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Archive for the ‘Nicht kategorisiert’ Category

In die Ecke gedrängt

Die Feinde des jüdischen Staates können in diesen Zeiten frohlocken. Nachdem sie jahrzehntelang vergeblich versucht haben, Israels Existenz mittels konventioneller Kriege zu beenden, scheint die neue Strategie, ihr Ziel auf diversen Umwegen zu erreichen, langsam Früchte zu tragen.

Den „bewaffneten Kampf“ haben weder die Hamas noch die vermeintlich gemäßigte PLO jemals eingestellt, aber bei Rückschlägen legen die palästinensischen Terrororganisationen erstaunliche Flexibilität an den Tag: Entsenden sie aus der Westbank Selbstmordattentäter in Israels Städte oder greifen sie das Land wochenlang mit Tausenden von Raketen an, erlaubt ihnen diese Flexibilität, auf die unweigerlich folgende Reaktion Israels rasch wieder in den Opfermodus zu schalten. Aus dem jahrzehntelangen Medienkrieg gehen sie regelmäßig als Sieger hervor, weil die Welt nicht auf ihren Krieg gegen israelische Zivilisten fokussiert, sondern auf die Gegenmaßnahmen, die zu ergreifen Jerusalem gezwungen ist. Diese Erfahrung haben etliche Ministerpräsidenten vor Netanyahu machen müssen, auch wenn es sich um Sozialdemokraten wie Rabin, Peres oder Barak handelte. Darauf sei hingewiesen, weil die angebliche Hartleibigkeit der aktuellen Regierung immer wieder als „Argument“ für antiisraelisches Gebaren herhalten muss.

Dabei geht es seit jeher im „Nahostkonflikt“ vor allem um eines: darum, dass sich die arabische Welt mit der Existenz eines jüdischen Staates, und sei er auch noch so winzig, abfinden möge. Dann wiederum wäre auch die Gründung eines Palästinenserstaates durchaus denk- und machbar. In Oslo wurde das „Land gegen Frieden“ genannt. Es funktionierte nicht, weil Arafat seinen Terrorkrieg weiterführte, nur dass er diesmal – dank Oslo – vor den Toren Jerusalems stand, und Arafats Nachfolger Abbas, der seit mehr als neun Jahren regiert, weil er nicht wählen lässt, mag einen Anzug tragen, kommt Israel aber ebenfalls keinen Millimeter entgegen. Da Abbas trotz seiner oft demonstrierten Intransigenz und der Glorifizierung von „Märtyrern“ in unseren ganz auf Israel fixierten Breiten immer noch als gemäßigt gilt, gibt es für ihn auch keinen Grund, daran etwas zu ändern.

Den Kuchen zu behalten und ihn gleichzeitig zu essen, kann Abu Mazen aber nur gelingen, weil man ihn mit dieser krummen Tour durchkommen lässt. Der Westen muss sich vorwerfen lassen, nicht auf dem Prinzip „Land für Frieden“ beharrt zu haben, stattdessen finanziert er de facto den palästinensischen Dauerkrieg gegen den jüdischen Staat weiterhin mit Milliarden. Kein Wunder, dass die Palästinensische Autonomiebehörde Blut geleckt hat und nun versucht, mittels offenen Vertragsbruchs die Eigenstaatlichkeit durch die Hintertür zu erlangen, eben ohne dass man sich damit zur Beendigung des Konflikts verpflichten müsste. Die jüngsten Signale aus Schweden und Spanien etwa, auch aus Straßburg, bestärken Abbas in seiner Strategie. Tolldreist plant man in Ramallah bereits, den jüdischen Staat demnächst auch über den Internationalen Gerichtshof anzugreifen und Dschibril ar-Radschub, ein Protagonist der Autonomiebehörde und zurzeit Vorsitzender des Fußballverbands, betreibt die Suspendierung Israels bei der FIFA, während vorgebliche Palästinenserfreunde die Vorgänge im syrischen Lager Yarmuk achselzuckend zur Kenntnis nehmen, weil sie vollauf damit beschäftigt sind, zum Boykott israelischer Produkte aufzurufen. „Kauft nicht bei Juden“ hieß das früher mal, heute nennen sie es „informierte Kaufentscheidung“.

Um das u.a. von den Raketen der Hisbollah und der Hamas bedrohte Israel weiter in die Enge zu treiben, ist den Palästinensern und ihren Fürsprechern jedes Mittel recht – von Kompromissen oder Gesten des guten Willens keine Spur. Warum auch? Wenn Europäer wie Jakob Augstein ein atomar bewaffnetes Regime in Teheran geradezu herbeisehnen und selbst ein amerikanischer Präsident bereit scheint, den einzigen ehrlichen Verbündeten in der Region vor den Bus zu stoßen, kann das die erklärten Feinde Israels nur in ihrem Eifer bestärken.

Der Schriftsteller Hans Habe sagte es vor Jahrzehnten schon: „Der Judenstaat ist, was die Juden immer waren: allein.“ Man kann nur froh sein, dass er heute über die Entschlossenheit und auch über die Mittel verfügt, um sein Schicksal selbst zu bestimmen.

 

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Gemischtes Doppel (69)

Frackhessen
Frackhessen

 

Hackfressen
Hackfressen

 

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Jakob der Spinner

In Amerika kann sich jeder Verrückte problemlos eine Waffe zulegen. Von dem „im Zweifel linken“ Jakob Augstein darf man annehmen, dass er das ganz furchtbar findet. Allerdings ist da dieser Mr. Horovitz. Er hat sich eine Schusswaffe zugelegt, seit sein Nachbar, ein Mann mit krimineller Vergangenheit, der auch häuslicher Gewalt nicht abgeneigt ist, ihm jeden Morgen über den Zaun zuruft, dass er Mr. Horovitz und seine Familie sehr bald kaltmachen werde. Als der Nachbar schließlich eine großkalibrige Waffe erwerben will, plädiert Augstein vehement dafür, ihm eine zu verkaufen. Das sei nur recht und billig, denn Mr. Horovitz habe ja auch eine, und das raube der Nachbarschaft die Stabilität. Außerdem sei Mr. Horovitz ein unangenehmer Zeitgenosse, der solle sich mal nicht so haben, wenn der Nachbar Waffengleichheit fordere.

Alles klar? Näheres entnehme man dem wirren Elaborat, mit dem der SpiegelOnline-Kolumnist Jakob Augstein heute seine israelkritische Anhängerschaft beglückte und mit dem er sich nachdrücklich für einen der vorderen Plätze in den nächsten „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“ des Simon Wiesenthal Centers empfiehlt.

Augstein ist davon überzeugt, dass Israel über Nuklearwaffen verfügt. Nun, wenn überhaupt, dann ist dem seit mehr als viereinhalb Jahrzehnten so, ohne dass der jüdische Staat jemals den möglichen Einsatz von Atomwaffen im äußersten Notfall auch nur angedeutet, geschweige denn ein Land in seiner ekelhaften Nachbarschaft je bedroht hätte – anders als umgekehrt, denn keine Woche vergeht, ohne dass ein iranischer Geistlicher, Politiker oder Militär Israel die baldige Vernichtung in Aussicht stellt, von den Kettenhunden der Ayatollahs etwa im Libanon gar nicht zu reden. Gegenwärtig unterstützt Teheran neben der radikalislamischen Hisbollah schiitische Milizen in Syrien und dem Irak sowie die Huthi-Milizen im Jemen, ist ohne Zweifel der eifrigste Unterstützer dschihadistischen Terrors und eine weitere Gefahr für die gesamte, ohnehin schon am Abgrund stehende Region.

Die eigene Bevölkerung hält die Islamische Republik seit nunmehr 36 Jahren unter der Knute, richtet hin, foltert, hängt Schwule an Baukränen auf und lässt Ehebrecherinnen steinigen. Augstein sieht das nicht so, der „Iran sei ja nicht die Karikatur, die wir uns malen“, ob in Öl oder Acryl lässt er offen, ebenso wie die Frage, ob es statthaft sein könnte, uns für diese Freveltat beizeiten mit Maschinenpistolen niederzumähen. Der „Economist“ schreibe schließlich, dass der Westen „ein veraltetes und verzerrtes Bild von Iran habe“; offenbar hat sich dort vieles zum Guten gewendet, ohne dass es außer dem ominösen „Economist“-Redakteur und Jakob Augstein jemand mitgekriegt hat. Es gebe keinen Anlass, so der Hamburger Millionenerbe weiter, „die Machthaber von Teheran für verrückter zu halten als ihre Pendants in Washington und Jerusalem“, denn für einen Linken unserer Tage sind ein brutaler Gottesstaat und zwei liberale Demokratien eine Soße, wenn die Aversion gegen diese beiden Demokratien – zufällig von jeweils sechs Millionen Juden bevölkert – nur ausgeprägt genug ist.

Die gefährlichste Region der Erde, in der täglich Hunderte und Tausende hingemetzelt werden, bringt Augstein nicht um den Schlaf, dafür die gefühlt von Israel verursachte Instabilität des Nahen und Mittleren Ostens, denn, nicht wahr, „israelische Flugzeuge (haben) 1981 Ziele im Irak bombardiert und 2007 in Syrien“ – dergestalt die Stabilität verhindernd, die ein atomar bewaffneter Irak unter Saddam Hussein und ein atomar bewaffnetes Syrien unter Assad gewiss garantiert hätten. Es sei eine Anomalie, so Augstein, dass Israel die einzige Atommacht im Nahen Osten sei, daher gönnt er den Ayatollahs, die ihre Anhänger auf den Straßen Teherans „Tod, Tod Israel“ skandieren lassen, eigene Nuklearwaffen. Obwohl es natürlich auch noch anders ginge: „Wer Iran die Bombe verweigern will, muss sie Israel nehmen“, meint Augstein, der auch nichts dagegen hätte, wenn die Zerstörung des jüdischen Staates mit konventionellen Waffen bewerkstelligt würde.

„Die iranische Bombe kommt sowieso – na und?“ Das fasst ganz wunderbar zusammen, was der Linke Jakob Augstein aus der Geschichte gelernt hat – nämlich den eliminatorischen Antisemiten von heute unter keinen Umständen in den Arm zu fallen. Und sollte Bibi Netanyahu tatsächlich „Israel tief in die internationale Isolation geführt“ haben, müsste ihm Augstein alle paar Tage parfümierte Dankschreiben und kistenweise anständigen Rotwein zukommen lassen, denn genau das ist es ja, was sich der Sohn seines, äh, Vaters sehnlichst wünscht. Der jüdische Staat isoliert und sturmreif geschossen – allerdings von anderen, man selbst trägt diesmal keine Schuld, im Gegenteil, man hat ja immer wieder gewarnt. Vor Mr. Horovitz.

 

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Irgendwann im Lauf des 19. Juli, vielleicht auch später, müssen jemandem im Pressehaus am Hamburger Speersort die Ohren geklingelt haben. Früher am Tag war ein Israeli in der Nähe von Dimona im Negev von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getötet worden. Nicht, dass israelische Opfer für deutsche Medien, insbesondere für die ZEIT, ein Thema wären, aber diesmal war es anders: Das Opfer hieß Auda al-Wadj und war Beduine. Offenbar hatte ihn der überraschend effektive israelische Zivilschutz – bestehend vor allem aus Bunkern, dem „Zeva-Adom“-Alarm und dem Raketenschutzschild „Eiserne Kuppel“ – nicht vor seinem Schicksal bewahren können.

Die ZEIT wäre indes nicht die ZEIT, würde sie sich entgehen lassen, daraus eine weitere Geschichte zu konstruieren, die nicht die Palästinenser (die Raketen auf israelische Städte, den Flughafen und den Atomreaktor in Dimona abfeuern und also auch Auda al-Wadj auf dem nicht vorhandenen Gewissen haben) sondern die Israelis in einem schlechten Licht dastehen lässt. Also schickt sie Celestine Hassenfratz nach Südisrael, auf dass sie von einem weiteren Missstand im verdorbenen Judenstaat berichten möge:

„Für Beduinen gibt es keinen Schutz“ heißt der Artikel und er suggeriert, die Beduinen seien Bürger zweiter oder dritter Klasse, um deren Wohlergehen sich niemand kümmere. Wie nicht anders zu erwarten, springt die Meute im Kommentarbereich auf den Text an wie der Pawlowsche Hund auf die Glocke, wittert gleich einen weiteren Beleg für Rassismus im Judenstaat, doch leider handelt es sich nur um ein weiteres besonders trauriges Beispiel für richtig schlechten Journalismus.

Warum? Weil Celestine Hassenfratz es fertigbringt, einerseits zu beklagen, dass Israel versucht, die etwa 210.000 halbnomadisch lebenden Beduinen sesshaft zu machen, andererseits aber den Eindruck erweckt, staatliche Leistungen wie Strom- und Wasserversorgung, Anbindung an öffentlichen Nahverkehr oder eben der in diesen Zeiten lebenswichtige Zivilschutz würden den Beduinen bewusst vorenthalten, eben weil sie keine Juden seien.

Nun verhält es sich mit den Beduinen in Israel so: Knapp die Hälfte von ihnen ist in sieben größeren Städten wie Rachat (12 Kilometer nördlich von Be´er Sheva, mehr als 40.000 Einwohner) beheimatet, die anderen 120.000 in provisorischen Unterkünften, meist Wellblechhütten, die von Zeit zu Zeit ab- und woanders wieder aufgebaut werden, wie es sich für Nomaden gehört. Die sesshaft gewordenen Beduinen sind mit allem versorgt, was sie zum Leben benötigen, ihre Kinder können der Schulpflicht nachkommen, einige hundert Beduinen studieren an der Universität Be´er Sheva. Nicht wenige dienen freiwillig in der israelischen Armee. Hier sei der Beduine Ismail Kaldi zitiert, der im diplomatischen Dienst tätig ist.

I am a proud Israeli – along with many other non-Jewish Israelis such as Druze, Bahai, Bedouin, Christians and Muslims, who live in one of the most culturally diversified societies and the only true democracy in the Middle East. Like America, Israeli society is far from perfect, but let us deals honestly. By any yardstick you choose—educational opportunity, economic development, women and gay’s rights, freedom of speech and assembly, legislative representation—Israel’s minorities fare far better than any other country in the Middle East.

Sicher nicht die Sorte von Beduinen, die Celestine Hassenfratz interessieren könnte. So wie die Palästinenser im Gazastreifen einen Krieg gegen Israel beginnen und sich beschweren dürfen, sobald Israel zum Gegenangriff übergeht, muss in diesem Fall jemand her, der mit Israel nichts am Hut hat, ein Palästinafähnchen in der Wohnung aufhängt, einen Hamas-Sender im Fernsehen einschaltet – und der deutschen Reporterin sein Leid klagt: Keinen Schutz hätten sie, die Beduinen, barmt Sleman, ganz so, als sei es der Staat Israel traditionell immer wieder ihren Wohnort wechselnden Bürgern schuldig, neben jede der manchmal kilometerweit voneinander entfernt stehenden provisorischen Behausungen eine Iron-Dome-Batterie aufzustellen oder einen Bunker zu bauen. Damned if you do, damned, if you don´t: Will Israel die Beduinen aus guten Gründen sesshaft machen, ist das ein Affront gegen die traditionelle Lebensweise der Nomaden, aber wenn diese mitten in der judäischen Wüste oder im Negev ein Problem haben, ist wiederum der Staat zu belangen – schließlich fahren die Linienbusse nicht jedes Zelt und nicht jede Wellblechhütte an, und mit den staatlichen Leistungen sieht es hier auch ganz mau aus!

Der Prawer-Plan wird, wen wundert´s, nur am Rande gestreift, selbstverständlich auf die negativen Aspekte oder unterstellten bösen Absichten der Regierung in Jerusalem fokussierend. Es bleibt dem Leser Tim Kochmüller vorbehalten, einen substanziellen Beitrag zur Situation zu leisten:

Es gibt in der Negev eine beduinische Gesellschaft im Übergang: Nomadische Hüttensiedlungen (legal, da temporär als Sommer- oder Winterlager) koexistieren mit nicht genehmigten Steinhaus-Siedlungen ohne Infrastruktur und ausgebauten Beduinen-Städten und Dörfern mit weitestgehender Versorgung.

Das wäre der ZEIT allerdings schon zuviel der Information gewesen. Sie möchte den Eindruck erwecken, die Zerstörung ohne Baugenehmigung errichteter Häuser sei so etwas wie eine verdammenswerte Willkürmaßnahme des Staates; kein Wort über die nachträgliche Anerkennung einiger dieser Siedlungen, die gerade im Sinne des Prawer-Plans auf eine ordentliche rechtliche Basis gestellt werden sollen, und natürlich verzichtet die Autorin auch darauf, ein Statement irgendeiner staatlichen Autorität einzuholen. Klar, dass auch die Behauptung, so wie auf dem Sender der Hamas laufe im israelischen Fernsehen „nur Propaganda“, nicht weiter hinterfragt wird. Man könnte es zwar mal nachprüfen, aber die Reporterin belässt es bei der Anmerkung, das sei jedenfalls die Meinung ihres Gastgebers.

Nicht nur, dass Hassenfratz der offensichtliche Widerspruch zwischen ihren beiden Hauptanklagepunkten nicht auffällt; auch die einfachsten Regeln journalistischer Sorgfaltspflicht scheinen ihr durchaus verzichtbar, wohl weil sie Recherche für ein französisches Schimpfwort hält. So wie die damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands Margot Käßmann das Verbot, besoffen Auto zu fahren und bei Rot über die Kreuzung zu brettern, nur als unverbindliche Empfehlung betrachtet haben mag, sieht man bei der ZEIT, jedenfalls wenn es um Israel geht, den Pressekodex als antiquierte Richtlinie an, die im Fall des Falles getrost ignoriert werden darf. Wo solche Geister zu Hause sind, wird auch stets der Orchesterleiter Daniel Barenboim als erste Instanz angerufen, wenn es um den nahöstlichen „Friedensprozess“ geht. Und Theo „Ted“ Sommer, der Editor-at-large, kann zwar nicht einmal eine korrekte Steuererklärung einreichen, weiß aber dafür ganz genau, wer die Schuld am Nahostkonflikt trägt, dass die Israelis keine Ahnung davon haben, was gut für sie ist, ja dass sie sich selbst gefährden, und stellt ansonsten klar, wie der ganze Balagan zu lösen ist: indem man allen Forderungen der Palästinenser nachgibt.

Willkommen im Oberhaus des deutschen Qualitätsjournalismus!

 

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A wie Angstpsychose

Seelische Störung, die sich laut Jürgen Todenhöfer Millionen täglich von Raketen bedrohte Israelis von ihrem Regierungschef einreden lassen

 

A wie Angaben, offizielle palästinensische

Lügen

 

B wie Besorgnis

Vom UN-Generalsekretär und hochrangigen Politikern ausgedrücktes Gefühl, wenn Israel sich gegen den Terror der Palästinenser zur Wehr setzt

 

C wie Cui bono?

Frage, die sich deutschen Online-Kommentatoren aufdrängt, wenn Palästinenser drei israelische Jugendliche entführt und ermordet haben

 

D wie Drohung

Vom israelischen Ministerpräsidenten angekündigte politische oder militärische Reaktion auf den Terror der Hamas

 

E wie Experte

Durch die Medien gereichte, deutschsprachige Person, die TV-, Radio- und Zeitungsredakteuren erzählt, dass am ganzen Nahost-Schlamassel Israel schuld ist

 

F wie Friedensdemonstration

Einzigartige Veranstaltung, auf der radikale Islamisten, Neonazis und Linke gemeinsam ihren Hass auf den jüdischen Staat artikulieren

 

G wie Gazastreifen

2005 von Israel geräumter Küstenstreifen, von dem aus Hamas und Islamischer Jihad den Staat Israel angreifen; „Ort aus der Endzeit des Menschlichen“ (Jakob Augstein)

 

H wie Hamas

Radikalislamische Organisation, die Kinder zu Kanonenfutter erzieht, Schulen, Krankenhäuser und Moscheen als Raketendepots missbraucht, Juden als Feinde Gottes betrachtet und sich deren Vernichtung ins Programm geschrieben hat, daher auf Bombenattentate in Cafés und Bussen setzt und Tausende von Raketen auf israelische Städte abfeuert, die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilde rekrutiert, ihre Kämpfer in Ambulanzwagen herumfahren lässt und politische Gegner von Hochhäusern stürzt; „legale Partei“ (KenFM), „Widerstandsbewegung“ (Evelyn Hecht-Galinski)

 

H wie Hardliner

Israelischer Politiker, der die abscheuliche Ansicht vertritt, man dürfe sich nicht von Terroristen erpressen oder beschießen lassen.

 

I wie Iron Dome

Israelisches Raketenabwehrsystem, dem zu verdanken ist, dass man ein eklatantes Missverhältnis bei den Opferzahlen auf beiden Seiten beklagen kann

 

J wie Jerusalem

Drittheiligste Stadt des Islam, die von den gläubigen Muslimen der Hamas mit Raketen beschossen wurde

 

K wie Krankenhaus

Idealer Munitionsaufbewahrungsort und Operationsbasis für die Hamas-Führung; als solches zwar nunmehr legitimes militärisches Ziel, das sich hinterher aber erstklassig für den Vorwurf eines Kriegsverbrechens eignet

 

L wie Lüders, Michael

Experte für Selbstdarstellung und angewandte Ressentiments; kann in den Abendnachrichten behaupten, in Israel habe sich der Mainstream der Gesellschaft in Richtung Ultranationalismus entwickelt, ohne dass die Interviewerin vor Lachen vom Stuhl kippt

 

M wie Moschee

Islamisches Gotteshaus; Rest: siehe Krankenhaus

 

N wie Nahostkonflikt

Unter den militärischen Konflikten seit dem Zweiten Weltkrieg auf Platz 47 rangierender regionaler Kleinkrieg, der aber den Großteil der Menschheit zu erregen vermag wie sonst nur Sex

 

O wie Opferstatistik

Wertvolles propagandistisches Werkzeug, das es erlaubt, durch die Miteinbeziehung von Zivilisten in einen militärischen Konflikt den Eindruck zu erwecken, die Seite mit den meisten Toten sei die moralisch überlegene; in die Opferstatistik gehen selbstverständlich auch alle Kombattanten ein

 

P wie Palästinenser

Ende der 1960er-Jahre erfundenes Volk, das im Gegensatz zu anderen, wirklich nach Unabhängigkeit strebenden Völkern wie den Kurden in jeder Hinsicht privilegiert behandelt wird, obwohl es seit jeher den Kampf gegen den jüdischen Staat der friedlich erreichten Eigenstaatlichkeit vorzieht; immer Opfer, nie für eigenes Handeln verantwortlich; „Verdammte dieser Erde“ (Jürgen Todenhöfer)

 

Q wie Qualitätsjournalismus

Ignorierung des Bruchs einer Feuerpause durch die Hamas, Formulierung der Schlagzeile „Israel greift wieder Ziele im Gazastreifen an“ für die anschließende Reaktion der israelischen Armee, Illustration der Meldung mit dem Foto einer Raketenabwehrbatterie in Aktion und Wahl der Bildunterschrift „Raketenabschuss Richtung Gazastreifen“

 

R wie Raketen

Auch „selbstgebastelte Raketen“ oder „Kleinraketen“: mit Sprengköpfen bestückte militärische Flugkörper, mit denen die Hamas jahrelang Ortschaften im Süden Israels terrorisierte und heute zwei Drittel des Landes, ohne dass die Weltgemeinschaft ein Problem damit hatte oder hat. Geht jedoch ein solcher “besserer Silvesterböller” in der Nähe eines internationalen Flughafens nieder, so setzt bei der Weltgemeinschaft das große Fracksausen ein (siehe “A wie Angstpsychose”).

 

S wie Selbstverteidigung

Dem jüdischen Staat theoretisch zugestandenes Recht, das infrage gestellt wird, sobald dieser es anzuwenden wagt

 

T wie Tunnel

Künstliche Passage unter der Erdoberfläche, die nach Erklärung von Jürgen Todenhöfer dazu dient, die Verdammten dieser Erde ein paar Stunden lang Freiheitsluft schnuppern zu lassen; für den Fall der Fälle lagern in Tunneln Waffen und Sprengstoff sowie Tranquilizer und Plastikhandschellen

 

U wie unverhältnismäßig

Ausnahmslos jede Reaktion Israels auf palästinensischen Terror

 

U wie UNRWA

Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, das in einer von ihr betriebenen Schule in Gaza 20 dort deponierte Raketen entdeckt und anschließend an die Hamas zurückgibt

 

V wie Völkermord

Im üblichen Sprachgebrauch: Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu vernichten; für Recep Tayyip Erdogan: wochenlange israelische Militäroperation, bei der einige hundert Menschen zu Tode kommen

 

W wie Waffenruhe

Von nahöstlichen Kriegsparteien vereinbarte Feuerpause, stets nach wenigen Minuten oder Stunden von der Hamas gebrochen

 

Z wie Zivilist

Jeder Palästinenser, der in Kämpfen mit der israelischen Armee getötet wird

 

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Anlass: egal

Schon ein paar Jahre alt – aber immer wieder aktuell.

 

 

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Klaar Kiming

Der Naivität und der Blauäugigkeit, die sich der Westen inbezug auf die Gefahr durch den militanten politischen Islam immer noch leistet, setzt Bibi Netanyahu im Gespräch mit der WELT am Sonntag eine nüchterne Analyse der Lage im Nahen und Mittleren Osten entgegen.

Auf die Frage, ob Israel sich auf seine Freunde verlasse:

Verlassen wir uns auf andere, wenn es um unsere Sicherheit und unser Überleben geht? Die Antwort ist: Nein. Suchen wir Verbündete? Nun, alle Länder suchen Verbündete. Selbst Supermächte wie die Vereinigten Staaten suchen Verbündete. Deshalb begrüßen wir unser enges Verhältnis zu Deutschland genauso wie zu den Vereinigten Staaten und anderen Ländern.

Aber verlassen wir uns darauf? Nein. Das ist die zentrale historische Lehre, die wir aus dem Holocaust gezogen haben. Der Holocaust war der Endpunkt einer Abfolge von Gräueltaten, denen das jüdische Volk wie kein anderes ausgesetzt war, weil es heimat- und machtlos war. Deswegen haben wir beschlossen, die Fähigkeiten zur Selbstverteidigung zu erringen.

Zu der These, dass das iranische Regime nicht selbstmörderisch sei:

Der große Islamforscher Bernard Lewis von der Universität Princeton hat einmal geschrieben, das Prinzip der wechselseitig zugesicherten Zerstörung [die Atomwaffen-Doktrin, die im Kalten Krieg als “Gleichgewicht des Schreckens” zwischen den USA und der UdSSR bekannt wurde; Anm. d. Red.] sei für die radikalen Kleriker der iranischen Führung keine Abschreckung sondern ein Anreiz.

Sie haben diesen bizarren Glauben, dass der verborgene Imam – ein religiöser Führer, der vor einem Jahrtausend verschwand – in einem Feuersturm zurückkehren werde und dass es eine Katastrophe braucht, um sein Wiedererscheinen zu bewirken. Ich würde nicht auf die Rationalität eines solchen Regimes wetten. Bedenken Sie, dass zur Geburt dieses Systems die Verletzung eines uralten Prinzips gehörte: Botschaften sind unantastbar. Sie haben die diplomatische Vertretung der USA angegriffen, sie haben in aller Welt Diplomaten ermordet, sie liefern Massenvernichtungswaffen an ihre Handlanger, sie drohen mit der Sperrung der Straße von Hormus.

Die Iraner sind im Jemen aktiv, am Horn von Afrika, in Nordafrika, in Afghanistan, wo sie helfen, Nato-Soldaten zu töten. Sie sind sogar in Südamerika präsent. Alles das machen sie schon ohne Atomwaffen – stellen Sie sich nur vor, was sie mit Atomwaffen alles tun würden. Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass Abschreckung bei derart militanten Akteuren funktioniert.

Über die grundsätzliche Abneigung der Nachbarschaft gegen den jüdischen Staat:

Sie sehen in uns den Vorposten jener freien, offenen Gesellschaft, die sie verachten und am liebsten auslöschen würden. Sie haben diese Freiheit und diesen Pluralismus aus ihrem eigenen Einflussbereich verbannt und nun wollen sie ihre Tyrannei auf den Rest der Welt ausweiten. Im Übrigen halten sie damit nicht hinterm Berg, sondern sagen es ganz offen.

Darin spiegelt sich ihre Verachtung: Sie äußern ihre Abneigungen laut und die Europäer setzen dem nichts entgegen. Teheran glaubt, damit käme es ungeschoren davon. Ich denke hingegen, es ist die Pflicht anständiger Menschen in Deutschland und Europa, klarzumachen, dass dem nicht so ist.

Beruhigend, dass in diesen Zeiten, in denen sich der als Antizionismus kaschierte blanke Judenhass rund um den Globus immer offener manifestiert und in der die terroristische und militärische Bedrohung des Landes stetig wächst, jemand an der Spitze der Regierung steht, der sich keine Illusionen über die Welt macht, in der sich Israel behaupten muss.

 

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