebron soll Palästinenser auf isrSoldaten eingestochen haben. Soldat schießt, Palästinenser erliegt Verletzungen.

Dies, obwohl sogar schon Videomaterial vorlag, das den Angriff zweifelsfrei dokumentierte.

„Soll“ und „haben“, in diesen Begriffen denkt Buchführer Teichmann, wenn wieder einmal Israelis zum Ziel von Terroristen werden. Nur dass der Palästinenser vom Israeli erschossen wurde, diese Nachricht verträgt keinen Konjunktiv, weil sie sich von selbst versteht. Als professioneller Clown bewegt sich der Öffentlich-Rechtliche Journalist ganz sicher im Sägemehl des Nahost-Medienzirkusses, schließlich machen es fast alle so, wie Georg M. Hafner und Esther Schapira es in ihrem eben erschienenen, sehr empfehlenswerten Buch „Israel ist an allem schuld. Warum der Judenstaat so gehasst wird“ beschrieben haben.

Wenn Juden nach dem Holocaust zu Opfern werden, müssen zumindest Zweifel angebracht sein. War es wirklich ein Attentat? Und wenn ja: Haben wir es hier nicht eher mit einer – natürlich irgendwie verständlichen – Verzweiflungstat zu tun, letztlich einer Folge von ungerechter Behandlung durch den jüdischen Staat? Nur so konnte es passieren, dass im November 2014 die unbedarfte Ex-Morgenmagazin-Moderatorin Nicole Diekmann, die es, wie auch immer, auf einen Reporterposten in Jerusalem verschlagen hatte, nach der brutalen Abschlachtung von vier alten Männern in einer Synagoge zur Familie eines der arabischen Attentäter pilgerte.

Sie wusste eben, was sich gehört, jedenfalls für ihre Berufsgruppe. Wer allerdings nicht auf einem Auge blind ist, kann solches Gebaren schon lange nicht mehr ernst nehmen.

 

Die Feinde des jüdischen Staates können in diesen Zeiten frohlocken. Nachdem sie jahrzehntelang vergeblich versucht haben, Israels Existenz mittels konventioneller Kriege zu beenden, scheint die neue Strategie, ihr Ziel auf diversen Umwegen zu erreichen, langsam Früchte zu tragen.

Den „bewaffneten Kampf“ haben weder die Hamas noch die vermeintlich gemäßigte PLO jemals eingestellt, aber bei Rückschlägen legen die palästinensischen Terrororganisationen erstaunliche Flexibilität an den Tag: Entsenden sie aus der Westbank Selbstmordattentäter in Israels Städte oder greifen sie das Land wochenlang mit Tausenden von Raketen an, erlaubt ihnen diese Flexibilität, auf die unweigerlich folgende Reaktion Israels rasch wieder in den Opfermodus zu schalten. Aus dem jahrzehntelangen Medienkrieg gehen sie regelmäßig als Sieger hervor, weil die Welt nicht auf ihren Krieg gegen israelische Zivilisten fokussiert, sondern auf die Gegenmaßnahmen, die zu ergreifen Jerusalem gezwungen ist. Diese Erfahrung haben etliche Ministerpräsidenten vor Netanyahu machen müssen, auch wenn es sich um Sozialdemokraten wie Rabin, Peres oder Barak handelte. Darauf sei hingewiesen, weil die angebliche Hartleibigkeit der aktuellen Regierung immer wieder als „Argument“ für antiisraelisches Gebaren herhalten muss.

Dabei geht es seit jeher im „Nahostkonflikt“ vor allem um eines: darum, dass sich die arabische Welt mit der Existenz eines jüdischen Staates, und sei er auch noch so winzig, abfinden möge. Dann wiederum wäre auch die Gründung eines Palästinenserstaates durchaus denk- und machbar. In Oslo wurde das „Land gegen Frieden“ genannt. Es funktionierte nicht, weil Arafat seinen Terrorkrieg weiterführte, nur dass er diesmal – dank Oslo – vor den Toren Jerusalems stand, und Arafats Nachfolger Abbas, der seit mehr als neun Jahren regiert, weil er nicht wählen lässt, mag einen Anzug tragen, kommt Israel aber ebenfalls keinen Millimeter entgegen. Da Abbas trotz seiner oft demonstrierten Intransigenz und der Glorifizierung von „Märtyrern“ in unseren ganz auf Israel fixierten Breiten immer noch als gemäßigt gilt, gibt es für ihn auch keinen Grund, daran etwas zu ändern.

Den Kuchen zu behalten und ihn gleichzeitig zu essen, kann Abu Mazen aber nur gelingen, weil man ihn mit dieser krummen Tour durchkommen lässt. Der Westen muss sich vorwerfen lassen, nicht auf dem Prinzip „Land für Frieden“ beharrt zu haben, stattdessen finanziert er de facto den palästinensischen Dauerkrieg gegen den jüdischen Staat weiterhin mit Milliarden. Kein Wunder, dass die Palästinensische Autonomiebehörde Blut geleckt hat und nun versucht, mittels offenen Vertragsbruchs die Eigenstaatlichkeit durch die Hintertür zu erlangen, eben ohne dass man sich damit zur Beendigung des Konflikts verpflichten müsste. Die jüngsten Signale aus Schweden und Spanien etwa, auch aus Straßburg, bestärken Abbas in seiner Strategie. Tolldreist plant man in Ramallah bereits, den jüdischen Staat demnächst auch über den Internationalen Gerichtshof anzugreifen und Dschibril ar-Radschub, ein Protagonist der Autonomiebehörde und zurzeit Vorsitzender des Fußballverbands, betreibt die Suspendierung Israels bei der FIFA, während vorgebliche Palästinenserfreunde die Vorgänge im syrischen Lager Yarmuk achselzuckend zur Kenntnis nehmen, weil sie vollauf damit beschäftigt sind, zum Boykott israelischer Produkte aufzurufen. „Kauft nicht bei Juden“ hieß das früher mal, heute nennen sie es „informierte Kaufentscheidung“.

Um das u.a. von den Raketen der Hisbollah und der Hamas bedrohte Israel weiter in die Enge zu treiben, ist den Palästinensern und ihren Fürsprechern jedes Mittel recht – von Kompromissen oder Gesten des guten Willens keine Spur. Warum auch? Wenn Europäer wie Jakob Augstein ein atomar bewaffnetes Regime in Teheran geradezu herbeisehnen und selbst ein amerikanischer Präsident bereit scheint, den einzigen ehrlichen Verbündeten in der Region vor den Bus zu stoßen, kann das die erklärten Feinde Israels nur in ihrem Eifer bestärken.

Der Schriftsteller Hans Habe sagte es vor Jahrzehnten schon: „Der Judenstaat ist, was die Juden immer waren: allein.“ Man kann nur froh sein, dass er heute über die Entschlossenheit und auch über die Mittel verfügt, um sein Schicksal selbst zu bestimmen.

 

Frackhessen
Frackhessen

 

Hackfressen
Hackfressen

 

Jakob der Spinner

In Amerika kann sich jeder Verrückte problemlos eine Waffe zulegen. Von dem „im Zweifel linken“ Jakob Augstein darf man annehmen, dass er das ganz furchtbar findet. Allerdings ist da dieser Mr. Horovitz. Er hat sich eine Schusswaffe zugelegt, seit sein Nachbar, ein Mann mit krimineller Vergangenheit, der auch häuslicher Gewalt nicht abgeneigt ist, ihm jeden Morgen über den Zaun zuruft, dass er Mr. Horovitz und seine Familie sehr bald kaltmachen werde. Als der Nachbar schließlich eine großkalibrige Waffe erwerben will, plädiert Augstein vehement dafür, ihm eine zu verkaufen. Das sei nur recht und billig, denn Mr. Horovitz habe ja auch eine, und das raube der Nachbarschaft die Stabilität. Außerdem sei Mr. Horovitz ein unangenehmer Zeitgenosse, der solle sich mal nicht so haben, wenn der Nachbar Waffengleichheit fordere.

Alles klar? Näheres entnehme man dem wirren Elaborat, mit dem der SpiegelOnline-Kolumnist Jakob Augstein heute seine israelkritische Anhängerschaft beglückte und mit dem er sich nachdrücklich für einen der vorderen Plätze in den nächsten „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“ des Simon Wiesenthal Centers empfiehlt.

Augstein ist davon überzeugt, dass Israel über Nuklearwaffen verfügt. Nun, wenn überhaupt, dann ist dem seit mehr als viereinhalb Jahrzehnten so, ohne dass der jüdische Staat jemals den möglichen Einsatz von Atomwaffen im äußersten Notfall auch nur angedeutet, geschweige denn ein Land in seiner ekelhaften Nachbarschaft je bedroht hätte – anders als umgekehrt, denn keine Woche vergeht, ohne dass ein iranischer Geistlicher, Politiker oder Militär Israel die baldige Vernichtung in Aussicht stellt, von den Kettenhunden der Ayatollahs etwa im Libanon gar nicht zu reden. Gegenwärtig unterstützt Teheran neben der radikalislamischen Hisbollah schiitische Milizen in Syrien und dem Irak sowie die Huthi-Milizen im Jemen, ist ohne Zweifel der eifrigste Unterstützer dschihadistischen Terrors und eine weitere Gefahr für die gesamte, ohnehin schon am Abgrund stehende Region.

Die eigene Bevölkerung hält die Islamische Republik seit nunmehr 36 Jahren unter der Knute, richtet hin, foltert, hängt Schwule an Baukränen auf und lässt Ehebrecherinnen steinigen. Augstein sieht das nicht so, der „Iran sei ja nicht die Karikatur, die wir uns malen“, ob in Öl oder Acryl lässt er offen, ebenso wie die Frage, ob es statthaft sein könnte, uns für diese Freveltat beizeiten mit Maschinenpistolen niederzumähen. Der „Economist“ schreibe schließlich, dass der Westen „ein veraltetes und verzerrtes Bild von Iran habe“; offenbar hat sich dort vieles zum Guten gewendet, ohne dass es außer dem ominösen „Economist“-Redakteur und Jakob Augstein jemand mitgekriegt hat. Es gebe keinen Anlass, so der Hamburger Millionenerbe weiter, „die Machthaber von Teheran für verrückter zu halten als ihre Pendants in Washington und Jerusalem“, denn für einen Linken unserer Tage sind ein brutaler Gottesstaat und zwei liberale Demokratien eine Soße, wenn die Aversion gegen diese beiden Demokratien – zufällig von jeweils sechs Millionen Juden bevölkert – nur ausgeprägt genug ist.

Die gefährlichste Region der Erde, in der täglich Hunderte und Tausende hingemetzelt werden, bringt Augstein nicht um den Schlaf, dafür die gefühlt von Israel verursachte Instabilität des Nahen und Mittleren Ostens, denn, nicht wahr, „israelische Flugzeuge (haben) 1981 Ziele im Irak bombardiert und 2007 in Syrien“ – dergestalt die Stabilität verhindernd, die ein atomar bewaffneter Irak unter Saddam Hussein und ein atomar bewaffnetes Syrien unter Assad gewiss garantiert hätten. Es sei eine Anomalie, so Augstein, dass Israel die einzige Atommacht im Nahen Osten sei, daher gönnt er den Ayatollahs, die ihre Anhänger auf den Straßen Teherans „Tod, Tod Israel“ skandieren lassen, eigene Nuklearwaffen. Obwohl es natürlich auch noch anders ginge: „Wer Iran die Bombe verweigern will, muss sie Israel nehmen“, meint Augstein, der auch nichts dagegen hätte, wenn die Zerstörung des jüdischen Staates mit konventionellen Waffen bewerkstelligt würde.

„Die iranische Bombe kommt sowieso – na und?“ Das fasst ganz wunderbar zusammen, was der Linke Jakob Augstein aus der Geschichte gelernt hat – nämlich den eliminatorischen Antisemiten von heute unter keinen Umständen in den Arm zu fallen. Und sollte Bibi Netanyahu tatsächlich „Israel tief in die internationale Isolation geführt“ haben, müsste ihm Augstein alle paar Tage parfümierte Dankschreiben und kistenweise anständigen Rotwein zukommen lassen, denn genau das ist es ja, was sich der Sohn seines, äh, Vaters sehnlichst wünscht. Der jüdische Staat isoliert und sturmreif geschossen – allerdings von anderen, man selbst trägt diesmal keine Schuld, im Gegenteil, man hat ja immer wieder gewarnt. Vor Mr. Horovitz.

 

Vier schminken
Vier schminken

 

Schmierfinken
Schmierfinken

 

Es ist völlig in Ordnung, dass 43 Reservisten der Aufklärungseinheit 8200 des Militärgeheimdienstes in einem Brief erklärt haben, sich nicht weiter an der Überwachung von Palästinensern beteiligen zu wollen. Jeder muss so eine Arbeit mit seinem Gewissen vereinbaren können, auch wenn die Protestler natürlich mehr Glaubwürdigkeit reklamieren könnten, wenn sie sich während ihrer aktiven Dienstzeit entsprechend geäußert hätten. Aber gut: Wer es nicht kann, soll es lassen. So wie vor einem Jahrzehnt die wenigen Piloten, die aus Sorge vor Kollateralschäden keine Einsätze zur gezielten Tötung von Terrorfürsten mehr fliegen wollten. 

Im Gegenteil ist es richtig und wichtig, dass die moralischen Fragen auch öffentlich gestellt werden. Israel unterscheidet sich ja in vielerlei Hinsicht von seiner mehr als rustikalen Nachbarschaft, vor allem aber auch, weil es selbst in Zeiten, in denen ein “Right or wrong – my country!” nur allzu verständlich wäre (also etwa inmitten eines Terrorkrieges in den eigenen Städten), immer wieder das eigene Handeln hinterfragt, Fehler korrigiert, beim nächsten Mal umsichtiger und besser präpariert vorgeht. Im Zweifel lieber einen Einsatz abbricht, als zu viele Unbeteiligte zu gefährden. In einer Weltgegend, in der Radikalismus und Gewalt vorherrschen und in der ein Menschenleben nicht viel gilt, ist das die absolute Ausnahme.

Der Brief der 43 Reservisten, mag er noch so politisch motiviert sein, ist daher kein Beinbruch. Die Verfasser sind auch keine “Verräter”. Gleichwohl verrichtet die Einheit 8200 weiterhin ihren Dienst sehr effizient, eben weil es genügend Soldaten gibt, die bei der Güterabwägung (Datenschutz für Palästinenser vs. akute Bedrohung der Sicherheit der Israelis) nicht zweimal nachdenken müssen. Schön ist das alles zweifellos nicht. Im Privatleben von Palästinensern herumzuschnüffeln, etwa um persönliche Schwachstellen zwecks Informantenanwerbung zu finden, macht gewiss keinen Spaß, so wie es keinen Spaß macht, sich im Libanon mit der Hisbollah oder in Khan Younis mit der Hamas und dem Islamischen Dschihad mörderische Kämpfe zu liefern. Oder kann sich jemand ernsthaft vorstellen, dass junge Israelis gern bei 30 Grad in voller Kampfmontur in den Gassen Hebrons jugendlichen Brandsatzwerfern hinterherlaufen oder mitten in Gaza City einen Luftangriff auf eine Raketenabschussrampe fliegen, die unmittelbar neben einem zivilen Gebäude installiert ist?

Allein: Die Situation ist, wie sie ist. Weil die Nachbarschaft ist, wie sie ist. Wer seine Zelte in der Kanalisation aufschlägt, kann keine blütenweiße Weste behalten, das ist der Preis, den die Israelis für ihr Überleben in der Region zahlen müssen. Der Frust und die Zweifel, die etwa von den ehemaligen Shabak-Chefs in “The Gatekeepers” geäußert werden, sind verständlich – aber die Lage könnte sich ja nur dann ändern, wenn eine politische Lösung in Sicht oder jedenfalls grundsätzlich realisierbar wäre. Ist sie aber nicht, und das liegt nach wie vor und zuvörderst an der fortgesetzten Weigerung der Palästinenser und aller anderen arabischen Nachbarn, sich dauerhaft mit der Existenz eines jüdischen Staates abzufinden.

Denn so sieht es derzeit aus: Im Norden wartet die waffenstarrende Hisbollah auf die nächste Runde, so wie im Süden die zwar einmal mehr angeschlagene, aber dennoch zum ewigen Krieg gegen die Juden entschlossene Hamas. Im Nordosten könnten schon bald die Halsabschneider des Islamischen Staates den Platz der syrischen Feinde einnehmen, wenn sie nicht gar in Jordanien einfallen, dem östlichen und einzigen halbwegs zurechnungsfähigen unter Israels Nachbarstaaten; noch weiter östlich drehen sich munter die Zentrifugen in den iranischen Atomanlagen, während der Westen mit verschränkten Armen daneben steht. Hilfe von außen ist nicht zu erwarten, selbst Amerika ist unter Obama nur ein Verbündeter mit beschränkter Haftung.

In einer solchen Situation ist es gut, dass die ganz überwiegende Mehrheit der Israelis keinen Zweifel mehr hegt, dass es um das Überleben des Landes geht und eben nicht um die “Besatzung”, die längst hätte beendet werden können, wären denn die Palästinenser zum Frieden bereit – dieser zentrale Punkt ist spätestens seit der “Al-Aqsa-Intifada” hinreichend geklärt, und Israelis, die von deutschen Zeitungen hofiert werden (wie kürzlich David Ranan in der SZ), weil sie die israelische Politik und Gesellschaft angreifen, ihr die fortwährende “Besatzung” vorwerfen, ohne den krachend gescheiterten “Friedensprozess” und den immer weiter gesteigerten Post-Oslo-Terror auch nur zu erwähnen, werden im eigenen Land nicht ernstgenommen. Der klare Blick auf die Verhältnisse ist weitgehend Konsens in Israel, das ist die Hauptsache, und daher sind nicht die Briefe schreibenden Reservisten der Einheit 8200 “die Tapferen”, als die sie von Julia Amalia Heyer geadelt werden (und die damit den restlichen 99,99 Prozent der Soldaten den Feiglingsstatus zuweist), sondern all jene ordinary Israelis, die im Bewusstsein der prekären Lage ihr Leben leben, ihre Arbeit tun, ihre Kinder erziehen und sich notfalls von der Armee einberufen lassen, um gegen die jeweils aktuelle dschihadistische Bedrohung zu Felde zu ziehen.

Schreibtischtäter wie Heyer mögen sich wie Bolle freuen, wenn sich ihre Abneigung gegen Israel mit Statements von Israelis unterfüttern lässt, für den jüdischen Staat jedoch hat so ein Vorfall nur rudimentäre Bedeutung. Ein schlechtes Gewissen müssen die Israelis in ihrer Gesamtheit gewiss nicht haben, und ein Häuflein renitenter Reservisten oder ein paar Frauen in Schwarz oder einen Gideon Levy hält das Land locker aus, so lange das Gros der Bevölkerung und die Verantwortlichen in der Politik wissen, was auf dem Spiel steht: nicht weniger als das Überleben von inzwischen sechs Millionen israelischen Juden. Nach den ernüchternden Erfahrungen der letzten zwanzig Jahre ist das nur noch für wenige schwer zu begreifen, doch deutsche Medienschaffende feiern weiterhin lieber ein paar Dutzend Unbelehrbare als Helden statt endlich mal der großen Mehrheit der Israelis Gehör zu schenken. Und das nicht nur, weil sich auf einem leeren Fass viel lauter trommeln lässt.

 

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